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Sigmarzeit (Ende Monat 4)




Der vierte Monat des Jahres, Sigmarzeit, war geprägt von gebrochenen Bündnissen und unerwarteten Auseinandersetzungen. Zudem führte der Zustrom neuer Kräfte zu einem Höhepunkt von Schlachten, die in den Düsterlanden geschlagen wurden. Insbesondere der Norden wurde von schweren Kämpfen überzogen, die sich von der Küste des Schwarzen Golfes über die Wehrfestung Barak-Varr bis zum Weltrandgebirge hinzogen. Überall konnten der allgegenwärtige Schlachtenlärm und umherziehende Kampfverbände beinahe aller Fraktionen wahrgenommen werden.


Die Orks & Goblins waren weiterhin darum bemüht gewesen, Länder im Norden und Westen anzugreifen und ihren Herrschaftsbereich auszudehnen. Lediglich Angriffe in Richtung der Sümpfe des Vergessens und ihren vampirischen Bewohnern hatten die Grünhäute nach wie vor vermieden. Nachtgoblin-Waaaghboss Stilton, Skarsniks zweite Speerspitze, hatte die als Sturmring bekannte Region angegriffen, die vom Gruftkönig Amenemhetum und seiner Goldenen Legion gehalten wurde. Die Schlacht in den nebligen Gefilden des Sturmringes führte zu keinem wirklichen Sieger und so rückten beide Armeen unverrichteter Dinge voneinander ab, ohne dass eine Seite einen echten Vorteil hatte erringen können. Der mental etwas aus der Bahn geratene Ork-Waaaghboss Gahrr XXX hatte am Fuße des Weltrandgebirges indes eine Festung der Ogerkönigreiche angegriffen, war jedoch nicht in der Lage, sie in diesem Monat in Besitz zu nehmen. Dennoch hielt er die gering verteidigte Festung im Würgegriff der Belagerung. Der verbündete Dämonenprinz Golgat hatte sich mit seiner Seuchenlegion auf eine Festung des Imperiums gestürzt, doch wurde diese erfolgreich von der Armee des Erzlektors Hassenstein verteidigt und Golgat vorerst aus der Region vertrieben.


Die Dunkelelfen waren einerseits an der fortwährenden Sicherung ihrer Küstenterritorien interessiert gewesen und andererseits darum bemüht gewesen, in neue unbekannte Regionen vorzudringen. Die Hochelfenarmee des Lehrmeisters Lasius hielt sich, ohne aggressive Handlungen vorzunehmen, nahe ihrer Schiffe an der Küste zum Schwarzen Golf auf. Schreckensfürst Ardulaz Kemscha hingegen hatte seine Streitmacht in die zwischen Dunkelelfen und Imperium seit jeher umkämpfte Region im Schatten des Bergs Grimmzahn getrieben und nahm diese schließlich beinahe widerstandslos ein. Seine Tochter die Erzzauberin Zebeyana Kemscha war indes weit nach Süden in das Territorium der Vampirfürsten vorgestoßen, um in die Nähe der versunkenen Stadt Mourkain zu gelangen. Dort wurde sie vom Vampirfürsten Vigo Fariac und seiner untoten Streitmacht abgefangen und besiegt. Zebeyana selbst wurde dabei schwer verletzt, kam aber dank der Hilfe eines unerwartet loyalen Adligen unter ihrem Kommando knapp mit dem Leben davon.


Die Vampirfürsten waren mit ihren Armeen ungewohnt weit verstreut in den Düsterlanden unterwegs gewesen. Vampirfürst Frantisec Fariac hatte eine Untotenlegion in den südlichen Bereichen der Grenzgrafschaften, die voll von Hügelgräbern und uralten Grüften waren, ausgehoben und sie entlang der Küste des Schwarzen Golfes in das Hinterland des vom Imperium gehaltenen Reiches geführt. Im Schatten von Fozzriks Fliegender Festung und geprägt durch einen Sturm der Magie fand dort eine Schlacht gegen die zur Verteidigung ihres Reiches geeilte Armee des Imperiums unter Führung des Meisterzauberers Melistius statt. Frantisecs Untotenlegion wurde vertrieben und der Vampirfürst selbst erneut unfreiwillig in das Reich des Chaos geschleudert, aus dem er bislang nicht zurückkehrte. Vampirfürst Vigo Fariac vertrieb inzwischen die Dunkelelfen aus den Sümpfen des Vergessens und fand ausgesprochenen Gefallen daran, seine Armee an der Spitze seiner Fluchritter zu befehligen und in den Feind zu treiben. Ghulkönig Urzen war indes in das unverteidigte Territorium und die dazugehörigen Minenanlagen der Dunkelelfen gepirscht und nahm diese kurzerhand für die Vampirfürsten in den Besitz.


Die Gruftkönige waren ebenfalls quer über die Düsterlande verteilt und in vielerlei Kämpfe verstrickt gewesen. Gruftkönig Amenemhetum der Große war von den unzähligen Goblins des Nachtgoblin-Waaaghbosses Stilton attackiert worden, bevor er seine Goldene Legion selbst in den Marsch hatte setzen können. Zwar war er in der Lage, sich der Angriffe zu erwehren, aber er konnte keinen ruhmreichen Sieg gegen die Grünhäute davon tragen. Der Hohepriesterin des Todes Eutra’ta oblag es indes, das eigene Kernland zu verteidigen und so mussten sie und ihre Kupferne Legion, weit im Süden überraschend gegen eindringenden Echsenmenschen unter Führung des Slann-Magierpriesters Zetec zu Felde ziehen. Eutra’ta konnte die Region dabei behaupten und die Echsenmenschen zerstreuen. Der geheimnisvolle Meisterzauberer des Chaos Arkain Baal war mit augenscheinlich eigener Agenda auf die Wehrstadt Barak-Varr zu marschiert und eroberte die oberen Wehranlagen überraschend mühelos mit seinen belagerungserprobten Kriegern des Chaos aus dem fernen Norden.


Die Ogerkönigreiche waren ebenfalls vielerorts angegriffen worden. Die Orks unter Führung des leicht debilen Ork-Waaghbosses Gahrr XXX hatten es auf eine wehrlos erscheinende Festungsanlage nahe des Weltrandgebirges abgesehen, doch obwohl keine Armee der Oger dort zur Unterstützung hin geeilt war, ging das Territorium nicht verloren. Fleischermeister Pein Schwackeheter hatte andere Pläne und war mit seiner Horde eher gemächlich an den Westrand des eigenen Reiches gezogen. Deutlich schlimmer erging es Oger-Tyrann Gurrut Eisfelsen, dessen Armee von aus dem Norden vordringenden Zwergen attackiert worden war. In dieser hart umkämpften Schlacht wurde Gurrut im Zweikampf vom General der Zwerge, Fürst Logan Trotzberg, erschlagen und seine Armee vertrieben. Die Ogerkönigreiche boten den Zwergen sogar ein jüngst von ihnen aus Ekrund geborgenes Relikt dar, um den Heerbann schließlich zum Abzug zu bewegen und um die Möglichkeit zu haben, die Leiche ihres verehrten Tyrannen unbehelligt vom Felde zu tragen.


Das Imperium war in diesem Monat am härtesten angegangen worden. Von allen Seiten waren feindliche Armeen in ihr Reich geströmt und griffen allerorts Festungen, Minenanlagen und Dörfer an. Erzlektor Mikael Hassenstein war sogleich zur Verteidigung der Festung östlich von Barak Varr geeilt, um diese gegen die verseuchten Legionen des Chaos angeführt vom Dämonenprinzen Golgat zu behaupten. Unter schwersten Verlusten gelang es ihm die Angreifer von den Mauern zu vertreiben und die Gefahr durch sie zu bannen. Meisterzauberer Melistius hatte sich indessen der Bedrohung durch den Vampirfürsten Frantisec Fariac und seiner Untotenlegion angenommen. Auch hier waren die Verluste an Leben hoch. Viele Zauberer von Melistius Zauberzirkel bezahlten den Kampf mit ihrem Leben. Schlussendlich verschwand der befehlshabende Vampirfürst jedoch kreischend in einem selbstverschuldeten Dimensionsriss und die Überreste seiner Armee wurden durch die Armee des Imperiums vertrieben.

Ende - Runde 4

Blau: Imperium
Grün: Ogerkönigreiche
Rot: Orks & Goblins
Türkis: Vampirfürsten
Gelb: Gruftkönige
Lila: Dunkelelfen

Vigo (Vampirfürsten) vs. Zebeyana (Dunkelelfen)


Die räumliche Abwesenheit des Vampirfürsten Frantisec Fariac hatte zur Folge, dass sein ungeliebter Blutsbruder, der Vampirfürst Vigo Fariac, zumindest temporär die de-facto-Befehlsgewalt über die verbliebenen untoten Streitkräfte der Sümpfe des Vergessens erlangt hatte. Dieser machte sich gar nicht erst die Mühe zu versuchen, den Ghul-König Urzen so etwas wie Befehle zu geben, da er wusste, dass dieser ohnehin nur seinen eigenen animalischen Antrieben folgte. Als Vigo Kunde bekam, dass eine Streitmacht der Dunkelelfen mit überraschender Geschwindigkeit aus dem Norden durch das Gebiet der Gruftkönige in die Sümpfe vorgedrungen war, machte er seine eigene Armee bereit, um die feindliche Streitmacht abzufangen und somit das Eindringen in das von den Vampirfürsten beanspruchte Territorium abzuwehren. So eilte der Vampirfürst durch die nördlichen Sümpfe des Vergessens und bekam die Eindringlinge in den Randbereichen des Sumpfes schließlich zu Gesicht. Mit erstaunlicher Leichtigkeit bewegten sich die düsteren Elfen durch das unwegsame Terrain. Vigo lächelte verschlagen. Elfisches Blut hatte er bislang noch nicht gekostet und er war begierig darauf, seine Fangzähne in die alabasterfarbene Haut einer Dunkelefenzauberin zu schlagen und ihr süßes Blut und ihre reichhaltige Essenz gänzlich auszusaugen…

Vampirfürst Vigo Fariac

Die Dunkelelfen unter der Führung der Erzzauberin Zebeyana Kemscha stießen mit hoher Geschwindigkeit von Norden her in die Sümpfe des Vergessens. Dabei zogen sie unbehelligt durch das Territorium der Gruftkönige, die ihrer Präsenz entweder gar nicht bewusst wurden oder sich darum nicht scherten. Es war ihnen sicher auch nur allzu recht, dass die Elfen ihre Erzfeinde angingen, auch wenn den Gruftkönigen ein Brückenkopf der Dunkelelfen soweit südlich nicht behagen konnte. Sich in diesem unwirtlichen Terrain festzusetzen, war jedoch die wirkliche Herausforderung, an der auch die Gruftkönige bereits mehrfach gescheitert waren. Zebeyana Kemscha ließ sich jedoch nicht beirren und wollte neues Land für ihr Volk und ihre Familie besetzen, auch wenn sie nicht wirklich mit einer reichhaltigen Beute von Sklaven rechnete. Es waren vielmehr die arkanen Schätze, die Zebeyana tief in den Sümpfen um die versunkenen Menschenstadt Mourkain vermutete, die ihre Neugierde geweckt hatten und ihren Kurswechsel gen Süden begründeten. Ein dünner Strahl dunklen Feuers schoss aus einer ihrer feinmanikürten Fingerspitzen, als sie eine weitere der faustgroßen Moskitos, die ihr zu nahe gekommen waren, zu Asche verbrannte. Die feinkörnige Asche war kaum zu Boden gerieselt, da erkannte Zebeyana durch zusammengekniffene Augen, wie im Schatten der Mangroven vor ihr Bewegung auszumachen war. Die untoten Kreaturen der Sümpfe waren also aufgeschreckt und reagierten auf ihre Präsenz und die ihrer Armee…
 
Erzzauberin Zebeyana Kemscha

Die beiden Armeen trafen inmitten einer halb verfallenen Siedlung des längst untergegangenen Reichs Strigos aufeinander. In den Ruinen am Randbereich der Sümpfe des Vergessens hausten nun nur noch ausgemergelte Ghule, womöglich die letzten Nachfahren der Bevölkerung Strigos und ihrer Hauptstadt Mourkain. Die einzigen mehrheitlich erhaltenen Gebäude waren zwei düster anmutende Türme nahe dem Dorfzentrum, in denen einst womöglich ein Vampirherrscher der Strigoi gehaust hatte, ein stabiles Gebäude zwergischer Bauart etwas jenseits des Dorfes sowie ein großer Wachturm, der die einzige Flussüberquerung in Form einer steinernen Brücke bewachte. Der Besitz über den Wachturm würde die Schlacht entscheiden und den flinken Dunkelelfen gelang es, das hochaufragende Gebäude zu besetzten, bevor die Armee der Vampirfürsten überhaupt in Sichtweite gekommen war…


Vigo (Vampirfürsten) vs. Zebeyana (Dunkelelfen) [Wachturm - D6]

  

 


Vampirfürst Vigo Fariac saß im Sattel seiner untoten Nachtmahre und ein gehässiges Grinsen durchzog sein glatzköpfiges Gesicht, während er mit der Zunge über seine exponierten Eckzähne leckte. Er befand sich inmitten seiner schwer gepanzerten Fluchritter, die er erst kürzlich aus den Gräbern um Mourkain erweckt hatte. Direkt flankiert wurde der Vampirfürst von zwei niederen Vampiren, die ihm treu ergeben waren und ebenfalls auf düsteren Nachtmahren ritten. Es war letztlich Vigos Kalkül gewesen, den Dunkelelfen die Möglichkeit des Zutritts zu dem alten Wachturm zu gewähren und ihnen das Gefühl zu geben, sie wären ihm damit zuvor gekommen. Sollten sie sich doch sicher fühlen in diesem alten Gemäuer, so dachte der alte Vampirfürst, seine Handlanger würden die zerbrechlichen Dunkelelfen früh genug wieder schreiend aus dem Gemäuer zerren und in Stücke reißen. Dem Gegner das Gefühl von Überlegenheit oder Vorteil zu verschaffen, nur um es ihnen dann schlagartig wieder aus den Händen zu reißen, war seit jeher eine von Vigos bevorzugten Taktiken. 
Nun ließ er seine Streitmacht in breiter Front aus den dichten Sümpfen heraus aufmarschieren und auf die zahlenmäßig unterlegenen Dunkelelfen zusteuern. Der Hauptpulk der Armee des Vampirfürsten bestand aus vielerlei modrigen Zombies und einer großen Rotte hungriger Gruftghule. Im Zentrum befanden sich zudem eine Horde abscheulicher Gruftschrecken, die als Frankensteins Monster bekannt warten, sowie die düstere Einheit Fluchritter, die in schwere und stark angelaufene Kettenrüstungen gehüllt waren. Frankensteins Monster waren nach der schweren Auseinandersetzung mit den Ogern unter dem Berg Grimmzahn erst langsam wieder im Aufbau befindlich und dem einen oder anderen der Gruftschrecken fehlte noch ein Arm oder andere elementare Körperteile. Flankiert wurde die Armee auf der einen Seite von einem großen Rudel zähnefletschender Todeswölfe, die bei Ankunft auf dem Schlachtfeld laut jaulten und sofort weiter vorpreschten, und auf der anderen Seite von geisterhaften Sensenreitern, die ebenfalls vorstießen und dabei von materiellen Beschränkungen unbeeindruckt inmitten durch eines der baufälligen Gebäude ritten. Schließlich stieß auch das Zentrum der Armee vorwärts und erreichte dabei beinahe den Flusslauf und den Wachturm in seiner Mitte. Die Todeswölfe wurden durch ein kurzes kehliges Jaulen von Vigo Fariac selbst wieder zurückbeordert, denn er erkannte die Gefahr durch die berittenen Hexer der Dunkelelfen vor ihnen. Die kreischenden Sensenreiter auf ihren geisterhaften Rossen begaben sich in hoher Geschwindigkeit in eine direkte Flankenposition zu den Hexenkriegerinnen auf der gegenüberliegenden Flussseite, begierig darauf die halbnackten Elfenkriegerinnen zur Strecke zu bringen. 
Beinahe auf Höhe des Wachturmes angekommen, begann einer der niederen Vampire aus Vigos Kader, die nahen Zombies, die vor fauligem Sumpfwasser ganz aufgedunsen waren, durch gewirkte Nekromantie weiter voranzutreiben. Die mächtige Dunkelelfenzauberin in den Reihen ihrer schwer gerüsteten Krieger jenseits des Wachturmes war dem jedoch augenscheinlich nicht zugetan und zerschmetterte mit einer ruckartigen Geste kurzerhand die Stränge von Todesmagie, die sich um die Zombies herum zu winden begannen. Vigo rümpfte die Nase und begann selbst Todesmagie aus der Umgebung in sich aufzunehmen, während er düstere Silben, die er aus den Büchern des Nagash gelernt hatte, murmelte. Seine Augen leuchteten düster auf und waren umringt von einer Korona violetter Energie, als plötzlich tiefschwarze Strahlen dunkler Magie aus ihnen hervorbrachen und auf die kreischenden Hexenelfen zustießen. Mit einer kurzen Armbewegung und einem mehr geschrienen als gesprochenen Wort ließ vernichtete die Erzzauberin der Dunkelelfen auch die Magie dieses Zaubers und lächelte dabei verächtlich in Richtung der untoten Magiewirker. Dies würde sie schon bald bereuen, dachte Vampirfürst Vigo Fariac, während er seinen verletzten Stolz im Angesicht seiner vampirischen Handlanger zu unterdrücken versuchte…


Das alabasterfarbene Gesicht der Erzzauberin Zebeyana Kemscha wurde noch immer von einem hämischen Lächeln umspielt, als sie ihren Truppen präzise Befehle gab, um die Region im Umfeld des Turmes gegen Angriffe durch die Untoten zu sichern. Die Hexenkriegerinnen und die rachsüchtige Todeshexe auf ihrem Blutkessel konnten sich gerade noch soweit disziplinieren, dass sie nicht Hals über Kopf auf den näher kommenden Feind stürzten. Aufgrund des ausgiebigen Ausschanks von Todesbräu durch die Todeshexe hatten bereits viele der Hexenkriegerinnen Schaum vor dem Mund und waren noch begieriger, als ohnehin schon, sich auf den Feind zu werfen. Es gelang der Todeshexe unter Androhung spontaner Häutungen durch sie selbst, ihre Einheit entlang des Flusslaufes zu positionieren, so dass sich jeder potentielle Angreifer erst durch die Untiefen von selbigem kämpfen würde müssen, um zu ihnen zu gelangen. Die weitaus disziplinierteren Henker marschierten mitsamt Zebeyana Kemscha und dem adligen Träger des Armeebanners zum Brückenende diesseits des Flusses, um damit jedwedem Angreifer den Übergang auf ihre Flussseite zu verwehren. Die gewaltige Hydra sprang gefolgt von ihren Treibern in die Fluten des Flusses in Richtung des Feindes auf der linken Flanke. Der Wasserlauf schäumte, als er auf den mächtigen Leib der Hydra prallte, doch die kolossale Kreatur stampfte unbekümmert weiter voran. Die Fluchfeuerhexer an der äußeren linken Flanke verharrten an Ort und Stelle, denn im Angesicht einer Vielzahl gegnerischer Einheiten und mit wenig Raum zum Manövrieren waren sie nicht begierig darauf zu früh direkten Kontakt mit der untoten Horde aufzunehmen. 
Kaum war sie am Brückenanfang angekommen, begann Zebeyana Kemscha, ihre mächtige Magie zu wirken. Bereits während des Marsches zur Brücke, hatte sie sehen können, wie eine ganze Rotte ausgehungerter Ghule auf den Wachturm zuhielt. Sie formte ihre Schwarze Magie zu einem Fluch und nutzte dabei alle zur Verfügung stehenden Winde der Magie. Kaum war der Fluch ausgesprochen, krümmten sich die ersten der verderbten Leichenfresser unter Schmerzen, doch die Erzzauberin hatte gerade erst damit begonnen, sich der Winde der Magie zu bedienen und sie ihrem Willen zu unterwerfen. Die verschiedenen Stränge und Farben der Magie wurden von ihr rücksichtslos zusammengeballt und zu einem schwarzen Feuer geformt, den sie auf die in Sichtweite befindlichen Gruftschrecken schießen ließ, die sich der anderen Seite der Brück näherten. Einer der monströsen Kreaturen wurde durch die Wucht des Aufpralls zu Boden gerissen, doch die abnorme Konstitution des Wesens ließ sie nach kürzester Zeit mit nur geringen Blessuren wieder aufstehen. Die Dunkeldornen, die schon zu Beginn der Schlacht den zentralen Wachturm eingenommen hatten und mittlerweile an allen Fenstern und Schießscharten positioniert waren, ließen schließlich eine Vielzahl von Bolzen auf die sich nähernden Ghule regnen. Ein halbes Dutzend der verkrümmten Gestalten fiel dem Sperrfeuer zum Opfer, als stählerne Bolzen ihre dunkle schmutzige Haut durchbohrten…
 
 


Der verkümmerte Verstand der Gruftghule ließ sie die Verluste in ihren Reihen kaum wahrnehmen und so stürzten sie mit von Wahnsinn gezeichneten Augen und mit geifernden Mäulern auf den Wachturm und seinen Besatzern zu. Der Rest der Armee der Vampirfürsten stieß indes langsam und stetig vorwärts in dem Versuch die Schlinge um den Wachturm und ihre Verteidiger zu schließen. Die Gruftschrecken der Monster Frankensteins watschelten an das Brückenende, welches jenem von den Dunkelelfen gehaltenen Ende gegenüber lag. Die aufgedunsenen Zombies trotteten indes weiter voran, während die von Flammen umspielten Sensenreiter an der eigenen linken Flanke geradezu in einem Satz über den Fluss flogen und durch die rasenden Hexenkriegerinnen dahinter stießen. Immaterielle Sensen, an die flammende Schädel gekettet waren, fuhren herab und kosteten einer Handvoll Dunkelelfen das Leben, ohne dass sie im Angesicht dieser unheimlichen Erscheinungen die Chance zur Gegenwehr hatten. Vigo Fariac lächelte ob dieses ungleichen Kampfes: Die ganze rasende, lebendige Wildheit der Hexenelfen nutzte ihnen gar nichts im Angesicht dieser außerweltlichen Schrecken der Unterwelt. Der Vampirfürst lenkte seine Fluchritter inzwischen um den Wachturm herum. Für einen kurzen Moment hatte er über einen Frontalangriff durch den Fluss auf die Hexenkriegerinnen nachgedacht, aber diesen Gedanken schließlich wieder verworfen. Es gab aus seiner Sicht keinen Grund, seine schlagkräftigste Einheit schon jetzt einem so risikoreichen Angriff auszusetzen. 
Einer von Vigos niederen Vampiren versuchte indes erneut, seine nekromantische Magie zu wirken, doch ließ die Erzzauberin der Dunkelelfen diesen Zauber bereits noch auf den Lippen des Vampirs ersterben, bevor er überhaupt das Ziel in Form der Gruftghule überhaupt erreichen konnte. Der Vampirfürst nutzte nun sein gesamtes zauberisches Können und unterstützte die kanibalistischen Aasfresser mit der unheiligen Kraft seiner Magie. Die Erzzauberin ließ ihn gewähren und unterließ es das erste Mal seit Schlachtbeginn, seine Magie oder die seiner Handlanger zu bannen. Als Vigo jedoch wieder Anstalten machte, Nagash Totenblick auf die Hexenkriegerinnen zu wirken, griff sie wieder ein und zerstörte den mühsam manifestierten Zauber. Selbiges galt für die nekromantischen Beschwörungsversuche des zunehmend frustrierten Vampirfürsten. Einige der zähnefletschenden Gruftghule wurde inzwischen auf halber Strecke des Angriffes von abgeschossenen Bolzen erlegt, aber die meisten von ihnen erreichten den Turm schadlos und begannen, an den Fugen im Mauerwerk hinauf zu klettern und sich in Spalten und Fensteröffnungen zu zwängen, um an das warme Fleisch ihrer Besatzer zu kommen. Die Dunkelelfen im Inneren zogen ihre Schwerter und erschlugen zwei der eindringenden Leichenfresser kurzerhand. Die überlebenden Gruftghule stürzten sich dafür auf ihre ausgemachten Opfer und, während viele an den harten Kettenhemden und Schilden der Verteidiger verzweifelten, konnten doch drei Dunkelelfen von dreckverkrusteten Krallen und spitzen Zähnen zu Boden gerissen und aus dem Turm gezerrt werden. Die verbliebenen Grufthule wurden zwar von den Verteidigern vom Turm zurückgeworfen, doch scharrten sie sich sogleich um das erbeutete Frischfleisch und verschlangen es in einer abartigen Zurschaustellung blutiger Gewalt. Dieses Schauspiel zauberte Vigo Fariac ein verzücktes Lächeln in das raubtierhafte Gesicht, welches jenem von menschlichen Jägern gleichkam, die nach langer Treibjagd ihre ausgehungerten Jagdhunde fütterten…

 

Erzzauberin Zebeyana Kemscha blickte gen Himmel. Ihr war klar, dass die Zeit ihr in die Hände spielte. Sollte ihre Armee bis zum Mittag den Turm behaupten können, würden sich die lichtempfindlichen Blutsauger sicherlich tief in die schattigen Sümpfe zurückziehen. Unter lautem Getöse erreichte die massige Hydra schließlich das gegenüberliegende Ufer des Flusses und wuchtete ihren Leib an Land, während das Flusswasser aus mehreren geöffneten Mäulern tropfte. Die Henker verblieben an Ort und Stelle und bereiteten sich darauf vor, die Brücke gegen alles und jeden zu verteidigen, das oder der über die Brücke kommen möge. Auch den Hexenkriegerinnen gelang es erneut ihrem Verlangen zu widerstehen, sich in wilder Raserei auf den Feind zu stürzen, und so blieben sie am Rande des Flusslaufes stehen und hofften ein materiellerer Feind, als die unheimlichen Erscheinungen in ihrem Rücken, würde sich ihnen im Kampf stellen. Die Fluchfeuerhexer wandten sich in Ermangelung sinnvoller Alternativen dem Flusslauf und damit dem Hauptfeld der Schlacht zu. Die Armee der Vampirfürsten griff schlicht in zu breiter Front an, als dass die leichten Kavalleristen sie leicht hätte umgehen können. 
Doch wollten die verfluchten männlichen Dunkelelfenzauberer nicht tatenlos zusehen und entluden mit Hilfe ihrer düsteren Zauberkraft einen Blitz des Verderbens auf die von geisterhaften Flammen umspielten Sensenreiter. Der Vampirfürst, der die untote Horde anführte und zusammenhielt, wusste um die Verwundbarkeit seiner geisterhaften Kavallerie gegenüber Magie und bannte den Zauber kurzerhand. Die schwache Magie dieser nutzlosen Welpen mochte er bannen können, dachte Zebeyana Kemscha missmutig, doch nicht ihre eigene ihm meilenweit überlegene Macht über die Schwarze Magie. Die Erzzauberin riss alle Stränge der Magie der Umgebung an sich und zertrümmerte sie zu formlosem Dhar, der wahren Schwarzen Magie. Mit einem lauten Kreischen flutete sie die sich nähernden Gruftschrecken auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke mit einem Wort der Schmerzen, einem düsteren Fluch, dessen destruktive Magie einem der missgestalteten Monstrositäten zudem das abstoßende Fleisch von den Knochen brannte. Doch gelang es ihr nicht, die gesamte dunkle Magie in den Fluch zu leiten, so dass ein Rest an ihr verblieb und sich schlagartig in einer katastrophalen Explosion entlud. Zebeyana wurde von der knochenzertrümmernden Wucht der Detonation zu Boden gerissen, während ein ganzes Dutzend ihrer elitären Henker wie Strohpuppen umherflogen und sich im Anschluss zumeist nicht mehr rührten. Tiefrotes Blut tropfte zwischen zusammengebissenen Zähnen aus Zebeyanas Mund, als sie sich erhob und sie den zur Hilfe ausgestreckten Arm des Adligen neben ihr beiseite schlug. Hinter ihr vernahm die Erzzauberin noch das vertraute Geräusch von ausgelösten Repetierarmbrüsten und das Kreischen von sterbenden Ghulen, als ein halbes Dutzend der widerwärtigen Kreaturen um den Wachturm schlagartig das zeitliche segnete…

 

Die verderbten Gruftghule zischten und fauchten vor Zorn und Hunger und stürzten sich erneut auf den Wachturm und ihre Besatzung. Ihre größeren Verwandten in Form der jüngst vom Nekromanten Frankenstein wieder notdürftig zusammengeflickten Gruftschrecken stießen währenddessen über die steinerne Brücke neben dem Turm und prallten am anderen Ende auf die zur Verteidigung aufgereihten Henker von Har Ganeth. Weit hinter ihnen wankten die Zombies indes weiter vor und auch die Todeswölfe an der äußersten rechten Flanke pirschten wieder voran. Vigo Fariac ließ seine Fluchritter zunächst im Schatten des Wachturmes verweilen. Er sah schlicht keinen Sinn darin, die Hexenkriegerinnen vor sich anzugreifen, auch wenn sein animalischer Instinkt ihn beinahe dazu verleitete. Eine leise Stimme tief in seinem Inneren riet ihn, davon abzusehen. Die Zombies vor sich ließ er jedoch weiter vorwärts schlurfen, in der Hoffnung die rasenden Hexenkriegerinnen und ihre Todeshexe zu einem waghalsigen Angriff über den Fluss zu verleiten und somit ihre verwundbare Flanke für einen Angriff der Fluchritter offenbar werden zu lassen. Die schemenhaften Sensenreiter galoppierten indes erneut durch die Formation der Hexenkriegerinnen und zwei der Bräute des Khaine starben einen qualvollen Tod, als insubstanzielle flammende Sensenklingen sie durchfuhren. 
Der niedere Vampir an Vigos Seite wirkte den Totentanz des Vanhal auf die angreifenden Ghule, um diese in ihrem bevorstehenden Kampf zu unterstützen. Motiviert durch diesen raren Erfolg mit der Magie versuchte der junge Blutsauger gleich in Folge auch noch weitere Ghule hervorzurufen, doch diese aufkeimende Magie wurde sogleich von der mittlerweile arg bedrängten Erzzauberin der Dunkelelfen gebannt. Vigo wollte mit mehr Macht vollenden, was seinem Handlanger nicht gelungen war, doch auch seine nekromantischen Beschwörungsformeln wurden von der Erzzauberin mit einem kurzen Schulterblick und einer simplen Geste zunichte gemacht. 
Die Erzzauberin hatte nicht viel Zeit zum Verschnaufen, denn schon fuhren die narbenübersäten Gruftschrecken von Frankensteins Monstern in ihre Einheit und persönliche Leibwache. Bevor die Gruftschrecken jedoch ihre vor nekrotischem Gift triefenden Klauen zum Einsatz bringen konnten, fuhren die messerscharfen Draiche der Dunkelelfen auf sie nieder. Mit gewohnter Präzision schlugen die emotionslosen Henker links und rechts die Gliedmaßen und Köpfe dieser abscheulich missgestalteten Kreaturen ab. Ein einzelner Gruftschrecken wurde auf diesem Wege gar aller nutzbaren Gliedmaßen beraubt, so dass sein bewegungsloser Torso schließlich inmitten der kämpfenden Dunkelelfen liegen blieb. Die meisten der verstörenden Wesen ignorierten die abgeschlagenen Glieder jedoch schlicht und rissen selbst mehrere der maskierten Dunkelelfenkrieger mit kraftvollen Schlägen von ihren Füßen. Einige wenige der Henker erhoben sich wieder unbeschadet, da die Klauen der Gruftschrecken ihre schwere Rüstung nicht zu durchdringen vermochten, während andere Henker am nekrotischen Gift oder an nässenden Wunden vergingen. Die Verluste unter den Dunkelelfen waren groß genug, dass nur noch eine einzelne Reihe der ihren sich um ihr Armeebanner und ihre Generalin scharrte und den untoten Monstrositäten am Fuß der Brücke weiterhin entgegenstellte. Die von nekromantischer Macht erfüllten Gruftghule sprangen indes in Fenster und an Schießscharten in dem Versuch an die Dunkelelfen im inneren des Wachturmes zu kommen. Eine kleine Anzahl Ghule wurde dabei von schlanken Schwertern aus dem Inneren durchbohrt und stürzte in die Tiefe. Weitere prallten an Schilden ab oder konnten die gut verarbeiteten Kettenhemden der Dunkelelfen mit ihren spitzen Zähnen nicht durchdringen. Es gelang den verderbten Aasfressern jedoch schließlich, eine größere Zahl Dunkelelfen aus dem Turm zu zerren und unrühmlich auszuweiden. Die Zahl der Besatzer des Turmes schrumpfte sichtlich dahin und lange konnten die Dunkelelfen diesen Abnutzungskampf sicherlich nicht mehr führen…

 
 
Zebeyana Kemscha schäumte vor Wut. Ein maßgeblicher Teil ihres Zornes rührte aus ihrem eigenen fatalen Übermut im Umgang mit der Schwarzen Magie und dem damit zusammenhängenden verheerenden Kontrollverlust, den sie erlitten hatte. Sie hatte mit einem Schlag mehr Henker von Har Ganeth getötet, als die untoten Schrecken, die gerade über sie herfielen, und nun fehlten ihr diese fähigen Krieger, um die Brücke langfristig zu verteidigen. Die Hydra stürmte dafür aus mehrerlei Mäulern brüllend auf die Todeswölfe zu und ignorierte die faulig riechenden Zombies zu ihrer Rechten. 
Im Nachhallen des Brüllens, das zu ihr herüber hallte, murmelte die zunehmend missmutige Zebeyana arkane Silben und verfluchte inmitten des hartumkämpften Nahkampfes die von aufgerissenem Fleisch und tumorigen Beulen geprägten Gruftschrecken mit einer mächtigen Version des Wortes der Schmerzen. Der jenseits des Wachturmes machte gar keinen Versuch diese mächtige Magie zu stoppen, als Zebeyana schon die nächste Magie zu manifestieren versuchte. Im chaotischen Durcheinander des Nahkampfes gelang es ihr jedoch nicht, die Magie zu wirken. Den bereits sichtlich ausgedünnten  Dunkeldornen im Wachturm gelang es dafür mit präzisen Schüssen ihrer Repetierarmbrüste, ein weiteres halbes Dutzend Ghule von vor dem Wachturm zu erlegen, sodass nur noch eine Handvoll der geifernden Leichenfresser verblieb. 
Die gewaltige Hydra pflügte nunmehr in die zurückweichenden Todeswölfe und riss mit ihren Mäulern sogleich zwei der Bestien in Stücke. Einige der Wölfe versuchten, durch die dicke Schuppenhaut des Ungetüms zu beißen, doch waren selbst ihre mächtigen Kiefer dazu zu schwach. Im Versuch seine Herrin zu retten, stieß der Adlige in den Reihen der Henker mit seinem gezackten Schwert blitzartig zu und durchbohrte ohne größere Probleme einen der über ihn türmenden Gruftschrecken, doch dieser schien davon kaum Notiz zu nehmen. Die Klingen der zweihändig geführten Draiche fuhren ebenfalls wieder in die Leiber und Glieder der Gruftschrecken. Der Nahkampf war mittlerweile so eng und hart umkämpft, dass den Henkern kaum Raum zum Führen ihrer tödlichen Zweihandschwerter blieb. Doch die Henker von Har Ganeth gehörten zu den gefürchtetsten und elitärsten Kriegern von ganz Naggaroth und sie hatten schon in weit aussichtsloseren Situationen gekämpft und einen kühlen Kopf bewahrt. Es gelang ihnen, einen weiteren der monströsen Geschöpfe in Stücke zu schlagen, bevor zwei Henker von mächtigen Klauen zerfetzt wurden. Gelenkt von der malignen Intelligenz des Vampirfürsten, stürzten sich nun jedoch auch einige der abscheulichen Amalgame direkt auf die Erzzauberin und ihren adligen Beschützer. Der Träger des Armeebanners wehrte die plumpen Angriffe vergleichsweise mühelos ab, doch Zebeyana war weniger geschult im Nahkampf und weit weniger gut gepanzert. Zwar schützte ihr mystisches Amulett sie vor Schaden, als die Klauen der untoten Wesen auf sie niederfuhren, doch brachen einige ihrer Rippen unter der Wucht der Hiebe, so dass sie kurzzeitig ins Taumeln geriet. Trotz ihrer Unterzahl drängten die verbliebenen Dunkelelfen die vernarbten Geschöpfe sogar ein wenig zurück und führten den Kampf voller Verzweiflung weiter…

  
 
 

Vigo Fariac spürte bereits wie vereinzelte Sonnenstrahlen, der hoch am Himmel stehenden Sonne, durch die dichte Wolkendecke brachen. Es schien nicht mehr lange zu dauern und der ganze Wolkenvorhang würde aufbrechen, darin war sich der Vampirfürst sicher. Um sich selbst machte sich Vigo weniger Sorgen. Er war ein mächtiger Vampirfürst, bei dem ein paar ungemütliche Sonnenstrahlen nicht mehr als ein leichtes Unwohlsein und oberflächliche Hautirritationen hervorrufen würden. Seine zwei unerfahrenen Handlanger jedoch würden schnell in Flammen stehen, wenn die ganze Macht der Sonne auf sie nieder scheinen würde. Doch auch wenn ihm ihr Schicksal relativ egal war, so brauchte er sie und ihre vampirische Stärke doch, um die Dunkelelfen endlich aus dem Wachturm zu vertreiben und diese Schlacht zu gewinnen. So lenkte Vigo die Fluchritter in Richtung des besagten Wachturmes in Vorbereitung darauf, diesen mit den Vampiren, die von ihm vor Jahren persönlich den Blutkuss erhalten hatten, anzugreifen. Die gespenstischen Sensenreiter schossen indes erneut durch die Reihen der Hexenkriegerinnen, doch dieses Mal schienen ihnen alle der wendigen Dunkelelfen aus dem Weg zu gehen, ohne dabei so töricht zu sein, sich ihnen mit ihren unwirksamen Waffen in den Weg zu stellen. Die Zombiehorden auf beiden Seiten des Schlachtfeldes wendeten sich dem Schlachtmittelpunkt zu, um die Schlinge um die Dunkelelfenarmee noch enger zusammenzuziehen. Die wenigen Gruftghule um den Wachturm begannen im Angesicht ihres vampirischen Meisters einen weiteren verzweifelten Angriff auf das hoch aufragende Gebäude. 
Im Anbetracht des nahenden Endes der Schlacht kanalisierten Vigo und seine Handlanger eine große Menge Todesmagie aus der Umgebung, denn die Winde des Shyish peitschten in ungewohnter Ballung über das Schlachtfeld. Der Vampirfürst erkannte seine Chance, endlich ohne größere Gegenwehr mächtige Zauber der Nekromantie zu wirken, und so sprach er in düsteren Silben Worte der Anrufung und Beschwörung, die die Untoten in der Umgebung mit unheiliger Kraft und Agilität verstärkte. Mehrere der im Dreck liegenden Gruftghule erhoben sich trotz schwerster Verletzungen wieder und auch die klaffenden Wunden der monströsen Gruftschrecken schlossen sich zum Teil, während ihre drahtige Muskulatur vor nekromantischer Energie pulsierte. Die vom Kampf bereits schwer gezeichnete Erzzauberin der Dunkelelfen versuchte, wenigstens die mächtige Anrufung von Nehek zu verhindern, die die untoten Geschöpfe wieder zurück in die Schlacht rief, doch gelang ihr dies im chaotischen Gewirr des aussichtlos scheinenden Nahkampfes nicht. 
Weit entfernt vom Turm und dem Hauptgeschehen der Schlacht wütete nach wie vor die Hydra unter den Todeswölfen und zerfetzte und zertrampelte dabei eine große Zahl der riesigen Wölfe, die sich weiterhin an ihrer widerstandsfähigen Schuppenhaut die Zähne ausbissen, bevor sie sich endgültig zerstreuten. Am Fuße des Wachturmes erfolgte ein letzter Sturmangriff der Gruftghule auf die garnisonierten Armbrustschützen und drei der Untoten  wurden von verzweifelten Schlägen der verteidigenden Dunkelelfen ausgeschaltet, bevor die Gruftghule selbst vier Dunkeldornen im Gebäude unrühmlich erlegen konnten. Dennoch hielten diese im Angesicht des sicheren Todes stand. Am Fuße der Brücke rangen indes der Draichmeister, der Adlige mit dem Armeebanner sowie die Generalin und Erzzauberin der Dunkelelfen weiterhin mit den auf sie eindringenden Gruftschrecken, des Nekromanten Frankenstein. Weder der Draichmeister noch der Adlige waren in der Lage, den missgestalteten Kreaturen ernsthaft beizukommen. Zebeyana schwang vor Wut ihr schlankes Schwert und rammte es einem der Ungetüme bis zum Heft in eins seiner trüben Augen, welches platzte und eine milchig weiße Flüssigkeit freigab. Bevor die Erzzauberin ihre Klinge wieder befreien konnte, ergriff der überraschend wenig beindruckte Gruftschrecken die Arme der Dunkelelfin mit seinen Klauen. Ein schreckliches knackendes Geräusch und ein gellender Schrei kündigten vom Brechen der Armknochen der alabasterhäutigen Erzzauberin. Der Gruftschrecken schleuderte sein Opfer daraufhin unliebsam und gedankenverloren zur Seite, so dass die Generalin der Dunkelelfen mit Wucht gegen das Brückengeländer krachte und reglos liegen blieb, bevor sich das Ungetüm daran machte das störende Schwert aus seiner Augenhöhle zu befreien. Die anderen Gruftschrecken hatten indes den Draichmeister entwaffnet und in zwei Teile gerissen, so dass Blut und Eingeweide mehrere Meter weit umher spritzten. Der Adlige hingegen duckte sich unter schwingenden Klauenarmen und fliegenden Organteilen hindurch, um an die Seite seiner bewusstlosen Herrin zu kommen, und parierte dabei auch den einen oder anderen donnernden Schlag geschickt mit seinem mittlerweile arg malträtierten Schild. Jedenfalls blieb er unversehrt und machte sich daran, die Brücke und seine gefallene Herrin alleine gegen die Unzahl von halb verwesten Abscheulichkeiten zu verteidigen…
 
 


Selbst die blutrünstige Todeshexe war nicht bereit, ihre Bräute und ihren Blutkessel in einem waghalsigen Angriff über den Fluss zu treiben. Hinter sich sah sie, wie der Adlige das Armeebanner in den Boden rammte und sich der ihn umzingelnden Kreaturen erwehrte. Die Dunkeldornen waren dem Tode geweiht und die verfluchten Hexer hinter ihr schrie sie entgegen, sich endlich um die insubstanziellen Geisterreiter zu kümmern, die fortwährend Opfer in den Reihen ihrer Hexenkriegerinnen forderten. Die Hydra war bereits viel zu weit entfernt, um in substanzieller Weise am Schlachtgeschehen teilzunehmen und würde sich wahrscheinlich noch in Stunden durch Horden von Zombies kauen. Die Fluchfeuerhexer blieben auf ihrer Seite des Flusses und schienen zunächst, das Gekeife der Todeshexe zu ignorieren. 
Doch dann begann der maskierte Meisterhexer ein sonores Summen, welches nach und nach von allen Hexern an seiner Seite aufgenommen wurde, bis sich plötzlich ein flackernder schwarzer Kugelblitz über ihnen manifestierte und in Richtung der geisterhaften Sensenreiter entlud. Der Blitz schlug mit einem ohrenbetäubenden Krachen auf und ein unirdisches Kreischen zeugte von seiner Wirkung auf die ätherischen Geistwesen. Die gesamten Sensenreiter wurden mit einem Schlag ausgelöscht, als die Schwarze Magie ihre Essenz schlagartig in Fetzen riss. Auf viel weniger spektakuläre Weise fertigten die ausgedünnten Dunkeldornen im Wachturm weitere vier Ghule ab, als diese von einer Mehrzahl von Bolzen durchbohrt wurden. Die Hydra pflügte mit einem Brüllen, welches bis zum Wachturm hörbar war, durch die Zombies, die wie Stoffpuppen umherflogen. Dennoch konnte ein Zombie, einen abgerochenen Knochen in ein Auge der Hydra zu rammen, als er selbst schon in zwei Teile gebissen in einem der Rachen der Hydra lag. Der Träger des Armeebanners, ein Adliger aus einem der Küstenstädte Naggaroths, versuchte mit weiten Schwüngen seines Säbels die Gruftschrecken auf Distanz zu halten, die sich bereits eng um ihn scharrten.  Für den Moment gelang es ihm auch, die verabscheuungswürdigen Kreaturen von sich und seiner bewusstlosen Herrin, die seinen Füßen lag, fern zu halten…


Vigo Fariac wollte alldem ein Ende machen. Er galoppierte an der Spitze seiner Fluchritter die kurze Distanz bis zum Wachturm. Kurz bevor er dort angelangt war, sprang er vom Sattel seiner Nachtmahre ab. Auf diese Weise gelangte er in kauernder Position an den Sims eines der oberen Turmfenster, welches sich etwa zehn Meter über dem Boden befand. Die beiden niederen Vampire an seiner Seite sprangen nur Sekunden später ebenfalls in die oberen Fenster des steinernen Gebäudes. Kaum war der Vampirfürst mit seinen niederen Blutsverwandten dort angelangt, wirkte er auf sich und seine Handlanger nekromantische Zauber, die sie mit unheiliger Kraft erfüllte. 
Während die gewaltige Hydra am Horizont mittlerweile alle Zombies in ihrer unmittelbaren Umgebung zerfetzt hatte, stürzten sich die grobschlächtigen Gruftschrecken wieder auf den einsamen Armeestandartenträger der Dunkelelfen. Dieser adlige Dunkelelf schwang seinen Säbel geschickt vor und zurück und bohrte sich dabei durch die freiliegende Sehnen einer der klobigen Geschöpfe. Die Verletzung schien dem Gruftschrecken jedoch nichts auszumachen und er und seine Kumpane machten sich daran von allen Seiten auf den Adligen der Dunkelelfen einzudringen. Der Adlige wich vielen der eher ungeschickt ausgeführten Schläge mit einer Agilität und Präzision aus, die auf viele Jahrzehnte Erfahrung auf dem Schlachtfeld hindeutete. Dennoch war der Dunkelelf derart umringt und in seinem Platz eingeschränkt, dass er nicht allen der wuchtigen Schläge ausweichen konnte. Zudem wollte er nicht von der Seite der gefallenen Erzzauberin weichen und den Weg über die Brücke freigeben. Viele der auf ihn niedergehenden Klauen prallten jedoch an seinem Schild und seiner schweren Rüstung ab, über die zudem ein Umhang aus Seedrachenhaut hing. Lediglich ein wuchtiger Schlag traf ihn derart gewaltig seitlich am behelmten Kopf, dass er kurzzeitig aus dem Gleichgewicht kam und zu taumeln begann. Karmesinrotes Blut lief unter dem reich verzierten Helm heraus, dessen Seiten wie stilisierte Drachenflügel aussahen. Schließlich fing sich der Dunkelelfenkrieger wieder, hob seinen Säbel in Verteidigungsposition und ließ die über ihm türmenden Ungetüme keinen Fuß weiter über die Brücke. Vigo sah dem Schauspiel einen Moment lang vom Fenstersims aus zu und lächelte gehässig. Es würde ihm nichts nützen, dachte der Vampirfürst, aber vielleicht würde er ihm später den Blutkuss geben. Denn Vigo wollte schon immer die Wirkung des Vampirismus auf Elfen beobachten und einen der ihren zu seinem Sklaven machen. Dieser Krieger schien würdig, einer seiner neuen Handlanger zu werden, aber für den Moment hatte der Vampirfürst wichtigeres zu tun, und so sprang er durch das Fenster in den Turm hinein. Einige wenige Dunkelelfenkrieger stellten sich ihm und seinen niederen Vampiren in den Weg, als sie in den Turm eindrangen. Mit hoch erhobenem Schild und mit zum Schlag bereitem Schwert näherten sich die überraschten Verteidiger den neuartigen Angreifern, darauf vorbereitet diese wie die Ghule zuvor zurückzuwerfen. Vigo sprang mit einer Geschwindigkeit auf sie zu, der kaum ein Auge folgen konnte. Selbst die schnellen und agilen Dunkelelfen wirkten plump in ihrer Verteidigung gegen diese unirdische Schnelligkeit und Kraft. Bevor die Dunkelelfen überhaupt ihre Schilde hatten heben können, hatte der Vampirfürst bereits drei von ihnen die Kehle herausgerissen. Drei weitere wurden dahingemetzelt, als Vigo zum ersten Mal in der Schlacht sein Schwert hob und in drei präzisen und mit unmenschlicher Stärke ausgeführten Streichen niederfahren ließ. Seine beiden niederen Vampire hackten ebenfalls drei Verteidiger in unrühmlicher Manier nieder und löschten somit alle verbliebenen Dunkelelfen im Turm aus. Während die beiden jungen Vampire hastig das vergossene Blut tranken, begab sich Vigo auf die Turmspitze. Dort angekommen warf er seinen Kopf in den Nacken und ließ ein unheimliches Jaulen ertönen, das noch in kilometerweiter Entfernung zu hören war…


Die Todeshexe gab ihren Hexen den Befehl vom Turm abzurücken und das Schlachtfeld zu verlassen. Es gab hier keine Morde und kein Blutvergießen für sie. Nur modrige blutleere Zombies, die ohnehin keine würdigen Opfer waren. Die Fluchfeuerhexer folgten ihnen kurzerhand nach, denn auch sie hatten kein Verlangen, einen unrühmlichen Tod im Schatten dieses maroden Turmes zu finden. Der Adlige mit dem Armeebanner erkannte seine aussichtlose Lage und die Tatsache, dass er auf sich alleine gestellt war und die Niederlage beschlossene Sache war. Es gab keinen Grund mehr die Brücke zu halten, denn der Turm war verloren und seine Verteidiger bis auf den letzten Elfen erschlagen. Mit einem weiten Schwung seines Säbels verschaffte er sich einige wenige Handbreit mehr Platz. Dann warf er seinen verbeulten Schild in das von knochigen Stacheln umsäumte Gesicht des auf ihn eindringenden Gruftschreckens, griff den reglosen Leib seiner Lehnsherrin und sprang mitsamt der regungslosen Erzzauberin über das Brückengeländer in die kühlen Fluten des schnellfließenden Flusses. Die starke Strömung des Gewässers trug beide in hoher Geschwindigkeit nordwärts davon…

Melistius (Imperium) vs. Frantisec (Vampirfürsten / Untotenlegion)




Meisterzauberer Melistius hatte eine schwere Wahl zu treffen gehabt. Angegriffen von gleich einer Vielzahl feindlicher Armeen, konnte das schon weit ausgedehnte Herrschaftsgebiet des Imperiums in den Düsterlanden nicht überall zeitgleich verteidigt werden. Erzlektor Hassenstein und seine Armee waren direkt von Legionen des Chaos, die dem Seuchengott huldigen, angegriffen worden und konnten nirgendwo sonst zur Verteidigung hin eilen, während die verbündeten Zwerge unter Führung des Zwergenfürsten Logan Trotzberg erst gerade mit Verstärkungen aus dem Nordosten angekommen waren und noch weit vom Kernland der vom Imperium dominierten Düsterlande entfernt waren. Entlang der Küste des Schwarzen Golfes war überraschend eine Untotenlegion aus dem Norden aufgetaucht, die aus den südlichen Grenzgrafschaften über die Meerenge gelangt war und die dortigen Minenanlagen des Imperium bedrohte. Bislang hatte das Imperium nur Gerüchte von vampirischen Untoten weit im Süden gehört, war jedoch soweit nie mit ihnen direkt in Konflikt geraten. Nur kurze Zeit nach dem Auftauchen dieser Bedrohung war zudem eine Armee Krieger des Chaos aufmarschiert, die ebenfalls aus den anarchischen Grenzgrafschaften kam und die direkt auf die Zwergenwehrstadt Barak-Varr zusteuerte, welche unter dem Schutz des Imperiums stand. Die Entscheidung wo Melistius mit seiner Armee zur Verteidigung hin aufbrechen würde, war eine schwierige, doch schließlich entschied sich der findige Meisterzauberer, die Minenanlagen am Schwarzen Golf gegen die Untotenlegion zu verteidigen, da diese Region deutlich verwundbarer erschien als Barak-Varr selbst. Er vertraute darauf, dass sich die Krieger des Chaos weiter östlich auch ohne aktive Verteidigung durch das Imperium an den soliden Mauern der Wehrstadt die Zähne ausbeißen würden. So marschierte er also mit seiner Streitmacht gen Norden, um den düsteren Vampir abzufangen, der die Untotenlegion befehligte. Die Fliegende Festung des irren Zauberers Fozzrik schwebte indes direkt oberhalb der imperialen Armee und Melistius spürte wie sich die Winde der Magie in der Nähe der Festung auftürmten und auch durch den Boden unter ihm flossen. Der Wind des Ghyran umspielte seine nackten Füße und Melistius war begierig die Macht des Lebens zu entfesseln und über die Untotenlegion und ihren düsteren Kommandanten kommen zu lassen… 
 
Meisterzauberer Melistius


Vampirfürst Frantisec Fariac führte seine jüngst ausgehobene Untotenlegion direkt in die verwundbaren Bereiche des vom Imperium gehaltenen Territoriums der Düsterlande. In der Dunkelheit der Nacht waren sie über die kurze Meerenge außerhalb der Sichtweite der Wehrstadt Barak-Varr übergesetzt und bedrohten nun das Kernland der Menschen des Imperiums. Frantisec konnte bereits spüren wie die Winde der Magie mit jedem Schritt gen Süden stürmischer wurden und er war sich bewusst, dass dies nur an der Nähe zu Fozzriks Fliegender Festung liegen konnte. Frantisec wusste diese zusätzliche Macht zu nutzen und, erfüllt mit zusätzlicher nekromantischer Energie, ließ er seine Legion in ungewohnter Geschwindigkeit die Küste entlang marschieren. Die untote Horde passierte auf ihrem Weg mehr und mehr verlassene Fischerdörfer und am Horizont konnte der Vampirfürst stets die Trecks fliehender Dorfbewohner ausmachen. Nach dem Überrennen der ersten unbedeutenden Fischerdörfer hatte sich die Kunde scheinbar wie ein Lauffeuer ausgebreitet, dass Untote an der vermeintlich sicheren Küstenregion zum Schwarzen Golf umgingen. Erst nach mehreren Kilometern Marsch konnte Frantisec am Horizont Banner ausmachen, die sich nicht wie die vielen Wagentrecks von seiner Legion wegbewegten, sondern auf sie zuhielten. Der Vampirfürst spürte zudem wie eine Präsenz, die der Wind des Ghyran umspielte und ihr wie eine Art Anker diente, in ihr befindlich war. Es musste sich dabei um einen vergleichsweise mächtigen menschlichen Zauberer handeln, darin war sich Frantisec Fariac sicher. Dass es ausgerechnet ein Meister der Lehre des Lebens zu sein schien, fand der Vampirfürst zudem äußerst amüsant und irgendwie ironisch. Frantisec freute sich darauf dem Meisterzauberer eigenhändig die Lebenskraft zu entziehen und das ganze Areal in ein Paradies des ewig stagnierenden Unlebens zu verwandeln…
 
Vampirfürst Frantisec Fariac

Am Rande eines zerstörten Fischerdorfes und in Sichtweise der nahen Küste prallten die Armeen aufeinander. Magische Stürme peitschten über das Land und türmten Felsen und Gelände in Wirbeln roher Magie auf. Vom Fischerdorf standen lediglich die Überreste der Umzäunung, der alte steinerne Wachturm, eine verlassene Gralskapelle kreuzfahrender Bretonnen sowie das massive Haupthaus des Dorfes. Umsäumt war das Dorf zudem von lichten Wäldern und einem von Küstenwasser gespeistem Moor. Von dem Wachturm hingen nun jedoch die ausgebluteten Leichen der tapferen Milizionäre, die nur Stunden zuvor ihr Dorf gegen die Untotenlegion zu verteidigen versucht hatten, und im großen Haupthaus des Dorfes lagen die frischen Leichen der gesamten dahingemetzelten Dorfbevölkerung, die dorthin vor Verzweiflung geflohen war…


Melistius (Imperium) vs. Frantisec (Vampirfürsten / Untotenlegion) [Sturm der Magie - D1]


 

Vampirfürst Frantisec Fariac beobachtete mit ruhigen Blicken, wie die Armee des Imperiums Stellung bezog. Große Regimenter Staatstruppen begaben sich auf Befehl ihres magiebewanderten Kommandanten in die Nähe der Arkanen Fokusse, die den Wachturm umsäumten. Ihre Aufgabe schien für Frantisec simpel und klar. Sie sollten diese Arkanen Fokusse und die Imperiums-Zauberer, die sich ihre Macht zu Nutze machen wollten, gegen den Zugriff seiner eigenen Armee schützen. Mehrere Kanonen begaben sich hinter der Infanterie in Position und eine Einheit düsterer Ordensritter schwenkte an der rechten Flanke der Armee des Imperiums entlang. Frantisec sah viele Zauberer in bunten Roben, die die Zugehörigkeit zu ihren Magieakademien symbolisierten. Nur ein Zauberer war gänzlich nackt und sein muskulöser Oberkörper war von allerlei gewundenen Tätowierungen bedeckt. Der Vampirfürst schmunzelte im Angesicht dieser primitiv anmutenden Gestalt, doch wich dieser Ausdruck dem eines gewissen Erstaunens, als eine mehrköpfige, brüllende Hydra an seiner Seite erschien. Doch nicht nur das Imperium hatte ungewohnte Verbündete. Frantisec ließ einen düsteren Lammasu und einen schattenumwobenen Fimir-Fluchunhold auf die Arkanen Fokusse in seiner unmittelbaren Nähe Position beziehen und warf seine Truppen in Richtung Feind. Zischende Jagdrudel Gruftghule sprangen vorwärts, begierig darauf ihre Reißzähne in frisches Menschenfleisch zu schlagen. Rotten von Vargheists stürzten durch die von Magie geschwängerte Luft,  während sich an den Flanken der Streitmacht zwei Flederbestien auf löchrigen Schwingen dem Feind näherten. Frantisec führte seine eigenen Skelettbogenschützen zielstrebig vorwärts, während sein junger Vampir-Akolyth mit der von ihm angeführten Einheit Skelettbogenschützen die nahe Gralskapelle betrat. Die bizarren Harpyien, die Frantisec kürzlich in mitten des magischen Sturmes entdeckt und magisch an sich gebunden hatte, flogen kreischend in Richtung der verwundbar wirkenden Kriegsmaschinen des Imperiums und bemühten sich dabei im Tiefflug an der wehrhaften Infanterie des Imperiums vorbeizukommen.


Die Winde der Magie peitschten über das Schlachtfeld und insbesondere der Wind des Shyish bäumte sich über dem Schlachtfeld auf, so dass die aufgehängten Leichen am Wachturm zu zucken begannen und das Wehklagen der Geister der gemarterten Zivilisten aus dem Herrenhaus über das Schlachtfeld klang. Ein aus dem Boden hervorgebrochenes Magieportal hinter den Reihen des Imperiums ließ einen funkensprühenden Feuerball inmitten der Bihandkämpfer niedergehen und zwei der in Plattenrüstung gehüllten Krieger vergingen in magisch hervorgerufenem Feuer. Das Lammaus begann auf der Spitze eines der Arkanen Fokusse mit seinen ledrigen Flügeln zu schlagen und manifestierte seine diabolische Magie, während es die Winde der Magie und allen voran den Wind des Shyish ein und auszuatmen schien. Violette Stränge von Magie strömten auf die Besatzung der Höllenfeuer-Salvenkanone zu und hüllten sie ein. Frantisec selbst badete ebenfalls in der anbrandenden Todesmagie und mit funkelnden Augen lösten sich knisternde dunkle Strahlen von selbigen in Richtung der schreckenerregenden Hydra am Rande des nebelverhangenen Moores. Meisterzauberer Melistius sah die düstere Magie und stieß seinen Stab krachend auf den Boden. In wenigen Sekundenbruchteilen schossen grüne Ranken aus dem Erdreich vor der Hydra und das magische Geschoss prallte in die magisch hervorgerufene Vegetation, die daraufhin schlagartig verwelkte, die Hydra dahinter jedoch unversehrt ließ. Die maligne Intelligenz des Lammasu war ebenfalls darum bemüht, weiterhin Tod und Verderben zu verbreiten. Es verwickelte den halbnackten Magiewirker auf dem ihm gegenüberliegenden Fokus in ein magisches Duell, aber dieser konnte dem mentalen Angriff allein durch seine Willenskraft, die seiner augenscheinlichen Körperkraft in nichts nachzustehen schien, wiederstehen. Das Lammasu hatte sich jedoch an der rohen Magie, die es für alle sichtbar umtoste, übernommen und eine markerschütternde Detonation erschütterte den Fokus und den monströsen Lammasu selbst, welches mit einem lauten Krachen vom Himmel fiel. Der Lichtzauberer in den Reihen der Bihandkämpfer erkannte seine Chance und griff nach der diffusen Magie, die von dem gebeutelten Fokus abgeleitet wurde. Schon immer ein Gespür für die eher diffusen Stränge der Magie, verwob der Zauberer diese und sprach einen Verbannungszauber auf die Skelettbogenschützen innerhalb der Gralskapelle. Ein helles Leuchten umspielte die zerstörten Fenster des Gebäudes und die losen Knochen von über einem halben Dutzend der untoten Krieger stürzten heraus. Am ganzen Körper Magie ausdünstend bäumte sich das Lammasu dennoch wieder auf die Hinterläufe und versuchte mit letzter Anstrengung sich der Seele der Hydra habhaft zu machen, doch auch diesen Versuch vereitelte Meisterzauberer Melistius mit einem Schwenk seines Stabes und einigen arkanen Worten. Die Besatzung der Höllenfeuersalvenkanone rang noch immer mit den vioeltten Energien, die sie zu überfluten drohten, und einer von ihnen verging, als die Energie seinen Kopf einhüllte und ihn erstickte. Kaum verstarben die magischen Angriffe für den Moment, da begannen die eher klassischen Fernkampfangriffe und beide Skelettbogenschützen-Einheiten ließen einen Pfeilhagel auf die von gegnerischen Zauberern besetzten Fokussen nieder. Eine Vielzahl der Pfeile prallten harmlos an den magischen Verwirbelungen, die die Fokusse umgaben, ab, aber einige wenige trafen die Zauberer auf ihnen. Der leicht bekleidete Magieanwender nahe der Hydra wurde von zwei Pfeilen in der Brust getroffen und sank auf die Knie, doch erhob er sich bereits kurze Zeit später mit einem grimmigen Blick im tätowierten Gesicht. Der imperiale Himmelszauberer gegenüber wurde ebenfalls von einem zu ihm durchdringenden Pfeil getroffen, der sich tief in seine Schulter bohrte und ihn mit schmerzverzerrtem Gesicht aufschreien ließ, doch auch er blieb standhaft und stützte sich auf sein reichverziertes Schwert...



 

Meisterzauberer Melistius hatte genug von der Defensive. Nun war es an ihm und seinem Magierzirkel, zurückzuschlagen. Es war in der Tat ein ganzer Magierzirkel, besetzt durch Zauberer aus beinahe jedem Orden der Magie in Altdorf, die Melistius begleitet hatten, um im Schatten von Fozzrik’s Fliegender Festung gegen die Untotenlegion zu kämpfen.  Zu ihnen gehörten allen voran Casimir Schreiber, der belesene Himmelszauberer, der Melistius schon bei seinen Feldzügen gegen die Dunkelelfen unterstützt hatte, sowie der Lichtzauberer Volkwin Luipoldus, einer der wenigen Überlebenden der Schlacht um Ekrund und den Berg Grimmzahn. Weiterhin gehörte dem Zirkel der grobschlächtige Zauberer des Bernsteinordens Meister Eckhart und der heißblütige Feuerzauberer Ferdinand Feuersbrunst an. Unterstützt wurden sie zudem von einem enigmatischen Zauberer, der sich ihnen kurz vor der Schlacht mit seiner monströsen Hydra angeschlossen hatte. Melistius kannte die Geschichten seines Ordens über die geheimnisumwitterten Bewahrer von Albion, die den Zauberern seines eigenen Ordens und ihren druidischen Vorläufern aus dem jungen Imperium gar nicht so unähnlich waren. Viele der tätowierten Zeichen auf der Haut des Bewahrers waren Melistius in der Form oder leicht abgewandelt ein Begriff. Melistius wusste jedoch, dass der Kampf nicht alleine durch Magie und die Zauberwirker gewonnen werden konnte, wenn er auch durch sie dominiert werden würde. Es gab im Schatten der umherwirbelnden Winde der Magie, eine Schlacht zu schlagen, die durch Blut und Stahl entschieden werden würde. Ein kurzer Schulterblick der schwergepanzerten Gestalt des kahlköpfigen und grimmig dreinschauenden Erzlektors Gottfried von Grunburg sowie ein kurzes verständiges Nicken durch ihn und Melistius, veranlasste die Schwertkämpfer der Fechtmeister von Altdorf zu einem Frontalangriff auf die fledermausartigen Kreaturen im Schatten des geschändeten Wachturmes. Der Wachturm und die von ihm herabhängenden Leichen schienen, die wilde blutrünstige Raserei dieser Kreaturen noch zu verstärken. Aber auch die imperialen Staatstruppen wurden in Anbetracht dieser blasphemischen Schändung der Leichen imperialer Freibürger und den frenetischen Gebeten Gottfried von Grunburgs von Hass erfüllt. Mit wildem Kriegsgeschrei und von Hauptmann Siegbert hoch erhobener Armeestandarte stürmte die imperiale Infanterie in den Nahkampf. An der rechten Flanke taten es ihnen die Ordensritter des Schweren Kavallerieregiments Karl Prinz von Altdorf gleich. In Begleitung des berittenen Feuerzauberers Ferdinand Feuersbrunst stießen sie im schnellen Galopp und mit gesenkter Lanze in die gerade aus dem Blutforst hervorgekrochenen Ghule. Die Bihandkämpfer, genannt Wappen von Melistius, und der sie begleitende Volkwin Luitpoldus vom Lichtorden marschierten geradewegs in Richtung Feindesgebiet. Ihre Aufgabe war, den Lichzauberer mit ihrem Leben zu beschützen, damit dieser seine wirkungsvolle Magie des Lichts gegen die Ausgeburten des Unttodes wirken konnte. Mit unaussprechlichen und fremdländisch klingenden Silben befahl der primitiv anmutende Bewahrer seine Hydra ebenfalls vorwärts, während er sich ohne mit der Wimper zu zucken einen feststeckenden Pfeil aus der Brust zog. 
 

Die Winde der Magie peitschten in die Höhe und wirbelten am Himmel umher, so dass Casimir Schreiber vom Celestial-Orden seine Chance nutzte und die aufgeladenen Energien der Azyr-Winde zu einem Donnerkeil formte, der blitzartig von Himmel schoss und auf die Harpyien in unmittelbarer Nähe des von ihm besetzten Fokusses zielte. Kurz bevor der Blitzschlag die kreischenden Missgeburten erreichen konnte, leitete der mächtige Vampirfürst ihn ab, indem er mit einem beiläufigen Schwenk seiner Hand einen Blitzableiter aus Knochen formte und die Energie des Blitzes harmlos in den Boden erden ließ. Meisterzauberer Melistius saugte indes die ganze in der Erde innewohnende Macht des Ghyran in sich auf, um den schwer verwundeten Bewahrer mit der Macht des Lebens zu heilen. Doch auch hier hatte der Vampirfürst andere Pläne und korrumpierte die lebenspendende Magie mit seiner nekromantischen Macht, bevor sie ihre Wirkung entfalten konnte. Melistius fluchte leise und nutzte die letzten Stränge der ihm zur Verfügung stehenden Lebensmagie, um die Todesmagie zu bannen, die die Besatzung der Höllenfeuer-Salvenkanone umschlungen hielt und ihnen auf kurz oder lang den sicheren Tod gebracht hätte. Der Meisterzauberer atmete tief durch. Magisch war den verderbten Untoten bislang nicht beizukommen und das trotz der vielen Magieanwender in den Reihen der imperialen Armee. Wie auf ein Zeichen, war das Donnern der feuernden Kanonen zu hören und mit einem kaum minder lauten Zischen spien die vielen Köpfe der Hydra gallertartige Brocken grünlichen Schleims auf den vom stierähnlichen Lammasu besetzten Fokus. Das dunkelhäutige Monster wurde mehrfach von dem hochgradig toxischen Auswurf getroffen und sein Unbehagen wurde durch ein lautes wütendes Brüllen deutlich. Die abgeschossenen Kanonenkugeln schlugen nur wenige Herzschläge später ähnlich zielgenau auf. Das erste Projektil traf einen der monströsen Vargheists und zerschmetterte mehrere Knochen der vampirartigen Kreatur, jedoch hielt es die Kanonenkugel durch seine eigene Masse auf und verhinderte somit einen Pfad der Zerstörung hinter sich. Eine zweite Kanonenkugel flog über die Varheists hinweg und schlug inmitten des Arklanen Fokusses ein, der vom Lammasu besetzt war. Gesteinsbrocken und entladene Magie flogen umher, als die schiere physische Zerstörungswut der Kanonenkugel den Fokus traf, und auch der bereits angeschlagene Lammasu stürzte tödlich getroffen in die Tiefe und regte sich nicht mehr. Die dritte Kanonenbesatzung stand ihren Kameraden in puncto Präzision in nichts nach und eine weitere von ihnen abgeschossene Kanonenkugel traf die nebelverschleierte Silhouette des Fimirs auf dem zweiten Arkanen Fokus. Auch hier richtete die massive Metallkugel die erwünschte Zerstörung an und zerschmetterte die Gestalt des Fimir-Fluchunholdes gänzlich, so dass kaum etwas Erkennbares von dem einäugigen Wesen verblieb.


Ein Jubeln ging durch die Reihen des Imperiums, wurde jedoch alsbald durch wilden Kampflärm abgelöst, denn die Fechtmeister Altdorfs waren im Schatten des geschändeten Wachturmes auf die bestienhaften Vargheists getroffen und Schwert und Klaue rangen um Leben und Tod. Hauptmann Siegbert kämpfte wie immer in vorderster Front. Mit Armeebanner und zwergengeschmiedetem Schild in der einen Hand und Breitschwert in der anderen stürmte er auf eines der geflügelten Wesen zu und erschlug es mit präzisen und kraftvollen Schwüngen seiner Klinge, bevor es sich vor ihm aufbäumen konnte. Der beutehungrige Vargheist unmittelbar daneben pflügte mit Krallen und Zähnen in die Reihen der Schwertkämpfer und war begierig darauf, seine Fänge in das warme Fleisch der Lebenden zu graben. Die Kreatur tötete mit erschreckender Leichtigkeit drei der Fechtmeister von Altdorf, als sie ihrer ungezügelten Wut und ihrem zehrenden Hunger freien Lauf ließ. Weder Schild noch Schwertkunst noch Kettenhemden boten Schutz gegen diese raubtierhafte Wildheit und Kraft. Erzlektor von Grunburg trotzte jedoch den Schlägen einer weiteren dieser hochaufragenden, aber dennoch menschenähnlichen, Kreaturen. Seine Rüstung war aus verzaubertem Meteoreisen geschmiedet und bot Schutz selbst gegen die messerscharfen Klauen dieser gestaltgewordenen Finsternis, die auf ihn eindrang. Von Grunburg selbst schwang mit lauten Gebeten auf den Lippen seinen schweren Zweihandhammer und schlug die Bestie mit knochenzertrümmernder Wucht zu Boden. Voller Hass in ihren Augen drangen die Fechtmeister Altdorfs auf jene Kreatur ein, die in ihre Reihen gebrochen war und verwundeten sie mehrfach mit von allen Seiten ausgeführten Streichen ihrer treuen Langschwerter. Letztlich lagen alle drei dieser abstoßenden Vampirwesen mit durchbohrtem Herz oder zerschmettertem Brustkorb am Boden und vergingen. Zur beinahe gleichen Zeit trafen am anderen Ende des Schlachtfeldes die edlen Ordensritter des Schweren Kavallerieregiments Prinz Karl von Altdorf auf die  hässlichen und verkrümmten Gruftghule. Die Lanzen der Ritter bohrten sich durch ihre schmutzige und dunkle Haut, während gleichzeitig mehrere der Ghule die Ritter im vollen Galopp ansprangen und sie aus dem Sattel zu reißen versuchten. Ein halbes Dutzend der Ghule wurde durch den initialen Angriff aufgespießt und von den Streitrössern zu Boden getrampelt, während die meisten Ghule an den Schilden und schweren Plattenrüstungen abprallten oder sich an selbigen die spitzen Zähne ausbissen. Lediglich ein einzelner Ordensritter wurde aus dem Sattel gerissen und durchs geöffnete Visier von geifernden Mäulern und gefletschten Lippen begrüßt und zerfleischt. Der Zauberer des Feuerordens, der adlige Ferdinand Feuersbrunst, schwang todesmutig sein zeremonielles Schwert, doch boten seine wallenden Roben bei weitem nicht den Schutz der stählernen Rüstungen der Ordensritter. Schmutzige vor Gift triefende Klauen gruben sich in seinen Oberschenkel und drohten, ihn vor Schmerz ohnmächtig werden zu lassen. Der verblieben Ghule wurden letztlich schmucklos niedergetrampelt oder flohen in den nahen Blutforst. Die Ritter selbst stoppten vor dem dichten Waldstück, um nicht Opfer der dichten Vegetation darin zu werden, und richteten sich für einen Angriff auf die Hauptlinie der Untoten aus...



 
 
Mit einem unirdischen Kreischen stieß die linke Flanke der Untotenlegion vorwärts. Die Vargheists schossen mit wenigen Schlägen ihrer großen, faserigen Flügel voran auf die giftspeiende Hydra zu. Die Flederbestie erhob sich hinter den eigenen Linien indessen auf zerfetzten Flügeln und schwang sich am Arkanen Fokus vorbei auf die exponierten Ordensritter des Imperiums. Krachend landete die monströse Kreatur halb im Unterholz  des Blutforstes und mit dem rechten Hinterlauf im sumpfigen Gelände des nebligen Moores und dies wurde ihr schließlich zum Verhängnis, bevor Ritter und Flederbestie überhaupt einen Schlag ausgetaucht hatten. Denn kaum war sie gelandet, da versank ihr von dicken Muskelfasern umgebener Hinterlauf im Morast. Im Nebel des Moores konnten zudem schwach gelbliche Lichter ausgemacht werden, die  wie einzelne zyklopische Augen anmutende. Die Menschen der Region sprachen häufiger hinter vorgehaltener Hand von einäugigen dämonischen Kreaturen, die in Sümpfen hausen und des Nachts Frauen und Kinder  rauben. Die Flederbestie schlug jedenfalls verzweifelt mit den Flügeln, als ihr die schlagartigen Bewegungen und ihre große Masse schließlich zum Verhängnis wurde und sie Stück für Stück in das neblige Moor sank. Schließlich versank sie ganz und nur das Blubbern im Morast verwies auf ihren Abgang. Den Vargheists ging es bei ihrem gewagten Angriff nur geringfügig besser, als die Hydra ihnen aus kürzester Entfernung Brocken voll ätzendem Gift entgegenspuckte. Zwei der Vargheists vergingen sofort, als sich das Gift durch Rückenkämme, Flügel und drahtige Muskulatur fraß, und nur ein dampfender Knochenhaufen von ihnen verblieb. Am anderen Ende des Schlachtfeldes schwang sich eine weitere Felderbestie an der Gralskapelle vorbei und brach durch die Baumwipfel des vor ihm liegenden Waldes, bevor es mit knirschenden Knochen nicht unweit des Regiments Bihandkämpfer landete. Die Harpyien versuchten verzweifelt, die naheste Kanone und ihre wehrlos anmutende Besatzung zu erreichen, die starken Winde in der Nähe des Arkanen Fokusses und ihres Himmelszauberers ließen sie jedoch nicht weit kommen und so schien die Kriegsmaschine des Imperiums für den Moment sicher. Frantisec bellte zornige Befehle und ließ seine beiden Nekromanten die vakanten Fokusse besetzen, um die magische Dominanz in der Schlacht nicht zu verlieren. Den Verlust der beiden zauberkundigen Kreaturen, die er hervorgerufen hatte, hatten seine Schlachtpläne schwer getroffen und er war fest entschlossen, dem Feind diese Möglichkeit nicht für sich nutzen zu lassen. Einer der Nekromanten schwebte auf einer Säule von Knochen und Schädeln empor, während der andere Nekromant auf den Schwingen ätherischer Geister empor gehoben wurde.
 

Die Winde der Magie bliesen nach wie vor stark über das Schlachtfeld, doch schienen die aszendenten Winde weiter in die Höhe zu steigen und diffuser zu werden. Vampirfürst Frantisec Fariac war nicht gewillt den Sturm der Magie von Winden wie Azyr oder gar Hysh geprägt zu sehen und so riss er mit Hilfe seiner verderbten Nekromanten an den diffusen Strängen der Magie und ließ den Wind des Todes – Shyish – das Schlachtfeld dominieren. Beide Nekromanten schienen, sich an dem verblichenen Lammasu ein Beispiel genommen zu haben, und nutzten die Todesmagie um den Feind in Fluten aus tödlicher magischer Energie einzuhüllen. Die Besatzung der Höllenfeuer-Salvenkanone, die noch immer verzweifelt auf den Feuerbefehl des Meistertechnikusses wartete und sich gerade vom letzten magischen Angriff erholt hatte, wurde Opfer des ersten magischen Angriffe dieser Art, während die Hydra von der Magie der Nekromantin, einer alten Strigani-Hexe, erfüllt wurde. Die Todesmagie wandte sich um die Hälse und Köpfe der Hydra, doch Melistius, der Meisterzauberer des Imperiums wollte die Schlagkraft der Hydra im Angesicht der monströsen Gegner nicht verlieren und bannte die aufgestaute Todesmagie um das vielköpfige Monster. Die Strigani-Hexe lachte nur gehässig und zeigte mit einem ihrer krummen und knochigen Finger auf den Bewahrer, der die Spitze des ihr gegenüberliegenden Arkanen Fokusses in Besitz hielt. Beide Magiewirker, die unterschiedlicher nicht sein konnten, starrten sich für einen kurzen Moment an. Der vor Körperkraft und physischer Gesundheit strotzende Bewahrer, der die Magie der Natur nutzte, und die verkrüppelte Strigani-Hexe, die die Magie des Todes manipulierte. Plötzlich verloren  die Augen des Bewahrers jeden Glanz und er stürzte bäuchlings vom Fokus, während seine geraubte Seele bereits im Griff der Strigani-Hexe kreischte und von ihr dem Wind des Todes überlassen wurde. Der Bewahrer war tot, bevor sein Körper auf dem Boden vor dem Fokus aufschlug, und seine bereits vom Äther verschlungen. Der Versuch des männlichen Nekromanten es der Strigani-Hexe gleichzutun und die Seele des ihm gegenüber befindlichen Himmelszauberers zu rauben, gelang jedoch nicht. Mit dem Tod des Bewahrers hatten die untoten Magiewirker eine magische Dominanz erreicht und die Strigani-Hexe nutzte diese Möglichkeit, um einen der berüchtigtsten Zauber des Amethyst-Ordens zu wirken. Stränge amethystfarbener Magie wurden gewoben und zogen sich um die Ordensritter zusammen. Die Streitrösser wieherten nervös und ihre Reiter stießen erschrocken Worte der Warnung aus, doch nichts konnte den Aufbau der Magie aufhalten. Meisterzauber Melistius stand mit weit aufgerissenen Augen da, als er sah welche unglaublichen Mengen magischer Energie die Strigani-Hexe zusammenzog und dabei wie von Sinnen lachte. Mit einem Mal waren die Ritter und der sie begleitende Feuerzauberer verschwunden und nur Reste der Todesmagie waberten dort, wo sich noch Augenblicke zuvor die elitären Kavalleristen befunden hatten. Der plötzliche Abriss der Magie, hatte jedoch zu Folge, dass es die manische Hexe mit einem ohrenbetäubenden Knall in der Luft zerriss. Der Arkane Fokus, auf dem sie sich nur Momente zuvor befunden hatte, fegte über das Schlachtfeld und kam schließlich in dessen Zentrum zum Stehen. Erneut spannten die untoten  Bogenschützen ihre Bögen und ließen dutzende von unirdisch präzisen Pfeilen fliegen. Die magischen Verwirbelungen um den Arkanen Fokus des imperialen Himmelszauberers schützten den Magier, so dass er unbeschadet blieb. Der Bogenschützenmiliz des Imperiums erging es weniger gut und über ein halbes Dutzend der in Deckung befindlichen Plänkler wurde von rostigen Pfeilspitzen durchbohrt und getötet. Die Flederbestie, die in unmittelbarer Nähe zu den Bihandkämpfern gelandet war, öffnete ihren von hervorspringenden Zähnen umrandeten Kiefer und ließ ein seelenzerfetzendes Kreischen erklingen. Beinahe ein halbes Dutzend der schwer gepanzerten Bihandkämpfer hielten sich die blutenden Ohren und brachen schließlich inmitten ihrer Kameraden leblos zusammen. Am anderen Ende des Schlachtfeldes schlug der letzte verbliebene Vargheist in rasender Wut auf die sich vor ihm auftürmende Hydra ein. Seine Klauen durchdrangen die feste Schuppenhaut des mehrköpfigen Ungetüms, während sein hervorschnellender Biss an den harten Schuppen abglitt. Die meisten Verletzungen waren jedoch nur oberflächlich und begannen, sich zum Teil auch bereits wieder zu regenerieren. Die Köpfe der Hydra schnellten dafür nacheinander blitzartig herab und rissen den Vargheist prunklos in kleine blutige Stücke, die das Monster entweder gierig verschlang oder einfach in der Gegend verteilte…





Erneut blies der Wind des Azyr mächtig über den sturmumtosten Himmel. Casimir Schreiber, der Zauberer des Clestial-Ordens, schwebte bereits wenige Meter über dem wirbelnden Fokus getragen auf den Schwingen seiner in Aszendenz befindlichen Himmelswinde. Meisterzauberer Melistius nickte dem Himmelszauberer entschlossen zu und schloss sich im Laufschritt den Schwertkämpfern der Fechtmeister Altdorfs in ihrem Marsch auf die Einheit des kommandierenden Vampirfürsten an, während er die stark ausgedünnten Bogenschützenmiliz hinter sich ließ. Nach nur ein paar gewechselten Worten mit Erzlektor von Grunburg, waren sich die beiden Männer einig, dass sie den verderbten Blutsauger in den Reihen der Skelettbogenschützen stellen und ausschalten mussten, um die Schlacht endgültig zu gewinnen und die Untoten aus ihrem Land zu vertreiben. Er war der treibende Motor, die düstere Präsenz und der finstere Wille auf dessen Befehl die untote Legion voranschritt und den stillen Tod mit sich brachte. Die Bihandkämpfer setzten ebenfalls und trotz der schweren Verluste durch das ohrenbetäubende Gekreische der monströsen Flederbestie weiter vor und auf den von einem verhüllten Nekromanten besetzten Fokus zu. Die wild fauchende Hydra wuchtete ihren massigen Körper beinahe parallel zu den Fechtmeistern Altdorfs und entlang des nebligen Moores vorwärts, begierig darauf mehr Feinde in Stücke zu reissen. Meisterzauberer Melistius sah mit Befriedigung, wie seine Armee im Gleichschritt auf den Gegner zu eilte, und fing erneut an, den Wind des Ghyran aus Boden und Umgebung zu ziehen. In gewisser Weise frustrierte es den Meisterzauber, dass er die meiste Zeit damit beschäftigt war, die magischen Angriffe des Gegners zu kontern, anstatt den Feinden selbst mit der Macht des Lebens zuzusetzen. Zunächst bannte er den mächtigen Zauber, der die Ordensritter und Ferdinand Feuersbrunst jenseits von Zeit und Raum gefangen hielt. Es war kein einfaches Unterfangen, aber es gelang Melistius das Schwere Kavallerieregiment Prinz Karl von Altdorf wieder in einem Stück auf das Schlachtfeld zu befördern. Ein lauter Knall kündigte indes von der Magie des Himmelszauberers Casimir Schreiber, der erneut versuchte die störenden Harpyien aus dem Himmel zu jagen, doch auch diesmal leitete der Vampirfürst diese Magie kurzerhand ab. Meisterzauberer Melistius witterte seine Chance und wirkte einen seiner mächtigsten Zauberer, in dem Versuch den verfluchten Vampirfürsten ein für alle Mal auszulöschen. Als der Nekromant auf dem Fokus sah, wie Elementarwesen aus dem Boden inmitten der Skelettbogenschützen um seinen Vampirmeister hervorbrachen, lass er arkane Silben von einer alten Papyrusrolle, die die Wesen wieder leblos zusammensinken und die Lebensenergie des Zaubers verpuffen ließ. 


Das laute Knallen hinter dem Meisterzauberer zeugte vom Beschuss durch die verlässlichen Großkanonen. Die Geschütze mit den Namen Die verlässliche Valerie und Dicke Dora feuerten auf den geflügelten Schrecken, der Nahe den Bihandkämpfern gelandet war und sie mit seinem ohrenbetäubenden Gekreische malträtiert hatte. Beinahe gleichzeitig schlugen beide Kanonenkugel vor dem riesigen Skelettmonstrum auf und trafen es mit einem lauten Krachen. Das Erste Geschoss durschlug eines der löchrigen Flügel nahe am stark verwesten Körper und zersplitterte dabei einige der freiliegenden Knochen. Das zweite Projektil traf den großen, dämonischen Schädel und ließ selbigen herumfahren, während kapitale Zahnfragmente umherflogen. Die letzte Großkanone, Sigmars Hammer genannt, feuerte schließlich ebenfalls und traf den wirbelnden und von kreischenden Geistwesen umgebenen Fokus des buckligen Nekromanten. Mit lautem Getöse schlug die Kanonenkugel zielgenau auf den Fokus knapp unterhalb des Nekromanten, so dass sich Gesteinsbrocken und Irrlichter von ihm lösten, doch gewann er sogleich seine Konsistenz aufs Neue und der Nekromant selbst blieb – sehr zum Verdruss der Kriegsmaschinen-Besatzung von Sigmars Hammer – unbeeindruckt und unverletzt an Ort und Stelle stehen. Die riesige Flederbestie bäumte sich jedoch schwer getroffen auf, da sahen die drei überlebenden Jäger der ausgedünnten Bogenschützenmiliz eine Möglichkeit, sich für das Ableben ihrer Kameraden zu rächen. Nur wenige Herzschläge später ließen sie drei präzise abgeschossene Pfeile auf das Ungetüm fliegen. Zwei der gefiederten Projektile prallten am knochigen Schädel der Bestie ab, doch der dritte bohrte sich tief in das Auge der untoten Kreatur und in das kleine Gehirn dahinter. Ein letztes Mal bäumte sich das untote Geschöpf auf und schlug verzweifelt mit den zerfetzen Flügeln, als die nekromantische Magie entwich, die es am Leben hielt. Jubelschreie gingen erneut durch die Reihen der Geschützmannschaften und der vorrückenden Infanterie des Imperiums. Wenn ihre Magie schon kaum Schaden verursachen würde, so dachte Meisterzauber Melistius, ihre verlässlichen Kriegsmaschinen würden dem Feind schon zeigen, was es bedeutet sich gegen das Imperium zu stellen…

 



Vampirfürst Frantisec Fariac aus der Blutlinie derer von Carstein fluchte innerlich. Jedwedes aristokratisches Verhalten seinerseits war verflogen und seine animalische Seite kam mehr und mehr zum Vorschein. „Tod den Lebenden!“, hauchte der Vampirfürst, so dass es über das ganze Schlachtfeld zu hören war und seine Untergebenen entsprechend in Aktion rief. Die Ghoule im Zentrum stürzen sich zähnefletschend auf die Bihandkämpfer vor ihnen, die gerade versuchten, zwischen den Arkanen Fokussen hindurch zu manövrieren, ohne dabei die geordnete Formation zu verlieren. Die Skelettbogenschützen in der Gralskapelle nicht unweit davon, verließen selbige unter Führung ihres Vampirs. Fratisec eigene Einheit Skelettbogenschützen formierten sich indes in stiller Präzision neu, um auf die unmittelbar bevorstehenden Angriffe durch die Truppen des Imperiums vorbereitet zu sein. Findig wie der Vampirfürst war, wollte er die Soldaten des Imperiums durch einen vorschnellen Angriff ihrerseits in das neblige Moor vor sich locken. Seine übernatürlichen Sinne erkannten die einäugigen Schrecken, die sich seit Beginn des Sturmes der Magie darin tummelten und begierig darauf waren jeden, der nicht schnell genug war, tiefer in das Sumpfgebiet zu ziehen. Mit gewisser Befriedigung sah Frantisec zudem, dass die Harpyien endlich die erste Kriegsmaschine des Feindes erreicht hatten und sich nun für die angerichtete Zerstörung in seiner Armee ausgiebig revanchieren konnten. Das magische Portal in ihrer Nähe überflutete sie zwar auf dem Flug mit schädlicher Todesmagie, aber Frantisec war sich sicher, dass dies ihrem Blutdurst keinen Abbruch tat. 




Der Vampirfürst selbst atmete die allgegenwärtige Todesmagie ein, auch wenn ihr Wind nicht mehr im Aszendenten stand. Zwar gelang es ihm nicht die Magie für ein magisches Geschoss auf die sich stetig nähernde Hydra zu bündeln, doch ließ er den schrecklichen Fluch der Jahre über den Pulk imperialer Infanterie nebst ihrer wichtigsten Anführer kommen. Melistius, der Meisterzauberer des Imperiums, ließ dies jedoch nicht zu und bannte den nekromantischen Alterungsfluch mit einem kurzen Anschwellen von dazu konträrer Lebensmagie um die Seinen. Der Versuch des Nekromanten auf seinem Fokus sich der Seele des Meisterzauberers habhaft zu machen, scheiterte ebenfalls an der unumstößlichen Willenskraft des Meisters der Lehre des Lebens. Weniger Glück hatte Casimir Schreiber, den der Nekromant in eine Flut aus Todesmagie einhüllte. Zuletzt wurde der Himmelszauberer gesehen, wie er umgeben von amethystfarbener Energie und keuchend vor Atemnot rücklings vom Arkanen Fokus in die Tiefe stürzte. 

 
Die Skelettbogenschützen um Vampirfürst Fariac schossen einen Pfeilhagel auf die sich unerbittlich nähernde Hydra, aber keiner der Pfeile konnte die dicke Schuppenhaut des mehrköpfigen Ungetüms durchdringen. Die Skelettbogenschützen, die sich gerade aus der Gralskapelle gelöst hatten, waren erfolgreicher und erlegten zwei der Schwertkämpfer im Zentrum des Schlachtfeldes. 
 



Zwischen der Skelettbogenschützen und ihrem Ziel trafen nun die Gruftghule auf die Bihandkämpfer. Wild fauchend stürzen sich die Aasfresser auf die Staatstruppen und den verwundbar erscheinenden Lichtzauberer in ihren Reihen. Gleich mehrere Ghule versuchten dabei ihre schmutzigen Klauen in das Fleisch des blassen Magieanwenders zu schlagen, während die Mehrzahl versuchte, Lücken in den Plattenrüstungen der Bihandkämpfer zu finden. Mehrere Krallen schnitten mit Leichtigkeit durch die weißen Roben des Zauberers und verwundeten ihn schwer, während ein einzelner Bihandkämpfer schmucklos zu Boden gerissen wurde und ein unrühmliches Ende zwischen den nadelspitzen Zähnen der Leichenfresser fand. Die elitären Bihandkämpfer schwangen daraufhin beinahe unisono ihre Großschwerter und dekaptierten mehrere der verabscheuungswürdigen Kreaturen mit präzisen Schlägen, bevor der Lichtzauberer ihnen zum Opfer fallen konnte oder ihr gefallener Kamerad in Gänze verspeist worden wäre. Die restlichen Ghule wurden schließlich verstreut oder kurzer Hand niedergestreckt. Die Harpyien hatten indes ganze Arbeit geleistet und die blutigen Überreste der Kriegsmaschinen-Besatzung großflächig über ihr Geschütz verteilt, bevor sie sich direkt auf die benachbarte Großkanone und deren Besatzung warfen…

  

Den Verlust von Leben hinter den Linien des Imperiums spürte Melistius in jeder Faser. Mit einem kurzen Schulterblick befahl er den wenigen Bogenschützenmilizionären, dort im Kampf der Kanonenbesatzung gegen die geflügelten Harpyien auszuhelfen. Er selbst marschierte mit den Fechtmeistern Altdorfs, Erzlektor von Grunburg und Hauptmann Siegbert weiter voran, um das Regiment Schwertkämpfer in die Flanke der Skelettbogenschützen zu manövrieren. Jedenfalls hatte Melistius keinen Bedarf, die Staatstruppen unter seinem Befehl in das neblige Moor voller unnatürlicher Kreaturen zu führen. Telepathischen Einflüsterungen des Meisterzauberers folgend trampelte auch die monströse Hydra vorwärts und begab sich in eine Position an der den Schwertkämpfern gegenüberliegenden Flanke. Meister Eckhardt, der zerzaust wirkende Zauberer des Bernsteinordens, erreichte schließlich den vakanten Fokus, der am weitesten vom eigentlichen Schlachtgeschehen entfernt war, und begab sich getragen von Winden der Magie auf seine Spitze. Die Ordensritter des Schweren Kavallerieregiments Prinz Karl von Altdorf schwenkten ebenfalls in eine Flankenposition zu den Skelettbogenschützen, nachdem sie sich von ihrem unfreiwilligen Ausflug in die außerweltliche Dimension des Kristalllabyrinths erholt hatten, und senkten angriffsbereit ihre Lanzen. Ferdinand Feuersbrunst löste sich vorsichtshalber von den Ordensrittern, da er bei einem Frontalangriff auf einen so mächtigen Vampirfürsten lieber nicht in der ersten Reihe stehen mochte. Der gleichwohl verwundete Lichtzauberer Volkwin Luitpoldus verließ ebenfalls die Bihandkäpfer in denen er sich befunden hatte, nachdem diese sich den aus der Gralskapelle strömenden Skelettbogenschützen, die ebenfalls von einem Vampir angeführt wurden, zugewandt hatten. 
  


Luitpoldus stützte sich schwer auf seinen Stab, als er bemerkte wie die Winde des Hysh an Macht gewannen und plötzlich im Aszendent standen. Der Zauberer des Lichtordens zögerte nicht lange und begann, die diffusen Stränge der Lichtmagie zu bündeln, um einen mächtigen Verbannungszauber auf die Untoten zu wirken. Er war jedoch zu schwach und die schwer greifbare Magie entglitt ihm, bevor sie zum gewünschten Zauber verwebt war. In diesem Moment ergriff Meisterzauberer mit erschreckender Routiniertheit die verbliebene Magie und beschwor erneut die Bewohner der Tiefe, um das gefährlichste Regiment des Feindes und ihren Vampirfürsten in den Schoß von Mutter Erde zu verbringen. Vampirfürst Fariac war nicht in der Lage, die geballte Lebensmagie unwirksam zu machen, und so brachen elementare Kreaturen aus dem Erdreich und begannen Skelett um Skelett in die Tiefe zu ziehen. Auch den Beinen des Vampirfürsten bemächtigten sich einige der erdigen Wesen, doch riss er sich problemlos frei, während etwa die Hälfte der Skelettbogenschützen-Einheit unter der Erde, aus der sie sich nur Wochen zuvor durch nekromantische Zauber erhoben hatte, begraben wurde. Die sich langsam verflüchtigende Lebensmagie reichte sogar noch aus, um den berittenen Zauberer des Feuerordens Ferdinand Feuersbrunst von seinen schmerzhaften Verletzungen zu heilen. 
 



Die Kanoniere der Großkanone Sigmars Hammer visierten, trotz sorgenvoller Blicke gen der Besatzung der anderen Großkanonen sowie ihrer sterblichen Überreste, wieder den einsamen Nekromanten auf dem Fokus an und trafen ihn diesmal direkt, so dass sein zerschmetterter Leichnam noch viele Meter weit weggeschleudert wurde. Die Harpyien ließen ihrer Mordlust weiter freien Lauf und massakrierten die nächsten verzweifelten Kanonenschützen. Diese Zurschaustellung roher Gewalt und das Vernehmen kläglicher Schmerzensschreie veranlasste die Bogenschützenmiliz in unmittelbarer Entfernung zu einer Kehrtwendung und zur panischen Flucht vor den geflügelten Unwesen. Die mittlerweile blutverschmierten Harpyien selbst hasteten nach getaner Arbeit in Richtung der letzten Kriegsmaschine des Imperiums vor, begierig darauf weitere wehrlose Opfer in Stücke zu reißen…

 




Es bedurfte nicht der überirdischen Sinne eines Vampires, um zu erkennen das Frantisec Fariac und seine Einheit Skelettbogenschützen von den Truppen des Imperiums eingekreist waren. Der Vampirfürst war vom Jäger zum Gejagten geworden und erkannte dies mit gewissem Missmut. Blitzschnell analysierte Frantisec seine Optionen: Kampf, Flucht Gegenangriff; wohin, worauf, womit. Für einen Moment gedachte er, den berittenen Feuerzauberer anzugreifen, doch dann sah er, dass die Ordensritter ihn womöglich vorher abfangen würden können. Der Bestienzauberer auf dem weit entfernten Fokus, wäre sicher auch ein lohnenswertes Ziel, doch war sich Frantisec sicher, dass er ihn selbst mit seiner vampirischen Schnelligkeit nicht in Kürze erreichen würde können. In dessen unmittelbarer Nähe sah er zudem, wie sich die kreischenden Harpyien auf ihre nächsten Opfer in Form der letzten verbliebenen Großkanone und ihrer Geschützmannschaft sowie ihren nahen Meistertechnikus stürzten. Schließlich sprintete der Vampirfürst mit übermenschlicher Geschwindigkeit zwischen den Schwertkämpfern des Imperiums und dem nebligen Moor hindurch und wandte sich im Rücken der Staatstruppen zu ihnen um. Die Skelettbogenschützen wandten sich indes langsam den Ordensrittern und dem einsamen Feuerzauberer um und präsentierten den Schwertkämpfern somit ihre verwundbare Flanke. Die Skelette hatten jedoch ihren Soll erfüllt, war sich Frantisec gewiss, zudem könnte er sie jederzeit ohne Probleme wiederbeleben. Der Vampir in der Skelettbogenschützeneinheit nahe der Gralskapelle schlich ebenfalls aus seiner Einheit, in dem Versuch die sich nähernden Bihandkämpfer zu umrunden, während die Skelettbogenschützen selbst im langsamen Gleichschritt auf die Elitesoldaten des Imperiums zugingen. 
 



Der unerfahrene Blutsauger versuchte mit Hilfe seines rudimentären Verständnisses von Nekromantie, weitere untote Krieger aus ihren Gräbern zu wecken, doch, kaum regten sich die ersten morschen Knochen der gefallenen Krieger, da fielen sie auch schon wieder in sich zusammen, als dem jungen Vampir die Magie zur Kontrolle entglitt. Vampirfürst Fariac tat selbiges, doch war seine Macht über die Toten und seine nekromantischen Künste deutlich ausgeprägter und stärker, als die seines Handlangers, so dass sich ein halbes Dutzend zuvor erschlagener Skelette wieder aus dem Erdreich erhoben. Doch Frantisec hatte noch lange nicht genug. Er badete in dunkler Magie und nahm immer mehr Todesmagie in sich auf. Erneut sprach er den mächtigen Fluch der Jahre aus, doch erneut bannte der Meisterzauberer des Imperiums diese unheilige Magie mit all seiner Macht. Vampirfürst Fraiac fletschte die Zähne vor Wut und ballte mehr dunkle Magie zusammen. Unter ihm wurde der Boden rissig und über ihm ballte sich ein unnatürlicher Sturm zusammen. Violette Blitze zuckten am Himmel und der Erdboden bebte merklich, als würde er gegen seine schiere Präsenz selbst revoltieren. Mit einem lauten Grollen entluden sich kohärente Strahlen reiner Schwärze von seinen Augenpaaren und schossen in Richtung des Feuerzauberers auf seinem Ross. Zwei Ordensritter gaben ihren Streitrossen die Sporen und warfen sich schützend mit erhobenen Schilden in den Weg des magischen Geschosses. Die Schilde rosteten innerhalb eines Herzschlages zu nichts als rostiger Schlacke und der zerstörerische Strahl bahnte sich weiter seinen Weg auf den hilflosen Zauberer des Feuerordens zu. Ferdinand Feuersbrunst wurde direkt von der dunklen Magie erfasst und innerhalb weniger Augenblicke lösten sich Haut, Fett und Muskeln von seinem Körper, so dass schließlich nur geschwärzte Knochen von ihm und seinem Reittier verblieben. Sein gequältes Schreien hing für einige kurze Momente über dem Schlachtfeld, bis sie vom unirdischen Heulen des Vampirfürsten selbst übertönt wurden. Wie bereits im Kampf gegen die Armee des Gruftkönigs im Frühling, hatte sich Frantisec Fariac in seiner Arroganz und seinem Übereifer an der schieren dunklen Magie übernommen und die Kontrolle über sie verloren. Er erkannte seinen fatalen Fehler und spürte, wie das Reich des Chaos an ihm zog. Mit einem markerschütternden Knall war der Vampirfürst von der materiellen Ebene verschwunden und nur sein Hass auf das Imperium waberte auf den umherpeitschenden Strängen von Todesmagie über das Schlachtfeld und begann dabei, sich langsam in den rudimentären Geistern der Untoten zu verankern. Zunächst ließen die Skelettbogenschützen jedoch überall auf dem Schlachtfeld ihre Bögen sprechen. Der Lichtzauberer Casimir Schreiber wurde von mehreren Pfeilen in der Brust getroffen, obgleich sich mehrere nahe Bihandkämpfer aufopferungsvoll in die Schussbahn warfen. Von ihren Plattenrüstungen prallten die Pfeile harmlos ab, doch Casimir Schreiber sank tödlich getroffen zusammen, als sich seine weiße Robe von arteriellem Blut rot färbte. Meister Eckhardt, dem Zauberer des Bernsteinordens, erging es kaum besser, als sich zwei Pfeile in Brust und Hals bohrten und er unrühmlich von seinem Arkanen Fokus glitt. Zuletzt waren es die Harpyien, die auch die letzte Geschützmannschaft und den Meistertechnikus unter lautem Gekreische in blutige Fetzen gerissen hatten…

 


 

Mit laut ertönender Fanfare ging das Schwere Kavallerieregiment Prinz Karl von Altdorf zum Angriff über. Mit gesenkter Lanze fuhren sie im schnellen Galopp auf die Skelettbogenreiter zu. Neben ihnen wuchtete die vielköpfige Hydra ihren massigen Leib ebenfalls mit überraschender Geschwindigkeit vorwärts auf die untote Infanterie zu. Die Bihandkämpfer des Wappens von Melistius begannen beinahe zeitgleich ihren Angriff auf die tiefgestaffelten Skelettbogenschützen im Schatten der Gralskapelle. Melistius war sich sicher, dass die Ordensritter und die monströse Hydra die Skelette im Alleingang pulverisieren würden, so dass er den Fechtmeistern Altdorfs befahl, sich in Richtung der angreifenden Bihandkämpfer und des letzten Vampirs sowie Magiewirkers der Untoten umzuformieren. 
 



Der Meisterzauberer wollte den Anführern der Untoten ein für alle Mal das Handwerk legen und sie bis auf den letzten Blutsauger vernichten. Melistius beschwor den Wind des Ghyran und begann einen mystischen Rankenthron zu formen, doch der Vampir ließ diesen auf mehr intuitive Weise mit einem Stoß Todesmagie verwelken. Von einem welpenhaften Spitzzahn wie diesem, so dachte Melistius, wollte er sich nicht in die Schranken weisen lassen. Er würde den ganzen Zorn der Natur beschwören, um diese unnatürlichen Ausgeburten auszulöschen. Seine Augen leuchteten grünlich und Gräser sprossen zu seinen Füßen aus dem zerklüfteten Boden, als er mit jedem Herzschlag Stränge von Lebensmagie in sich aufnahm und begann den kleinen Wald nahe der Gralskapelle zum Leben zu erwecken. Kleinere und größere Zweige wie Äste flogen plötzlich wie Geschosse aus dem Waldstück direkt auf den alleinstehenden Vampir zu. Dieser warf in Reaktion und mit Hilfe seiner eher rudimentär ausgeprägten Nekromantie einige der nahen Skelettbogenschützen in den Weg, die sofort zerschmettert wurden. Ein Großteil des Gehölzes erfasste ihn jedoch selbst und während das Meiste von seiner schweren Rüstung abprallte, grub sich ein spitzes Stück Eichenholz unterhalb des rechten Armes in seinen Brustkorb. Der Vampir wirbelte erzürnt herum, doch Meisterzauberer Melistius war noch nicht fertig mit dem Wirken seiner nicht immer friedvollen Magie. Erneut beschwor er die mächtigen Bewohner der Tiefe und auch wenn es zunächst den Anschein hatte, dass die rohe unnatürliche Kraft des Blutsaugers den Erdwesen mehr als gewachsen wäre, so wurde er doch mit einem Mal von mehreren grobschlächtigen Händen gepackt und von einem kurzen frustrierten Schrei untermalt in die Tiefe des Erdreiches gezogen. Melistius lächelte zum ersten Mal seit Schlachtbeginn. Alle feindlichen Zauberer waren ausgeschaltet, doch dann erkannte er, dass auch sein eigener Magierzirkel bis auf ihn ausgelöscht war. Hinter sich sah er gerade noch, wie die grimmigen Ordensritter in die Skelettbogenschützen fuhren, ohne dabei sichtlich an Geschwindigkeit zu verlieren. Die meisten Skelette wurden unmittelbar zu Knochenmehl verarbeitet als Lanzen sie in vollem Galopp erwischten oder sie unter eisenbeschlagenen Hufen schlichtweg zertrampelt wurden. Für die Hydra, die nur Momente später die Skelettbogenschützen erreichte, waren bereits keine Gegner mehr übrig, die sie hätte zermalmen können. Vor Melistius prallten nunmehr die Bihandkämpfer auf ihren Gegner. Diese Skelettbogenschützen waren durch die zufällige Magie des Magierportals plötzlich von unterstützender Lichtmagie erfüllt und schlugen mit unirdischer Geschwindigkeit auf ihre Widersacher ein. Einige Bihandkämpfer fielen, als die Skelette mit unerwarteter Geschwindigkeit rostige Dolche nach ihnen schwangen und zum Teil sogar ihre zwergengeschmiedeten Plattenrüstungen durchdrangen. Die Bihandkämpfer schlugen jedoch mit aller Härte zurück und zerschmetterten mehrere Brustkörbe und die Knochen von Extremitäten, während sie die Skelette weiter zurückdrängten.

 




Der Sieg gehörte dem Imperium. Daran war kein Zweifel mehr. Die wenigen verbliebenen Untoten schlurften führungs- und orientierungslos aus dem Fischerdorf, während die vom Kampf schwer gezeichneten Truppen des Imperiums die Siedlung sicherten. Vom Kampf gezeichnet, aber dennoch erhobenen Hauptes, war die Armee des Imperiums unter Führung des Meisterzauberers Melistius siegreich, während der Sturm der Magie langsam abebbte und die Sonne noch immer schwach am Himmel zu erkennen war. Die Untoten vertrieben und die unmittelbare Gefahr gebannt, machten sich die Soldaten des Imperiums auf Weisung von Meisterzauberer Melistius und Erzlektor von Grunburg sofort daran, all die Überreste der vampirischen Kreaturen auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen, auf das sie nie wieder auferstehen würden…