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Pflugzeit (Ende Monat 3)


Pflugzeit (Ende Monat 3)

Im dritten Monat des Jahres, Pflugzeit, erreichten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionen in den Düsterlanden ihren momentanen Zenit. Es war ein Monat der ruhmreichen Schlachten, aber auch der schmachvollen Niederlagen, und es war ein Monat, der durch den heldenhaften Einsatz legendärer Einheiten geprägt war, deren Ruf sich dadurch weit über die eigene Fraktion verbreitete.


Die Grünhäute waren fest entschlossen die Gebietsverluste und Niederlagen des letzten Monats wieder wett zu machen. Der durchtriebene Nachtgoblin-Waaaghboss Stilton trieb seine Armee auf unterirdischen Wegen in das Hinterland des Gebirges des von den Ogerkönigreichen gehaltenen Territoriums. Stilton konnte die Armee des Oger-Tyrannen Gurrut Eisfelsen zwar vernichtend schlagen und sich somit für die Niederlage des Vormonats rächen, aber nach den ausschweifenden Feierlichkeiten mit reichlich Fungusbier, waren die Goblins nicht in der Lage gewesen dieses unwirtliche Territorium inklusive der ergiebigen Minen längerfristig für sich zu beanspruchen und zu nutzen. 


Die Oger walzten in diesem Monat ebenfalls voran und meist in Richtung der Ebenen westlich der von ihnen gehaltenen Gebirgsregion. Der Fleischermeister Pein Schwackeheter attackierte eine Festung der Orks, konnte den Ork-Waaaghboss Gahrr XXX in einer von starker Magie geprägten Belagerung jedoch nicht besiegen und so zogen sich beide Kontrahenten schließlich mit ihren jeweiligen Armeen aus dem Territorium zurück und leckten ihre Wunden. Die Armee des Oger-Tyrannen Gornod Eisfelsen hingegen wurde beinahe gänzlich ausgelöscht, als sie in den Ebenen nahe der Sümpfe des Vergessens auf die untote Horde des Vampirfürsten Vigo Fariac traf. Die untote Horde wurde von den Ogern zwar auch bis auf den letzten Leichnam niedergemacht, konnte sich jedoch aufgrund der mächtigen Nekromantie ihres Anführers in kürzester Zeit wieder komplett regenerieren.


Neben dieser erwähnten Schlacht, in der die Armee von Vigo Fariac um groteske Geschöpfe in Form von Amalgamen aus wiedererweckten Gruftschrecken und Ogern verstärkt wurde, die sein loyaler Nekromant Frankenstein kreiert hatte, war auch der Ghul-König Urzen  überaus aktiv gewesen. Entgegen der Vorgabe des Vampirfürsten Frantisec Fariac war Urzen aus den östlichen Sümpfen in das Gebiet der Grünhäute eingedrungen und hatte ohne größere Aufwände sowohl die dort angerückte Armee des Gruftkönigs Karitamen geschlagen und zurückgedrängt als auch die ansässige Ork-Horde des Schwarzork-Waaaghbosses Mormett Hackpeltz ohne größere Verluste in alle Winde zerstreut. Damit nicht genug, hatten Urzen und seine Nekromanten mehrere Beingruben auf dem Schlachtfeld entdeckt, die unter anderem die Überreste der legendären Blutschwerter, der Leibwache Ushorans, des Vaters der Strigoi-Blutline, beinhaltete. Diese wurden schließlich mit Hilfe mächtiger Nekromantie aus ihren zerfallenen Gräbern erweckt und schlossen sich Urzen als legitimen Nachfahren und Blutsverwandten Ushorans an. 


Beinahe zeitgleich zu dieser ereignisreichen Dreiparteienschlacht zog Gruftkönig Amenemhetum an der Spitze seiner ruhmreichen Goldenen Garde  in die westlichen Bereiche der Sümpfe des Vergessens, doch keine feindliche Armee stellte sich ihnen entgegen oder hinderte sie am Eindringen. Die wenigen Ghule, die die Legion des Geierfürsten bemerkten, flohen augenblicklich tiefer in den Sumpf hinein. Letztlich war es aber auch diesen gegenüber Umwelteinflüssen verhältnismäßig resistenten Untoten nicht möglich, in dieser überaus unwirtlichen Gegend wirklich Fuß zu fassen und das Gebiet für sich zu beanspruchen. Womöglich würden es die Trockenperioden des nahenden Sommer für die Gruftkönige einfacher machen diesen Gebietsanspruch schließlich umzusetzen. Die Hohepriesterin des Todes Eutra’ta wiederum zog aus der Gebirgsregion namens Drachenrücken weiter im Norden direkt in das küstennahe Gebiet der Dunkelelfen und traf dort auf die Dunkelelfenstreitmacht von Ardulaz Kemsha. In einer überaus blutigen Auseinandersetzung konnte sich Eutra’tas Legion schließlich gegen die Elfenplünderer durchsetzen und die Reste der feindlichen Armee vom Schlachtfeld vertreiben. Eine vollständige Inbesitznahme des Territoriums blieb jedoch auch ihr verwehrt und so begnügte sich Eutra’ta mit der Plünderung des dortigen Magierturmes. 


Auch weiter im Osten hatten die Dunkelelfen kein Schlachtenglück. In die Zange genommen von gleich zwei Armeen des Imperiums wurden die Sklavenjäger der Dunkelelfen schließlich aufgerieben und zur Flucht gezwungen, nachdem ihre Kommandantin Erzzauberin Nathrae Kemsha von imprialen Truppen gefangengenommen wurde. Nur durch den späteren Einsatz einer khainitischen Todeshexe und ihrem Gefolge im Aufrag ihres Vaters Ardulaz, konnte Nathrae wieder aus den Händen des Imperiums gerettet werden, bevor ihr ein unrühmliches Schicksal zuteil geworden wäre. 


Das Imperium konnte somit seine Grenzen verteidigen und die Gebiete weiter konsolidieren. Großmeister Breithoff und Meisterzauberer Melitius trugen ihren Teil hierzu im Kampf gegen die Sklavenjäger der Dunkelelfen bei. Dazu gehörte, neben dem von Erz-Lektor Hassenstein angewiesenen Bau weiterer Minen, auch ein fortgesetzter Pakt mit den Zwergen von Barak Varr. König Logan Trotzberg konzentrierte sich mit seinem Wehrhaufen zwar zukünftig wieder alleinig auf den Krieg unterhalb der Düsterlande, aber das Imperium durfte von nun an mit seinen Armeen auf Ressourcen der Wehrstadt Barak Varr zugreifen.


Ende - Runde 3


Blau: Imperium
Grün: Ogerkönigreiche
Rot: Orks & Goblins
Türkis: Vampirfürsten
Gelb: Gruftkönige
Lila: Dunkelelfen

"Die Befreiung von Erzzauberin Zebeyana Kemsha" (Dunkelelfen vs. Imperium)

 

"Die Befreiung von Erzzauberin Zebeyana Kemsha" (Dunkelelfen vs. Imperium [Letztes Gefecht])


Schreckensfürst Ardulaz Kemsha wusste, dass er handeln musste. Die letzten Monate waren nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen und er hatte viel weniger Sklaven gefangen und viel mehr Gegenwehr erfahren, als er es erwartet hatte. Zudem hatten sich seine beiden Töchter als deutlich unfähiger erwiesen, als er es angenommen hatte. Seine jüngere Tochter Zebeyana hatte sich zu allem Überfluss auch noch von den Menschen gefangen nehmen lassen und so sehr er auch der Meinung war, dass sie diese Schicksal letztlich verdient hatte, musste er jedoch aus Stolz und aus Gründen der Gesichtswahrung vor seinem Gefolge handeln. Eigentlich war die Gefangennahme durch die profanen und primitiven Menschen sogar ein viel zu mildes Schicksal für Zebeyanas Versagen. Ardulaz wusste jedoch, wie er sowohl sein Gesicht wahren konnte als auch die Khainiten in seiner Gefolgschaft für den Moment zufrieden stellen konnte. Diese hatten nämlich die Unzufriedenheit über den Mangel an gefangenen Sklaven am deutlichsten vernehmen lassen und waren zudem auch die mächtigste und unabhängigste Fraktion seines Gefolges. Ardulaz befahl der Todeshexe und Hohepriesterin des Khaine in seinem Gefolge, seine Tochter Zebeyana aus den Händen der affenartigen Menschen zu befreien und versprach ihr zugleich, dass sie die Erzzauberin dann behalten könne und mit ihr verfahren möge, wie es ihr und ihren Jüngern beliebe…

Großmeister Breithoff hatte die gefesselte und geknebelte Elfenfrau von seinen loyalen Rittern in sein Zelt inmitten des Feldlagers bringen lassen. Für den Moment musste Breithoff jedoch mit seinen Beratern und dem Meisterzauberer Melistius Kriegsrat halten. Letzterer hatte wiederholt seine Bedenken über die Gefangennahme der Elfenzauberin zum Ausdruck gebracht und damit gedroht Lektor Hassenstein mit Protestnote Bericht zu erstatten. Breithoff hatte all diese Einwände jedoch geflissentlich ignoriert bzw. abgeschmettert. Im Anschluss an den Kriegsrat würde er sich endlich seiner schweren Rüstung entledigen und sich voll und ganz seiner in seinem luxuriösen Zelt befindlichen Gefangenen widmen. Die Nacht war bereits angebrochen und so lauschte Breithoff unkonzentriert wie Kampfpriester Peter von Hertenstein einen seiner inbrünstigen Monologe hielt, während  der ambitionierte Hauptmann Kaspar von Silenen erfolglos versuchte diesen wiederholt zu unterbrechen…


 

Die Todeshexe führte ihre Khainiten im Dunkel der frühen Nacht unbemerkt in das Feldlager der Menschen. An der Spitze ihrer Hexenkriegerinnen schlich sie durch das Lager geradewegs auf das größte und nach menschlichen Maßstäben opulenteste Zelt zu, welches von den kundschaftenden Schatten, die das Lager bereits am Vortag unbemerkt infiltriert hatten, nur für elfische Augen sichtbar markiert worden war. Die Menschen rechneten nach ihrem letzten Sieg offenbar nicht mit einem so schnellen wiederholten Auftauchen der Dunkelelfen und sie waren noch derart in Siegesstimmung, dass die Wachen mehr die Bierkrüge in ihren Händen bewachten als das Lager um sie herum. Selbst die schwer gepanzerten Henker, die die letzte Schlacht überlebt hatten und auf Rache sannen, konnten den Hexenkriegerinnen tief in das Lager folgen, ohne dabei bemerkt zu werden. Die Todeshexe verteilte die letzten Schlucke ihres anregenden Gebräus unter ihren Jüngerinnen und zog, wie auch ihr Gefolge,  ihre gezackten Langdolche. Der Überfall musste schnell und effektiv durchgeführt und die Erzzauberin innerhalb weniger Minuten befreit werden, ansonsten würde der Alarm das komplette Lager der Menschen mobilisieren und ein entkommen wäre für die Dunkelelfen unmöglich…



Der Hexenjäger bewegte  sich geräuschlos um das Zelt, in das Großmeister Breithoff die düstere Elfenzauberin hatte bringen lassen. Erz-Lektor Hassenstein hatte den berüchtigten Hexenjäger persönlich zum Kriegslager von Melistius und Breithoff beordert, damit er nach Ketzerei jeder Art Ausschau halten könnte. Die Nähe zu dem verfluchten Sumpf weit im Süden und der möglicherweise korrumpierende Einfluss der heidnischen Elfen im Westen war Hassenstein durchaus bewusst gewesen, so dass er einen seiner effektivsten und loyalsten Hexenjäger geschickt hatte. Kaum war dieser angekommen, so hörte er auch bereits, dass Großmeister Breithoff zum Unbehagen von Meisterzauberer Melistius eine Elfenzauberin zu seiner persönlichen Gefangenen gemacht hatte. Womöglich hatte sie den einfältigen Rittersmann mit ihrer Magie umgarnt und beeinflusst, dachte der zielstrebige Hexenjäger und zückte seine beiden mit gesegneten Kugeln geladenen Pistolen, während er leisen Schrittes auf den Eingang des Zeltes zuging. Er würde die Elfenzauberin dem reinigenden Feuer eines Scheiterhaufens übergeben, aber zuvor würde er ihr zwei vom Großtheogonisten persönlich gesegnete Silberkugeln direkt in die bleiche Brust und ihr schwarzes Herz schießen. Doch noch bevor er an den Wachen vorbei in das Zelt schlüpfen konnte, sah der Hexenjäger wie sich plötzlich unnatürlich grazile und zudem halbnackte Gestalten in hoher Geschwindigkeit aus dem Dunkel auf das Zelt zu bewegten und wie jenseits des Fackelscheins kaum vernehmbar das Klimpern von langen Kettenhemden zu hören war. „Alarm!“, brüllte der Hexenjäger und zielte ohne zu zögern mit seinen Pistolen auf die blutverschmierte Anführerin der nahenden Eindringlinge, während er ihr lauthals hasserfüllte Anschuldigungen entgegenschleuderte…

 


Die Menschen hatten sie letztlich entdeckt, aber erst als sie wenige Meter von ihrem Ziel entfernt waren. Die Wachen vor dem Zelt ergriffen ihre Speere und formierten sich hintereinander, um den anstürmenden Hexenkriegerinnen eine geringe Angriffsfläche zu bieten, während eine einsame Gestalt im Schatten seine Schwarzpulverwaffen in kurzer Folge auf die in vorderster Front befindliche Todeshexe abfeuerte. Eine Handvoll junger, adlige Pistolenreiter, die sich in unmittelbarer Nähe zum Zelt befanden und scheinbar gerade zu einem Erkundungsritt hatten starten wollen, schwangen sich alarmiert auf ihre Pferde. Sie ritten vor den anstürmenden Elfen zunächst davon, machten dann jedoch kehrt und schossen einen der sich im Dunkel von der anderen Seite nähernden Elfenkundschafter über den Haufen…



Die Pistolenkugeln pfiffen an der bleichen Wange der Todeshexe vorbei, als sie und ihre Schwestern sich auf die todesmutigen Wachen vor dem Zelt stürzten. Von der linken Seite griffen zudem die Henker mit gezogenen Draichs an und noch bevor die Wachen der Menschen ihre Speere senken konnten, waren sie bereits von einer Vielzahl von Klingen durchbohrt. Die Hexenkriegerinnen sprangen sogleich über die verstümmelten Leichen der Speerträger hinweg in Richtung Zelteingang, während die Henker noch ihre langen Schwerter aus den Leibern der Getöteten zogen und sich neu formierten…

 


Der Hexenjäger lud im Laufen seine Pistolen nach und steckte sie zunächst zurück in den Halfter, während er durch das Zelt hastete und schließlich den regungslosen Leib der Elfenzauberin fand. Diesen warf er sich schmucklos über die Schulter und schnitt mit einem gezielten Schwung seines Degens eine Hintertür aus dem Zelt. Der Templer des Sigmar spürte die verfolgenden Hexenelfen im Nacken und sprang nebst seiner wertvollen Fracht den Hang hinter dem Zeltplatz hinab, nachdem er zuvor noch eine Fackel auf Breithoffs Bettvorleger geworfen hatte. In den Augenwinkeln sah er, wie die in dunklen Umhängen gehüllten Elfen weiter entfernt zwei der mutigen Pistolenreiter, die versuchten diese aufzuhalten, mit präzisen Schüssen ihrer lautlosen Repetier-Armbrusten aus dem Sattel schossen…

 


Der Alarm ertönte mittlerweile überall im Lager und Soldaten jedweden Couleurs hasteten zu ihren Waffen. Die Todeshexe wusste, dass sie den schlüpfrigen Hexenjäger erwischen musste, bevor das gesamte Kriegslager alarmiert wäre und die komplette Armee der Menschen über sie hereinbrechen würde. Für einen Moment konnte sie den Menschen sehen wie er im Schein des mittlerweile lichterloh brennenden Zeltes versuchte seitlich an den Angreifern vorbei zu schlüpfen. Auch er sah die hinter ihm hersetzenden Elfen und feuerte erneut seine Pistolen in Richtung Todeshexe ab, bevor er die Richtung erneut änderte und wieder in Richtung des anderen Endes des Lagers lief. An diesem Ende versuchten die Reiter der Menschen die Schatten nunmehr in einen Nahkampf zu verwickeln, doch zogen sie hierbei den Kürzeren und zwei wurden vom Pferd gerissen, bevor ein Schatten von einem der beinahe panisch wiehernden Streitrösser in den Staub getrampelt wurde. Die verbliebenen zwei Reiter suchten ihr Heil in der Flucht, wurden jedoch nach wenigen Metern von zielgenau abgefeuerten Bolzen im Rücken erwischt und taumelten sodann tödlich getroffen von ihren Reittieren. Zufrieden darüber beorderte die Todeshexe ihre Henker dem Hexenjäger den Weg zu ihrer Linken abzuschneiden, während sie und ihre Bräute des Khaine sich weiter von rechts näherten...




Der Hexenjäger wusste, dass sich die Schlinge immer weiter um ihn zuzog und er vor den agilen Elfen nicht davon laufen konnte. Vor allem nicht mit seiner sperrigen Fracht, auf die es das unvermittelt aufgetauchte Überfallkommando augenscheinlich abgesehen hatten. Er müsste die Eindringlinge nur lange genug davon abhalten ihn bzw. seine Fracht zu erwischen, denn irgendwann würde das gesamte Lager das Feuer sehen und in Alarmbereitschaft versetzt sein. Er sprang bereits schwer atmend über die unbesetzte Artilleriestellung hinter dem brennenden Zelt, in der Hoffnung der stetig werdenden Umkreisung der düsteren Angreifer entgehen zu können. Das letzte was der Hexenjäger schließlich sah, waren die plötzlich weiter entfernt befindlichen Elfenkundschafter in ihren dunklen Umhängen und zwei schwarze Bolzen, die auf ihn zuschossen…

 


Mit einem beiläufigen Tritt entledigte die Todeshexe sich des von Bolzen gespickten Körpers des ihre Beute noch immer umklammernden Hexenjägers. Überall um sich herum im Lager der Menschen hörte sie alarmiertes Geschrei und viele Abteilungen von Soldaten rannten auf ihre Position zu. Mit einem kalten, hasserfüllten Lächeln in ihrem blutverschmierten Gesicht und einem Wink ihrer langfingrigen Hand befahl sie zwei der breitschultrigen Henker die gefesselte Elfenzauberin zu ergreifen und gemeinsam mit ihr aus dem Lager schnellstmöglich zu verschwinden. Ihrem Blutdurst zum Trotz entschwanden auch die Todeshexe und mit ihr alle Khainiten aus dem nunmehr in Aufruhr befindlichen Lager…

 


Großmeister Breithoff schrak hoch, als er das schrille Klingeln der Alarmglocke und das lauter werdende Geschrei von außerhalb des Zeltes hörte, indem gerade der Kriegsrat tagte. Eine Wache betrat mit besorgtem Blick das Zelt und berichtete von unbekannten Angreifern inmitten des Lagers und von einem Feuer an der Position, an der sich das Zelt des Großmeisters befand. Breithoff ergriff seine Runenklinge und gefolgt von seinen Beratern marschierte er aus dem Zelt. Das Lager war in heller Aufregung. Überall liefen zum Teil halb bekleidete Soldaten auf der Suche nach ihrem direkten Befehlshaber umher, während einige bereits versuchten eine etwas dilettantisch anmutende Feuerkette zu bilden, um das mittlerweile hell lodernde Feuer inmitten des Lagers zu löschen. Als sie den Großmeister mit gezogener Runenklinge durch das Lager rennen sahen, sprangen sie hastig zur Seite und rissen dabei den einen oder anderen Suppentopf und Waffenständer um. An seinem bereits beinahe komplett ausgebrannten Zelt angekommen, blieb Breithoff stehen. „Was für verderbte Magie“, murmelte er mit weit aufgerissenen Augen und drehte sich zu seinen Beratern, die ihm kaum hatten folgen können. „Das war keine Magie“, sprach Meisterzauberer Melistius und hob mit seinem Stab die Kapuze einer am Boden liegenden und dunkel gekleideten Leiche. „Vielmehr rachsüchtige Elfen…“  

Gornod (Ogerkönigreiche) vs. Vigo (Vampirfürsten)


Gornod (Ogerkönigreiche) vs. Vigo (Vampirfürsten) [Unerwartetes Aufeinandertreffen - E6]



Oger-Tyrann Gornod brüllte seine Horde wiederholt lauthals an und schwang seinen klobigen Hammer dabei bedrohlich über dem eigenen kahlen Haupt. Während sein Bruder und der Fleischermeister Pein sich um die Grünhautplage im Osten kümmerten, zog er weiter gen Westen in das Zentrum der Düsterlande. So düster fand Gornod die Düsterlande jedoch gar nicht, als ihm die abendliche Sonne von Westen her in sein eines verbliebenes Auge schien. Sein Magen knurrte. Es gab hier soweit das Auge blickte nichts Brauchbares zu fressen, bis auf die nervigen Fledermäuse vielleicht, die schon seit Tagen unablässig über Gornods Streitmacht kreisten. Aber diese waren trotz ihrer Vielzahl dürr und klein und darüber hinaus schwer zu erlegen, obwohl einige Gnoblars aus Gornods Streitmacht dennoch entschieden hatten, sie unentwegt, aber erfolglos, mit Schrott zu bewerfen. Der mumifizierte Skelett-König und seine nach Süden ziehende und aus blanken Knochen bestehende Streitmacht, die Gornod mit seiner Horde kürzlich passiert hatte, hätten auch nicht zu mehr als Zahnstochern dienen können. Zudem hatte sein bärtiger Bruder mit ihnen und den Menschen im Norden eine Art Allianz geschlossen, da sie sowieso nur schwer im Magen liegen würden und keinen echten Hunger stillen konnten. Es war schlicht kein Fetzen Fleisch mehr an ihnen dran, so dass Gornod sicher war, dass selbst Fleischermeister Pein kein Rezept für ihre Zubereitung parat gehabt hätte. Der Oger-Tyrann dachte, er würde sich vor Hunger schon Dinge einbilden, aber im Zwielicht der untergehenden Sonne war nun eine schwankende Horde halbverwester Gestalten zu erkennen, die sich auf ihn und seine Streitmacht zu bewegte. Besser als nichts, dachte Gornod und brüllte lauthals „Das Büfett ist eröffnet“, während er mit einem seiner wurstigen Finger in Richtung der sich nähernden und augenscheinlich feindlichen Armee deutete…
 
Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen


Die verhüllte Gestalt blickte unter ihrer Kutte hervor und beschwor in harten Silben und mit dem Schwenk einer von bleicher Haut umspannten Hand mehr und mehr Untote aus ihren Gräbern. Nach dem endgültigen Tod von Gashnag war es an ihr die Überreste der ungeschlagenen Armee des verblichenen Vampirfürsten anzuführen. Die Anweisung seines Meisters, des Vampirfürsten Frantisec Fariac, war eindeutig: Die Oger müssten in ihre Schranken gewiesen werden und ihr Eindringen abgewehrt werden. Frantisec Fariac selbst hatte die gesamte von ihm befehligte Armee verloren, nachdem er im letzten Monat im Kampf gegen die Gruftkönige kurzzeitig in das Reich des Chaos gestürzt war und die Reste seiner Horde in der Schlacht bis auf den letzten Leichnam ausgelöscht worden waren. Nun brütete er in seiner Festung in den Sümpfen des Vergessens, darum bemüht eine neue Streitmacht zu beschwören und Sorge zu tragen, dass die vielen Eindringlinge in sein Reich abgewehrt werden würden. Die Gruftkönige waren erneut im Westen in die Sümpfe eingedrungen und so gern Fariac sich auch an ihnen und ihrem Anführer gerächt hätte, war er doch zuversichtlich, dass selbst die untoten Legionen der Gruftkönige nicht in der Lage sein würden, in den Ghoul-verseuchten Sümpfen langfristig Fuß fassen zu können. Der Vampirfürst war fest davon überzeugt, dass die Armee der Gruftkönige schließlich unverrichteter Dinge würde abziehen müssen, ohne dass sie überhaupt in einer offenen Schlacht gestellt und besiegt werden müsste. Somit hatte er sich schließlich entschieden, dass vielmehr die anmaßenden Oger direkt angegangen werden sollten. Nicht nur, dass diese so dreist gewesen waren, einfach in sein Territorium einzudringen, sie hatten augenscheinlich vorher auch den schwer zu kontrollierenden Ghoul-König Urzen dazu gebracht, die Grünhäute anzugreifen, mit dessen minderbemittelten Anführer Fariac vor nur wenigen Monaten mühevoll eine Art Bündnis geschlossen hatte. In gestaltveränderter Form hatte der Vampirfürst die unübersehbare Streitmacht der Oger bereits ausgiebig ausgekundschaftet, so dass er und damit auch sein in dunkle Kutten gehüllter General, der von ihm entsandten Armee, ein genaues Bild über die Beschaffenheit der eindringenden Oger-Horde hatte…

Vampirfürst Vigo Fariac


Vampirfürst Vigo Fariac, Frantisec Fariacs jüngster Bruder im Blute, warf seine dunkle Kutte über die Schultern und hob sein bleiches, kahlköpfiges Haupt. Die Ogerhorde konnte er bereits seit Stunden wittern und er bleckte seine spitzen Fangzähne in freudiger Erwartung, ihr kräftiges Blut kosten zu können. Vigo war kein Feinschmecker und manch einer behauptete er wäre einem Vampir der Necrach ähnlicher, als derer aus der Linie von Carstein. Das kümmerte ihn jedoch kaum und er war noch immer freudig erregt, um der Tatsache, dass Frantisec ihm das Kommando über die Armee des verblichenen Schwächlings Gashnag übertragen hatte. Er hatte ihm zwar einen Wachhund in Form eines unerfahrenen und Frantisec überaus loyalen Vampirs mitgegeben, der noch immer die bretonische Rüstung und das verzauberte, einen Gral abbildende Schild seines früheren, sterblichen Lebens trug, aber dieser war nur ein minderer Lakai und weit entfernt von der Macht eines Fariac. Vigo kannte die genaue Position der Ogerhorde zu jedem Zeitpunkt und so nutzte er die Chance zu Beginn der Abenddämmerung, als die Oger sich in unmittelbarer Nähe zu dem Spukhaus befanden, welches durch die nekromantischen Künste der Vampirfürsten geschaffen worden war, um sie unerwartet attackieren zu können. Ghoule und Gruftschrecken stießen vorwärts in der raubtierhaften Gewissheit, bald Ogerfleisch kosten zu können…
 


Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen rieb sich die speckige Glatze, als er mehr und mehr bucklige Kreaturen aus dem Nebel näher kommen sah. Er zögerte nicht lange und gab seiner hungrigen Horde schließlich den Befehl, direkt auf die unvermittelt aufgetauchten Gegner zuzuhalten und sich Opfer nach Wahl zu suchen. Die Fallensteller der Gnoblars rannten in vollem Enthusiasmus vorwärts, um sich den für sie größten Gegnern in Form der Gruftschrecken todesmutig entgegenzustellen. Der Oger am Eisenspeier leitete den Rhinox seitlich an dem merkwürdig anmutenden Gebäude entlang, um ein freies Schussfeld auf den riesigen geflügelten Schatten dort hinter zu bekommen, während die Vielfraße ihre Pistolen zückten und eben jenes merkwürdige Gebäude kurzum betraten. Die Trauerfang-Kavallerie trabte mehr oder minder zielgerichtet Richtung eigene linke Flanke, während der Säbelzahn, der noch ein Geschäft zu verrichten gehabt hatte, hinter dem Eisenspeier erschien. Gornod und seine Eisenwänste machten sich schließlich kampfbereit und betrachteten ein wenig irritiert die Gnoblars, die ihnen so zielstrebig vor die Füße gelaufen waren. Der ungeduldige Feuerbauch hinter Gornod stieß daraufhin eine Faust in Richtung der Kreaturen, die etwa die Körpergröße der Eisenwänste hatten und steten Schrittes aus dem Nebel auf sie zu rückten, und schoss einen magisch hervorgerufenen Ball aus Feuer auf sie zu. Ein raues Flüstern im Nebel reichte jedoch aus, um den Feuerball im Nebel erlöschen zu lassen. Im Angesicht des näherkommenden Nebels und der sie begleitenden Geschöpfe, ließ der Feuerbauch noch ein Schild aus flackernden Flammen um die Einheit Eisenwänste entstehen. Dies hatte den erfreulichen Nebeneffekt, die Oger aufzuwärmen, denn die Temperatur war mit aufziehendem Nebel merklich gesunken. Die Vielfraße schlugen faustgroße Löcher in das marode Gebälk des Spukhauses und feuerten ihre langen Pistolen zielgenau auf den nun erkennbaren Vampirfürsten, der die massierten Ghoule anführte. Mit einem ohrenbetäubenden Knall übertönte schließlich jedoch der feuernde Eisenspeier noch das Knallen der Ogerpistolen sowie das unirdische Geheule der geisterhaften Erscheinungen aus dem Spukhaus, die über jeden in seiner Nähe und seinem Inneren herfielen…
 


Mehrere der durch die Pistolen abgefeuerten Projektile trafen Vigoüberraschend zielgerichtet in die Brust und für einen Moment lächelte der Vampirfürst unbeeindruckt ob dieses Versuches. Sein Lächeln verzog sich jedoch zu einer schmerzverzerrten Fratze, als er ein Brennen verspürte, welches über die Verbrennungen irdischen Feuers hinausging. Die Projektile waren zweifellos aus Silber. Der Vampirfürst konnte jedoch gerade so eben am Unleben festhalten, ohne dabei zu Staub zu zerfallen. Zu seinem Glück waren zudem mehrere Projektile an seiner Rüstung abgeprallt und hatten sein kaltes, für Silber verwundbares Fleisch nicht durchschlagen können. Ein markerschütterndes Kreischen ertönte zu Vigos Linken, als eine Salve aus Kanonenkugeln die verfaulten Schwingen der nahen Flederbestie durchschlugen. Noch im Kreischen erhob sich die Flederbestie getragen von ihren löchrigen Flügeln und stieß am Spukhaus vorbei im Sturzflug direkt auf den verursachenden Eisenspeier zu und landete direkt vor dem erstaunt blickenden Rhinox, der die massive Konstruktion zog. Zornerfüllt und seine Brust noch immer umklammernd befahl Vigo die ihn begleitenden Ghoule vorwärts, um die anmaßenden Oger im Spukhaus zu attackieren und in Stücke zu reißen, während er erste nekromantische Silben formulierte, um sich sowie die Flederbestie mit neuem Unleben zu erfüllen. Der niedere Vampir weiter zur Linken erblickte mit raubtierhaftem Kalkül die exponierte Flanke der winzigen Gnoblars vor sich, die wie von Wahnsinn getrieben übermütig in Richtung der Gruftschrecken gesprintet waren. Ihren Fehler bemerkten die Gnoblars sehr schnell, als nicht etwa die Gruftschrecken in ihre wohlplatzierten Fallen liefen, sondern sich mordlüsternde Ghoule ihnen von der Seite her näherten. Ihr einziges Heil in der Flucht suchend, liefen die Gnoblars, so schnell ihre kurzen Beine sie tragen wollten davon und durch die Beine der belustigten Eisenwänste. Die Ghoule hielten inne, als sie die weitaus größeren und schwerer bewaffneten Oger hinter den fliehenden Gnoblars zu Gesicht bekamen und feige wie sie waren, hielten sie sich frustriert zischend auf Abstand. Die Flederbestie kreischte und hieb mit ihren verwesten Klauen nach dem Rhinox und dem Eisenspeier, war jedoch nicht in der Lage das Konstrukt umzustoßen oder das zähe Zugtier zu verwunden. Das Rhinox war ebenfalls nicht in der Lage die Flederbestie zu verletzen oder zu vertreiben und das Gleiche galt für die überraschte Gnoblar- und Oger-Besatzung. Ghoule stürmten währenddessen kreischend das Spukhaus, dessen Geister rund um das merkwürdige Gebäude nach allem und jeden mit ihren insubstanziellen Waffen schlugen. Die Vielfraße waren genau darauf vorbereitet und erschossen und erschlugen über ein Dutzend der Angreifer, bevor diese in Überzahl einen der Vielfraße aus dem Gebäude schleifen und in einer Zurschaustellung blutiger Rachsucht bei lebendigem Leibe verspeisen konnten…
 


„Töte die Blutsauger und der Sieg ist Dein!“, hatte ihm der mumifizierte Skelett-König in kryptischen Worten geraten und zumindest soviel hatte Gornod sich merken können. Angesichts dessen führte der Oger-Tyrann seine Eisenwanst-Walze nicht etwas in die schwergewichtigen Gruftschrecken direkt vor sich, sondern in die zögerlichen Ghoule und ihren überraschten Vampir-Anführer sowie die nahen Sumpfzombies zu ihrer linken Flanke. Die Ogerwalze krachte mit voller Wucht in die Reihen der Untoten, so dass die Leichen nur so umher flogen. Die Trauerfang-Kavallerie setzte indes ihre Flankenbewegung fort und auch der einsame Säbelzahn suchte nach einem geeigneten Ziel, während nur noch einer der Vielfraße das Spukhaus lebend wieder in die Richtung verließ, aus der er ursprünglich gekommen war. Im Schatten des Spukhauses schmetterte die Flederbestie erneut ihre knochigen Klauen in den Eisenspeier und konnte ihn leicht beschädigen, während das mittlerweile schäumende Rhinox sein Horn in den untoten Leib der Flederbestie trieb. Die Eisenwänste begleitet von Gornod sowie dem Brecher mit dem Armeebanner und dem Feuerbauch richteten schließlich ein wahres Gemetzel unter den Ghoulen und Zombies an. Zwei der Eisenwänste fielen zwar den vergifteten Klauen der Ghoule zum Opfer, bevor sie ihre schweren Waffen im Handgemenge einsetzen konnten, aber Gornod und seine Begleiter hielten dennoch eine ausgesprochen blutige Ernte. Selbst der einsame Vampir war von der Wucht dieses Angriffes derart überrascht und überwältigt, dass er keinen der gewalttätigen Oger erwischen konnte und nur höchst selbst schmucklos in den Staub getrampelt und von Zentner schweren Leibern zerquetscht wurde. Die wenigen verbliebenen Zombies fielen leblos in sich zusammen und nur einige vereinzelte Ghoule flohen in den Nebel, bevor sich die Oger wild grölend den nur unweit entfernten Gruftschrecken zuwandten…
 


Das hatte sich Vigo Fariac eigentlich anders vorgestellt. Dass dieser aufmüpfige Jungvampir sein Ende gefunden hatte, geschah diesem in Vigos Augen zwar nur recht, aber dass dabei auch die halbe Horde der Untoten vernichtet worden war, passte Vigo weniger in den Kram. Endlich kamen die Vargheists hinter den kargen Tannenwäldern hervorgeflogen und richteten ihre hasserfüllten Augen auf das naheste Ziel in Form der Eisenwänste. Mit einem krächzenden „Tötet sie alle!“, und einem knochigen auf die Eisenwänste gerichteten Finger, befahl Vigo sie und die Gruftschrecken in den Kampf, während er selbst das nunmehr vakante Spukhaus betrat. Der Vampirfürst lief quer durch das baufällige Spukhaus und am anderen Ende angekommen, schoss er aus seinen Augen und durch eines der zerstörten Fenster einen kohärenten Strahl dunkler Magie auf den letzten verbliebenen Vielfraß, so dass blanke Knochen bei dem ernsthaft verletzten Oger zum Vorschein kamen. Er würde seine Rache noch bekommen, dachte Vigo Fariac, während sich seine eigenen Wunden langsam schlossen und sich zuvor erschlagene Ghoule um ihn herum erneut erhoben. Die Gruftschrecken sprangen auf Befehl ihres Meisters vorwärts und stießen inmitten der sich just neuformierten Eisenwänste. Die Pistolen des Oger-Tyrannen knallten und Projektile schlugen in fauliges Fleisch nur Momente, bevor die Gruftschrecken mit ihren vor dunkler Flüssigkeit triefenden Klauen nach den Eisenwänsten schlugen. Das vom Feuerbauch erneut manifestierte Feuerschild leuchtete flackernd auf, und einer der Gruftschrecken verging im reinigenden Feuer, während sich beide Seiten in einem engen und hartumkämpften Nahkampf wiederfanden. Die Flederbestie im Schatten des Spukhauses hob ihr skelettiertes Haupt und beehrte den Eisenspeier vor sich mit einem trommelfellzerreißenden Kreischen, so dass das Rhinox und der führende Oger betäubt zusammenbrachen und der einsame Gnoblar-Schrotter das Weite suchte. Mit einem achtlosen Stoß hob die Flederbestie das nun verlassene Gefährt um und begann mit einem gezielten Biss dem Rhinox das Blut auszusaugen. Die Reihen um Vampirfürst Vigo schwanden ebenfalls nach und nach, da die spektralen Klauen der Geister innerhalb des Spukhauses auch vor ihm und seinen Ghoulen keinen Halt machten. Einige der untoten Aasfresser fanden somit ein jähes und unerwartetes Ende. Der Brecher mit der Armeestandarte innerhalb der Eisenwänste pflanzte nun selbige in den Boden und hob mit seiner Keule einen der Gruftschrecken prunklos zu Boden, so dass der Feuerbauch eben diesen Gruftschrecken mit seinem langen Hammer zerschmettern konnte. Viele der deformierten Kreaturen konnten ihre anderweitig erlittenen Wunden aufgrund der düsteren sie am Unleben haltenden Nekromantie jedoch sofort regenerieren. Zwei weitere Eisenwänste fielen wiederum den scharfen Klauen und dem Gift der untoten Geschöpfe zum Opfer, so dass dieser hart umkämpfte Nahkampf zunächst ohne eindeutigen Sieger blieb…
 


Die Gnoblars flohen weiterhin wild kreischend vom Schlachtfeld, während der schwerverletzte Vielfraß Abstand zum Spukhaus zu erreichen versuchte. Die Trauerfang-Kavallerie schwang nunmehr herum und griff die von Vigo angeführten Ghoule innerhalb des Spukhauses an, währenddessen der Säbelzahn an dem Gebäude herum pirschte. Der Feuerbauch inmitten des wilden Nahkampfes mit den Gruftschrecken manifestierte erneut sein Flammenschild und widmete sich dann dem direkten Handgemenge der sich lichtenden Reihen. Die abgesessenen Trauerfang-Kavalleristen stoben geradewegs in das Spukhaus, als die ihn bewohnenden Geister aufgrund der sich nun ballenden nekromantischen Magie, ausgelöst durch den Vampirfürsten Vigo Fariac, Amok liefen. Der verletzte Vielfraß konnte nicht schnell genug laufen und wurde durch die spektralen Gestalten eingeholt und getötet, ebenso wie die sich gerade am Blut des Rhinox labende Flederbestie. Inmitten der marodierenden Geisterschwärme tobten gleichzeitig die von ihren loyalen Trauerfängen getrennten Oger durch das Gebäude und töteten eine Vielzahl der sich ihnen entgegenstellenden Ghoule. Erst als Vigo Faraic von seinem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Fenster abließ und einen der auf ihn siegesgewiss zustürmenden Oger in der Mitte durchteilte, brach der andere seinen Angriff ab und schwang sich aus dem Gebäude und zurück auf sein Reittier. Der Oger-Tyrann Gornod schlug mit den nunmehr blutverschmierten Griffen seiner mittlerweile leer geschossenen Pistolen währenddessen auf die überaus widerstandsfähigen und sich beständig regenerierenden Gruftschrecken ein und der Brecher an seiner Seite tat selbiges, während er Schlag um Schlag der Gruftschrecken mit seiner blutverschmierten Eisenfaust zu parieren versuchte. Die unablässigen Schläge der Gruftschrecken verwundeten den Brecher und töteten den Eisenbart als letzten seiner Einheit, derweil der Feuerbauch die Gruftschrecken mit seinem flammenden Atem und seinem schwingenden Hammer auf Distanz hielt, ohne dabei jedoch ernsthaften Schaden zu verursachen. Das Flammenschild hatte hingegen erneut seinen Soll erfüllt und einen der angreifenden Gruftschrecken endgültig verzehrt und in einen Haufen Asche verwandelt und auch die unablässigen Hiebe der verbliebenen Oger kosteten einer Kreatur das untote Dasein…
 


Gornod Eisfelsen erblickte plötzlich unvermittelt zu seiner Linken, wie weitere in seinen Augen stark missgebildete Gestalten in der Größe von Ogern auf ledrigen Flügeln angeflogen kamen und sich mit fletschenden Zähnen auf ihn stürzten. Hinter den mit Klauen nach ihm schlagenden Gruftschrecken konnte er zudem noch erkennen, wie der Vampiranführer und seine Ghoule aus dem maroden Spukhaus schlichen und ebenfalls auf ihn und den Rest seiner Einheit zuhielten. Die einzige Verstärkung auf die Gornod hoffen konnte, war der vereinzelte Trauerfang-Kavallerist, denn die feigen Gnoblars flohen unverändert in Richtung Heimatland. Das magische Feuerschild des Feuerbauches flackerte auf, als sich die vampirischen Vargheists von der Flanke her auf Gornod stürzten, so dass einer der ihren in einem hellen Flammenschein kreischend verging, bevor seine klauenbewährten Füße überhaupt den Boden berührt hatten. Auch das faulige Gewebe der Gruftschrecken verbrannte vielerorts durch das magische Feuer und der Geruch von Moder gemischt mit verbranntem Fleisch erfüllte die Luft um die Kämpfenden. Gornod Eisfelsen schlug einen verletzten Gruftschrecken mit einer zur Keule umfunktionierten Ogerpistole zu Boden. Die Pistole des Oger-Tyrannen zerbrach dabei ebenso wie der massive Schädelknochen des untoten Aasfressers. Kurze Zeit später bearbeiteten auch schon die beiden verbliebenen Vargheists Gornod mit ihren rasiermesserscharfen Klauen und schnitten dabei problemlos durch seine schwere Kettenrüstung und seine verbeulte Wanstplatte. Zu allem Überfluss stürzte sich dann auch noch erneut ein Gruftschrecken frontal auf Gornod und dieser konnte das vor Geifer triefende Geschöpf in Folge nur mit größter Mühe von sich abschütteln. Schwer verletzt und keuchend sah Gornod, wie es seinen Mitstreitern kaum besser erging. Der Feuerbauch konnte die deformierten Kreaturen mit weiten Schwingen seines brennenden Hammers zwar einigermaßen auf Distanz halten, da diese sein Feuer zu fürchten schienen, aber der Brecher, der das Armeebanner des Eisfelsen-Stamms hielt, wurde bei der Verteidigung dieser Standarte hart angegangen und konnte sich nur mit Mühe der vielen zähen Angreifer erwehren…
 


Mit Hilfe seiner mächtigen Nekromantie rief Vigo Fariac mehr und mehr Ghoule an seine Seite und senkte seinen morlüstigen Blick auf die letzten verbliebenen Oger, die verzweifelt versuchten sich ihrer etwa gleichgroßen Widersacher zu erwehren. Der Oger-Tyrann stand zwar mittlerweile auf einem kleinen Hügel ausgeweideter Leichen beider Seiten und war umgeben von einem Schild magischen Feuers, aber Vigo konnte erkennen, dass er, trotz seiner fulminanten Körperkraft und Widerstandsfähigkeit, dennoch eine sterbliche Kreatur aus Fleisch und Blut war und langsam begann, unter den unablässigen Schlägen der untoten Monstrositäten vor und neben sich zu ermüden. Vigo steuerte weiter auf diesen nunmehr schon äußerst langandauernden Nahkampf zu und sah schließlich, wie der Oger-Tyrann mittlerweile entwaffnet noch einem der Vargheists mit brachialer Gewalt ein Flügel aus dem Gelenk riss, bevor er unter einer Menge von Leibern und Klauen zu Boden gerissen wurde und sein fulminantes Kampfesgebrüll letztlich verstummte. Dieser Umstand rief jedoch die letzten Kräfte des an seiner Seite stehenden Brechers und Feuerbauches auf den Plan und so vertrieben diese die verbliebenen Gruftschrecken und Vargheists mit Feuer und Ogerkeule. Vigo betrachtete diesen Umstand mit erhobener Augenbraue. Eine derartige Wendung der Dinge hatte er nicht erwartet. Das Feuer des barfüßigen Oger-Magiers hatte sich als erschreckend wirksam gegen die Geschöpfe des Vampirfürsten erwiesen und Vigo erkannte, dass es nun an ihm und seinen verbliebenen Ghoulen war, die Oger ein für alle Mal auszulöschen…
 


Die wild kreischenden Gnoblars hatten sich am Rand des Schlachtfeldes mittlerweile gesammelt. Möglicherweise hatte das verstummte Gebrüll ihres Tyrannen sie zur Räson bringen lassen. Der vereinzelte Trauerfang-Kavallerist nahe dem Spukhaus ritt langsam an dem unheimlichen Gebäude vorbei, während er versuchte, mit wirkungslosen Schwüngen seiner Waffe sich der ihm unentwegt nähernden Geister zu erwehren. Der einzelne Säbelzahn auf der anderen Seite des Spukhauses schnappte ähnlich erfolglos nach den ätherischen Geistwesen. Vigo Fariac und seine Ghoule stürzten sich schließlich fauchend und die Zähne fletschend auf den Brecher und den Feuerbauch. Diese ignorierten zunächst die vielen Ghoule, die nach ihnen griffen und rissen, und versuchten sich den Vampirfürsten zu schnappen und zu zerschmettern. Schließlich hatte dies zu Beginn der Schlacht mit dem niederen Vampir erstaunlich gut funktioniert. Doch Vigo Fariac war aus einem anderen Holz geschnitzt und kein Frischling wie der unerfahrene Lakai von Frantisec. Mit blitzschnellen Bewegungen, denen kaum ein Auge folgen konnte, wich er den plumpen Versuchen der beiden Oger aus und schwang sein Zweihänder in hohem Bogen gegen die erfolglosen Angreifer. Schwer verletzt taumelten der Brecher und der Feuerbauch zurück, bedrängt von einem rasenden Vampir und umringt von hungrigen und geifernden Ghoulen. Dennoch hielten sie wacker stand, um ihren gefallenen Tyrannen nicht dieser hungrigen Meute wilder Aasfresser zu überlassen…
 


Froh aus dem Wirkungsbereich des Spukhauses gekommen zu sein, preschte der Trauerfang-Kavallerist in die Flanke der Ghoule, die sich im Nahkampf mit dem Brecher und dem Feuerbauch befanden. Der Säbelzahn kam ebenfalls angewetzt und sprang dem hintersten Ghoul direkt in den Rücken, so dass er diesen problemlos mit einem gezielten Nackenbiss töten konnte, bevor seine Brüder über den Säbelzahn herfielen und ihn genüsslich ausweideten. Der Trauerfang pflügte von der Seite her durch die vordersten Ghoule und erlegte mehrere von ihnen mit gezielten Hieben seiner Stoßzähne, während der ihn reitende Oger seine Ogerkeule von einer Seite zur anderen schwang. Die Versuche des Brechers den Leib seines Tyrannen sowie das Armeebanner und sein eigenes Leben zu schützen, fanden schließlich ein jähes Ende, als er von Ghoulen überrannt und in blutige Stücke gerissen wurde, nachdem er von der Klinge Vigo Fariacs bereits durchbohrt worden war. Dem Feuerbauch erging es kaum besser und das Feuer in seinen Augen erlosch mehr und mehr, während Ghoule ihn von allen Seiten mit ihren vor Gift triefenden Klauen bearbeiteten. Zwar konnte er und auch der verblichene Brecher vor ihm noch eine Mehrzahl der Ghoule um sie herum zerschmettern, aber aufgrund der düsteren Anrufungen des Vampirfürsten in ihren Reihen wurden viele der erschlagenen Ghoule kurzum wieder zu neuem Unleben erweckt…



Schließlich erlag auch der Feuerbauch den steten Angriffen der immer wieder erneut beschworenen Ghoule und Vigo Fariac wandte sich dem um sich schlagenden Trauerfang-Kavalleristen zu, der ihm schon innerhalb des Spukhauses nachgestellt hatte. Dieser verkaufte sein Leben als letzter Oger auf dem Schlachtfeld teuer und erschlug alle verbliebenen Ghoule um den Vampirfürsten herum, die nicht vorher von den Tatzen und Zähnen seines treuen Trauerfanges zerfetzt worden waren, um dann zielgerichtet auf den einsamen Vampirfürsten zuzuspringen. Vigo Fariac sah den monströsen Trauerfang und seinen Ogerreiter wie in Zeitlupe auf sich zufliegen. Diese ganze brachiale, lebendige, zentnerschwere Gewalt stieß auf ihn zu und Vigo Fariac stand einfach bewegungslos da und starrte der Kreatur in die Augen. Ein beiläufiger Schritt zur Seite, ein Schwung seines Großschwertes und das wieder in die Scheide einführen des Schwertes in einer einzigen fluiden Bewegung, die nicht mehr als das Zehntel einer Sekunde gekostet hatte, und Trauerfang sowie Ogerreiter fielen noch in der Luft befindlich in je zwei Teile gespalten dumpf auf den Boden auf. Der Vampirfürst lächelte grimmig und leckte sich über die Fangzähne, während er seine Kutte wieder enger schnürte und die Kapuze über seinen kahlen Kopf warf...


Der Mond war bereits hell erleuchtet am Firmament zu erkennen und außer Vigo Fariac waren nur noch wie irrsinnig kreischende Gnoblars auf dem Schlachtfeld zu sehen. Doch so sollte es nicht bleiben. Der Sieg gehörte den Vampirfürsten und Vigo Fariac begann, mit tief intonierter Stimme Worte der Beschwörung zu formulieren. Überall um sich herum regten sich die Gebeine der Gefallenen von beiden Seiten. Eine Vielzahl der Gruftschrecken war jedoch stark verbrannt und daher auf nekromantischem Wege schlicht nicht wieder zu erwecken. Mit seinen obsidianfarbenen Augen, in denen sich das grelle Mondlicht gelblich spiegelte, erblickte Vigo Fariac jedoch die vielen muskulösen Gliedmaßen der erschlagenen Oger und eine morbide Idee entwickelte sich in seinem untoten Gehirn, während er sich am tiefroten und hitzigen Blut des erschlagenen Feuerbauchs labte. Er würde neue, bessere und viel schnellere Grutschrecken aus Teilen der Überreste der Oger kreieren… 

Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen keuchte, als er den Rand vom nahen Nadelwald erreicht hatte. Sich von dem Berg toter Leiber, Oger wie untoter Abschaum, zu befreien, hatte Gornod die letzten seiner immensen Kräfte gekostet. Er hatte den Großteil eines erschlagenen Gruftschreckens verspeisen müssen, um überhaupt freikommen zu können. Er schwor sich, in Zukunft nie wieder Aas zu fressen und nur noch lebendiges Fleisch zu verzehren, denn alleine der Geruch von Aas erzeugte nunmehr heftige Übelkeit in ihm. Und so ließ er das schwache Glimmen um das Spukhaus und die düstere beschwörungshafte Stimme in ihrer Nähe hinter sich und stampfte zurück in Richtung des weit entfernten Hauptlagers der Oger im Nordosten, während er die weiter entfernten Gnoblars wie von Sinnen lachten hören konnte…

Pein (Ogerkönigreiche) vs. Gahrr (Orcs&Goblins)


Pein (Ogerkönigreiche) vs. Gahrr (Orcs&Goblins) [Belagerung + Sturm der Magie - H6]


Fleischermeister Pein Schwackeheter spürte es tief in seiner voluminösen Magengrube noch bevor er die fliegende Festung am Horizont über das Territorium der Oger fliegen sah. Es musste sich dabei um die legendäre Fliegende Speisekammer aus seinen Visionen handeln, dachte der Fleischermeister und befahl seinen Pilgern sogleich, dass sie ihr schnellstmöglich folgen würden. Je näher er ihr kam, desto stärker spürte Pein die Präsenz des Schlundes in den Untiefen seines Wanstes. Dennoch wusste Pein nicht, wie er diese Fliegende Speisekammer erreichen sollte. Weder die Harpunen seiner Jäger, noch eine Gnoblar-Leiter aus den Leibern seiner winzigen Dienerschaft schienen soweit in die Höhe zu reichen. Dafür berichteten ihm seine Spähgnoblar wenig später, dass sie in unmittelbarer Nähe eine Festung der Grünhäute entdeckt hatten. Vielleicht könnte er von den Mauern der Ork-Festung die Fliegende Speisekammer erreichen, dachte Pein und rieb sich sein speckiges Kinn. Und wenn nicht, so seine vom unentwegten Hunger geprägten Gedanken, dann hätten seine Oger und er zumindest Spaß mit den Grünhäuten aus der Burg. Kaum war die krude Festung der Orks in Sichtweite, da war auch wieder die Fliegende Speisekammer am Horizont zu sehen und der felsige Boden um sie herum begann sich aufzutürmen, als hätte auch die Natur selbst ein Interesse die Fliegende Festung zu erreichen. Pein brüllte lauthals den Befehl zum Angriff, so dass sein Nasen-Gnoblar Popel wild am Riechkolben des Fleischermeisters hin und her baumelte und abzustürzen drohte. Die Not des winzigen Gnoblars ignorierend, schwang sich Pein überraschend geschickt auf einen nahen sich auftürmenden Geröllberg, während seine Armee in Richtung Ork-Festung stampfte und die ersten Grünhäute auf den Mauern der Festung zu erkennen waren…

 
Fleischermeister Pein Schwackeheter



Ork-Waaaghboss Gahrr XXX humpelte wild schnaubend über die Palisade der Ork-Festung, die er soeben mühevoll in seinem neuen tiefergelegten Streitwagen erreicht hatte. Er hatte auf dem Weg quer durch die Düsterlande bereits wieder eine beträchtliche Zahl Orks um sich geschart, denn sein Ruf einen Riecher für ordentliche Prügeleien mit den Menschen zu haben, hatte sich mittlerweile in den gesamten von Orks bevölkerten Düsterlanden rumgesprochen, so dass sich ihm nach wie vor ein Grünhaut-Stamm nach dem anderen anschloss. Seit dem kleinen Unfall mit seinem alten Streitwagen spürte Gahrr XXX jedoch das erwartungsfrohe Jucken in seinen Zeh nicht mehr so richtig und dieser Umstand ließ den Waaaghboss wenig begeistert gegen die maroden Zinnen der Festung treten. Für die Erkenntnis, dass es bald eine zünftige Schlacht geben würde, war das Jucken in seinem Zeh aber aktuell auch gar nicht notwendig, denn von der Palisade aus waren die massigen Leiber der Oger am sturmumtosten Horizont gar nicht zu übersehen. Endlich einmal würdige Gegner dachte Gahrr, während er sich missmutig an seinen letzten Rückschlag gegen die Menschen, die sich weit im Norden in einem Wachturm verkrochen hatten, und an den vermaledeiten Hassenstein erinnerte. Heute würde sich der Waaghboss den dicksten Oger schnappen und im Zweikampf unangespitzt in den Boden rammen, sonst möge er nicht mehr Gahrr XXX heißen...

Ork-Waaaghboss Gahrr XXX



Die Belagerung der Ork-Festung dauerte nun schon mehr als eine Woche an. Die kontinuierlichen Ausfälle der vereinzelten Wildschweinreiter und Streitwägen hatten den Bau von Belagerungsgerät der Oger im Keim erstickt. Aber Pein Schwackeheter hatte auch ganz andere Pläne, nachdem er im Angesicht der ständigen Ausfälle eine Rhinox-Karawane aus Schrottschleudern und Eisenspeiern gen Heimatfront gesandt hatte. Seit Tagen gruben sich bereits dutzende Gnoblars durch das Erdreich in Richtung Ork-Festung, mit dem Ziel die eine oder andere Mauer durch eine gezielte Unterminierung einreißen zu können. Pein und sein von Kometen und Himmelskörpern besessener Fleischergeselle sowie der hitzköpfige Feuerbauch hatten sich bereits ausgiebig mit den Ork- & Goblin-Schamanen innerhalb der Burg duelliert. Von einer einsamen bretonischen Gralskapelle abgesehen, war aufgrund der hervorgerufenen magischen Zerstörungskraft nunmehr auch die gesamte Landschaft um die Burg herum verwüstet. Die Fliegende Festung schwebte nach wie vor über die Köpfe der Kontrahenten und wühlte zudem den Erdboden mit Blitzen magischer Energie auf. Die Oger hatten vor einigen Tagen erneut, wie schon Gurrut vor wenigen Monaten in den nahen Bergen, Verstärkung durch den enigmatischen Fimir-Fluchunhold erhalten. Weiterhin war Pein in der Lage gewesen einen Mantikor unter seine Kontrolle zu bringen, der zuvor tagelang die Fliegende Festung umkreist hatte. Die gegnerischen Grünhäute hatten in der Zwischenzeit jedoch auch magische Unterstützung erhalten. Ein nie zuvor gesehener einäugiger Troll-Schamane überzog die Landschaft mit für Grünhäute untypischer Magie, während ein düsterer geflügelter Schatten nebst untersetztem Reiter aus dem Erdreich hervorgebrochen war und mit maligner Intelligenz und Zauberkraft Tod und Verderben verbreitete. Mit einem Mal sackte der Boden und mit ihm die komplette Mauersektion rechts der Torsektion der Burg mittig ab. Die unzähligen Gnoblars hatten also teilweise Erfolg gehabt und Pein nutze diesen Monet der Konfusion bei den Grünhäuten und diese Bresche in ihrer Verteidigung, so dass er ohne zu zögern zum alles entscheidenden Sturmangriff brüllte…



Gahrr XXX sah zu seiner Linken, jenseits des pilzbehangenen Turmes des irren Ork-Schamanen, wie das Mauerwerk der Festung genau an der Stelle nachgab und zu Boden sackte, an der er vor einigen Tagen energisch gegen die Zinnen getreten hatte. Er hatte schon immer einen kräftigen Tritt gehabt, dachte Gahrr, während er sich mit seinem Spalta am Kopf kratzte und den schwärzlichen Zementstaub unter seinem Zeh betrachtete, aber derart gewaltige Auswirkungen hatte er sich eigentlich nicht zugetraut. Als hätten die Oger genau auf diesen Moment gewartet, walzten sie unisono auf die Festung der Orks zu. „Na endlich“, dachte Gahrr, „das wurde auch Zeit“. Dem Ork-Waaaghboss war schon langweilig geworden und ihm waren auch die Wolf- und Wildschweinreiter sowie alle Streitwägen bis auf seinen eigenen ausgegangen, um die Oger direkt angehen zu können. Mit lautem Gebrüll befahl er den Goblins an den Kriegsmaschinen das Feuer zu eröffnen. Genaugenommen waren diese die einzigen Goblins, die in den letzten Tagen nicht von den hungernden Orks aufgefressen worden waren, denn Gahrr hatte all jene Orks, die sich der Besatzung der zur Verteidigung wichtigen Kriegsmaschinen  hungrig genähert hatten, selbst kurzum erschlagen und zum Verzehr freigegeben. Die Kamikazekatapulte und Goblin-Speerschleudas töteten direkt zwei der sich nähernden Eisenwänste und auch der Fleischermeister, der die Horde anführte, wurde von einem Speer der Goblin-Speerschleuda, nebst aufgespießtem Eisenwanst, in den eigenen Wanst gekniffen. Selbst das Donnerhorn brüllte ungeniert auf, als ihm ein Kamikazegoblin auf den Schwanz plumpste…




Pein und seine Eisenwänste näherten sich nur bedächtig der Torsektion der Grünhaut-Festung, während neben ihnen das Donnerhorn langsam vorwärts stampfte und eine Frostsphäre über die Köpfe der Schwarzorks auf der Mauer schleuderte. Die vielen dutzend Gnoblars, die rund um die Festung verteilt waren und zum Teil schlagartig aus Erdlöchern strömten, stürzten auf selbige zu, aber nur ein Trupp schaffte es schnell genug zur Festung. Sie erklommen über die Seile geworfener Kletterhaken einen von einer Goblin-Speerschleuda besetzten Turm, während ihnen Steine, geworfen von der Besatzung, entgegenregneten. Pistolenschüsse knallten zu Peins rechter Flanke, als die Vielfraße erfolglos ihre Pistolen auf den Troll-Schamanen auf dem vor ihnen befindlichen arkanen Fokus entluden. Der Mantikor schoss ebenfalls auf ledrigen Schwingen getragen vorwärts, während ein einsamer Säbelzahn in Richtung Tor voranpirschte. Ein einzelner degenerierter Verschlinger tauchte zudem innerhalb der Festung auf und bedrohte den Rücken der Verteidiger sowie den einsamen Goblin-Schamanen auf seinem arkanen Fokus.




Das Abwehrfeuer der Kriegsmaschinen war gerade verstummt, als der durchtriebene Gahrr XXX seinen gerissenen Plan umzusetzen bereit war. Die Oger näherten sich in den Augen des Ork-Waaaghbosses ausgesprochen langsam der Festung, aber er würde ihnen eine gebührende Begrüßung durch die wild gewordenen Kettensquigs zuteil werden lassen. Gerade als er seinen Ork-Untertanen entgegenbrüllte, dass sie das Tor für die besagten Kettensquigs öffnen sollten, schossen eine Unzahl von Feuerbällen auf die von ihnen besetzte Torsektion zu. Der halbnackte Oger auf dem nahen Fokus war umgeben von hell lodernden, orangefarbenen Flammen und wurde getragen von einer tiefroten Flammensäule, die Funken sprühte, als er mit wirbelnden Handbewegungen glühende Feuerkugel um glühende Feuerkugel der Festung und seinen Besatzern entgegenschleuderte. Der Ork-Schamane im nahen Turm kreischte, während er tanzenderweise bemüht war, eine übergroße grüne Klaue oberhalb der Festung zu manifestieren, die Feuerball für Feuerball mit den Fingern selbiger davon schnippte. Der brandgefährliche Oger hielt jedoch nur kurz inne und ließ einen weiteren einzelnen funkensprühenden Feuerball auf die Torsektion zuschießen, während sich die orkige Klaue bereits auflöste. Diesmal griff jedoch der kleine Goblin-Schamane lauthals ein und las von einer verzierten Squighaut vor. Der Feuerball verwandelte sich daraufhin kurz vor dem eigentlichen Aufprall in einen Pilzregen, der auf die Schwarzorks und Gahrr niederging, aber bei ihnen nicht mehr als kurze Verwunderung auslöste…



Pein fluchte, als er sah, dass die Versuche des Feuerbauchs nicht von Erfolg gekrönt waren. Der Fleischermeister griff nach dem Trollgedärm aus seinem Beutel und schlang einen kräftigen Bissen hinunter, während er mit Kaugeräuschen untermalte Gebete an den Schlund murmelte. Seine eigene durch die Goblin-Speerscheluda verursachte Verletzung heilte sofort und auch die Eisenwänste um ihn und das nahe Donnerhorn schienen spontan regenerative Kräfte zu entwickeln. Der Fimir-Fluchunhold auf dem arkanen Fokus zur Rechten wiederum saugte die Winde der Magie in sein überdimensioniertes, gelblich leuchtendes Auge und übergoss die Goblin-Speerschleuda auf dem höchsten Punkt der Torsektion mit einem mystischen Miasma. Der Fleischergeselle auf dem weiter entfernten Fokus zur Rechten kontemplierte währenddessen gedankenversunken und mit starrem Blick gen Himmel gerichtet und ließ schließlich einen wirbelnden Schneesturm über dem Turm mit den Ork-Bogenschützen entstehen. Die Gnoblars zur Linken waren von weitaus mehr Aktionismus getrieben. Flink wie kleine Wiesel kletterten sie den maroden Turm hinauf und nur einer der ihren flog wieder hinab, als er von einem geworfenen Stein der Besatzung der Goblin-Speerschleuda getroffen wurde. Die restlichen Gnoblars erreichten die Zinnen und versuchten die dort befindliche Geschützmannschaft zu erledigen, wurden jedoch zurückgetrieben, nachdem ein Gnoblar und ein Goblin in inniger Umarmung und mit dem Gekreische ähnlich eines Kamikazegoblins vom Turm purzelten…



Die Kettensquigs stürzten wie von Sinnen aus dem Tor auf die sich nähernde Ogerhorde zu, während Gahrr entschied, den Turm, der gerade von den lästigen Gnoblars bestürmt worden war, mit seiner Präsenz gegen jeden weiteren Ansturm zu schützen und die kreischende Goblin-Besatzung aus nächster Nähe mit harter Hand anzuweisen. Das Kreischen des Schamanen in seinem Rücken war jedoch noch fulminanter, als dieser versuchte den monströsen und auf ihn zusteuernden Verschlinger mit Hilfe seiner Waaagh-Magie und der Hand von Mork selbst im Kreis zu drehen. Der Ork-Schamane in seinem Turm nahm hingegen Gorks Hand zu Hilfe und gab den Kettensquigs einen kräftigen Schubs nach vorne, so dass diese beinahe schon in die etwas überrascht dreinblickenden Eisenwänste gekracht wären. Der Troll-Schamane wiederum benutzte seine Schattenmagie, um die bullig anmutenden Vielfraße, die vor ihm auf ihn zu steuerten, zu entkräften. Die Todesmagie des schattenhaften Lammasu aus der Tiefe wurde ebenfalls gewirkt, jedoch konnte der Mantikor diesen mentalen Angriff unbeschadet überstehen und im nahen Fluss landen. Gahrrs Brüllen übertönte noch das Kreischen des Goblin-Schamanen und die Besatzungen der Kriegsmaschinen nahmen diesen augenscheinlichen Befehl und das Fuchteln des Ork-Waaaghbosses mit seinem Spalta als Befehl wahr, das Feuer auf den nahen flammenschlagenden Oger zu konzentrieren. Aufgrund des Miasmas fiel dies der einen Goblin-Speerschleuda schwer, aber nach dem Beschuss des Kamikazekatapults und der abgefeuerten Speere, hielt sich der Feuerbauch nur noch gerade so eben und schwer verwundet auf seinem brennenden Fokus…



Fleischermeister Pein verlies die Einheit Eisenwänste im Angesicht der auf sie zusteuernden Kettensquigs, marschierte auf die Deckung der einsamen Gralskappelle zu und wies den dortigen einsamen Säbelzahn mit einem einfachen „Fass!“ an, die Kettensquigs aufzuhalten. Ein beherzter Sprung von selbigem an die Kette zwischen den unter Drogen gesetzten Squigs führte zu einem Massaker, bei dem selbst der hartgesottene Pein eine speckige Augenbraue hob. Das Donnerhorn nutzte die freie Bahn und trampelte auf die von den Schwarzorks gehaltene Torsektion zu, verhedderte sich jedoch in den herumfliegenden und herumliegenden Kettenelementen der Überreste der Kettensquigs und kam zum stehen, ohne das eigentliche Ziel zu erreichen. Der verletzte Feuerbauch versuchte erneut seine Feuermagie zu wirken, war aber derart geschwächt nicht in der Lage irgendwelchen Schaden zu verursachen. Der Fimir-Fluchunhold wirkte weiter seine Fluchzauber und der Fleischergeselle auf dem weiter entfernten Fokus studierte nach wie vor die Konstellation der Himmelskörper und sorgte somit als eine Art Medium für einen günstigen Verlauf der Winde der Magie für die Magiewirker der Oger-Horde. Die entkräfteten Vielfraße stürzten auf den Trollschamanen zu, so dass ihr Hauptmann dort angekommen seinen Anker als Kletterhaken erstaunlich treffsicher auf die Spitze des arkanen Fokus schwingen und verankern konnte und diesen trotz Entkräftung geschwind erklimmen konnte. Bevor der Troll-Schamane auch nur reagieren konnte, entlud der Vielfraß-Hauptmann seine beiden immensen Pistolen in die Augenhöhle des Trolls, so dass dieser tödlich getroffen vom Fokus stürzte. Der Mantikor wiederum schoss zielstrebig auf den Lammasu zu, konnte diesen jedoch im Schutze des arkanen Fokus nicht verwunden und auch selbst nicht verwundet werden. Die vielen Gnoblars versuchten erneut ihr Glück die Festung durch schiere Masse einzunehmen. An der linken Flanke erklommen sie auf gleichem Wege erneut den Turm, wurden jedoch diesmal vom Waaghboss persönlich empfangen und in größerer Zahl von den Zinnen gefegt. Einige krabbelten dennoch unbeirrt durch seine Beine und an ihm vorbei, um die verbliebenen Goblins der Goblin-Speerschleuda zu massakrieren und im Anschluss wieder in Furcht vor dem brüllenden Ork-Waaghaboss den Turm hinabzuklettern. Am Turm des Schamanen gegenüber versuchten die Gnoblars ebenfalls emporzuklimmen, wurden dabei jedoch reihenweise und vollumfänglich von den dort befindlichen Ork-Moschaz zerhackt und/oder in den Tod gestürzt…



Die Mittagssonne brannte bereits hell über dem Schlachtfeld, als das entfernte Geheul von Wölfen zu vernehmen war. Mit langen Sätzen näherten sich zum Entsatz angerückte Goblin-Wolfsreiter dem Schlachtfeld. Dieser Umstand zauberte Gahrr XXX ein voll mit Fangzähnen besetztes Lächeln ins Gesicht. Dieses Verschwand jedoch schlagartig, als der irre Goblin-Schamane in seinem Rücken aufgrund einer akuten Pilzvergiftung schwallartig erbrach und tot von seinem Fokus stürzte. Am anderen Ende des Schlachtfeldes außerhalb der Festung versuchte das Lammasu erneut seine tödliche Magie gegen den ihn umkreisenden und an Wildheit überlegenen Mantikor zu wirken. Der Mantikor erwies sich jedoch als unerwartet resistent gegen die mentalen Angriffe des Lammasu und auch als es versuchte den Mantikor mit einer totalen Energieflut zu vernichten, richtete sich diese tödliche Magie gegen den Lammasu selbst und es verschwand im Rahmen einer Dimensionskaskade zurück im Erdboden aus dem es hervorgebrochen war. Der markerschütternde Knall, den dieser Umstand mit sich brachte, war gerade abgeklungen, als die Kriegsmaschinen der Grünhäute erneut das Feuer eröffneten. Es war schließlich ein trudelnder Kamikazegoblin, der gerade so eben auf dem arkanen Fokus des Feuerbauchs aufschlagen konnte und selbigen tödlich verwundet von eben diesem Fokus fegte. Die Bogenschützen der Orks konnten die Vielfraße hinter dem vormals vom Troll-Schamanen besetzten Fokus nur schwer ausmachen, so dass sie schließlich ihren Pfeilhagel auf Fleischermeister Pein hinter der Gralskapelle abfeuerten. Die meisten Pfeilspitzen konnten nicht durch Peins dicke Fettschicht dringen, doch ein einzelner schwarz gefiederter Pfeil traf ihn direkt im Bauchnabel, der bei einem Fleischer bekanntlich nicht durch eine Wanstplatte geschützt war…



Pein gab seinem verträumten Fleischergesellen ein eindeutiges Handzeichen, bevor er durch den schmalen Eingang die baufällige Gralskapelle betrat. Das bunte Fensterglas der Kapelle war überall zerschlagen und die kruden Graffitis der Grünhäute prangten an den Wänden. Dem Geruch zu urteilen, hatten die Grünhäute die Kapelle zudem als Latrine genutzt. Möglicherweise war dies auch der einzige Grund weshalb die Kapelle noch stand. Pein wusste, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Die Fliegende Speisekammer entfernte sich immer mehr und die Grünhäute hielten noch immer alle Bereiche der Burg. Die Erde begann leicht zu beben und vereinzelte Glassplitter tanzten auf dem Boden oder fielen aus den noch vorhandenen Fensterrahmen, als das Donnerhorn einen wilden Sturmangriff auf den Turm führte, der alleinig von dem Kriegsherren der Orks gehalten wurde. Todesmutig stand dieser auf den Zinnen und winkte die gewaltige Bestie noch auf sich zu. Die Eisenwänste näherten sich weiter dem Tor und die Vielfraße begaben sich im Gänsemarsch auf den Turm des Ork-Schamanen und letzten Zauberwirkers der Grünhäute zu. Auch der Mantikor flog mit seinen gewaltigen Flügeln schlagend in die Höhe und landete nur knapp hinter den Vielfraßen, um sich ein neues Ziel und Opfer zu suchen. Der Verschlinger jenseits der Mauern hingegen suchte nach dem plötzlichen Ableben des Goblin-Schamanen innerhalb der Festung ein neues Ziel. Der sterneguckende Fleischergeselle hatte das energische Handzeichen seines Meisters erkannt und begann mit fluiden Handbewegungen einen Himmelskörper aus seiner Bahn in Richtung Festung zu lenken. Der Fimir-Fluchunhold wiederum versuchte sich daran die Erde selbst unter der Torsektion aufzureißen, riss aber lediglich seinen Fokus wie von Geisterhand bewegt mehrere Dutzend Meter vorwärts bis an die Festungsmauer der Grünhäute heran. Dann prallten zwanzig Tonnen rohe Gewalt in Form des Donnerhorns mit voller Wucht gegen den baufällig anmutenden Turm der Grünhaut-Festung, so dass mehrere schwere, lose Ziegel zu Boden krachten. Mit seinen immensen, metallbeschlagenen Stoßzähnen fegte es die gnoblargroßen Zinnen vom Turm, als würde es sich bei ihnen um welkes Laub handeln. Ork-Waaaghboss Gahrr XXX sprang überaus agil über die unter ihm entlang schwingenden Stoßzähne hinweg und schlug mit seinem verzauberten Spalta, den er spontan Ogertod genannt hatte, auf die exponierte Stirn des Donnerhorns. Seine kräftigen Schläge drangen durch das zottelige Fell und die zähe Haut und ließen die Kreatur vor Wut und Schmerz herumfahren. Diesmal war Gahrr nicht schnell genug und wurde  von seinen schwieligen Füßen gefegt, während die Ogerreiter auf dem Rücken der Bestie versuchten ihn mit Harpune und Fangeisen zu erwischen. Der Ork-Waaghboss hatte sich gerade wieder aufgerappelt, als das Donnerhorn blindwütig mit seiner ganzen Masse gegen den Turm selbst schlug. Der Turm bebte unter diesem Ansturm und Gahrr wurde erneut von den Beinen geholt, während sich zentnerschwere Steine aus dem Fundament lösten und einer dieser umherfliegenden Brocken Gahhr unsanft einige Zähne aus dem Kiefer schlug. Der Schutz seiner verzauberten Rüstung kam ihm hierbei jedoch mehr als einmal zugute, als kapitale Gesteinsbrocken lediglich an ihr abprallten. Schließlich ließ das Donnerhorn aufgrund der verzweifelten Kommandos seiner Reiter vom Turm ab und bewegte sich wild schnaubend einige Meter rückwärts, währenddessen der Ork-Waaghboss ihr enttäuscht hinterher brüllte…



Ork-Waaaghboss Gahrr XXX wischte sich den Zementstaub von den Schultern, während er blinzelnd den Himmel musterte. Es schien, als wäre eine zweite Sonne aufgetaucht und diese schien zu allem Überfluss auch noch näher zu kommen. Zumindest kamen auch die Goblin-Wolfsreiter näher, dachte Gahrr und beobachtete, wie diese versuchten in langer Reihe hinter den Gnoblars und dem Donnerhorn entlang zu pirschen. Gahrr XXX begann langsam Geschmack an der Schlacht zu finden und machte obszöne Gesten in Richtung des wutschnaubenden Donnerhorns. Die Schwarzorks entlang der Torsektion sowie die Moschaz im Turm dahinter konnten es gar nicht erwarten endlich ihre Spaltaz gegen die anstürmenden Oger zu schwingen und begannen ebenfalls, die Eisenwänste mit eindeutigen Handbewegungen zum Sturmangriff zu provozieren. Eine markerschütternde Detonation ließ plötzlich den von den Moschaz besetzten Turm des Ork-Schamanen erschüttern und als Gahrr sah, dass mehrere Moschaz mit geplatzten Köpfen aus dem Turm purzelten, war ihm sofort klar, dass auch der letzte Schamane seiner Armee gerade in das Große Grün hinüber getreten war. Die nachfolgende Rauchentwicklung führte dazu, dass sowohl die Goblin-Speerschleudea als auch das Kamikazekatapult ihre Ziele weit verfehlten…



Das Donnerhorn scharrte einmal kräftig mit der Hufe und stürmte dann erneut mit gesenktem Kopf auf den Turm und den einzelnen Ork-Waaghboss zu. Mit den metallbewährten Stoßzähnen voran brach die kolossale Kreatur in die obere Hälfte des Turmes, so dass die Ziegel nur so umher flogen. Dennoch war die desolat anmutende Konstruktion der Grünhäute stabiler, als sie aussah, und Gahrr sprang von den malträtierten Überresten der Zinnen des Turmes in dem Moment ab, als die Kreatur ihren Bewegungsimpuls gerade verloren hatte und für einen Moment im zähen Mauerwerk fest hing. Der Ogertod fuhr nieder und spaltete den vorderen Ogerreiter, noch bevor Gahrr auf dem felligen Haupt des Donnerhorns gelandet war. Die schwerfällige Kreatur bemerkte von alldem nichts und fand schließlich ein jähes Ende, als der Ork-Waaghboss den Ogertod bis zum Heft tief im Nacken unmittelbar hinter den steinharten Schädelplatten versenkte. Noch bevor das Donnerhorn zusammenbrach und der Körper der Bestie bemerkte, dass es tot war, schwang sich Gahhr über die noch immer im Mauerwerk verankerten Stoßzähne zurück in den Turm. Der Ork-Waaghboss erhob sein Spalta über den Kopf und wollte seinen in der nahen Torsektion befindlichen Schwazorks gerade ein lautes Waaagh entgegenbrüllen, als die merkwürdige zweite Sonne am von ihm aus hinteren Ende der Torsektion niederging und sein Brüllen im Keim ersticken ließ. Im brennenden Inferno des niedergehenden Sterns vergingen beinahe die gesamten Schwarzorks unmittelbar vor Gahrr ebenso wie die Goblin-Speerschleuda, das Kamikazekatapult sowie ein Großteil der Moschaz im gegenüberliegenden Turm. Von den Schwarzorks verblieben lediglich der Armeestandartenträger nebst angesengtem Banner sowie einige wenige verdatterte Schwarzorks um ihn herum. Jedoch wurde auch der Fimir-Fluchunhold der Oger auf seinem nahen Fokus von selbigem gefegt und auch die Eisenwänste fanden ihr jähes Ende vor dem Burgtor. Ebenfalls Fleichermeister Pein fand in der kleinen Gralskapelle keinen Schutz gegen die immense Druckwelle und wurde unter einer einstürzenden Mauer begraben…



Der Fleischergeselle schien nun ganz in seinem Element. Er war der einzig verbliebene Magiewirker auf einem arkanen Fokus und nach dem beinahe Komplettzusammensturz der Gralskapelle womöglich auch der letzte lebende Magieanwender auf dem ganzen Schlachtfeld. Bevor er einen weiteren Himmelkörper aus seiner Bahn werfen konnte und dabei auf genau die gleich Stelle projizierte, beschwor er noch mächtige Winde und schleuderte durch sie die Moschaz aus ihrem Turm vor das Tor und die Ork-Bogenschützen in den Burghof. Erstere erhoben sich somit etwas verwundert aus dem Staub direkt vor den als Entsatz angeritten kommenden Goblin-Wolfsreitern. Wutentbrannt aufgrund dieses Umstandes und immer noch mit knurrenden Mägen stürmten die Moschaz in schlechtgelaunter und hungriger Absicht direkt auf die Goblin-Wolfsreiter zu, da sie diese in ihrer Desorientierung für ihre missliche Lage verantwortlich machten. Die überlebenden Ork-Bogenschützen rappelten sich ebenfalls schnell auf und sprangen überraschend scharfsinnig auf das nahe Trümmerfeld der unterminierten Mauersektion, um die nahen Vielfraße unter konzentrierten Beschuss zu nehmen. Diese – von den gewöhnlichen Ogern als Meal Team 6 bezeichneten Vielfraße – fackelten nicht lange und nutzten die plötzliche Vakanz des Turmes vor ihnen. Übergroße Kletterhaken wurden auf den Turm geworfen und mit für Geschöpfe dieser Größe unerwarteter Geschicklichkeit hangelte sich das Meal Team 6 in Windeseile die Vertikale empor. Oben angekommen zogen sie kurzerhand ihre geladenen Ogerpistolen und feuerten den verdutzt dreinschauenden Ork-Waaghboss Gahrr XXX auf dem gegenüberliegenden Turm schmucklos und mehrfach getroffen von selbigem. Beinahe im gleichen Moment flog der verbliebene Fleischergeselle auf einer Windhose von seinem arkanen Fokus auf jenen, der zu Beginn der Schlacht noch von dem Feuerbauch eingenommen worden war, und konnte beobachten wie der Ork-Waaaghboss jaulend von den Zinnen des malträtierten Turmes, in dem immer noch die Leiche des Donnerhorns steckte, fiel und die Moschaz der Orks sich aus Ermangelung anderer Gegner mit den Goblin-Wolfreitern anlegten. Vereinzelte Gnoblars versuchten, eiligst das Weite zu suchen und die Sonne, die echte Sonne, neigte sich dem westlichen Horizont…



Beide Seiten waren stark geschwächt und hatten ihren jeweiligen General verloren, doch keine Seite konnte sich der anderen Seite als überlegen erweisen. Die Oger waren bis auf die Vielfraße und trotz ihrer nunmehr magischen Überlegenheit schlicht nicht in der Lage, Zugang zur von den Grünhäuten gehaltenen Festung zu erlangen. Die Grünhäute waren wiederum nicht in der Lage, die Oger zu besiegen und vollumfänglich vom von Magie dominierten Schlachtfeld zu vertreiben. Letztlich zogen sich die Überreste beider Seiten vom Schlachtfeld zurück. Die Schwarzorks in erster Linie, da sie von Hunger gepeinigt noch immer die verdutzten Goblin-Wolfsreiter in die offene Steppe verfolgten…

Ork-Waaghboss Gahrr XXX befreite sich schließlich aus dem Geröllhaufen neben dem Turm, von dem er gestürzt war und popelte sich ein kapitales Projektil aus seiner schmerzenden Schulter. In unmittelbarer Nähe zu dem Geröllhaufen stand, ohne einen Kratzer davongetragen zu haben, Gahrrs tiefergelegter Streitwagen nebst einem Paar daran festgemachte und gerade unsanft aus einem Nickerchen erwachte Wildschweine. Gahrr zuckte etwas überrascht mit den schmerzenden Schultern, bestieg seinen durablen Streitwagen und blickte zurück auf den Kadaver des Donnerhorns. Es war zwar kein Oger, dachte der Ork-Waaghboss, aber sicher das Größte, dass in den Boden gerammt werden konnte, und somit verließ er zufrieden und hämisch grinsend das Schlachtfeld auf seinem Wildschwein-Streitwagen gen Sonnenuntergang sowie wissend, dass er seinen Namen behalten würde…

Der loyale Nasen-Gnoblar Popel hatte den Zusammensturz der Kapelle schadlos im Riechkolben seines Meisters überstanden und versuchte nun seinen fleischigen Leib unter den Trümmern von selbiger zu befreien. Der Fleischermeister wog zwar etwa das Fünfzigfache des quirligen Nasen-Gnoblars, aber Popel war verzweifelt und hatte einen kräftigen Bissen aus dem Bullenherz eines Rhinox, welches er in der Tasche seines Meisters gefunden hatte, genommen. Nachdem er ihn unter größten Kraftanstrengungen einige Meter gezogen hatte und ihm beinahe den kompletten fleischigen Inhalt von Peins Tasche in das Maul gestopft hatte, tauchten plötzlich große Schatten über ihm auf. Zwei Vielfraße aus Meal Team 6 griffen dem erwachenden Fleischermeister unter die Arme und so humpelte er von ihnen gestützt und mit blutigen Knien vom Schlachtfeld, während er seinem Fleischergesellen düstere Blicke zuwarf…