Das Blutvergießen der letzten Monate setzte sich auch im fünften Monat seit Beginn der Kampfhandlungen in den Düsterlanden fort. Einige Auseinandersetzungen hatten schon den Charakter handfester Fehden und es gab Frontlinien an denen die gleichen Armeen wieder und wieder aufeinander prallten. Es gab jedoch auch einige unerwartete Bewegungen von Armeen, die versuchten, die scheinbar festgefahrene Situation an manchen Frontabschnitten zu umgehen oder neue Lücken darin zu finden. Der Monat Vorgeheim war zudem ein Monat, in dem gleich mehrere legendäre Helden den Tod fanden, in Gefangenschaft gerieten oder aber schwerwiegende Verletzungen davon trugen. Es war jedoch auch ein Monat, der den Aufstieg legendärer Einheiten und Anführer hervorbrachte. Die Machtbalance in den Düsterlanden veränderte sich nicht merklich und in den meisten Fällen wurden die Armeen von Aggressoren schlicht zurückgeworfen oder mit Relikten bestochen und somit zum friedvollen Umkehren bewegt.
Die Orks & Goblins erlitten eine knappe, aber in ihren Auswirkungen schwerwiegende, Niederlage gegen die Gruftkönige bei ihrem Versuch, den Sturmring zu erobern. Nachtgoblin-Waaaghboss Stilton geriet in Gefangenschaft, nachdem er einen direkten Schlagabtausch mit dem Geierfürsten und seiner legendären Leibwache verloren hatte. Seine Untergebenen, der Nachtgoblin-Gargboss BathBlue und der Ork-Schamane Muuhark, kamen geringfügig besser davon, doch auch sie wurden ernsthaft verletzt oder verloren wertvolle Teile ihrer Ausrüstung. Ein schneller Versuch dieser beiden Helden, mithilfe des verbündeten Schwarzork-Gargbosses Biasack Fauskopp und der Unterstützung seines Stammes ihren geliebten Führer wieder zu befreien, misslang jedoch, als in den nebligen Landen heimische Tiermenschen den Befreiungsversuch kurz vor Vollendung vereitelten und den Stoßtrupp der Orks & Goblins vertrieben. Ork-Waaaghboss Gahrr XXX war indessen erfolgreich, im nahen Weltrandgebirge von Süden her Geländegewinne gegen die Ogerkönigreiche zu erzielen. Dämonenprinz Golgat ließ seine Legion des Chaos von Norden her in die Region der Ogerkönigreiche einfallen, doch konnte er den dortigen Magierturm nicht einnehmen, nachdem die ansässigen Fleischer ihn mit dem Objekt ihrer Verehrung, einem fauligen Mammuterz von der Größe eines Ogers, bestochen hatten…
Das Imperium hatte in den letzten Monaten arg damit zu kämpfen, Angreifer aus ihrem ureigenen Territorium zu vertreiben. In diesem Monat waren sie jedoch ebenso bemüht, zuletzt verlorene Territorien wieder zurück zu erobern. Erzlektor Mikael Hassenstein führte seine Armee direkt auf die im Vormonat schändlicher Weise verloren gegangene Wehrfestung Barak Varr zu, um die dort festgesetzten Anhänger des Chaos zu vertreiben. Die folgende Belagerung war außerordentlich blutig und von horrenden Verlusten auf beiden Seiten geprägt. Schließlich mussten die kümmerlichen Überreste der Armee des Imperiums jedoch abziehen, als es ihnen nach vielfachen Versuchen nicht gelungen war, die bereits geschliffenen Mauern der Wehrstadt endgültig einzunehmen. Der legendäre Hauptmann und Träger des Armeebanners Wolfram Kessler fiel im Kampf um die Torsektion und Kriegerpriester Bertolf Unterbaumer geriet in die Gefangenschaft der Jünger der dunklen Götter. Erzlektor Hassenstein gelang mithilfe des Technikusses Bernd Falkenstein unerkannt die Flucht, doch verlor er dabei erneut seine gesegneten Kriegshämmer. Der von Zwergenfürst Logan Trotzberg kommandierte Heerbann der Zwerge marschierte indes ebenfalls in gerader Linie in Richtung der Wehrfestung, wurde jedoch auf der Marschroute von einer Armee der Gruftkönige aufgehalten. Nach vergleichsweise kurzem Kampf und ohne dass die Zwerge ihre Marschgeschwindigkeit merklich reduzieren mussten, wurde ein Großteil der Armee der Gruftkönige schlicht zerschmettert und die Überreste zum Rückzug gen Barak Varr gedrängt. Im Westen kam es zu erneuten Kampfhandlungen mit den Dunkelelfen, nachdem in den dortigen Minensiedlungen bereits punktuelle Revolten ausgelöst worden waren. Meisterzauberer Melistius und seine Streitmacht machten mit den elfischen Plünderern jedoch kurzen Prozess und sicherten die Region für das Imperium, auch wenn der Magister des Jadeordens dafür einen hohen Preis an eigener körperlicher Unversehrtheit opfern musste…
Die Vampirfürsten waren in diesem Monat bemüht, den eigenen Einflussbereich im Süden zu festigen und auszubauen. Strigoi-Ghulkönig Urzen der Unerbittliche griff die Skaven im Reich der Gruftkönige an, um das Reich der Vampirfürsten weiter auszudehnen und die Rattenplage gleich nach Erscheinen ein für alle Mal auszulöschen. Der Versuch misslang jedoch und Urzen wurde, nach aufreibendem Kampf gegen unzählige Skaven und ihre Ausgeburten, mit den entkommenden Resten seiner Armee in Richtung Sümpfe des Vergessens zurückgedrängt. Vampirfürst Vigo Fariac erging es kaum besser, als er versuchte, im Schatten des Drachenrücken-Gebirges die dortigen Minenanlagen und häufig den Besitzer wechselnde Region gegen die Dunkelelfen zu verteidigen. Seine Streitmacht wurde schließlich gänzlich vernichtet und die Minenanlagen fielen an den Feind und nur er selbst entkam der völligen Vernichtung, doch steigerte diese Niederlage seine Rote Wut nur noch mehr. Die Armee des verschollen geglaubten Vampirfürsten Frantisec Fariac verharrte indessen scheinbar führungs- und bewegungslos am Rande des Schwarzen Golfes und den anschließenden Grenzgrafschaften weit im Norden…
Die Dunkelelfen waren auch in diesem Monat um stetige Geländegewinne bemüht. Erzzauberin Zebeyana Kemscha stürme mit ihrer Streitmacht erneut die Minensiedlungen des Imperiums im Zentrum der Düsterlande. Dieses Mal hatte sie dort jedoch zuvor vereinzelte Revolten entfacht und somit den Ressourcenstrom für das Imperium zum Erliegen gebracht. Letztlich hatte dies aber nur zum vorzeitigen Erscheinen einer Armee des Imperiums geführt, die Zebeyanas Streitmacht von der Übernahme der Minen abhielt und in der Schlacht besiegte. Zebeyana selbst wurde dabei leicht verletzt und die Zahl der Narben an ihren schlanken Unterarmen nahm stetig zu. Schreckensfürst Ardulaz Kemscha trat weiter im Süden den seit Sommer vermehrt auftretenden Vampirfürsten entgegen, mit denen sich eine Art Fehde um die Region am Ostrand des Drachenrückens zu entwickeln schien. Ardulaz griff höchst selbst auf dem Rücken seines Schwarzen Drachen in die Schlacht ein und vernichtete die Armee der Vampirfürsten beinahe in Eigenregie, bevor er die Region okkupierte. Es schien beinahe, als würde er seinen beiden sich noch zu beweisenden Töchtern die Nachricht vermitteln wollen: „So wird es gemacht nutzloser Nachwuchs!“ Der Lehrmeister von Saphery Lasius nahm indessen kampflos die Küstenregion des Imperiums im Norden und den dortigen Magierturm ein, der allem Anschein nach auf dem Fundament alter Elfenruinen gebaut worden war. Der ansässige Magister des Imperiums versuchte, den Lehrmeister der Hochelfen mit einem arkanen Relikt aus pre-imperialer Zeit zu bestechen und zur Umkehr zu bewegen, doch Lasius machte den Turm zu seinem Stützpunkt. Die Hochelfenarmee unter seiner Führung war auf diesem Wege bereits bis auf Sichtweite zur Hauptstadt des Imperiums gelangt und das ohne bislang eine einzige Schlacht geschlagen zu haben.
Die Ogerkönigreiche waren in einen für ihre Verhältnisse geradezu pazifistischen Monat geraten und dies mutete beinahe so absurd wie ein Fastenmonat an. Vielleicht war Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen zumindest für Ogermaßstäbe schlicht der ruhigere und besonnenere Bruder. Er führte seine speckige Horde gen Süden und versuchte, die unverteidigten Länder der Grünhäute dort einzunehmen. Doch schließlich kam ihm die auf dem Rückzug befindlichen Nachtgoblins in die Quere und machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Im entfernten Nordosten wurde dafür ein kleiner Außenposten der Grünhäute im Gebirge von Pein Schwackeheter angegangen und erfolgreich in das Reich eingegliedert. Slann-Magierpriester Lord Zetec war in die Feuchtgebiete der Sümpfe des Vergessens eingedrungen, um die dortige Lage nahe der alten Menschstadt Mourkain zu erkunden und nach der verlorenen Tafel von Xlanhuapec zu suchen. Doch selbst den kaltblütigen Echsenmenschen gelang es nicht in dieser lebensfeindlichen Umgebung Fuß zu fassen und von umherstreifenden Ghulen, die den Echsenmenschen ständig wertlose Relikte aus dem Königreich Strigos in die Marschroute legten, zu befreien…
Die Gruftkönige waren in diesem Monat kaum in der Lage eigene Akzente zu setzen. Aufgrund ihrer in derjüngsten Vergangenheit außerordentlich aggressiven Expansionspolitik auch weit von ihrem Heimatgebiet entfernt, schlugen viele Reiche zurück und griffen die Armeen der Gruftkönige an, bevor diese selbst aktiv werden konnten.Gruftkönig Amenemhetum der Große schlug die angreifenden Grünhäute am Sturmring zurück und nahm ihren Befehlshaber Nachtgoblin-Waaaghboss Stilton gefangen. Im Besitz der Grünhäute wurde zudem ein Stück Stoff gefunden, bei dem es sich um den verloren geglaubten Umhang des Ualatp handeln könnte. Auch der Befreiungsversuch der Grünhäute wurde durch aufgewiegelte Tiermenschen zurückgeschlagen. Meisterzauberer des Chaos Arkain Baal verteidigte indes erfolgreich die Belagerung der oberen Wehranlagen von Barak Varr gegen das von Erzlektor Hassensetin geführte Heer des Imperiums. Der Blutzoll auf beiden Seiten war hoch, aber schließlich waren die Krieger des Chaos siegreich, nachdem mehrere Helden des Imperiums den Tod fanden oder in Gefangenschaft gerieten. Arkain Baal konnte zudem die magischen Kriegshämmer des Erzlektors an sich nehmen. Der Graue Prophet Todgenaght erwehrte sich erfolgreich dem Angriff des Strigoi-Ghulkönigs und seiner Horde der Vampirfürsten und vernichtete diese. Hohepriesterin des Todes Eutra'ta versuchte, den Marsch der Zwerge unter dem Befehl des Zwergenfürsten Logan Trotzberg aufzualten, indem sie ihre Kupferne Legion dort hin beförderte. Die Zwerge besiegten sie jedoch deutlich und so zog sie sich mit ihren restlichen Truppen gen Barak Varr zurück...
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Ardulaz (Dunkelelfen) vs. Vigo (Vampirfürsten)
Schreckensfürst Ardulaz Kemscha war außer sich vor Zorn. Doch anders als bei vielen Herrschern der Dunkelelfen, äußerte sich dies bei Ardulaz nicht in willkürlichen Exekutionen seiner Untergebenen oder in mannigfaltigen Folterungen seiner Gefangenen, sondern in nach außen hin eiskalter Mimik und Wortkargheit. Seine wohlorganisierte Streitmacht führte er geradewegs gen Süden in die von Minenanlagen am Rande des Drachenrücken-Gebirges geprägte Region. Diese war ihm im Vormonat durch das Vorwagen der Vampirfürsten und ihrer untoten Horden aus den Sümpfen entrissen worden. Der Zorn des Schreckensfürsten war vor allem aufgrund der vielen seit Monaten andauernden und zermürbenden Abnutzungsgefechte an der löchrigen Ost- und Südostgrenze riesig. Immer wieder verlor er zuvor gewonnene Minenanlagen und wurde somit um deren Ertrag und um die vielen Sklaven, die in ihnen arbeiteten, gebracht. Dass die Vampirfürsten nun auch noch in diese Grenzkonflikte eingriffen, passte Ardulaz überhaupt nicht in den Kram und so führte er seine Armee in die zuvor verlorene Region, um sie wieder in Anspruch zu nehmen und etwaige Widersacher zerschmettern zu können. Zunächst schien es dem Schreckensfürsten, als würden nur die wenigen Zombiearbeiter und einige niedere Nekromanten zwischen seiner Armee und der Widereroberung stehen, doch dann erschien in der staubigen Dämmerung der Steppe eine aufmarschierende Armee der Vampirfürsten, die die Region augenscheinlich nicht kampflos aufgeben wollte…
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| Schreckensfürst Ardulaz Kemscha |
Vampirfürst Vigo Fariac führte seine Armee weiter gen Norden. Er wollte den dreisten Dunkelelfen nachsetzen, die im letzten Monat so unverblümt gewesen waren, direkt in die Sümpfe des Vergessens und somit das Heimatterritorium der Vampirfürsten einzudringen. Der ihm unliebsame Strigoi-Ghulkönig Urzen war in seiner von raubtierhaftem Instinkt getriebenen Wildheit gerade erst abgezogen. Er war in das weiter westlich gelegene Territorium der Gruftkönige marschiert und hatte sich auf die dortigen die Gruftkönige neuerdings unterstützenden Skaven gestürzt. In Vigos Augen war dies wieder typisch für die unüberlegten Handlungen des Sprosses von Ushoran. Eroberte Regionen wurden vom Ghulkönig beinahe unvereidigt zurückgelassen und luden somit zum Einmarschieren durch allerlei feindliche Armeen ein. Genau dieser Gegenangriff durch die Dunkelelfen folgte daraufhin tatsächlich, doch Vigo war nicht bereit die zuletzt ausgesprochen ertragreichen Minen einfach dem Feind zu überlassen, auch wenn zeitgleich eine Armee der Echsenmenschen von Süden her in die Sümpfe des Vergessens eingedrungen war. So setzte er sich auf dem knöchernen Rücken seiner Nachtmahre und an der Spitze seiner legendären Fluchritter in Bewegung und marschierte den Dunkelelfen entgegen, an deren Bekämpfung und Vernichtung er zuletzt so viel Gefallen gefunden hatte…
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| Vampirfürst Vigo Fariac |
Die Begegnung der beiden Armeen fand trotz der übermenschlichen Wahrnehmung beider Seiten recht unerwartet statt. Die Dunkelelfen hatten bereits Stellung sowohl um als auch in einem großen Tempel der Helden bezogen. Dieser Tempel schien aus einer Zeit zu stammen, bevor das Königreich Strigos von vampirischen Herrschern korrumpiert worden war. Gesäumt war der Tempel von zwei weiteren Sekundärgebäuden, die erstaunlich intakt waren, sowie von mehreren verfallenen Zäunen und von den Priestern längst vergessener Gottheiten gesegneter Wälle. Die Armee der Vampirfürsten tauchte schließlich im Zwielicht der Abenddämmerung zwischen der kargen Vegetation der Steppe auf. Mehrere von Giftefeu umwobene Wäldchen und eine Barrikade, die durch nekromantische Magie in dunklem Hexenfeuer aufging, sowie ein Gebiet aus tückischem Treibsand gab der Streitmacht zunächst Deckung, doch der Bereich zwischen den Armeen war ansonsten weit offenes Gelände. Ein einsamer Steinkreis und ein marodes Gebäude waren hinter der Armee der Vampirfürsten und weiteren verfallenen Wällen zu erkennen und gehörte womöglich zu dem Refugium, welches sich um den Tempel der Helden einst gebildet hatte.
Ardulaz (Dunkelelfen vs. Vigo (Vampirfürsten) [Unerwartete Begegnung - D4]
Ardulaz Kemschas versammelte Streitmacht reagierte geradezu reflexartig schnell auf das unerwartete Auftauchen der untoten Horde am Rande des Vegetationsgürtels. Kreischende Fluchfeuerhexer galoppierten an der linken Flanke in Windeseile voran, während auf der anderen Seite des Schlachtfeldes Todeswölfe und ätherische Geisterreiter ebenfalls bereits vorwärts jagten. Mit einem markerschütternden Brüllen breitete der Schwarze Drache seine gewaltigen Flügel aus und schwang sich auf Befehl seines Meisters Ardulaz über den nahen Wall an die Seite der berittenen Hexer. Nur zwei, drei Schläge der riesigen Flügel reichten aus, um den gewaltigen Drachen nebst Reiter mehrere Pferdelängen vorwärts zu treiben und gewaltige Mengen Staub vom Steppenboden aufzuwirbeln. Auf der gegenüberliegenden Flanke der Dunkelelfen schwang sich der Adlige der Dunkelelfen auf seinem im Vergleich deutlich kleineren Schwarzen Pegasus in die Lüfte und setzte mit wehendem Armeebanner mühelos über die sich nähernden geisterhaften Reiter und die düsteren Wölfe an ihrer Seite hinweg. Hinter den Linien der elfischen Speerschleudern lief die Erzzauberin der Druchii eilig auf das Schlachtfeld, nachdem sie schließlich aus ihrer meditativen Trance in ihrem Zelt im Armeelager erwacht war.
Ihre Hände bewegten sich bereits in arkanen Mustern umeinander und ihre Lippen vibrierten im Takt zu okkulten Silben, als sie ihre tödliche Transmutationsmagie zu wirken begann. Schließlich entfesselte sie einen Hagel aus magischer Energie, der auf die düsteren Fluchritter hinter der flammenden Barrikade zuschoss. Ein halbes Dutzend der untoten Ritter wurde augenblicklich in glänzende Statuen aus leblosem Silber verwandelt. Kaum war diese Transmutation abgeschlossen, da wirkte die Erzzauberin bereits einen weiteren Zauberspruch und die angelaufenen und viele Zeitalter alten Rüstungen der Fluchritter und die ihrer Vampirherrscher begannen schlagartig zu rosten und in winzigen Fetzen von ihnen abzufallen. Der Vampirfürst in ihren Reihen bleckte vor Zorn seine Fangzähne und versuchte, diese Magie zu bannen, doch es gelang ihm nicht diesen unumkehrbaren Rostfluch abzuwenden. Ardulaz Kemscha war sichtlich zufrieden und hatte das unverzeihlich späte Eintreffen der Erzzauberin auf dem Schlachtfeld im Angesicht dieser wirkungsvollen Magieanwendung beinahe wieder vergessen. Doch Verzeihung und Gnade waren nicht gerade die ausgeprägtesten Charaktereigenschaften des mächtigen Schreckensfürsten.
Schließlich reckte Ardulaz sein magisches Schwert gen Himmel und senkte es nur wenige Sekunden später schwungvoll gen Feindesarmee, so dass die Spitze der Klinge auf die bereits arg zugesetzte schwere Kavallerie und die berittenen Vampire der zeigte. Beinahe im gleichen Moment löste die Besatzung mehrerer Schnitter-Speerschleudern hinter den Wällen und aus einem der kleineren Gebäude den Abschussmechanismus ihrer Kriegsmaschinen aus. Mehrere Bolzenhagel schossen in einem gewaltigen Sperrfeuer auf die ausgedünnten Reihen der Fluchritter zu, und durchschlugen mühelos deren rostige Rüstungen. Eine Handvoll Fluchritter wurde von den Bolzen kurzerhand zerschmettert oder schlicht von ihren Skelettpferden gerissen, wenngleich einige auch scheinbar wirkungslos in verwesten Brustkörben stecken blieben oder in einem Fall gar am dem Schild des niederen Vampir in ihren Reihen abprallte. Die Dunkeldornen, die Stellung im und um den Tempel der Helden bezogen hatten, lösten ihre Repetier-Armbrüste ebenfalls auf die schwer unter Beschuss stehenden Fluchritter aus und konnten einen weiteren von ihnen mit durchbohrtem Schädel aus dem Sattel holen...
Vigo Fariac und der niedere Vampir an seiner Seite verzerrten qualvoll das Gesicht, als die Wirkung des nahen Silbers der transmutierten Fluchritter auf sie spürbar wurde. Der Vampirfürst hatte wenige Schwächen und selbst Sonnenlicht konnte er in Maßen ertragen, doch Silber hatte seit jeher eine starke Wirkung auf ihn und so ließ er seine Nachtmahre mühevoll und unter Schmerzen langsam vorantraben, während sich auch der nahe Vampir von den silbernen Statuen zischend abwendete. Die verblieben Fluchritter blieben wortlos an der Seite ihrer Meister, auch wenn sie von dem Edelmetall gänzlich unbeeindruckt waren. Die bereits voran geeilten Todeswölfe und Sensenreiter sprangen unter unirdischem Gejaule und Gekreische voran und auf eine der hinter einem Zaun positionierten Speerschleudern der Dunkelelfen zu. Die Zombies an der Seite von Vigo Fariac schlurften leeren Blickes auf die gegnerische Armee zu und schließlich tauchte auch der zweite niedere Vampir auf seiner Nachtmahre zusammen mit einer ganzen Rotte Gruftghule, die er zusammen getrieben hatte, hinter dem Pegasusreiter der Dunkelelfen auf. Die Gruftschrecken der Monster Frankensteins verharrten in dem verwachsenen Giftdickicht, in dem sie sich befanden, und auch die Zombies an der rechten Flanke bewegten sich keinen Schritt aus dem tückischen Treibsand.
Der niedere Vampir, der die Gruftghule auf das Schlachtfeld getrieben hatte, sah, dass sein Meister aufgrund der Wirkung des nahen Silbers nicht in der Lage war, Magie zu wirken, und so versuchte er sich selbst daran, die jüngst gefallenen Fluchritter wieder zu erwecken, doch letztlich fehlte ihm dafür das nötige nekromantische Können. Die jaulenden Todeswölfe erreichten schließlich ihr Ziel und sprangen mit weit geöffneten Kiefern über den verfallenen Zaun nahe der Tempelanlage. Die Besatzung der elfischen Kriegsmaschine reagierte schnell und durchbohrte die ersten Todeswölfe, die heran sprangen, mit schnellen Schwüngen ihrer schlanken Schwerter. Die Sensenreiter waren nur Augenblicke später heran und sie fuhren einfach durch den Zaun hindurch, anstatt über ihn hinwegzusetzen. Die Dunkelelfen-Besatzung war sich kaum der Gefahr gewahr, als die körperlosen Reiter ihnen mit Schwüngen ihrer flammenden Sensen die Seelen aus den Körpern schnitten und schlicht durch sie und ihre Kriegsmaschine hindurch ritten...
Schreckensfürst Ardulaz Kemscha ließ seinen Drachen einige donnernde Schritte voran schreiten, so dass der Steppenboden merklich erbebte. Die Fluchfeuerhexer an seiner Seite verharrten an Ort und Stelle und lediglich der Adlige auf seinem Schwarzen Pegasus sah zu, dass er sich aus der plötzlichen Gefahrenlage nahe den Ghulen bewegte und flog in die Nähe der untoten Ungetüme in dem dichten Waldstück nahebei. Die Erzzauberin rannte weiter in Richtung des Feindes und schwang sich grazil über den Wall zwischen zwei Schnitter-Speerschleuder-Batterien. Sie war bemüht darum, ihr verspätetes Auftauchen durch den hemmungslosen Einsatz ihrer tödlichen Magie wieder wett zu machen. Denn selbst der Konvent der Zauberinnen würde sie nicht beschützen können, wenn ihr Schreckensfürst nach der Schlacht beschließen würde, sie als mahnendes Beispiel für Unzuverlässigkeit öffentlich häuten zu lassen oder sie schlicht seinem Drachen zum Fraß vorzuwerfen.
Mit einem lauten Schrei auf den Lippen stieß sie beide Arme hervor, öffnete die Handflächen dabei und spreizte die Finger. Eine flimmernde Gicht aus zischenden Silbersplittern sprühte mit einem Mal aus ihren Fingerkuppen in Richtung der Fluchritter. Einer der untoten Ritter ging dabei sofort in Flammen auf, von denen er innerhalb von Sekunden gänzlich verzehrt wurde. Dem niederen Vampir schlug ebenfalls eine Woge heißen Silbers ins Gesicht und verbrannte es bis auf die Knochen darunter. Das Kreischen der Erzzauberin hörte jedoch nicht auf und konnte bereits über das gesamte Schlachtfeld vernommen werden. Schließlich mündete es schlagartig in einer katastrophalen Explosion um sie herum, welches die Erzzauberin sichtlich gezeichnet in die Knie zwang.
Kaum war der Knall der Explosion verhallt, das lösten die Schnitter-Speerschleudern erneut aus und katapultierten ihre tödliche Fracht in Richtung der bereits arg malträtierten Ritter der Untoten. Ganze Bolzenhagel schossen an der knienden Erzzauberin vorbei und flogen mit einem schrill pfeifenden Geräusch aus dem nahen Haus. Die erste Salve prallte an der massiven Rüstung des niederen Vampirs und des mächtigen Vampirfürsten ab, während ein gezackter Bolzen der zweiten Salve den niederen Vampir mitten in der Brust erwischte. Die Wucht des Aufpralls riss ihn von seinem untoten Reittier, als das messerscharfe Projektil mit erheblicher Wucht seine metallene Brustplatte durchschlug. Noch bevor der durchbohrte Körper des Blutsaugers den Boden erreichen konnte, zerfiel dieser noch in der Luft zu Staub, der sich zu den unzähligen Sandkörnern der Steppe um ihn herum gesellte. Schließlich war es jedoch die Garnison Dunkeldornen, die den letzten Fluchritter durch unzählige Bolzen gespickt von seinem ruhelosen Unleben befreite. An der archaisch und undurchdringlich anmutenden Rüstung des nunmehr einsamen Vampirfürsten selbst prallten die Geschosse jedoch nur wirkungslos ab…
Vampirfürst Vigo Fariac erkannte die missliche Lage, in der er sich befand. Einen weiteren Geschosshagel dieser Art würde selbst er trotz seiner übermenschlichen Konstitution womöglich nicht überstehen und so schloss sich Vigo zusammen mit dem verbliebenen Vampirritter den nahen Gruftghulen an, die in buckliger Haltung und mit gefletschten Zähnen weiter nach vorne hasteten. Sie waren begierig darauf, zartes Elfenfleisch zu kosten. Nach der letztmonatigen Schlacht in den nahen Sümpfen des Vergessens, hatte sich die Kunde nach dieser Delikatesse unter den degenerierten Kannibalen der Sümpfe herumgesprochen. Die von solch physischen Bedürfnissen längst unbeeinflussten Sensenreiter ritten indessen ungebremst auf das von einer weiteren Speerschleuder bemannte Haus zu, um die darin befindlichen Besatzung und ihre verdammten Seelen zu erreichen.
Vigo hatte genug von dem dauerhaften Beschuss der Dunkelelfen und sein dunkles Blut kochte bereits vor Zorn in seinen Adern. Er bemühte die ganze Macht seiner nekromantischen Kunst und stieß einen uralten Fluch auf die unzähligen Krieger der Dunkelelfen in dem maroden Tempel vor ihm aus. Die schlanke Erzzauberin im Schatten des riesigen schwarzen Drachen lass jedoch Silben einer alten Sprache von einer Schriftrolle in ihren Händen und löste den Fluch so in Wohlgefallen auf, bevor er seine tödliche Wirkung vollends entfalten konnte. Auch der schnelle Versuch Vanhels Totentanz über Vigos Handlanger unmittelbar um ihn herum zu wirken, wurde vereitelt, als die Erzzauberin ohne großes Federlesen die dafür nötige nekromantische Energie mit einer abfälligen Handbewegung zerstieß. Die geisterhaften Sensenreiter galoppierten geradewegs durch die Mauer des Hauses direkt vor ihnen und entrissen der Besatzung der dort befindlichen Speerschleuder die Lebensessenz, ohne dass diese eine Chance zur Gegenwehr hatte...
Aus dem Schatten des riesigen Schwarzen Drachen heraus stürzten die berittenen Fluchfeuerhexer mit hoch erhobenen Säbeln und lautem Kriegsschrei auf den Lippen vorwärts und galoppierten geradewegs auf die Zombies zu, die langsam und wortlos schwankend näher gekommen waren. Schreckensfürst Ardulaz Kemscha ließ seinen Schwarzen Drachen vorsichtig aufschließen und jeder donnernde Schritt der gewaltigen Bestie ließ die Erde merklich erbeben. Der Adlige mit dem Armeebanner schwang sich hinter den feindlichen Linien auf dem Rücken seines Schwarzen Pegasus erneut in die Lüfte und glitt elegant hinter die unzähligen geifernden Aasfresser, die nun von ihren berittenen Vampirmeistern begleitet wurden. Die Erzzauberin rannte ebenfalls näher an den Feind heran, auch wenn sie es nicht vermochte direkt bis zu den Fluchfeuerhexern oder dem Drachen aufzuschließen. Sie erkannte, dass ihre Magie und womöglich die verzauberte Klinge ihres Kommandanten die einzigen Dinge waren, die die gespenstischen Reiter hinter dem Tempel der Helden zu erledigen vermochten.
Sofort murmelte sie einige leise Silben, um machtvolle Verzauberungen in die Waffen der Dunkeldornen im Tempel fließen zu lassen. Derart verstärkte Bolzen sollten selbst diese Reiter aus der Unterwelt verbannen können. Doch scheinbar erkannte auch der glatzköpfige Vampirfürst dieses Vorhaben und so unterband er den Versuch, diesen Unterstützungszauber erfolgreich wirken zu können. Kurz bevor die Fluchfeuerhexer ihr Ziel erreicht hatten, erwachten dunkle Runen auf ihrer Haut zum Leben und auf Anleitung ihres Meisterhexers begannen sie, sich der todbringenden Macht des Shyish zu bedienen. Sie schienen jedoch keinen echten Erfolg damit zu haben, steuerten aber dennoch weiter geradewegs auf die Linien der Untoten zu.
Die Besatzungen der beiden verbliebenen Batterien der Schnitter-Speerschleudern richteten ihre Kriegsmaschinen auf die degenerierten Gestalten mit schmutzig blasser Haut aus, die zischend näher kamen, und feuerten mehrere Bolzensalven in ihre ungeordneten Reihen. Die Dunkeldornen schlossen sich dem tödlichen Sperrfeuer an und waren kaum weniger Effektiv in ihrer Ausbeute. Eine Vielzahl der hässlichen, gebeugt laufenden Kreaturen wurde von mit Widerhaken besetzten Bolzen aufgespießt und in großer Anzahl dahingerafft, doch mehr und mehr von ihnen sprangen über ihre gefallenen Brüder hinweg.
Die Fluchfeuerhexer erreichten schließlich eine der Zombiehorden und pflügten durch sie hindurch wie eine scharfe Sichel durch ein Bündel Gras. Ohne ihren mörderischen Galopp merklich abzubremsen, fielen sie über die trägen Untoten her und schlugen dutzendweise verweste Köpfe und Gliedmaßen ab. Die tumben Versuche der Zombies ihre berittenen Gegner von ihren Rossen zu reißen, waren kaum nennenswert. Als die Fluchfeuerhexer schließlich am hinteren Ende des Zombiepulks wieder erschienen und übersät waren mit übelriechenden Körperflüssigkeiten ihrer Opfer, stürzte auch der letzte ausgeweidete Leichnam zu Boden. Innerhalb weniger Augenblicke war die gesamte Gruppe Zombies ausgelöscht worden und die Fluchfeuerhexer ritten auf ihren schnellen Elfenrossen weiter voran über die flammende Barrikade hinweg und an den Gruftschrecken im nahen Giftdickicht vorbei...
Mit einem schrillen Fauchen befahl Vampirfürst Vigo Fariac seine gesamte Horde in die Schlacht. Die Todeswölfe an der linken Flanke sprangen in mächtigen Sätzen auf das ehemals von einer Speerschleuder der Dunkelelfen besetzte Gebäude zu, um in sein Inneres zu gelangen. Wankende Zombies schlurften an der rechten Flanke aus dem Treibsand, in dem sie zum Teil bereits bis zur Hüfte versunken waren. Im Zentrum der Horde brachen Frankensteins Monster schließlich durch das eng bewachsene Giftdickicht und zerquetschten dabei allerlei kriechendes Getier auf ihrem Weg. Die Sensenreiter stürmten in einem Bogen hinter den Todeswölfen auf den Tempel der Helden zu, in dem sie die größte Ansammlung von Seelen auf dem Schlachtfeld spürten. Die Meute Gruftghule im Zentrum des Schlachtfeldes trottete auf Geheiß ihrer Meister in Richtung des riesigen Drachen vor ihnen. Ihre geifernden Mäuler waren zu einem Knurren verzogen und entblößten dabei von Unrat bedeckte nadelspitze Zähne.
Vigo Fariac war umgeben von dunkler Magie, welche die Gruftghule unerbittlich anzuziehen schien und schließlich begann der Vampirfürst noch mit zum Himmel empor gereckten Armen grauenhafte aus den Zeiten Nagashs überlieferte Silben anzustimmen. Ein Großteil der durch den jüngsten Beschuss der Dunkelelfen scheinbar tödlich verletzten Gruftghule erhob sich daraufhin wieder und wurde auf den geistigen Befehl des Vampirfürsten hin erneut in die Schlachtreihen gezwungen. Vigo dachte jedoch nicht daran, es dabei zu belassen, und so stieß er direkt im Anschluss an diese Anrufung einen uralten Fluch in Richtung des nahen Tempels und seiner Besatzer aus. Über ein halbes Dutzend Krieger der Dunkelelfen taumelte aus dem Tempel selbst und brach am Eingang in unglaublicher Geschwindigkeit gealtert zusammen. Selbst vor den langlebigen Elfen machte dieser tödliche Fluch keinen Halt und seine Opfer lagen innerhalb kürzester Zeit mit grauen Haaren und welker Haut im Freien und starben an plötzlicher Altersschwäche. Der niedere Vampir, der sich ebenfalls auf seiner Nachtmahre in den Reihen der Gruftghule befand, versuchte ebenfalls, weitere Zombies in die Schlacht zu rufen. Doch die Erzzauberin hatte genug von der Zauberei der Vampire und unterband diese nekromantische Anrufung kurzerhand. Vigo Fariac wollte die verbliebene Magie noch dafür nutzen, die Gruftghule mit unheiliger Energie zu erfüllen, doch auch dafür hatte die Erzzauberin wenig Verständnis und so zerschlug sie diesen Zauber ebenfalls mit wenigen ruckartigen Gesten...
Schreckensfürst Ardulaz Kemscha wusste, dass der entscheidende Moment gekommen war, die Schlacht mit einem einzelnen gewaltigen Angriff zu seinen Gunsten zu entscheiden. Er rammte seine Sporen aus Meteoreisen in die Flanken des Schwarzen Drachen, so dass die gewaltige Echse laut aufbrüllte und mit einer für eine Kreatur dieser Größe erstaunlich schnellen Bewegung halb Sprung und halb Flug in die Ghulmeute direkt vor sich krachte. Der Armeestandartenträger hinter den Ghulen sah seinen Kommandanten angreifen, so dass er seinem Schwarzen Pegasus ebenfalls den Angriff befahl. Nur Augenblicke später schoss er mit Lanze im Anschlag in den Rücken der gleichen Meute. Die nahen Fluchfeuerhexer wendeten ihre Elfenrosse auf der Stelle und wandten sich dem Schlachtgeschehen zu. Die Erzzauberin hingegen rannte in den Tempel der Helden und schloss sich der noch immer von einem magischen Fluch heimgesuchten Einheit Dunkeldornen an.
Sie genoss zwar in gewisser Weise das Leid der hilflos alternden Krieger, aber bevor der Fluch auf sie überging oder der Schreckensfürst sie für den Tod seiner wertvollen Fernkampftruppen verantwortlich machen würde, bannte sie den Fluch lieber. Die Fluchfeuerhexer versuchten, die Ghule dafür ihrerseits mit einem Fluch zu belegen und ihren Willen zu schwächen. Dies unterband der Vampirfürst in ihren Reihen jedoch kurzerhand mit einem bedrohlichen Knurren. Auch der Versuch von Erzzauberin ... die Klingen und Bolzen der Dunkeldornen temporär zu verzaubern, um den gespenstischen Reiter vor den Toren beizukommen, wurde von dem Vampirfürsten gebannt, bevor dieser den Angriff des Drachen entgegennahm.
Zuvor versuchten die Schnitter-Speerschleudern noch, den missgestalteten Monstrositäten im entfernten Giftdicksicht beizukommen. Eine Salve Bolzen der einen Batterie sowie ein einzelner schwerer Bolzen der anderen Batterie schoss auf diese bedrohlichen Bestien zu, doch die wenigen Treffer, die den dichten Bewuchs durchschlugen, schienen keinen Effekt auf die unnatürlich resistenten Kreaturen zu haben. Die Dunkeldornen visierten dieses Mal die grässlichen Wölfe an, die hinter ihren Linien durch und um das nahe stehende Gebäude wetzten. Wann immer der Schädel oder der verwesende Leib eines der Wölfe in Sicht kam, löste mindestens einer der Krieger seine Repetier-Armbrust aus. Schließlich wurde ein halbes Dutzend der Bestien von Bolzen durchbohrt, woraufhin diese in ein waberndes Miasma zerflossen und sich schnell auflösten.
Mit einem lauten Brüllen pflügte der mächtige Drache in die Reihen der verkrümmten Ghule und fegte die bösartigen Kannibalen beiseite als wären es bloße Spielzeugpuppen. Ardulaz Kemscha erschlug vom Rücken seines Reittieres aus blitzartig eine Handvoll Ghule, die dem initialen Angriff des Drachen ausgewichen waren. Er lehnte sich dafür in seinem Sattel aus gegerbter Menschenhaut weit zur Seite, während seine verzauberte Klinge vor und zurück zuckte, wie die Zunge einer angriffslustigen Schlange. Der Vampirfürst und der niedere Vampir auf ihren untoten Rössern versuchten indes verzweifelt sich durch die unzähligen Ghule zwischen ihnen und dem marodierenden Drachen zu bewegen. Es gelang ihnen jedoch nicht durch die Masse an gebeugten Kreaturen vorzudringen. Der Vampirfürst fluchte lauthals und krächzend, als er gewahr wurde, dass der Drache seine Handlanger im Dutzend dahinraffte, ohne dass er effektiv einschreiten und den General der Dunkelelfen direkt zum Kampf fordern konnte. Der Adlige auf seinem Schwarzen Pegasus stieß von hinten in die feigen Unholde und spießte dabei gleich ein paar von ihnen mit seiner Lanze auf. Der gehörnte Kopf des mächtigen Drachen schnellte indes von einer Seite zur anderen und zerschmetterte dabei mehrere der Aasfresser oder schleuderte sie umher, bevor er seinen Kiefer weit öffnete und einen öligen Qualm in die Reihen seiner vielfältigen Feinde ausstieß. Das giftige Gas ließ selbst die kränklich bleiche Haut der widerwärtigen Ghule verdorren und so fielen sie zuhauf tödlich getroffen und mit verwelkten Lungen. Einige Ghule versuchten mehr aus Verzweiflung die adligen Elfen auf ihren monströsen Bestien anzugreifen und sprangen sie kreischend an. Doch sowohl Ardulaz Kemscha als auch der Adlige waren durch ihre schweren Rüstungen und Seedrachenumhänge geschützt, so dass keine der langen Klauen und der mit schmutziger Graberde und Resten verrottenden Fleisches verkrusteten Klauen und Waffen ihnen etwas anhaben konnte. Schließlich begannen die überlebenden Ghule, sich in alle Richtungen aus dem Kampf zu stehlen. Der niedere Vampir wurde dabei als erstes von seinem Ross gerissen, als fliehende Ghule an ihm vorbei und über ihn rüber zu entkommen versuchten. Doch auch der Vampirfürst konnte sich der Flut seiner fliehenden Untergebenen nur kurz entgegenstemmen bevor sein höllischer Nachtmahr unter ihm zusammenbrach und er zu Boden stürzte. Bevor er auf dem harten Steppenboden aufschlagen konnte, hatte er sich jedoch bereits in einen diffusen Nebelschleier verwandelt und entfleuchte aus dem Kampfgetümmel. Die Todeswölfe heulten klagend und lösten sich auf, ohne eine erkennbare Spur zu hinterlassen, während einer der schattenhaften Sensenreiter nach dem anderen verblasste und ebenfalls verschwand. Mehrere Zombies brachen in sich zusammen, als hätte ein Puppenspieler die Fäden gekappt, und auch einer der zusammengeflickten Gruftschrecken kollabierte stöhnend in seine Einzelteile. Der Schwarze Drache stampfte mehrfach schwer auf, um noch vereinzelte Ghule zu zerschmettern, und wandte sich dann auf Weisung seines Meisters in Richtung der schemenhaften Geisterreiter nahe dem Tempel der Helden. Der Adlige auf dem Schwarzen Pegasus wandte sich hingegen in die gegenüberliegende Richtung und wurde der widerwärtigen Amalgame aus totem Fleisch im nahen Giftdickicht gewahr...
Frankensteins Monster brachen krachend aus dem Giftdickicht und vereinzelte Stränge von Efeu baumelten bei dem einen oder anderen Gruftschrecken noch von der buckligen und von knochigen Auswüchsen geprägten Schulter. Die Meute verdorbener Monstrositäten rannte direkt auf den Drachen zu, der ihnen den schuppigen Rücken zugewandt hatte. Der Reiter des Drachen wurde dieser sich nähernden Gefahr schlagartig bewusst und trieb sein Reittier mit schellen Befehlen in die Luft, um aus dem Wirkungsbereich dieser legendären Gruftschrecken zu kommen. Frankensteins Monster sahen den Drachen davon fliegen und versuchten dafür, den Pegasus und seinen Reiter nur unweit davon zu erwischen. Dieser erkannte jedoch ebenfalls die Bedrohung, die von der monströsen Infanterie ausging, und wendete mit wehendem Banner die Richtung zur Flucht und hob ab. Die Gruftschrecken kamen schließlich zum Stehen und kauerten sich in gebeugter Haltung knurrend hin, da kein weiteres Opfer in der Nähe auszumachen war. Die Zombies brachen weiter einer nach dem anderen in sich zusammen, während einige von ihnen noch ansatzweise zielstrebig voran torkelten. Die Sensenreiter waren mittlerweile alle vergangen und in die Unterwelt zurückgekehrt, aus der sie gekommen waren...
Ardulaz Kemscha stoppte seinen wilden Drachen mit einem kurzen Befehl und wendete ihn noch im Flug bevor er neben den Tempel der Helden zum Stehen kam und die Ausgeburten des Feindes fixierte. Der Adlige auf seinem Schwarzen Pegasus tat es seinem Schreckensfürsten gleich und landete nur wenige Meter entfernt.
Die Erzzauberin ließ von der Spitze des moosbewachsenen Tempels erneut ihre Transmutationsmagie wirken, doch die grotesken Kreaturen waren so erfüllt von schwarzer Magie, dass der Wind des Chamon keine Wirkung hatte. Die Fluchfeuerhexer, die hinter ihrem Wall verbleiben waren, versuchten in gemeinsamer Anstrengung einen schwarzen Feuerblitz auf die Amalgame zu wirken, doch gelang es ihnen nicht, die Magie ausreichend zu bündeln. Es waren gewöhnlichere Waffen, die letztlich deutlich mehr Wirkung entfalteten. Ein schwerer Bolzen aus einer Schnitter-Speerschleuder flog zunächst knapp an den Gruftschrecken vorbei, aber ein weiterer erwischte eine der massiven Kreaturen in der Flanke, spießte sie auf und fuhr noch weit in den Torso einer weiteren. Zudem wurden die Gruftschrecken noch von unzähligen Bolzen der Dunkeldornen gespickt...
Die unförmigen Gruftschrecken taumelten weiter voran, doch die Distanz zu den Anführern der Dunkelelfen war schlicht zu weit. Weitere der mit Hilfe von mächtiger Nekromantie erschaffenen Kreaturen brachen in sich zusammen, als die tragende Kraft dieser dunklen Magie langsam entwich. Die letzten Zombies fielen nun ebenfalls allesamt in sich zusammen, da kein kontrollierender Nekromant mehr zugegen war...
Für einen Moment überlegte Ardulaz Kemscha, die verbliebenen Kreaturen in einem letzten Angriff gänzlich zu zerschmettern oder aber sie für den Moment schlicht näher kommen zu lassen. Letztlich aber entschied er sich für die sicherere Alternative und flog linker Hand an ihnen vorbei. Der Adlige auf dem Schwarzen Pegasus tat es seinem Kommandanten gleich und flog zur Rechten an ihnen vorbei flog.
Der Schreckensfürst überließ es schlicht seinen verlässlichen Fernkampftruppen und seinen Magieanwendern den unförmigen Wesen aus sicherer Entfernung den Garaus zu machen, ohne dass er sich weiter die Hände schmutzig machen müsste. Zu seinem Ungemach waren jedoch weder die Magie noch der Beschuss seiner Untergebenen effektiv genug, um sämtliche der zusammengeflickten Kreaturen auszumerzen. So schlichen die letzten Überreste der legendären Gruftschrecken des Feindes schließlich gespickt von Bolzen unterschiedlicher Größe, die sich in vielen Fällen tief in ihre drahtige Muskulatur und ihre freiliegenden Sehnen gebohrt hatten, vom Schlachtfeld...
Urzen (Vampirfürsten) vs. Todgenaght (Gruftkönige / Skaven)
Strigoi-Ghulkönig Urzen der Unerbittliche war rastlos und er hatte die Witterung auf einen neuen Feind aufgenommen. Die ihm verhassten Skaven waren im nahen Territorium der Gruftkönige aufgetaucht und schienen den ebenso verhassten Herrschern Nehkharas zu Willen zu sein. Urzen zögerte keinen größeren Moment und ließ seine untote Horde auf das Territorium der Gruftkönige und die versammelte Streitmacht der Skaven darin zumarschieren. Auf diesem Wege würde der Ghulkönig zwei Fledermäuse mit einer Pranke erschlagen. Er würde in das Herz des Herrschaftsgebiets der unliebsamen Gruftkönige eindringen und gleichzeitig die kurzlebigen Rattenmenschen darin ausmerzen. Seiner Armee voraus schickte Urzen einen riesigen von ihm kontrollierten Schwarm Fledermäuse aus den Sümpfen. Durch die Augen dieser kleinen Aasfresser konnte der Ghulkönig bereits meilenweit im Voraus die Beschaffenheit der verlausten Horde der Rattenmenschen ausmachen und sich dadurch einen taktischen Vorteil verschaffen. An der Spitze seiner stummen Leibwache, den Blutschwertern von Mourkain, näherte er sich den versammelten Skaven, wie ein hungriges Raubtier seiner ausgemachten Beute…
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| Strigoi-Ghulkönig Urzen der Unerbittliche |
Der Graue Prophet Todgenaght kaute nun schon seit Minuten nervös auf seinem Schwanzende. Von einem Erdhügel aus betrachtete er, wie unzählige Skaven aus den frischen Erdlöchern hervorströmten und die meisten von ihnen dabei aufgrund der hellen Sonnenstrahlung verängstigt die Augen zusammenkniffen. Es war genau der Moment, an dem die Skavenhorde am verwundbarsten war, und Todgenaght behagte die Situation überhaupt nicht. Auch die vielen Fledermäuse am Himmel machten den Grauen Propheten sichtlich nervös. Er fuhr schließlich schreckerfüllt zusammen, als Kriegsherr Kraaslik ihn von hinten ansprach und dieser die unübersehbare Schreckhaftigkeit des Grauen Propheten mit einem hämischen Grinsen quittierte. „Über die Hälfte der Rotte-Meute ist an der Oberfläche-Welt mächtiger und weiser-weisester aller Grauen Propheten!“, sprach der Kriegsherr übertrieben demütig. Todgenaght hatte sich wieder aufgerichtet und versuchte keine weitere Schwäche anmerken zu lassen, als er sich übertrieben langsam umdrehte, um den Kriegsherren möglichst lange mit Missachtung zu strafen. Hinter dem Kriegsherren standen die schwarzfelligen Sturmratten seines Kriegerklans in Reih und Glied. „Sag-befiehl dem nichtsnutzigen-faulen Warlock-Techniker Quirrik, er soll-muss seine Kriegsmaschinen-Geschütze aufstellen-bauen und marschbereit machen-machen!“ Ein beißender Gestank zog über die Ebene, als schließlich die Jünger des Seuchenklans mit lautem Glockengebimmel an die Oberfläche kamen, und Todgenaght rümpfte im Angesicht dessen sichtlich angewidert die Schnauze. Erst als sich der massige Leib der Höllengrubenbrut aus einem der größeren Erdlöcher quetschte entstand ein bösartiges Grinsen im Gesicht des Grauen Propheten und schon waren in seinem Geiste sowohl die merkwürdigen Fledermäuse als auch der unverfrorene Kriegsherr vergessen…
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| Grauer Prophet Todgenaght |
Die beiden verfeindeten Armeen trafen im Dunkel der Nacht aufeinander und nur das Licht des Mondes und das unheilvolle Glimmen der Kriegsmaschinen der Skaven gab Aufschluss auf die Beschaffenheit der beiden ungleichen Armeen. Die Armee der Vampirfürsten war unter Führung ihres schreckenerregenden Strigoi-Ghulkönigs nahe eines schnell fließenden Gebirgsbaches und seiner steinernen Brücke aufmarschiert. Sie hielten direkt auf einen alten Wachturm zu, der scheinbar einst einer der Grenztürme des Reiches Strigos gewesen sein könnte. Einige verfallene Gebäude vergangener Zeiten befanden sich ebenfalls in der Nähe des Turmes sowie einige karge Waldabschnitte. Ein aus hellem Stein gefertigter elfischer Wegstein stand im starken Kontrast dazu nahe den verfallenen Gebäuden und war womöglich erst nachträglich errichtet worden, um unbändige Ströme der Magie umzuleiten. Die zahlenmäßig stark überlegenen Skaven hatten beim Auftauchen der wandelnden Leichen schnell und unter aufgeregtem Fiepen Aufstellung bezogen und sich unter dem Kreischen ihres Anführers in so etwas wie einer Schlachtlinie aufgestellt…
Urzen (Vampirfürsten) vs. Todgenaght (Gruftkönige / Skaven) [Wachturm - D5]
Der Graue Prophet Todgenaght quietschte am Rande des hörbaren Spektrums schrille Befehle in alle erdenklichen Richtungen und die gesamte Horde der Rattenmenschen strömte mehr oder minder koordiniert vorwärts. Untermalt wurde diese wuselnde Bewegung vom Quieken unzähliger Skaven, die versuchten in der Flut ihrer Artgenossen nicht zu Boden getrampelt zu werden. Wie es sich für einen Kommandanten der Skaven gehörte, führte Todgenaght die Seinen vom hinteren Ende der Armee im sicheren Umfeld seiner mehr oder minder treuen Klanratten. Die über hundert zusammengepferchten Skavensklaven wurden unter dem Knallen von enthusiastisch geschwungenen Peitschen vorangetrieben und zwei riesige Gruppen strömten an die linke und die rechte Seite des Turmes und auf die dahinter befindlichen Feinde zu. Direkt vor Todgenaght und zwischen den vielen umherwuselnden Sklaven befand sich die von Kriegsherrn Krasslik persönlich angeführte Einheit schwarzpelziger Sturmratten, die in ihrem schnellen Marsch beinahe schon den Turm erreichten. An der linken Flanke wetzten pestverseuchte Seuchenmönche hinter den Sklaven her und quiekten Huldigungen an die Gehörnte Ratte, während ein Pulk Riesenratten gefolgt von ihrem Meutenbändiger ganz außen an ihnen vorbei flitzte. An der rechten Flanke walzte sich dafür die gewaltige Höllengrubenbrut mit für ihre unförmige Masse erstaunlicher Geschwindigkeit und untermalt von entsetzlichen Geräuschen vorwärts. Selbst die leichteren Kriegsmaschinen vom Skryre-Klan wurden vom ebenfalls lauthals kreischenden Warlock-Techniker Quirrik vorangetrieben und lediglich die schwerfälligere Warpblitzkanone verharrte an Ort und Stelle und bereitete sich auf einen Ladungsaufbau vor. Todgenaght traute dem Warlock-Techniker nicht und so hielt der Graue Prophet Abstand sowohl von ihm als auch von seinen volatilen Kriegsmaschinen. Er war schon einmal beinahe einer vermeintlich unabsichtlichen Fehlfunktion dieser Gerätschaften zum Opfer gefallen und nun war er erst einmal froh, dass sich der übereifrige Warlock-Techniker weit genug vor ihm in den Reihen der Sturmratten befand.
Grünliche Blitze zuckten vom Warpenergie-Kondensator, der auf den Rücken des Warlock-Technickers geschnallt war, hin und her, als dieser versuchte die flüchtigen Winde der Magie einzufangen. Die Sturmratten um den Warlock-Techniker herum entfernten sich vorsichtshalber ein paar Schritte, als die Blitze begannen, sich in alle Richtungen zu entladen. Quirrik kreischte vor Begeisterung und sich aufbauender Elektrostatik, als die Haare seines Fells bereits sichtlich abstanden. Schließlich entlud er all die aufgestaute Warpenergie in einen grünlich schwarzen Blitz, der direkt auf die schwer gerüsteten Untoten hinter dem Turm zuschnellte. Die bucklige Hexe, die sich in ihren Reihen befand, erschuf jedoch kurzerhand einen purpurnen Schild, der sich wie ein Leichentuch um ihre Einheit legte und den Blitz dabei gefahrlos ableitete. Quirrik quiekte frustriert und gestikulierte wild in Richtung der Warpblitzkanone weit hinter ihm. Von weiter her war nur das heisere Lachen der Hexe in der sonst beinahe geräuschlosen Streitmacht der Untoten zu vernehmen.
Die Besatzung der Warpblitzkanone war bemüht darum, den Befehlen ihres Warlock-Technikers sogleich zu gehorchen und riss den Auslösehebel ihres Geschützes herum. Die Ladung der Kanone schien jedoch noch nicht ausreichend aufgebaut gewesen zu sein und so schoss der knisternde Kugelblitz aus dem kupfernen Lauf über die Reihen der wimmelnden Skaven und verpuffte schon kurz vor den Truppen der Untoten ohne bei ihnen irgendwelchen Schaden anzurichten…
Strigoi-Ghulkönig Urzen der Unerbittliche befahl seine Armee mit einem leisen Fauchen voran, obwohl es keines akustischen Signals bedarf hätte, um die Untoten in die Schlacht zu werfen. Lediglich die Vargheist, die sich hinter den Horden von Zombies, Ghulen und Verfluchten befanden, antworteten mit ähnlich fauchenden Schreien und breiteten ihre großen ledrigen Flügel aus. Mit wenigen Schwüngen ihren mit Flughäuten bespannten Armen flogen sie parallel zur Schlachtlinie in Richtung der linken Flanke der Armee der Vampirfürsten und landeten auf der steinernen Brücke, die den Gebirgsfluss überspannte. Davon abgesehen bewegte sich die gesamte Horde vorwärts. Die von Urzen persönlich angeführten Blutschwerter marschierten im stillen Gleichschritt auf den Turm zu und hielten ihre langen Klingen kampfbereit vor sich. In ihren Reihen befand sich neben der verkrümmten Strigani-Hexe noch ein Fluchfürst, der einst ebenfalls im Dienste des Königreichs Strigos gedient hatte und ein altes zerschlissenes Banner Mourkains hoch erhoben hielt.
Die Strigani-Hexe kicherte leise und begann, größere Mengen von Todesmagie vor sich zusammenzuballen. Ein purpurner Wirbel aus Magie begann zu entstehen und war alsbald auch für Nichtmagieanwender zu erkennen. Die Skaven, die dies sahen, begannen aufgeregt und angsterfüllt zu quieken, so dass der Graue Prophet in ihren Reihen diese Magie mit lautem Gekreische wieder verflüchtigte. Die Strigani-Hexe spuckte einen leisen Fluch und ihre faulig schwarzen Zähne verzogen sich zu einer Grimasse. Dieser Fluch war jedoch nur ein Vorgeschmack auf den magischen Fluch, den die Hexe nun zu formulieren begann. Mit einem dürren krummen Finger zeigte sie auf den Grauen Propheten, der sich durch seinen magischen Bannversuch bemerkbar gemacht hatte, und versuchte seine Seele zu rauben. Der Graue Prophet hatte jedoch andere Pläne und, anstatt sich einem mentalen Duell mit der todbringenden Hexe zu stellen, lass hastig Silben von einem gegerbten Stück Menschenhaut und ließ den Fluch somit unwirksam werden…
Auf ein schrilles Quieken des Grauen Propheten hin stürmten die unzähligen Skavensklaven links des Turmes auf die näher kommenden Ghule zu und umrundeten dabei gleich einer zähen braunen Flüssigkeit den Warpflammenwerfer neben ihnen. Die Höllengrubenbrut an der rechten Flanke brüllte aus vielerlei Mäulern und warf sich ebenfalls vorwärts auf die sichtlich unbeeindruckten Zombies in ihrem Weg. Die Sturmratten unter Befehl des Kriegsherren Krasslik begaben sich in den alten Wachturm, der sicher schon unzählige Generationen von Skaven überdauert hatte, und besetzten ihn. Lediglich Warlock-Techniker Quirrik setzte sich zuvor von ihnen ab und verkrümelte sich hinter das Warpflammenwerfer-Team, bevor er selbiges ankeifte sich gefälligst feuerbereit zu machen. Todgenaght selbst hatte kein Interesse sich dem Feind weiter zu nähern und befahl seinen Klanratten an Ort und Stelle zu verharren, während das Waffenteam mit dem Giftwindmörser langsam aus der Deckung der Klanratten voran schlich. Die Riesenratten fanden eine Lücke an der linken Flanke uns hasteten an den reaktionsarmen Zombies vorbei. Die Horde Seuchenmönche hingegen war so groß, dass sie nicht an den Skavensklaven vorbeikam und so konnten die verseuchten Jünger der Gehörnten Ratte mit Schaum vor den Mäulern langsam voran schlurfen, ohne wirkliche Chance alsbald ihre Klauen und rostigen Klingen in untotes Fleisch graben zu können. Die Skavensklaven weiter rechtes liefen im Windschatten der Höllengrubenbrut voran, bereit sich auf alle Überbleibsel ihrer Zerstörungswut zu stürzen.
Die Winde der Magie ballten sich erneut über dem Schlachtfeld und diesmal war es an Todgenaght sich ihrer Macht zu bedienen. Mit einer weißfelligen Klaue griff er nach den unsichtbaren Strängen der Magie und murmelte einen arkanen Zauber. Er stieß schließlich beide Arme in die Luft und kreischte aus voller Kehle. Nur kurz darauf begannen die Knochen der schwer gepanzerten Verfluchten auf der anderen Seite des Turmes, der Elite der untoten Armee, an zu faulen und zu verwesen. Eine magische Seuche griff nach ihnen und zersetzte sie ebenso effektiv, wie sie lebende Opfer dahinraffen würde. Die mächtige Hexe in ihren Reihen war ebenso machtlos diesen Zauber zu stoppen, wie es der Ghulkönig war, der vor lauter Frustration lauthals knurrte. Mehrere der untoten Krieger brachen auseinander und waren innerhalb von wenigen Augenblicken nur noch modrige Knochenhaufen nebst angelaufenen Rüstungsteilen. Todgenaght grinste zufrieden und merkte kaum, wie zwei Klanratten neben ihm ebenfalls einer schnell wirkenden Seuche zum Opfer fielen, und hätte er es gemerkt, hätte es ihn nicht weiter gekümmert.
Da der Warlock-Techniker Quirrik aufgrund der Dominanz des Grauen Propheten keinen eigenen Warpblitz wirken konnte, machte er anstatt dessen seine mysteriöse aber dennoch weitaus weltlichere Rakete startbereit. Innerhalb nur weniger Augenblicke flog die merkwürdige Rakete in einer groben Pirouette und mit zischenden Geräuschen auf die Reihen der Untoten hinter dem Wachturm zu. Knapp hinter den Verfluchten schlug die Rakete schließlich auf und hüllte die Elite der Untoten in eine gewaltige Explosionswolke. Knochensplitter und angerostete Rüstungsteile flogen in hohem Bogen umher und auch vereinzelte Körperteile der Zombies hinter ihnen wurden durch die Luft geschleudert. Ein flacher Krater markeierte den Punkt des Aufpralls und über ein Dutzend zerfetzte Verfluchte und beinahe ein halbes Dutzend in Stücke gerissene Zombies säumten den Krater. Warlock-Techniker Quirrik sprang vor Begeisterung auf und ab und quietschte vor schrillem Gelächter. Dabei fuchtelte er wild mit den Armen und befahl seinen Klan-Skryre-Waffenteams es ihm gleichzutun. Die Giftwindbombe wurde vom Besatzungsmitglied des Giftwindmörsers hastig in den Lauf gerollt, doch verirrte sich der Schwanz eines der Besatzungsmitglieder in den Feuermechanismus, so dass der Mörser unter den zornigen Blicken des Warlock-Technikers neu geladen werden musste. Doch Quiiriks Aufmerksamkeit wurde zur großen Erleichterung der Giftwindmörserbesatzung schnell abgelenkt beziehungsweise auf den Warpflammenwerfer vor ihm gezogen. „Feuer-feuer“, quiekte Quirrik ungeduldig und zeigte in die sich wieder schließenden Reihen der Untoten. Der sichtlich nervöse Schütze drückte übereilt den Schalter zum Auslösen der Waffe, doch der Skaven mit dem Fass auf dem Rücken hatte das Zulaufventil noch nicht gänzlich geschlossen, so dass schlagartig hochexplosiver Brennstoff auslief und sich entzündete. Quirrik warf sich blitzschnell zu Boden und hielt beide Pfoten über die bereits angesengten Ohren. Als er ein Auge vorsichtig wieder öffnete, sah er mit Erleichterung, dass das Waffenteam so aufopferungsvoll oder auch schlicht panisch war, sich direkt auf den Feind weiter voraus zu werfen. Das brennende Waffenteam rannte dabei direkt in die Kampflinie zwischen Skavensklaven und Ghulen, bevor diese überhaupt die ersten Schläge ausgetauscht hatten. Dort detonierten das teuflische Gerät und das Waffenteam in einer feurigen Pilzwolke und brannte dabei auch noch eine Handvoll Skavensklaven und Ghule in unmittelbarer Nähe zu Asche. All diese unerwarteten Detonationen und Qualmwolken schienen die Besatzung der Warpblitzkanone derart aus der Fassung gebracht zu haben, dass diese erneut kein einziges Ziel mit ihrem Geschütz traf.
Die angesengten Kombattanten sprangen über die Leichname ihrer Artgenossen und schlugen und bissen aufeinander ein. Ein besonders hässlicher Ghul wurde dabei zu Tode geprügelt und vier ausgehungerte Skavensklaven in blutige Stücke gerissen, doch von beiden Seiten rückten weitere nach. Am anderen Ende des Schlachtfeldes, direkt am Fuße des Wachturmes prallte die Höllengrubenbrut in die Zombies und begrub beinahe ein halbes Dutzend der geistlosen Untoten unter sich. Danach verdrehte sie ihre schlangenförmige Masse und richtete sich zu voller Größe auf, bevor sie sich erneut auf die Zombies stürzte. Nahezu ein Dutzend halb verwester Körper wurden durch die abscheuliche Masse zerquetscht oder durch massive Fäuste niedergeschmettert. Einer der zerquetschten Zombies verbiss sich jedoch noch vollumfänglich in den Leib der Höllengrubenbrut und ließ glibberiges Wundsekret entweichen. Das monströse Geschöpf warf sich nochmals hin und her, so dass eine ganze Handvoll weiterer Zombies durch die schiere Masse niedergewalzt wurde. Die wenigen verblieben Zombies fielen schlicht in sich zusammen, als die Magie entwich, die sie zusammenhielt…
Mit einem schrillen zumeist im Ultraschallspektrum befindlichen Kreischen stürzten die Vargheists im Tiefflug über das Schlachtfeld und warfen sich auf das Rattenungetüm, das gerade durch eine große Einheit Zombies gepflügt war. Die Blutschwerter warfen sich mit Urzen an ihrer Spitze auf die verteidigenden Skaven im Wachturm. Die verblieben Zombiehorden auf dem Schlachtfeld verharrten wankend an Ort und Stelle und warteten auf Befehle ihrer Beschwörer.
Bereits im raubtierhaften vorpreschen auf den Wachturm wirkte Urzen die Anrufung von Nehek. Eine Magie, die ihm eher intuitiv zu Eigen war. Sein eigenes Leben nicht in unmittelbarer Gefahr sehend, tat der graubepelzte Zauberer der Rattenmenschen nichts, um diese nekromantsiche Magie zu stören oder zu bannen. Die düstere Nekromantie ergriff die Überreste von Ghulen, Zombies und jene der legendären Blutschwerter gleichermaßen. Über ein halbes Dutzend Zombies sowie beinahe die gleiche Menge Verfluchte und eine Handvoll Ghule wurden zu neuem Unleben erweckt. Die Strigani-Hexe am Rande des bestürmten Wachturmes versuchte indes erneut, sich der Seele des graufelligen Nagers zu ermächtigen, doch dieser bannte diese Todesmagie mit einem hastigen Schwenk seiner Pfote und gefauchten Worten seiner eigenen Sprache.
Die so verstärkten Ghule stürzten sich sofort wieder auf die dürren Skaven und zerfleischten beinahe ein halbes Dutzend von ihnen, ohne dass sie selbst Verluste erlitten, doch es strömten unzählige weitere aus den hinteren Reihen hervor. Die Vargheists sprangen im Sturzflug auf den lebenden Berg missgestalteten Fleisches des mehrköpfigen Rattenmonsters und gruben ihre scharfen Klauen in die aufgequollene Bestie. Dabei wurde die ledrige Haut der widernatürlichen Kreatur an mehreren Stellen aufgeschlitzt, doch schlossen sich die Wunden zumeist so schnell wieder, dass man dabei zusehen konnte. Die Brut selbst richtete sich erneut zu voller Höhe auf und fuhr wie eine lebende Fleischlawine herab. Felsengroße Fäuste schlugen selbst die mächtigen Vargheists beiseite und begruben eine der vampirischen Wesen unter sich. Ein weiterer Vargheists zerfiel verwundet durch von Warpstein durchsetzen Gliedern zu Staub, so dass nur zwei ihrer knurrenden Brüder verblieben. Die Blutschwerter stürmten indes angeführt von Urzen und dem namenlosen Fluchfürsten den alten Wachturm. Der Strigoi-Ghulkönig sprang im vollen Lauf in eines der schmalen Dachfenster und riss in einem Spektakel aus fliegenden Gliedmaßen und spritzendem Blut beinahe ein Dutzend deklassierter Elitekrieger der Skaven in Fetzen. Die mannsgroßen Rattenmenschen stellten sich den Blutschwertern im Erdgeschoss mit aufgestellten Glefen entgegen und erschlugen oder durchbohrten die ersten vier Verfluchten, die in das Gebäude eindrangen. Der Fluchfürst watete in deren Mitte und erschlug zwei Rattenmenschen mit seinem flammenden Schwert, bevor vier weitere den feurigen Klingen der Blutschwerter zum Opfer fielen. Der Kriegsherr der Skaven warf sich nicht in den Kampf, sondern befehligte seine zahlreichen Untergebenen von der sicheren Spitze des Turmes. Den schwer gepanzerten Skaven gelang es schließlich Urzen und seine Krieger aus dem Turm zu drängen und den Angriff somit unter hohen Verlusten abzuwehren…
Todgenaght rieb sich die pelzigen Pranken und grinste hämisch. In seinen Augen ging alles genau nach Plan. Die Sturmratten wehrten den Angriff auf den Turm ab, wenn auch unter hohen Verlusten, und die Höllengrubenbrut, die den Grauen Propheten eine Unzahl an Warptoken gekostet hatte, war an der rechten Flanke kurz davor durchzubrechen. An der linken Flanke hielten die Skavensklaven den Vormarsch des Gegners auf, auch wenn die wertlosen Kreaturen langsam dahinschmolzen. Die Seuchenmönche hinter ihnen rückten weiter auf, begierig darauf hinter den wertlosen Sklaven den Kampf zu übernehmen, sobald alle von ihnen tot wären. Zuvor waren die Riesenratten noch in die Flanke der Zombies an der linken Flanke gesprungen. Todgenaght führte seine eigenen Klanratten wieder näher an den Feind und den hart umkämpften Turm. Quirrik, der wahnwitzige Warlock-Techniker lief ebenfalls wieder in Richtung des Gegners und winkte das Giftwindmörser-Waffenteam an seine Seite, um sie direkt anweisen zu können.
Todgenaght lass erneut auswendig gelernte Passagen aus dem Liber Bubonicus und versuchte, eine alles verdorrende Krankheit über die Verfluchten und ihre Anführer zu bringen, doch scheinbar hatte der Graue Prophet die Passagen nicht genau genug rezitiert, so dass nichts weiter geschah. Quirrik rümpfte kurz die Schnauze, ob der Unterlegenheit dieser ritualisierten und altmodischen Magie. Er zapfte die Energie seines Warpenergie-Kondensators an und ließ einen schwarzgrünen und knisternden Warpblitz von seinem ausgestreckten Arm nach vorne schnellen. Der Lichtbogen traf mitten in die schwer gepanzerten Verfluchten und riss über ein halbes Dutzend von ihnen schmucklos auseinander, so dass es Rüstungsteile und Knochensplitter regnete. Zwar kam es zu einer magischen Rückkopplung, als die Energie des Blitzes umherpeitschte, doch Quirrik blieb mit qualmenden Ohren, aber weitestgehend unverletzt stehen.
Mit vor Stolz geschwollener Brust und einem Selbstbewusstsein von der Größe eines Rattenogers deutete er dem Giftwindmörser die Zielrichtung. Das Waffenteam war diesmal bemüht, keinen ihrer Schwänze in den Feuermechanismus zu bekommen. Der Schütze, der den Großteil des Zündmechanismus auf den Rücken festgezurrt hatte, schaute zur Kontrolle noch einmal zwischen die eigenen Beine und feuert dann erschreckt die Giftwindbombe ab, als Quirrik direkt neben ihnen wiederholt den Feuerbefehl quiekte. Das toxische Geschoss flog kerzengerade in die Luft und senkte sich dann auf gleichem Wege wieder herab. Der Warlock-Techniker kreischte vor Schreck und warf sich zum wiederholten Mal in der Schlacht in den Dreck. Die Giftwindbombe zersprang direkt zwischen den beiden Besatzungsmitgliedern und das tödliche Gas entwich mit zischenden Geräuschen. Zum Glück für die Skaven vom Klan Skryre bewährten sich ihre Schutzkleidung und ihre Atemmasken, so dass sie wild keuchend und hustend überlebten. Die Warpblitzkanone war erneut nicht in der Lage irgendein Ziel zu treffen, so dass der Graue Prophet Todgenaght wieder zu der Erkenntnis kam, dass Klan Skryre ihm erneut nur Schrott verkauft hatte. Wenigstens gab es bislang keinen direkten Angriff auf sein Leben und die Investition an den Züchterklan hatte sich hingegen schon jetzt bezahlt gemacht.
Die Riesenratten und ihr Meutenbändiger waren zwar unfähig den Zombies Schaden zuzufügen, doch sie waren ohnehin nur als Ablenkung gedacht. Die Zombies stürzten sich auf die Ratten und weideten eine von ihnen aus, bevor der Rest Hals über Kopf vor ihnen floh. Die großen, geflügelten Humanoiden versuchten im Schatten des Wachturmes nach wie vor den unaufhaltsamen Vormarsch der Höllengrubenbrut aufzuhalten und schlugen und zerrten mit übermenschlicher Kraft an ihr. Zwar konnten die beiden vampirischen Geschöpfe dem Ungetüm vom Züchterklan eine weitere Fleischwunde zufügen, doch wurden sie im Umkehrschluss von einem Wirbel titanischer Schläge der vielköpfigen Monstrosität schlicht zerschmettert. Auf der anderen Seite des Schlachtfeldes fielen erneut die blutrünstigen Ghule und die ausgemergelten Skavensklaven übereinander her. Beide Seiten verloren bei dieser mit Klaue und Reißzahn ausgetragenen Auseinandersetzung eine Vielzahl Kämpfer, doch beide Seiten hatten noch genug Nachschub, der unermüdlich nach vorne drängte und sich in den Kampf warf…
Urzen der Unerbittliche war hasserfüllt und zornig. Seine Armee schmolz schneller dahin, als seine Nekromanten und er in der Lage waren sie wieder zu erwecken und die Masse Rattenmenschen schien schier endlos zu sein. Mit einem raubtierhaften Brüllen führte er seine verbliebenen Blutschwerter zu einem erneuten Angriff auf den Wachturm, dessen Besitz den Sieg über die Schlacht bedeuten würde. Der Strigoi-Ghulkönig war sich zwar Gewiss über den klobigen Muskel- und Knochenhaufen, der von der Seite auf sie zu kroch und torkelte, doch Urzen wusste, es war nun Zeit alle Kräfte in den Kampf zu werfen. Die Zombies an der rechten Flanke schlurften von der Seite in den festgefahrenen Nahkampf zwischen Gruftghulen und den Sklaven der Rattenmenschen, während die Zombies hinter den Blutschwertern langsam dichter aufschlossen. Der geringe Nekromant aus ihren Reihen löste sich von ihnen und schlich hinter die Einheit der kannibalischen Gruftghule.
Dort kaum angelangt reckte er die knochigen Hände in die Höhe und intonierte die Anrufung von Nehek. Erneut brachen beinahe zwei Dutzend Zombies, eine Handvoll Ghule sowie über ein halbes Dutzend kurz zuvor erschlagener Blutschwerter aus dem Boden hervor oder erhoben sich wo sie zuvor erschlagen worden waren. Der Nekromant in den Reihen der Blutschwerter versuchte selbiges, doch erkannte der kommandierende Zauberer der Skaven schließlich die Gefahr dieser stetigen Wiedererweckung der Untoten und stieß die ritualisierte Magie aus ihrem Muster. Auch den Versuch der Strigani-Hexe sich wieder seiner Seele zu bemächtigen, unterband er kurzerhand mit seiner eigenen Magie.
Die umzingelten Skavensklaven bissen in die Enge getrieben um sich und rangen einen Gruftghul nieder, bevor seine Artgenossen über die Skaven herfielen und beinahe ein Dutzend mit vor Gift triefenden Klauen und nadelspitzen Zähnen auseinanderrissen. Auch die Zombies zerfleischten mehrere der Rattenmenschen, die nicht mehr entfleuchen konnten. Voller Verzweiflung versuchten die umringten Skavensklaven, irgendwo hin frei zu kommen. Dabei bissen und schlugen sie in alle Richtungen und rissen einen Zombie und einen weiter entfernten Verfluchten nieder, bevor ihr eigener über alle Maßen strapazierter Metabolismus sie gänzlich dahinraffte. Urzen sprang erneut wie ein unbändiges Raubtier in den Wachturm hinein und riss dabei in blitzartiger Geschwindigkeit und Kraft unzählige der gepanzerten Verteidiger auseinander. Diese erhoben nicht einmal ihre Waffen gegen dieses im Handgemenge unbezwingbar erscheinende Wesen. Auch der Kriegsherr der Skaven hielt respektvoll Abstand zu dieser Naturgewalt und wandte sich lieber den im Vergleich gewöhnlicher erscheinenden Kriegern zu, die hinter ihm in den Turm strömten. Der Seneschall der Blutschwerter erhob gerade sein langes fein ziseliertes und sicher Äonen altes Schwert, um einen Schlag anzubringen, doch der Kommandant der Rattenmenschen rammte seine eigene Glefe mit einem lauten Kreischen bis zum Heft durch das archaische Rüstwerk in den Brustkorb des Champions der Verfluchten. Dabei zerbrach er eine Vielzahl durch dunkle Magie zusammengehaltene Knochen und beförderte den erschlagenen Seneschall schmucklos aus dem Turm. Die Sturmratten an seiner Seite erschlugen mit ihren schweren Stangenwaffen ebenfalls eine Handvoll heranstürmender Blutschwerter, bevor deren Kammeraden die gleiche Zahl Rattenmenschen mit ihren von dunklem Feuer umspielten Zweihandwaffen erlegten. Auch der Kriegsherr der Skaven, der gerade wieder seine Waffe aus dem Brustkorb des erschlagenen Seneschalls befreit hatte, wurde von den Blutschwertern attackiert. Eine der massiven verzauberten Klingen erwischte ihn an seinem Waffenarm und der Rattenmann kreischte vor Wut und Schmerz. Auch der namenlose Fluchfürst aus grauer Vorzeit stieß sein von Schwarzer Magie durchdrungenes Schwert immer wieder in Richtung des Kriegsherrn und durchbohrte schließlich dessen schwere Rüstung am Oberkörper. Kaum eine Handbreit der fortwährend im Licht unheilvoller Energie schimmernden Klinge drang in den Brustkorb des muskulösen Rattenmenschen ein, doch krümmte sich dieser sogleich vor Schmerzen und befahl seinen elitären Rattenkriegern lauthals, ihn zu beschützen. Nur unter Mühen konnten die schwarzfelligen Skaven Urzen und seinen Entourage schließlich aus dem Turm drängen…
Mit dem Gebimmel unzähliger Glocken und einem frenetisch heiseren Quieken rannten die Seuchenmönche ohne zusätzlichen Befehl des Grauen Propheten in die Zombiehorde direkt vor ihnen. Dennoch ließ Todgenaght es nicht aus, in alle Richtungen lauthals Kommandos zu quieken. Der schwer angeschlagene Kriegsherr Krasslik und seine stark dezimierte Einheit verließen den Wachturm durch den Hinterausgang und das erste Mal sah Todgenaght, wie Krasslik seine Eliteratten ganz vorne anführte. „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff“, dachte Todgenaght, bevor er die unzähligen Skavensklaven, die er bislang an der rechten Flanke geparkt hatte, in den Turm beorderte. Unmengen von ausgemergelten Skaven kletterten am Turm hoch und in jedwede erdenkliche Öffnung hinein. Die aus vielen Mäulern brüllende und zischende Höllengrubenbrut warf sich voran in die Flanke der Überbleibsel der Verfluchten und ihrer mannigfaltigen Anführer hinein. Todgenaght führte seine Klanratten direkt hinter den Wachturm, um nicht versehentlich in die Nähe womöglich durchbrechender Truppen der Vampirfürsten zu gelangen. Krasslik leckte sein blutiges Fell, während er die erbärmlichen Überreste seiner einst formidablen Sturmratten in einer Zweierreihe neben dem Turm formierte und sich erschöpf an sein Glefe klammerte. Diese Erscheinung zauberte Todgenaght ein hämisches Lächeln in das rattige Gesicht. Zuletzt sprang noch Quirrik mit surrendem Warpenergie-Kondensator auf dem Rücken in den hinteren Eingang des Wachturmes hinein, aus dem die Sturmratten selbigen gerade verlassen hatten.
Todgenaght versuchte vor lauter Übermut, den Fluch der Gehörnten Ratte zu formulieren, doch irgendwie schien ihn sein Patron zu ignorieren, und nichts wirklich ernsthaft Realitätsverzerrendes geschah.
Die Warpblitzkanone entlud erneut einen knisternden Kugelblitz aus Warpenergie, der dieses Mal tatsächlich einen einzelnen der aasfressenden Ghule in seinem Weg bis auf die Knochen versengte. Nach der Schlacht würde Todgenaght ein ernstes Wörtchen mit dem Warlock-Techniker über die Leistungsfähigkeit dieser sogenannten Kriegsmaschine sprechen müssen. Der Giftwindmörser verschoss mit einem lauten Floppen ebenfalls zum ersten Mal in der Schlacht eines seiner Geschosse zielgenau. Die Giftwindbombe zerbarst inmitten der Ghule und vergaste eine Handvoll der in Lumpen gekleideten Unholde.
Entscheidender war jedoch der Aufprall der entsetzlichen Höllengrubenbrut, die in die Überreste der Verfluchten brach, wie der Bug eines mächtigen Segelschiffes in die Fluten des düsteren Ozeans. Die elitären Krieger der Vampirfürsten wurden unmittelbar zermalmt und ihre Anführer versuchten verzweifelt, dem Koloss irgendwie aus dem Weg zu kommen. Die vielen Köpfe der Höllengrubenbrut quollen schnappend und beißend aus ihren fleischigen Hälsen. Messerscharfe Schneidezähne von der Größe eines Pferdebeins zischten durch die Luft und versuchten, den vordersten Nekromanten zu verschlingen. Die vor Geifer triefenden Zähne zerfetzten die Robe des untoten Zauberers mühelos und verletzten ihn dabei schwer. Der Strigoi-Ghulkönig heulte verzweifelt, da er im Gedränge seiner Verbündeten nicht nah genug an die groteske Bestie herankam, um seine Klauen in ihr widerwärtiges Fleisch zu graben. Die Masse der Höllengrubenbrut fuhr schließlich mit einem Ruck gänzlich über die Herrscher der Untoten und zermalmte dabei den namenlosen Fluchfürsten ebenso, wie die mächtige augenlose Strigani-Hexe und den geringen Nekromanten in seinen zerfetzten Roben. Auch der Strigoi-Gulkönig namens Urzen wurde von der amorphen Masse überwältigt und von ihr begraben, so dass er die Kontrolle über seine Armee verlor. Der einsame Nekrommant, der von diesem Massaker weiter entfernt stand, riss sich die Kontrolle über die Armee an sich, in dem verzweifelten Versuch, den Schaden zu begrenzen. Einige der degenerierten Ghule suchten jedoch fluchtartig das Weite und einige Zombies torkelten orientierungslos davon. Weiter vor ihm sprangen die Seuchenmönche wie von Sinnen in die von langsamer Motorik geprägten Zombies. Ein volles Dutzend Zombies wurden von den Klingen und Stäben der Seuchenjünger erschlagen und die gleiche Zahl brach im Druck der angreifenden Skaven vom Seuchenklan schlicht in sich zusammen…
Der Nekromant warf die größte Gruppe Zombies in den Pfad der Zerstörung der aufgequollenen Rattenbestie, um sie etwas aufzuhalten und begann sogleich eine Anrufung des Nehek. Mehrere Zombies erhoben sich erneut und einige der feigen Ghule kehrten zurück zu ihrer Rotte. Die Zombies fielen vor dem rattenköpfigen Ungetüm jedoch wie die Fliegen. Mehrere der wandelnden Leichname wurden von schlängelnden skavenartigen Häuptern schlicht verschlungen und noch weit mehr wurden einfach niedergewalzt und brachen auseinander. Die pestilenten Skaven am anderen Ende der Schlacht hackten sich dafür mühelos durch die verbliebenen Zombies, ohne dabei eigene Verluste zu erleiden…
Die Armee der Vampirfürsten war geschlagen und die Überreste taumelten entweder orientierungslos und ohne Kontrolle durch die Gegend oder flohen in gebeugter Haltung und wimmernd vom Schlachtfeld. Die Sonne ging langsam am östlichen Horizont auf und tauchte das von Leichen übersäte Schlachtfeld in ein rotes Licht. Die Höllengrubenbrut zuckte aufgrund ihres überschellen Metabolismus noch immer vor sich hin und gab zischende und grollende Geräusche von sich. Der Graue Prophet Todgenaght grinste hingegen zufrieden und konnte eine gewisse Schadenfreude nicht verhehlen, als er die ramponierte Erscheinung des Kriegsherren Krasslik und die seiner erbärmlichen Leibwache erblickte. Der Kriegsherr marschierte auf Togenaght und seine viel kleineren Klanratten zu und blickte den Grauen Propheten zornerfüllt an. Er wollte just das Wort ergreifen, als Todgenaght sein Haupt beugte und zu sprechen begann: „Glorreicher-mutiger Krasslik hat bedeutend-deutlich zum Sieg-Sieg beigetragen-getragen!“ Krasslik bleckte die Schneidezähne und zischte, machte aber keine weiteren Anstalten, auch wenn die Klanratten um Todgenaght die ganze Zeit Sorge hatten, der Kriegsherr würde sie jeden Moment anspringen. Schließlich wandte sich Krasslik ohne weitere Worte um und die Überreste seiner Sturmratten folgten ihm. Todgenaght jedoch erblickte nun den vor Stolz beinahe schwebenden Warlock-Techniker Quirrik, wie er gerade den Wachturm verließ. Es gab einen Skaven mit dem der Graue Prophet noch ein Hühnchen zu rupfen hatte, denn er hatte Klan-Skryre erneut im Verdacht ihm desolate Kriegsmaschinen verkauft zu haben…
Die übernatürlichen Reflexe des Strigoi-Ghulkönigs waren das einzige, das ihn am Unleben hielt. Urzen war umgeben von einer fleischigen wurmigen Masse die sich in einem kräuselnden Strom unnatürlicher Krämpfe bewegte. Immer wieder schnappten nackte wie haarige und augenlose wie mit Augen besetzte Köpfe und Mäuler nach ihm. Sie wandten und reckten sich, versuchten den Geruch ihrer Beute aufzunehmen, während sie fauchten und mit messerscharfen Zähnen um sich schnappten. Immer wieder wich Urzen aus, denn selbst seine übermenschliche Widerstandsfähigkeit und Kraft war gegen das unförmige Ungetüm nicht von Bedeutung. Schließlich gelang es dem Strigoi-Ghulkönig die wabernden Massen des Fleischberges zu verlassen, wie ein Schwimmer, der aus einer zähflüssigen, viskosen Flüssigkeit auftauchte. Er war übersäht von Bisswunden und bedeckt von widerlichen Körperflüssigkeiten, die von Warpstein und anderen Substanzen durchsetzt waren. Urzen sprintete in die nahen Wälder und ignorierte die in der Nähe quiekenden Skaven und die ihn aus leeren Augenhöhlen anstarrenden Zombies…
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