Golgat (Legionen des Chaos / Orks & Goblins) vs. Hassenstein (Imperium)



Exkrementeller Schleim tropfte an der von Pestbeulen übersähten Silhouette des abscheulichen Dämonenprinzen Golgat hinab, als er an der Spitze seiner verwesenden und vor Pestilenz triefenden Horde voran schritt. Mit jedem Schritt seiner von Seuchen aufgedunsenen Füße welkte die wenige Vegetation dieser kargen Region um ihn herum dahin und so hinterließ der Dämonenprinz eine Spur der unwiederbringlichen Verderbnis. Die aus sterblichen Kriegern und Dämonen seines Gottes bestehende Horde war umgeben von einer dichten Wolke dunkler Fliegen, die ein stetiges, sonores Summen von sich gaben. Die Zielrichtung dieser pestilenten Horde war ausgemacht. In Unterstützung der Grünhäute, die Golgat aus purer Unachtsamkeit aus dem Reich des Chaos in die Welt der sterblichen beschworen hatten, wollte der Dämonenprinz den frommen Menschen aus dem Imperium das Geschenk der Seuche und der Pestilenz überbringen. Daher stürmte die Horde zielgerichtet auf einen der befestigten Außenposten des Imperiums zu. Eine steinerne Burg, die zu diesem Zeitpunkt gerade von einem Erzlektor aus dem Imperium und seiner Armee gehalten wurde. Das passte Golgat ausgezeichnet in den Kram, denn welche Gelegenheit wäre besser geeignet, um die schwächlichen Menschen von der unumgänglichen Macht Großväterchen Nurgles zu überzeugen, als in Anwesenheit eines ihrer obersten religiösen Führer…

Dämonenprinz Golgat

Mit verschränkten Armen und ernster Miene im Gesicht stand Erzlektor Mikael Hassenstein auf dem Wehrgang der erst vor wenigen Monaten von seinen zwergischen Verbündeten errichteten Befestigungsanlage inmitten der Düsterlande und blickte in Richtung Norden. Sein Blick war ausgerichtet auf etwas, dass aussah wie eine viel zu tief hängende Sturmwolke, die sich langsam über das Land auf sie zu bewegte. Hassenstein wusste jedoch, dass dies keine Sturmwolke war und dennoch würde es einen Sturm geben. Er spürte, dass sich etwas weit unheilvolleres als ein natürliches Wetterphänomen näherte, denn dieser Sturm würde Pestilenz und Krankheit mit sich bringen und die Anhänger dunkler Götter, die diese verbreiten. Inmitten dieser unnatürlichen Wolke spürte der Erzlektor etwas noch weit unheilvolleres, eine widerwärtige und widernatürliche Präsenz gegen den sich die ganze materielle Umgebung aufzulehnen schien. Ein dunkler, korrumpierter Schrecken gehüllt in eine Aura aus Verderbnis und Verseuchung, die ihren Einfluss jenseits nur rein körperlicher Gebrechen zu wirken schien. Hassenstein erkannte die Verzweiflung, die sich in den Gesichtern der Soldaten auf den Mauern rings um ihn breit machte und so erhob er seine Stimme über das latente Brummen, das von der Wolke bereits herüber klang, und begann Verse aus einer der berühmten Predigten des Großtheogonisten Hellsturm anzustimmen…


Erzlektor Mikael Hassenstein

Das Summen unzähliger dickleibiger Fliegen erfüllte die Festungsanlagen und das sie umgebene Areal. Die Seuchenlegion des Nurgle hielt sich nicht lange damit auf einen Belagerungsring zu schließen sondern bereitete sich unmittelbar auf einen raschen Sturmangriff vor. Lediglich eine einzelne Belagerungsramme aus madenzerfressenem Holz und geschoben von grotesk mutierten und durch Seuchen aufgeblähten Gestalten wurde langsam in Position gebracht. Die meisten sterblichen Krieger der Horde waren indes damit beschäftigt einen einzelnen Wachturm vor den Mauern der Festung zu schleifen. Die dem Tode geweihte Besatzung aus imperialen Soldaten war abgeschlachtet worden und ihre ausgeweideten Körper wurden mit rostigen Nägeln auf Holzgestellen befestigt an der Spitze des Turmes zur Schau gestellt. In ihre Haut waren unheilvolle Zeichen geritzt und obwohl die Leichen erst wenige Stunden alt waren, so machten sie bereits einen stark verwesten Eindruck und wurden von unzähligen hungrigen Maden und Fliegenlarven bevölkert, die sie immer wieder wie lebendig zucken ließen. Der mittlerweile schleimverkrustete und vor nekrotischen Flüssigkeiten triefende Turm war innerhalb kürzester Zeit zu einem Fanal des Grauens geworden und ließ die Jünger des Nurgle in religiösen Eifer verfallen. Die Dämonen des Nurgle korrumpierten indessen eine magische Feuerquelle von scheinbar elfischem Ursprung. Wild kichernde Nurglings stürzten sich solange in die hellen Flammen, bis das Feuer eine kränklich grüne Färbung annahm und auf alle Dämonen in der Nähe übersprang ohne sie selbst zu verzehren. So waren nicht nur die kleinen Nurglings umgeben von diesem Feuer, sondern auch das seuchenzerschlissene Banner der Chaoskrieger und der Leib des Dämonenprinzen Golgat selbst...


Golgat (Legionen des Chaos (Fraktion: Orks & Goblins)) vs. Hassenstein (Imperium) [Belagerung - F3]



Erzlektor Hassenstein hatte darauf verzichtet nach Entsatz zu schicken. Der schnelle Angriff der Chaoshorden hätte etwaigen Entsatz ohnehin kaum rechtzeitig eintreffen lassen. Vielmehr hatte er wertvolle Reliquie seines Kriegsaltars in die Türme der Festung bringen lassen, um diese im Namen Sigmars zu weihen und ihre Besatzung im Kampf gegen die Dämonenwesen zu stärken. Der Streitwagen auf dem sich der Kriegsaltar befand und auf dem Hassenstein für gewöhnlich in die Schlacht zog, würde ihm in einer Belagerung nichts nützen und letztlich nur im Weg stehen. Als das sonore Summen um die Festung erstarkte und die Tonlage änderte, war Hassenstein klar, dass der Angriff unmittelbar bevor stand. Mit einem Nicken in Richtung des Meistertechnicusses Bert Falkenstein, Bruder des kürzlich verblichenen Bernd Falkenstein, gab Hassenstein den Befehl die Angreifer unter Feuer zu nehmen. Während er durch sein Fernrohr schaute, rief Falkenstein der nahen Großkanonenbesatzung Entfernungswerte zu und gab den Feuerbefehl. Nur Sekunden später sauste das erste Geschoss aus einer Pulverwolke zielgenau auf die Belagerungsramme zu und zerschmetterte das schleimverkrustete Konstrukt in seine Einzelteile. Jubelrufe erklangen überall auf der Mauer und die Musketenschützen begannen ebenfalls ihre Waffen zu laden. Nun gab Falkenstein der Höllenfeuer-Salvenkanone – von ihrer Besatzung Vulkan Valeria genannt – den Befehl zum Feuern. Noch bevor der Befehl ausgeführt werden konnte, gruben sich vereinzelt kleine Dämonen des Nurgle aus dem Erdreich nahe der westlichen Mauer und die Mauer selbst schien für einen Moment zu schwanken. Die Soldaten des Imperiums, die sich im Innenhof befanden töteten die kleinen Dämonen jedoch, bevor sie irgendwelchen nennenswerten Schaden anrichten konnten. Lauf für Lauf der Salvenkanone schoss bleierne Projektile in die Angreifer und die Musketenschützen stimmten kurze Zeit später mit ein. Das gesamte Feuer wurde auf die unzähligen Seuchendämonen mit Marschrichtung auf das Tor gerichtet. Ein Großteil von ihnen löste sich in diesem Kugelhagel in trockene, nekrotische Fetzen kränklicher Haut auf, so dass nur noch ein knappes Viertel von ihnen Verblieb, als sie den Sturm auf die Festungsmauer begannen…



Untermalt von einem gutturalen und kehligen Brüllen befahl Dämonenprinz Golgat seinen Jüngern die Mauern zu erstürmen. Er selber sprang mit einem Satz in die Lüfte und beförderte seinen aufgedunsenen Leib mit wenigen Schwüngen seiner insektenähnlichen Flügel vor den nordöstlichen Turm der Festung, während die Chaoskrieger ihren Sturm auf selbigen mit rostigen Leitern im Anschlag begannen. Die Seuchenhüter liefen in unbeholfen anmutender Gangart auf die Torsektion zu, gänzlich unbeeindruckt von der Kanonade, die nur Momente zuvor über sie hereingebrochen war. An der Mauer angekommen rissen sie sich Stränge ihrer eigenen Eingeweide aus dem Bauchraum und warfen die Darmstränge gleich fleischiger Lassos über die Zinnen der Burgmauer. Derart angewidert traf die Dämonen im Abwehrfeuer keine einzelne Musketenkugel der Schützen. Lediglich Hauptmann Wolfram Kessler legte seine Muskete zielgenau an und schoss dem nahesten Seuchehüter durch sein einzelnes von Eiter erfülltes Auge, so dass es in einem Regen infektiöser Schlacke zerplatzte. Die Hellebardenträger erwischten noch einen der Dämonen mit einem herabgeworfenen Stein, bevor sich pockenversehrte und debil grinsende Gesichter über die Zinnen erhoben. An der Westseite der Mauer strömten indes unzählige Nurglings die Mauer hinauf. Sie stiegen übereinander, spuckten klebrigen Schleim in ihre Hände und warfen sich gegenseitig die Mauer hoch. Die Soldaten des Imperiums konnten nur einzelne der winzigen Angreifer durch Musketenbeschuss ausschalten, so dass sich unzählige von ihnen die Mauer hochbewegten. Der letzte Schuss der abgefeuert wurde, kam von der Bündelpistole des Meistertechnicusses, der sich über die Turmbrüstung lehnte und die seuchengezeichneten Krieger des Chaos auf seine Stellung zustürmen sah. Eines der abgefeuerten Projektile schlug tatsächlich durch den schmalen  Sehschlitz einer der stark korrodierten Helme und ließ seinen Träger mit einem kurzen Röcheln zusammenbrechen. Golgat war mit einem dumpfen Aufprall vor dem Turm gelandet und versuchte mit einem Grunzen die Segnungen Großväterchen Nurgles durch fleischigen Überfluss auf die sterblichen Krieger zu wirken, doch störten die monotonen Gebete der Priesterschaft des Sigmar innerhalb der Burg diesen Zauber und machte ihn unwirksam, bevor er sich entfalten konnte. Darüber mehr belustigt als erbost schwang der Dämonenprinz eine schwere von Rost überzogen Kette an dessen Ende eine massige ebenfalls von Rost überzogene Eisenkugel befestigt war und schmetterte diese in das Fundament des nahen Burgturmes. Mit einem lauten Krachen schlug der stachelbewehrte Flegelkopf in das Mauerwerk und zerschmetterte dabei Ziegel und Mörtel wie welkes Laub. Der Turm sackte in sich zusammen und ein großes Loch in seiner Außenwand wurde offenbar. Die Chaoskrieger warfen unmittelbar ihre rostigen Sturmleitern zur Seite und begannen durch das plötzlich entstandene Loch in den abgesackten Turm zu stürmen. Was nun folgte war die nackte Zurschaustellung brachialer Gewalt. Mit einer rostigen Hiebwaffe in jeder Hand, hackten sich die von Seuchen durchtränkten Chaoskrieger durch die völlig überraschten Musketenschützen im Inneren des eingestürzten Turmes und töteten sie bis auf den letzten Mann. Es dauerte nur wenige Augenblicke und der Turm war von den Kriegern des Nurgle eingenommen. Die Besatzung der Salvenkanone war jedweder Fluchtmöglichkeit beraubt und wurde von den Angreifern ebenfalls kurzerhand abgeschlachtet. Nur dem Meistertechnicus Bert Falkenstein gelang durch einen beherzten Sprung vom Turm die Flucht, nachdem er sich zuvor durch eine schmale Schießscharte gezwängt hatte. Der Handvoll Seuchenhüter, die an ihren eigenen Eingeweiden die Torsektion emporgeklettert waren, wurde ein Empfang aus aufgestellten Hellebarden bereitet. Dutzende Klingen stachen untermalt von den feurigen Predigten des Erzlektors auf die niederen Dämonen ein und löschten sie gänzlich aus, bevor diese überhaupt ihre vor Seuchen triefenden Schwerter gegen die Verteidiger einsetzen konnten. An der Westmauer hatten die Nurglings mittlerweile die Zinnen erreicht und schlugen mit von grünlichem Feuer umgebenen Klauen auf die Verteidiger ein. Den dort stationierten Schwertträgern gelang es zwar mit weiten Schwüngen ihrer Schwerter einige der kleinen Qualgeister von der Mauer zu befördern, aber den winzigen Dämonen gelang es auch eine Vielzahl der Verteidiger von der Mauer in den Tod zu reißen oder furchtbar nässende Brandwunden beizufügen. Auch wenn die imperialen Soldaten drohten übermannt zu werden, konnten die Nurglings zumindest für den Moment von den Zinnen zurückgeworfen werden…


 


Meistertechnicus Falkenstein klopfte sich etwas derangiert den Mörtelstaub von seinem Wams und kletterte die Treppe zum Wehrgang der Torsektion hinauf. Dort schloss er sich den Hellebardenträgern an der Seite des Erzlektors Hassenstein an und begann sogleich der Großkanonenbesatzung auf dem nahen Turm Zielbefehle zuzurufen. Erzlektor Hassenstein intonierte indes immer lauter werdende Gebete an Sigmar und bat seinen Patron um Beistand und Schutz vor den Ausgeburten des Chaos. Kaum hatte er die letzten Silben voller Inbrunst gesprochen, war ein schwaches Schimmern um die Einheit zu erkennen, von dem die allgegenwertigen Fliegen zu entschwinden suchten. Diese gleichen Fliegen verhinderten jedoch, dass Kriegspriester Überbaumer auf der Westmauer seine flammenden Gebete vollendete, indem sie ihm fortwährende in Mund, Nase und Ohren flogen und krabbelten. Die Besatzung der Großkanone ließ sich dadurch nicht beirren und feuerte eine Kanonenkugel in die unzähligen Nurglings am Fuße der Mauer zu ihrer Linken. Trotz genauer Winkelangaben, die vom Meistertechnicus Falkenstein herübergebrüllt wurden, konnten nur die weiter hinten versammelten Dämonenwesen getroffen und zu größerer Zahl ausgelöscht werden. Wahrscheinlich waren die Zielkoordinaten von Falkenstein im ubiquitären Summen der Fliegen falsch verstanden worden. Die Schwarzpulverwaffen der Musketenschützen und der beiden sie begleitenden Hauptleute ein Stockwerk tiefer ließen zusätzlich noch vereinzelte Nurglings zerplatzen…



Die Chaoskrieger hielten sich nicht allzu lange damit auf den eingenommenen Turm zu halten und stürmten vielmehr in Richtung benachbarte Torsektion. Die dort befindlichen Hellebardenträger des Imperiums hatten sich bereits auf einen drohenden Angriff vorbereitet und standen mit ausgetreckten Stangenwaffen bereit jeden Angriff auf ihre Sektion abzuwehren. An vorderster Front stand ihr Erzlektor, einen Kriegshammer in jeder Hand haltend und Predigten des Magnus rezitierend. Die Nurglings begannen diesmal untermalt von wilden Gekreische den Turm, der an die Torsektion anschloss, zu bestürmen. Dämonenprinz Golgat wandte seinen kolossalen Leib inzwischen den Verteidigern auf der Ostmauer zu, denen diese Aufmerksamkeit augenscheinlich gar nicht behagte. Golgat begann sogleich Worte in einer dunklen Sprache zu sprechen, die weit älter war als das Imperium selbst. Krabbelnde Insekten krochen dabei aus seinem von fauligen Zähnen umsäumten Schlund und an seinem schwabbligen Leib herab, während die Hellebardenträger auf der Ostmauer spürten, wie schwärzliche Flecken auf ihrer Haut auftauchten und ihre Körperkraft in Sekunden merklich dahin schwand. Mit einem grollen, das wie Gelächter klang, formulierte Golgat weitere Silben, deren bloße Aussprache allen nicht vom Chaos berührten Menschen in unmittelbarer Nähe Schmerzen bereitete und Tränen in die Augen trieb. Bevor jedoch auch diese Heimsuchung auf die Hellebardenträger niedergehen konnte, brüllte Hassenstein von der Torsektion aus heilige Worte der Reinheit und verhinderte Schlimmeres. Weit Schlimmeres näherte sich jedoch auch ihm und seinen um ihn versammelten Staatstruppen. Wie von Sinnen stürzten die von Seuche gezeichneten Chaoskrieger aus der zusammengesackten Turmsektion oder sprangen von ihr auf den Wehrgang der Torsektion herab und schmetterten in die aufgereihten Verteidiger. Die Nähe zu ihrem neu erkorenen Heiligtum in Form des geschändeten Wachturmes vor den Mauern, schien sie mit noch mehr Eifer und düsterem Zorn zu erfüllen. Es war ein Massaker. Die rasenden Krieger des Chaos schlugen sich durch die Hellebardenträger, als handele es sich bei ihnen um Stoffpuppen. Erzlektor Hassenstein stand inmitten des Gemetzels, doch wurde er von den schwer gepanzerten Schocktruppen des Chaos gänzlich ignoriert, während links und rechts um ihn herum Männer seiner Segnungen zum Trotz zu Hauf fielen. Schließlich lagen zwei Dutzend erschlagene imperiale Soldaten auf und unterhalb der Mauer. Ihre übereinander liegenden und schlimm zugerichteten Leichen versperrten dabei sogar den marodierenden Chaoskriegern vorerst den weiteren Weg auf die Torsektion und die wenig verbleibenden Hellebardenträger hielten zumindest für den Moment um ihren Erzelktor versammelt stand. Die Nurglings kletterten indes in die Schießscharten des nahen Turmes und rissen mehrere Musketenschützen mit ihren verdreckten und giftig grün flackernden Klauen in Stücke bevor sie erneut von den Wehranlagen getrieben wurden…



Erzlektor Hassenstein wusste insgeheim, dass er und seine Mannen diesen Kampf unmöglich gewinnen konnten. In diesem engen Belagerungskampf waren seine Staatstruppen den unmenschlichen und von unheiliger Macht erfüllten Kriegern des Chaos Mann für Mann schlicht unterlegen und es half ihnen ihre ganze soldatische Disziplin nichts. Selbst das Unterstützungsfeuer von der Abteilung Musketenschützen war kurzzeitig verstummt, da diese nun selbst von den winzigen Dämonen an der Ostmauer attackiert wurden. Bert Falkenstein entschwand schnellen Schrittes in den Turm der besagten Musketenschützen und versuchte die dortigen Verteidiger in ihrem stetigen Beschuss zu unterstützen. Die dortige Großkanone war zudem das letzte Geschütz, das den imperialen Verteidigern geblieben war und Bert Falkenstein war bereit sein Leben für die Verteidigung der Kriegsmaschine zu geben. Hassenstein blickte auf die sich nähernden Chaoskrieger, die begonnen hatten die sich stapelnden Leichen der gefallenen Hellebardenträger von der Mauer in den Innenhof zu schieben. Der Erzlektor konnte dabei mit angewiderter Miene erkennen wie bereits unzählige Maden durch das Fleisch der noch Momente zuvor an seiner Seite gekämpften Soldaten krabbelten und der Gestank der nahen Chaoskrieger zu ihm herüberwehte. Er erhob in Angesicht dieses schreckenerregenden Feindes erneut die Stimme und rezitierte die Worte Magnus des Frommen vor der Schlacht gegen die Horden des Asavar Kul vor über zweihundert Jahren. Dabei sah er wie die Hellebardenträger um ihn herum ihre Stangewaffen mit festerem Griff packten und ein entschlossener Gesichtsausdruck auf ihren Gesichtern zu erkennen war. Dennoch war sich Hassenstein sicher, dass kaum einer von ihnen die nächsten Minuten überleben würde, aber als erfahrener Befehlshaber wusste er auch, dass er die Mauer nur lange genug halten müsste, damit frische Truppen herangeführt werden konnten. Kriegerpriester Überbaumer scheiterte erneut darin die Schwertkämpfer auf der Ostmauer zu segnen, da ihn unentwegt und scheinbar zielgereichtet Fliegenschwärme zusetzten. Unter Bert Flakensteins kundiger Anleitung feuerte jeder Mann mit einer Schusswaffe selbige auf die kreischenden Dämonenschwärme am Fuße der Ostmauer ab. Auch die Großkanone riss erneut eine Furche in die Ansammlung kreischender Wesen und trug dazu bei diese zusehends auszudünnen…



Für Dämonenprinz Golgat war Zeit im Allgemeinen zwar unbedeutend und er war auch kein ungeduldiger Zeitgenosse, dennoch wusste er, dass die Belagerung auf Großväterchen Nurgles schartigen Messers Schneide lag. Seine Dämonenhorden schwanden dahin und nur die sterblichen Krieger des Nurgle hatten sich eine Art Brückenkopf erkämpft und schlachteten imperiale Soldaten zu Hauf ab. Es schien jedoch, als hätte der kahlköpfige Priester-General der Menschen des Imperiums mehr als genug Männer in Reserve und war zudem bereit eine Unzahl der ihren auf dem Schafott seines Gottes zu opfern. Golgat selbst ließ sich von seinen insektoiden Flügeln auf die nahe Westmauer tragen und labte sich an der Furcht und dem Schrecken der dortigen Verteidiger, als sie sein schreckenerregendes Antlitz erkannten. Panik brach unter den Verteidigern aus, aber dann erblickten sie, wie das Armeebanner des Imperiums über dem schwer umkämpften Nordwestturm wehte, und so hielten sie letztlich Stand um die Mauer gegen den sich nähernden geflügelten Schrecken zu verteidigen. Der Feldwaibel schwang sich gar auf die Zinnen und rief dem Dämonenprinzen eine Herausforderung zu. Mit einem breiten Lächeln schwebte Golgat auf dieses Menschlein zu und spießte ihn mit einem für eine Kreatur seiner Masse unerwartet schnellen Stoß auf sein vor Verderbnis triefendes Schwert. Dort hing der Feldwaibel nun mit weit aufgerissenen Augen und bereute seine Tapferkeit schmerzvolle Momente, bevor er das Bewusstsein für immer verlor. Die Hellebardenträger auf der Mauer schlossen indes grimmig und Führerlos ihre Reihen, obschon dieser grässlichen Zurschaustellung des widernatürlichen Dämonenprinzen. Die noch immer enthusiastischen, aber deutlich ausgedünnten Nurglings kletterten und sprangen erneut die Westmauer empor, um sich auf die Schwerträger zu stürzen, die jüngst von ihnen Kumpanen aus dem südlichen Turm verstärkt worden waren. Diese formierten an den Zinnen einen dichten Schildwall und ließen viele der Dämonen daran abprallen. Die Nurglings bissen sich an dieser disziplinierten Verteidigung buchstäblich die Zähne aus und konnten sich nur an einer Stelle eine Lücke im Schildwall zunutze machen. Sie rangen einen Soldaten nieder und kratzen ihm die Augen aus, bevor seine Kameraden sie zurück über die Mauer beförderten oder mit ihren Klingen aufschlitzten. Die Chaoskrieger des Nurgle stürmten zur etwa gleichen Zeit wiederholt auf die grimmen Verteidiger der Torsektion. Dieses Mal wurde Erzlektor Hassenstein nicht ignoriert sondern gleich von mehreren der hochgewachsenen Nordmänner in ihren angelaufenen und rostigen, aber dennoch äußerst durablen, Rüstungen attackiert. Im Hintergrund sah der Erzlektor die grinsende Fratze im Gesicht des dämonischen Herolds, der ein zerschlissenes und von unirdischen Flammen umspieltes Banner hielt, welches zudem von unzähligen Fliegen umgeben war, und die sterblichen Krieger voran befahl. Die Krieger des Chaos waren trotz ihrer kränklichen Erscheinung schnell und agil und schlugen mit erschreckender Geschwindigkeit auf Hassensetin und seine Mannen ein. Der Erzlektor hörte die Schmerzensschreie und den Todeskampf der tapferen Männer um ihn herum, während schwere, verrostete Schwerter, Äxte und Streitkolben, die von einem kränklichen grünen Feuer umspielt wurden, auf ihn einschlugen. Er duckte sich unter einer Vielzahl Schläge hinweg und parierte mehrere mit seinen Kriegshämmern, aber er konnte nicht allen Angriffen entgehen. Hassenstein machte sich bereit vor seinen Patron Sigmar zu treten, doch dann spürte er die kalte Aura seines Fellmantels, den er vor Jahren vom Ar-Ulric persönlich geschenkt bekommen hatte und erkannte, wie beinahe alle Schläge davon abglitten, ohne ihm größeren Schaden zuzufügen. Ein letzter wuchtig geführter Schlag eines besonders entstellten Chaoskriegers, der zwei verrostete Streitkolben trug, schmetterte den Erzlektor jedoch von den Füßen und mit gebrochenen Rippen rücklings auf den hölzernen Wehrgang der Torsektion. Zwei überlebende Hellebardenträger, die alles waren was vom einst stolzen Regiment übrig geblieben war, packten ihn unter den Achseln und versuchten verzweifelt ihn aufzurichten und aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu ziehen. Hassenstein schüttelte sie jedoch ab und schlug dem vordersten Chaoskrieger, der den Verteidigern nachzusetzen versuchte, einen seiner Kriegshämmer durchs Visier in das madenzerfressene Gesicht dahinter, so dass er im Todestaumel seine nachgerückten Kumpane nach hinten umriss und den Verteidigern somit eine kurze Atempause erkaufte…



Mit lauten Kriegsschreien auf den Lippen stürmte die Verstärkung des Imperiums angeführt von Hauptmann Manfred von Bock die Treppe zum Wehrgang der Torsektion hinauf und warf sich zwischen den verwundeten Erzlektor und die Krieger des Chaos. Der Erzlektor selbst und die beiden überlebenden Hellebardenträger stolperten indes die Treppe herunter in den rettenden Innenhof. Hassenstein selbst hielt dort jedoch keine Sekunde inne, sondern stürmte bereits im nächsten Augenblick die Treppe zum Wehrgang der Ostmauer empor. Denn dort hatte er den Ursprung all dieses Schreckens ausgemacht: Einen leibhaftigen Dämonenprinzen aus dem Reich des Chaos. Kaum hatte Mikael Hassenstein den Wehrgang erreicht, murmelte er ein Gebet den heiligen Zorn Sigmars in seine Jünger fahren zu lassen. Die Waffen der Hellebardenträger und des Erzlektors eigene Kriegshämmer wurden dabei in ein schwaches Leuchten getaucht, welches sich deutlich von den dunklen Fliegenschwärmen um sie herum absetzte. Der Kriegspriester Überbaumer auf der gegenüberliegenden Mauer faste neuen Mut und intonierte das gleiche Gebet im Kanon zum Erzlektor. Die Männer des Imperiums fassten neuen Mut und machten sich bereit auf den letzten Sturmangriff. Zuvor jedoch ließen die Musketenschützen ihre Waffen sprechen und schossen vereinzelte Nurglings vom Fuße der Burg. Der Großkanone waren jedoch mittlerweile derart viele Fliegen in den Lauf geflogen, dass die Geschützmannschaft trotz der fachmännischen Anweisung Bert Falkensteins das Geschütz lieber neu luden, als die Gefahr einer Explosion des massiven Laufes zu riskieren…



Die wenigen verbliebenen Nurglings stürzten wiederholt die Westmauer empor, in dem Versuch die dortigen Verteidiger zu übermannen. Einige wenige wurden von den Musketenschützen im nahen Turm von der Mauer geschossen, bevor sie die Zinnen erreichen konnten, aber die meisten erreichten das obere Ende, begierig darauf ihre schmutzigen Krallen in menschliches Fleisch zu graben. Die Chaoskrieger des Nurgle stürzten ebenfalls auf dem blutverschmierten Wehrgang vorwärts direkt auf die frisch eingetroffenen Verteidiger und ihren Hauptmann. Der aufgedunsene Leib von Dämonenprinz Golgat erhob sich indes inmitten eines Schwarmes Fliegen über der Ostmauer. Die Verteidiger warfen Steine unterschiedlichster Größe nach ihm, in dem verzweifelten Versuch diesen geflügelten und von Seuchen zerfressenen Alptraum dadurch abzuwehren. Diese behelfsmäßigen Projektile prallten jedoch allesamt an ihm ab, ohne dabei erkennbaren Schaden zu verursachen oder ihn auch nur im Entferntesten zu beeindrucken. Golgat breitete seine Arme aus und mit mehr gegurgelten als gesprochenen Worten wirkte er den Fluch der Aussätzigen auf sich selbst, so dass seine pockenversehrte Haut noch weiter anschwoll und kränkliche Beulen bildete. Direkt im Anschluss breitete Golgat seine Arme aus und eine üble Dunstwolke der Pestilenz breitete sich um den Dämonenprinz aus, bevor er mit einem knirschenden Geräusch auf den Zinnen der Mauersektion landete. Erzlektor Hassenstein sprang vorwärts und forderte diese Ausgeburt der Pestilenz mit Worten der Verbannung auf den Lippen heraus. Golgat lachte nur grollend und schwang sein mannsgroßes Schwert, das vor Verseuchung und Krankheit triefte und wie der Leib des Dämons von unheilvoll grünlichen Flammen umgeben war. Die rostige Klinge traf den Erzlektor wieder und wieder, auch wenn er sich über einen Streich nach dem anderen hinwegduckte, als wäre er ein halb so alter Mann, wie er es war. Doch wie durch ein Wunder konnte keiner der Schläge seine Rüstung durchdringen. Die Aura des Fellmantels des Ulric bewahrte den Erzlektor erneut vor einer Vielzahl von eigentlich tödlichen Treffern und der Dämonenprinz fluchte in einer dunkeln Sprache, als er erkannte, dass er den Priester nicht verwunden konnte. Beide Kontrahenten wussten, dass sich in diesem Konflikt stellvertretend die Belagerung entscheiden würde. Mikael Hassenstein nutze eine Lücke in den unablässig niederfahrenden Angriffen des Dämons und schlug mit seinen gesegneten und von einer Aura des Zorns umgebenen Hämmern. Ein einzelner Schlag des Erzlektors durschlug schließlich die Aura aus Fliegen und Pestilenz sowie die pockenvernarbte und überaus widerstandsfähige Haut des Dämonenprinzen. Mit einem frustrierten Grollen wandte sich der angeschlagene Golgat ab und sank wie ein düsterer Schatten an den Fuß der Festungsmauer, während dickliche Verdauungssäfte aus seiner Wunde trieften. Den Nurglings erging es kaum besser. Zwar waren sie wiederholt in der Lage, einen unglücklichen Schwertkämpfer über die Zinnen in den Tod zu reißen, aber seine Kameraden schlitzten eine Vielzahl der ekligen Kreaturen auf und schlugen sie von den Zinnen, auf dass der Rest erneut auf halber Strecke von der Mauer purzelte. Die sterblichen Diene des Nurgle führten ihr Schlachterhandwerk fort und weideten in einem höllischen Gemetzel erneut über zwei Dutzend Verteidiger, die sich ihnen tapfer entgegengestellt hatten, aus. Dem einzigen Überlebenden, dem Hauptmann Manfred von Bock, gelang es jedoch inmitten der sich knietief stapelnden Leichen seiner Männer die Krieger des Chaos erneut vom Überrennen der Torsektion abzuhalten…


Mit einem tiefen und lauten Brüllen, welches einige der geschwächten Verteidiger vor Schmerzen auf die Knie trieb, gab Dämonenprinz Golgat seinen verbliebenen Truppen den Befehl zum Rückzug. Er überließ den angeschlagenen Menschen des Imperiums den Sieg und den Besitz über ihre unbedeutende Burg, denn ihm war langweilig geworden. Für heute waren Großväterchen Nurgle genügend Seelen auf dem Altar des Schlachtfeldes geopfert worden und ausreichend Krankheiten verbreitet worden. Der Besitz über das Land der Sterblichen war schon lange unbedeutend für Golgat und so zog er mit den letzten seiner Jünger und dem riesigen Schwarm Fliegen im Schlepptau wieder gen Norden, um sich anderen Dingen zu widmen…

Der Schweiß tropfte Mikael Hassenstein von der Stirn und er wischte sich eine letzte verirrte Fliege aus dem Auge. Mehr Beiläufig stützte er sich mit einer Hand auf den Zinnen ab und nahm tief Luft. Er durfte jedoch im Angesicht seiner Männer und im Moment des Sieges keine Schwäche vor seinen ausgelaugten Männern zeigen. Dennoch hatte ihm diese Schlacht einiges an Kraft gekostet und mehr als einmal dachte er, dass es um ihn geschehen war. Er dankte im stillen Gebet Sigmar und auch dem alten Ar-Ulric Emil Valgeir für sein lebensrettendes Geschenk. Dann reckte der Erzlektor einen seiner Hämmer in die Höhe und brüllte „Sigmar!“ und alle überlebenden Verteidiger stimmten in den Jubelschrei ein und übertönten somit das Gestöhne der Verletzten und Versehrten…

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