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Amenemhetum (Gruftkönige) vs. Hassenstein (Imperium) [Schlacht um den Pass]




Es war noch tief in der Nacht, als Amenemhetum der Große seine Goldene Legion geräuschlos in Position brachte. Der Gruftkönig konnte die großen Lagerfeuer im Camp der Nordmenschen vor sich deutlich erkennen und auch die Geräusche von ausgelassen feiernden Soldaten. Er selbst und seine Krieger hatten keinen Bedarf mehr an der Wärme von Feuern und die letzte zelebrierte Siegesfeier, an der der Geierfürst selbst teilgenommen hatte, war die des Sieges von Alcadizaar gegen die Truppen des Erzverräters Nagash vor über dreitausend Jahren. Amenemhetum würde die Festung Ekrund nicht aufgeben, auch wenn dies das Bündnis mit den Nordmenschen aufkündigen würde. So stand die Goldene Legion bewegungslos nur wenige hundert Meter vom Feldlager des Imperiums entfernt im Innenhof entlang der Mauern der Festung Ekrund und hunderte leere Augenhöhlen blickten emotionslos auf das nächtliche Treiben. Erst als der Morgen graute war ein Alarmsignal aus dem Lager zu vernehmen, denn die aufgehende Sonne hatte den Blick auf die aufgereihten Ränge der Goldenen Legion schließlich preisgegeben…

Gruftkönig Amenemhetum der Große

Das Läuten der Alarmglocken breitete sich durch das ganze Lager hin aus und Hassenstein, der sich gerade dem morgendlichen Gebet an Sigmar gewidmet hatte, blickte auf, um die Ursache für den Alarm ausmachen zu können. Als er erkannte was sich ihnen im Dunkel der Nacht genähert hatte, war er kaum überrascht. Er ließ sich wortlos von seinen herbeigeeilten Initiaten seine Rüstung überziehen, griff sein vom Großtheogonisten persönlich gesegnetes Hammerpaar und schwang sich auf seinen Kriegsaltar, welcher gerade seine treuen Streitrosse angespannt bekam. Die Hellebardenträger der Südlichen Torwache scharrten sich um die Rufe und das Banner von Wolfram Kessler, während die Pistolenreiter und Ordensritter mit Hilfe ihrer Knappen versuchten ihre nervösen Streitrosse zu beruhigen und dabei eine Schlachtlinie zu bilden. Dann ertönten die Schreie von Bernd Falkenstein und jener wenigen Artilleristen, die die Belagerung vom Vortag überlebt hatten, als plötzlich unvermittelt eine Vielzahl mit Bögen bewaffneter Skelettreiter hinter ihnen auftauchten…

Erzlektor Mikael Hassenstein

Die einstigen Verbündeten waren zu Feinden geworden. Kaum war die Bedrohung durch die angreifenden Armeen der Zerstörung gebannt worden, zerbrach das Bündnis zwischen dem Gruftkönig und dem Erzlektor. Zu mißtrauisch waren beide Seiten gewesen und zu sehr beanspruchten beide Seiten die Festung Ekrund für sich. Während die Oger die alten Bierkeller der Zwerge knackten und auch vor dem Fungusbier der Grünhäute keinen halt machten, trafen die Armeen der Gruftkönige und des Imperiums aufeinander...



Noch immer verharrten die Truppen der Gruftkönige bewegungslos, als Erzlektor Hassenstein die Seinen mit lauter Stimme in die Schlacht rief und die schwer gepanzerten Ordensritter nur Sekunden später auf ihren noch immer unruhigen Schlachtrössern in Richtung Feind galoppierten. Angeführt vom Kriegspriester Bertolf Unterbaumer stießen sie zwischen Innenseite der Festungsmauer und dem Gehölz eines kleinen unheimlichen Waldes hindurch. Einer der Ritter wurde dabei aus dem Sattel gestoßen, als ein knorriger, niedrig hängender Ast ihm unnachgiebig den Weg versperrte. Die plänkelnde Bogenschützen-Miliz folgte den Rittern so schnell ihre Beine sie trugen und auch sie begaben sich in das nahe Unterholz des unheimlichen Waldes, um möglicherweise den einen oder anderen Schuss auf die untoten Krieger dahinter abgeben zu können. Die Hellebardenträger der Südlichen Torwache marschierten ebenfalls voran, während sich die ihnen angeschlossene Abteilung aus Musketenschützen rückwärtig neu formierte, um einen Blick auf die unvermittelt aufgetauchten Skelettbogenreiter zu erhaschen. Die Pistolenreiter hielten, unmittelbar nachdem sie ihre Rosse unter Kontrolle gebracht hatten, direkt auf diese zu, um zu versuchen ihnen den Weg zur verwundbaren Artillerie des Imperiums zu versperren. Hauptmann Heilwig der Sturmbrecher hingegen flog auf seinem getreuen Pegasus entlang des Gebirgsflusses auf den Wachturm und die dahinter befindliche mysteriöse Lade zu, die Hassenstein ihm persönlich aufgetragen hatte zu vernichten. Erzlektor Hassenstein selbst rumpelte mit seinem Kriegsaltar nur wenige Meter die Brücke hinab und begann sogleich durch Gebete und die Kraft seines Glaubens die göttliche Macht Sigmars durch die Statue des Goldenen Greifen auf dem Kriegsaltar heraufzubeschwören. Gleißendes, weißes Licht wurde von der Statue entfesselt und schoss auf die nicht weit entfernt aufmarschierenden Elitekrieger der Gruftkönige zu. Bevor das Licht sein Ziel jedoch mit reinigenden Flammen verzehren konnte, sprach der ausgetrocknet wirkende Hohepriester der Untoten arkane Worte und das reine Licht prallte an einer unsichtbaren Wand aus magischer Energie ab. Das runenübersäte Magieportal, welches ein Konstrukt aus Zwergenhand zu sein schien und sich nur wenige Meter davon entfernt befand, stieß plötzlich einen kaum wahrnehmbaren Schwall Todesmagie aus und schwächte schlagartig die magischen Essenzen der nahen Todesgeier, die diese erfüllten. Der Amethystwind Shyish wehte ohnehin sehr stark über dem Schlachtfeld, das konnten die Magieanwender und Priester beider Seiten deutlich spüren. Aus einer halb verfallenen Scheune, in die die am Vortag gefallenen Soldaten des Imperiums aufgebahrt lagen, um die letzte Salbung durch einen Priester des Morr zu erfahren, stießen plötzlich geisterhafte Erscheinungen, die vom Aussehen her sehr an Staatstruppen des Imperiums erinnerten. Diese kaum wahrnehmbaren Spektren stürzten sich recht wahllos auf alles in ihrer Nähe, die Kavalleristen beider Seiten konnten den gespenstischen Hieben dieser Wiedergänger aber erfolgreich ausweichen. Die Pistolenreiter schossen trotz dieser unerwarteten Ablenkung mit ihren Pistolen einen der überfallartig aufgetauchten Skelettbogenreiter aus dem bereits längst verwesten Sattel seines untoten Rosses. Die Besatzung der Höllenfeuer Salvenkanone hatte ihr Geschütz indessen ebenfalls dieser unerwarteten Bedrohung zugewandt und gab aus der Deckung der nahen Brücke mehrere Schüsse aus den Läufen ihrer Kriegsmaschine ab. Ein weiterer der leichten Kavalleristen der Gruftkönige wurde auf diese Weise von einem bleiernen Projektil zerfetzt ausgeschaltet. Die Besatzung der auf der Brücke positionierten Kanone hingegen ignorierte die Bedrohung durch die feindlichen Reiter und ließ ihr schweres Geschütz auf die Schlachtlinie des Gegners ausgerichtet. Ein kurze Zeit später ausgelöster, zielgenauer Schuss schlug in die golden gerüsteten Krieger der Gruftkönige ein, wurde jedoch nach kaum nennenswerten Verlusten unter ihnen plötzlich seitwärts abgelenkt. Der Meistertechnicus Bernd Falkenstein konnte es nicht recht fassen und hob sein wertvolles von der Himmelsakademie selbst hergestelltes Fernrohr, um sich zu vergewissern, was genau passiert war. Er konnte sehr schnell erkennen, dass einer der augenscheinlichen Anführer der Einheit ein Amulett trug, welches beim Einschlag der Kanonenkugel verdächtig aufgeblitzt war…
 

Amenemhetum der Große befahl den Kriegern seiner getreuen Goldenen Garde sich der Bedrohung durch die feindliche schwere Kavallerie zuzuwenden, die auf die eigene rechte Flanke zuhielt. Gleichzeitig ließ er die Ualatp-Division Bogenschützen im Gleichschritt zurücksetzen, um wenigstens etwas Distanz zum schnell näherkommenden Feind aufzubauen. Die Goldene Garde war entgegen ihrer üblichen Kampfformation vergleichsweise tief gestaffelt aufgebaut, da das Schlachtfeld aufgrund des vielen schwer oder kaum zu passierenden Geländes wenig Platz für breite Schlachtreihen bot. Die Todesgeier an der linken Flanke flatterten mühevoll über das Magieportal und ignorierten dabei den nahenden Pegasus mit seinem Reiter. Anstatt wie von Amenemhetum geplant und vorgesehen tauchten die unter dem Sand begrabenen Grabjäger nicht nahe der Kriegsmaschinen der Nordmenschen auf, sondern durchstießen den für sie ungewohnt harten und steinernen Boden beim Wachturm weit vom eigentlichen Schlachtgeschehen entfernt. Die Skelettbogenreiter hatten unterdessen den direkten Angriff auf die Kriegsmaschinen eingeleitet. Eine Einheit der Skelettbogenreiter stieß von hinten auf die Besatzung der Kanone zu, während jene, die sich zuletzt in den Wald bewegt hatte, von dort aus und durch die brodelnde Flut des Flusses reitend versuchte, die Flanke der Geschützstellung zu erreichen. Letztere erreichten ihr Ziel nie, da bereits ein paar Reiter dem gefährlichen Gelände des dichten von Frühlingsgewächsen durchzogenen Waldes zum Opfer fielen, ein weiteres Paar war zudem nicht in der Lage die Stromschnellen des durch geschmolzenes Gletscherwasser beschleunigten Flusses schadlos zu durchqueren und der letzte Reiter fiel schließlich der brodelnden Flut zum Opfer, als er gerade zum Sprung auf die Brücke ansetzen wollte. Eine letzte Einheit der wendigen Späher bemühte sich indes aus der Blockade der Vorreiter des Imperiums zu gelangen und bewegte sich hauptsächlich seitwärts zu ihrer vorher eingenommenen Position. 
Der in dunkle Roben gehüllte Priester des Usirian Djaar-un versuchte nun arkane Silben formulierend die Geister der Verstorbenen aus der Unterwelt auf die sich schnell nähernden Ritter loszulassen, bevor diese sie erreichen konnten, aber diese Versuche wurden durch Exorzismen vereitelt, die der in helle Roben gekleidete Zauberer der Nordmenschen mit scheinbarer Leichtigkeit formulierte. Der Hohepriester Herakh intonierte indessen die machtvolle Anrufung des Niederschmetterns auf die Ualapt-Division, die er nur Momente zuvor aus purem Selbstschutz verlassen hatte. Die kreischenden Geister der gepeinigten Seelen, die urplötzlich aus der Lade der verdammten Seelen hervorbrachen und das ganze Schlachtfeld in ein zwielichtiges Totenlicht tränkten, konnten durch die primitiven Exorzismen des erschrocken blickenden Zauberers jedoch nicht so einfach gebannt werden und so stießen sie auf die gegnerischen Ritter zu. Ihre schwere Rüstung bot gegen die gequälten Seelen keinen Schutz, aber die Entschlossenheit stärkenden Gebete des Kriegerpriesters in ihren Reihen schien eine Art Rüstung des Glaubens zu bilden, die die Geiser abwehren konnte. Nur ein einzelner Ritter, der ganz außen freien Blick auf die nahe Beingrube hatte, zweifelte einen Moment an seiner Entschlossenheit, so dass die gequälten Geister leichtes Spiel hatten ihm seine verängstigte Seele zu entreißen und seinen um Jahrzehnte gealterten Körper leblos vom Pferd stürzend zurückzulassen. Die Poltergeister der toten imperialen Soldaten im weiter entfernten Bereich des Schlachtfeldes schlugen mit ihren geisterhaften Waffen indes unermüdlich auf alles in der Nähe der Behausung ihrer Leichnahme befindliche zu und konnten dadurch sowohl einem Pistolenreiter ein kaltes Grab bescheren als auch einem Skelettbogenreiter die ihn animierende Essenz berauben. Den Rittern wurde nach dem übernatürlichen Angriff der entfesselten Geister aus der Lade der verdammten Seelen ebenfalls kein Moment der Erholung gegönnt und nur wenige Augenblicke nach dem Angriff dieser Verderben bringenden Waffe flogen beinahe einhundert Pfeile mit Asaphs Segen auf sie nieder. Ihre dicken Plattenrüstungen boten jedoch den besterdenklichen Schutz gegen diese Projektile und so prallten die Pfeile zu Dutzenden an ihnen ab. Lediglich ein einzelner Ritter fiel schließlich mit einem im Visier steckenden Pfeil vom Pferd und war tot, bevor er auf dem steinigen Boden aufschlug. Die Skelettreiter nahe den gegnerischen Kavalleristen schossen noch einen der leichten Reiter vom Pferd, bevor die wenigen Skelettreiter, die die Kriegsmaschine auf der Brücke erreicht hatten, von der verzweifelten Besatzung selbiger in Empfang genommen wurden. Als die Reiter mit ihren schlanken Krummsäbeln auf die Artilleristen einschlagen wollten, wurden sie just alle von den zu Nahkampfwaffen zweckentfremdeten Werkzeugen der ihr Geschütz beschützenden Mannschaft von der Brücke getrieben und ausgeschaltet…


Bernd Falkenstein steckte mit überraschter Miene sein nur wenige Augenblicke zuvor gezogenes Langschwert zurück in die Schwertscheide, nickte den nahen Kanonieren grimmig zu und wies sie an die Kanone schnellstmöglich nachzuladen. Er hatte nicht wirklich geglaubt, dass die Geschützmannschaft den Angriff der untoten Kavalleristen überleben würde, und er hatte sich schon selbst im Handgemenge mit ihnen gesehen. Vor sich sah er wie sich Erzlektor Hassenstein mit seinen Kriegsaltar weiter in Richtung Feind bewegte und dabei ununterbrochen und lauthals Litaneien des Glaubens und der Aufopferung zitierte. Die Hellebardenträger zur linken schauten zumeist ehrfürchtig in Richtung ihres Generals und folgten im Marschtempo in seinem Windschatten. Die Höllenfeuer Salvenkanone drehte sich erneut auf Falkensteins knappen Befehlen hin und der Meistertechnicus zeigte mit ausgestrecktem Arm auf die schnell näher kommenden, übergroßen Wüstengeier. Die Besatzung der Salvenkanone folgte Falkensteins genauen Anweisungen und blickte dennoch immer wieder nervös in Richtung der untoten Raubvögel, die es eindeutig auf sie abgesehen hatten. Weit dahinter konnte Bernd Falkenstein den Pegasus des Hauptmannes sehen, der erst gestern Abend zusammen mit dem Zauberer des Lichtordens angekommen war, um Nachrichten über nahende Verstärkungen aus dem Kernland zu überbringen. Der Hauptmann schien erpicht die Verderben bringende Kriegsmaschine der Untoten hinter dem Wachturm anzugehen, in dessen Nähe plötzlich grauenerregende, schlangenförmige Monstrositäten aus dem Boden selbst hervorgesprungen waren. Dies schien den Pegasus und seinen Reiter jedoch nur zu einer kleinen Kurskorrektur zu bewegen, aber nicht von seinem eigentlichen Ziel abzubringen. Der Meistertechnicus war froh weiter hinten bei seinen verlässlichen, auf Schwarzpulver basierenden Kriegsmaschinen zu sein und den Gegner aus Entfernung unter Feuer nehmen zu können. Direkt mit dem Schwert in der Hand gegen schlangenartige Kreaturen, animierte Skelette oder Seelen verschießende Kisten zu kämpfen war nicht Falkensteins Sache und er überließ dies gern anderen. Genau in diesem Moment sah er wie die Ordensritter und der heißblütige Kriegerpriester Bertolf Unterbaumer mit voller Wucht in die langen Reihen der unzähligen Bogenschützen des Feindes prallten. Doch nur einen Wimpernschlag später hörte er einen nahen Knall und sah das flammende Aufblitzen einer Detonation. Erschreckt blickte er sich um in der Befürchtung eine seiner Kriegsmaschinen hätte eine Fehlfunktion erlitten, aber dann bemerkte er, dass diese gerade erst ihre jeweiligen Ladevorgänge fachmännisch abgeschlossen hatten. Erst dann erkannte er, dass sich aus dem mit Runen beschlagenen Monument in der Mitte des Schlachtfeldes ein Feuerball gelöst hatte und inmitten der verwesten Riesenvögel eingeschlagen war. Das Feuer hatte eine der aufgedunsenen Kreaturen komplett in Stücke gesprengt und die von ihren Leibern herunterhängenden Stofffetzen einer anderen in Brand gesetzt. 
Diese Chance nutzend befahl Falkenstein der Salvenkanone das Feuer direkt auf die angesengten Kreaturen zu eröffnen. Das Knattern des Rotationsmechanismusses und das Knallen der abgefeuerten Läufe war Musik in den Ohren des Meistertechnikusses und er konnte mit ansehen wie eine weiterer untoter Aasfresser in fedrige Fetzen geschossen wurde und der letzte von ihnen mit löchrigen Flügeln zu Boden sank. Zufrieden blickte sich Bernd Falkenstein kurz um und gab der Kanone hinter sich den Befehl zum Feuern. Das massige Projektil schlug genau am berechneten Punkt ein und flog dann zielgenau auf den ihnen zugewandten Führer der bereits zuvor beschossenen Einheit des Feindes zu. Die göttliche Macht der Greifenstatue des Kriegsaltars war indes erneut von dem scheinbar obersten Priester der Feindarmee gebannt worden, indem dieser eine alte Papyrusrolle verlas und sich für Sekunden ein skarabäenartiger Panzer um die Zieleinheit gebildet hatte. Auch Blitze reinigender Energie aus den Handflächen des Lichtzauberers hatten keine Wirkung. All diese flüchtige Magie und Gegenmagie hatte jedoch keinen Einfluss auf aufrechten Stahl und ehrliches Schwarzpulver, dachte Bernd Falkenstein, als die Kanonenkugel auch schon in die anvisierte Einheit einschlug und gleich als Erstes den Amulett tragenden Anführer in trockene Stücke aus morschen Knochen und harzgetränkten Bandagen riss. Beinahe ein halbes Dutzend weiterer Krieger dieses Regimentes wurde hinter ihm ebenfalls pulverisiert, bevor sich das gusseiserne Geschoss weit hinter der Einheit verlor. Das Knallen der Schusswaffen der Musketenschützen und Pistolenreiter erklang im Rücken von Bernd Falkensteins Position und beinahe alle verbliebenen Skelettreiter wurden so von Bleiprojektilen durchsiebt erschossen. Zu guter Letzt schossen noch die im Schatten der Ritter aus dem Wald aufgetauchten Bogenschützen auf die schwer unter Feuer genommenen Elitekrieger der Gruftkönige und einer der in Gold gerüsteten Untoten fiel mit einem in der Augenhöhle steckenden Pfeil in sich zusammen. Nachdem alle Beschusswaffen des Imperiums abgefeuert waren, wogte der Lärm von verlustreichem Handgemenge zu Bernd Falkensteins Position herüber. 
Bertolf Unterbaumer war an der Seite der Ordensritter frontal in die Reihen der Skelettbogenschützen geschmettert und schwang nun seinen Kriegshammer in hohem Bogen herum, während er den Namen Sigmars wieder und wieder intonierte. Sein wie ein Komet am Firmament niedersausender Hammer schlug in gerechtem Zorn die nackten Schädel mehrerer Skelette ein, die sich ihm mit gezogenem Khopesh in den Weg gestellt hatten. Die Lanzen der Ordensritter streckten ebenfalls mehrere der Skelettbogenschützen nieder oder schleuderten sie mühelos mehrere Meter weit durch die Luft und auch die schweren Streitrösser zertrampelten den einen oder anderen Untoten unter ihren stählernen Hufen. Die Skelettbogenschützen drangen zwar in großer Zahl und mit gezogenen Nahkampfwaffen auf die Ordensritter ein, aber die Klingen der nur leicht gerüsteten Untoten prallten zumeist an den schweren Plattenrüstungen ihrer allzu lebendigen Widersacher ab. Nur ein Ritter wurde von mehreren der Skelettkrieger umzingelt und von seinem treuen Streitross geholt, als der wohl platzierte Schlag eines Khopesh in die Weichteile des Reittieres unter dem Rossharnisch eindrang und es zum straucheln brachte. Der Aufprall der schweren Kavallerie des Imperiums hatte beinahe eine komplette Reihe des feindlichen Regiments ausgelöscht und mehrere der Skelettbogenschützen schienen zudem ohne wirkliche Fremdeinwirkung in sich zusammenzufallen. Dennoch gaben die untoten Streiter keinen Meter weit nach, da ihnen Angst oder der Drang nach Selbstschutz fremd zu sein schien, und so verloren die Ritter umgeben von feindlicher Infanterie schließlich ihren gefürchteten Angriffsimpuls, so dass sie schließlich ihre Lanzen fallen ließen und Schwert und Streitkolben zogen…

 

Es war ein Anblick wie aus den Legenden der Vorzeit als die alten Götter noch auf Erden wandelten, bemerkte der Hohepriester Herakh in stiller Kontemplation und aus sicherer Entfernung, als er sah wie sein König Amenemhetum, der König der Könige, die Goldene Garde in die Schlacht führte. Sie stürmten im anmutigen Gleichschritt auf die primitiven und in schweres Eisen gehüllten Reiter des Feindes zu, die bereits im Kampf mit der Ualatp-Division gebunden waren. Zu seiner Linken sah der Hohepriester noch wie sich mit einem zischenden Schrei und wenigen anmutigen Flügelschlägen einer der geheiligten Todesgeier gleich dem geierköpfigen Aasgott Ualatp selbst auf die Tod und Feuer spuckende Kriegsmaschine des Feindes und ihre Besatzung warf, bereit diese mit ihren scharfen Krallen zu zerreißen. Knapp dahinter galoppierte zudem der letzte Bogenreiter der Armee des Geierfürsten auf die Besatzung der Kriegsmaschine auf der Brücke zu. Die instinktgetriebenen Grabjäger im hinteren Bereich des Schlachtfeldes, die Herakhs magische Anrufungen letzte Nacht selbst erweckt hatten, schlängelten sich indessen auf den ihnen nahe stehenden Wachturm und erblickten mit glimmenden Augenhöhlen ihr Ziel. Der Hohepriester des Ualatp reckte seine skelettierten Arme in die Höhe und intonierte die magische Anrufung des Niederschmetterns. Herakh spürte wie der Atem der Götter ihn überaus stark erfüllte und nach Vollendung der präzisen Verse strömte Licht aus den Augenhöhlen aller Krieger Nehekharas im unmittelbaren Umfeld des Hohenpriesters. Ptras Macht selbst hatte ihnen Schnelligkeit und Zorn verliehen, um ihre Feinde zerschmettern zu können, nur Herakh hatte durch eine scheinbar falsch betonte Silbe den Zorn Ptras selbst auf sich und alle Mitglieder des Totenkultes in seinem Umfeld gezogen. Djaar-un, der in dunkle Roben gehüllte Priester nur wenige Meter vor ihm ächzte als die magische Rückkopplung seine Gebeine mit einem ungesunden Knirschen bersten ließ. Herakh selbst merkte ebenfalls wie seine alten Knochen spröde wurden und zu zerbersten drohten, aber er murmelte ein Mantra der Bindung und konnte seine Macht als Hierophant nutzen, um Ptras göttlichen Blick unbeschadet zu überstehen, auch wenn ihm für den Moment jedwede Möglichkeit für weitere Anrufungen genommen wurde. 
An der Spitze des Turmes angekommen leuchteten die Augen der schlangenhaften Grabjäger auf, doch der Pegasusreiter, der nahe am Turm entlang flog, hob schnell sein Schild vor die Augen, um dem Blick des Sandluchs nicht zu erliegen. Einer der Grabjäger erblickte daraufhin sein Antlitz auf dem gut polierten Brustpanzer des wendigen Ritters und mit einem unirdischen Kreischen zerstob ein Teil des Torsos des Grabjägers in einen Schauer goldener Sandkörner. Der letzte verbliebene Todesgeier hatte seine Opfer schließlich erreicht und ließ gerade seinen messerscharfen Schnabel niederfahren, als eines der verzweifelten Besatzungsmitglieder sein Kurzschwert durch den Hals des untoten Raubvogels stieß. Der Todesgeier versuchte im Todeskampf noch lebendiger Beute habhaft zu werden, brach jedoch schließlich zusammen ohne seinen unstillbaren Hunger auf das Fleisch der Lebenden ausgekostet zu haben. Der letzte Reiter der Armee Amenemhetum des Großen wurde ebenfalls durch das beherzte Eingreifen der Geschützmannschaft der anderen Kriegsmaschine ausgeschaltet. Es schien als würden die Nordmenschen ihre Kriegsmaschinen von Elitesoldaten bemannen lassen, dachte Herakh, als sein Blick schlagartig auf den Nahkampf und die Gruftwache des Geierfürsten gelenkt wurde. Der glatzköpfige Kriegspriester der feindlichen Reiter schlug mit seinem Hammer unermüdlich auf die unnachgiebigen Krieger der Ualatp-Division ein, selbst dann noch, als ihn der Geierfürst erreichte und sein magisches Schwerte erbarmungslos auf ihn herabfahren ließ. Das Ross des berittenen Priesters versuchte sich der Gefahr im letzten Moment zuzuwenden, doch die verzauberte Klinge des Gruftkönigs fuhr in einem Schwung durch den Torso des Reiters und den Hals des Reittieres. Ross und Reiter fielen in einer Zurschaustellung kämpferischer Überlegenheit in je zwei Teile gespalten zu Boden und waren augenblicklich tot. Die Stangenwaffen der Goldenen Garde fuhren ebenfalls mit tödlicher Präzision herab und ihre von Priestern des Djaf gesegneten Klingen durchschnitten die schweren Plattenpanzer ihrer Feinde mühelos. Die Ritter hatten zuvor noch einige der zahllosen Skelettbogenschützen mit gezielten Schlägen ihrer schweren Streitkolben ausgeschaltet, aber die mächtigen Anrufungen Herakhs hatten beinahe die gleiche Menge der Gefallenen wieder mit neuem Unleben erfüllt und in den Kampf zurückgeschickt. Über die Hälfte der Rittereinheit wurde bei diesem unerbittlichen Flankenangriff innerhalb von wenigen Sekunden getötet und lediglich eine Handvoll floh schließlich im schnellen Galopp aus dem dichten Gedränge des Nahkampfes, bevor sie durch diesen überlegenen Gegner gänzlich ausgemerzt werden konnten…

 
 
 

Kampfzauberer Volkwin Luitpoldus vom Magieorden des Lichts lief an der Seite der diszipliniert vorrückenden Hellebardenträger und entlang der vor Todesmagie triefenden Beingrube vorwärts. Luitpoldus konnte die hünenhafte Gestalt Wolfram Kesslers am anderen Ende des Regiments erblicken, und sah wie der in Plattenrüstung gehüllte Hauptmann das Armeebanner in die Höhe reckte. Hinter der morbiden Beingrube konnte der Kampfzauberer noch erkennen wie sich die letzten verbliebenen Ordensritter wieder sammelten und verzweifelt versuchten ihre panischen Streitrosse zu beruhigen, um sich schließlich wieder kampfbereit und entschlossen der gegnerischen Schlachtreihe zuzuwenden. Der Feldwaibel der Hellebardenträger gab indessen strenge Befehle an seine Männer und dann und wann fiel ein vorsichtiger Blick von ihm auf den Zauberer selbst, denn ganz wohl war selbst den kampferfahrenen Staatstruppen nicht einen Magister der Magieakademien in ihren Reihen zu beherbergen. Zu sehr hatten sich die Berichte von Kampfzauberern herumgesprochen, die durch fehlgeleitete Magie ihre eigenen sie begleitenden Soldaten in Brand gesteckt oder versteinert hatten. Volkwin Luitpoldus ließ sich nichts anmerken und konzentrierte sich auf die Geschehnisse vor ihm; es war schließlich die erste Schlacht an der er als Kampfzauberer des Imperiums partizipieren durfte. Der eindrucksvolle Kriegsaltar mit dem riesigen strahlend goldenen Greifen fuhr vor ihnen mit dem General der Armee Erzlektor Hassenstien in seiner Mitte auf den Feind zu. Der kolossale Streitwagen war mit prachtvollen Verzierungen versehen und Luitpoldus konnte die rohe magische Macht spüren, die der Statue des Goldenen Greifen innewohnte. An der rechten Flanke galoppierten die bereits etwas ausgedünnten Pistolenreiter voran, um mit dem Rest der Armee aufzuschließen, nachdem die Gefahr durch die kundschaftende Kavallerie des Feindes im Rücken gebannt worden war. Hauptmann Heilwig auf seinem Pegasus flog mit heruntergeklapptem Visier und seinen Schild stets vor sich haltend an dem alten Wachturm vorbei und beinahe aus der Sichtweite von Luitpoldus. Heilwig hatte den Kampfzauberer auf seinem geflügelten Reittier erst am Vorabend mit auf den Berg Grimmzahn geflogen und nun war er schon hinter den Linien des Feindes darum bemüht, die mit Hieroglyphen beschrieben Lade, vor dessen Auswirkungen Luitpoldus ausdrücklich gewarnt hatte, und ihren Hüter auszuschalten. Die Abteilung Musketenschützen im Rücken des Hellebardenträger-Regimentes hatte ebenfalls wieder kehrt gemacht und folgte ihrem Hauptregiment in sicherem Abstand. 
Volkwin Luitpoldus spürte mit einem Mal wie erneut der Quell der Macht des Goldenen Greifen durch die lauter werdenden Gebete des Erzlektors stetig anwuchs und sich schließlich strahlend weißes Licht von ihm entlud. Luitpoldus nutzte seine Kenntnisse um den Wind des Hysh und verstärkte und fokussierte die rohen sich ergießenden Energien. Die Hellebardenträger um den Kampfzauberer herum machten unwillkürlich das Zeichen von Sigmars Hammer auf ihrer Brust und hielten den Atem einen Moment lang an, als das reinste allen Lichtes die am nächsten stehende Einheit der Untoten erfasste. Eine Vielzahl der mit schweren Glefen bewaffneten Krieger der Gruftkönige wurde durch die Berührung des Lichts augenblicklich von reinigenden Flammen verzehrt. Ihre Priester des Todes schienen machtlos gegen die heilige Macht Sigmars und der weißen Zauberei des Hysh, als die Bandagen ihrer Mumifizierung Feuer fingen und so innerhalb von nur wenigen Augenblicken ein halbes Dutzend der in Gold gehüllten Infanteristen zu Staub und Asche zerfielen. Hinter den Schlachtreihen der feindlichen  Truppen konnte Volkwin Luitpoldus mit einem mal die verdorrte Silhouette des augenscheinlich hochrangigsten Priester des Todes, des so genannten Hierophanten, erkennen, der dafür verantwortlich gewesen sein musste, die Legionen des Feindes überhaupt aus ihrem ewigen Schlaf geweckt zu haben, so Luitpoldus Vermutung. Und so nutze der Kampfzauberer das Auffrischen der Magie des Lichts und entfesselte gleißende Strahlen aus seinen Handflächen direkt auf den Hohenpriester des Todes. Die Blitze aus reinigender Energie fuhren in die ausgedorrte Gestalt und versengten ihre pergamentartige Haut, wo immer die Lichtstrahlen auftrafen. In nur wenigen Momenten stand die Gestalt von lichterlohen Flammen umhüllt da, ließ ein lautes über das Schlachtfeld hallendes Stöhnen vernehmen und brach schließlich als qualmender Haufen verbrannter Knochen in sich zusammen. Ohne seine Magie, so hoffte Luitpoldus, würden die Geister der feindlichen Krieger zurück in das Reich der Seelen entschwinden. In der Tat begann die Energie, welche die gegnerische Armee erfüllte, zu schwinden, aber die Präsenz des untoten in Gold gerüsteten Leichenkönigs und sein schierer Wille band die Seelen der meisten seiner Krieger in der Welt der Sterblichen. Lediglich die beiden Wächter der Lade der Verdammten Seelen brachen in sich zusammen und ließen den Hüter der Lade und sein mit bösen Flüchen beschriebenes Gefäß vergleichsweise schutzlos zurück. Die Großkanone, die hinter dem Kampfzauberer und dem Regiment Hellebardenträger positioniert war, entlud schließlich erneut ihr tödliches und ganz weltliches Geschoss mit dem mittlerweile gewohnten Krachen von entzündetem Schwarzpulver. Luitpoldus hatte beinahe das Gefühl den Luftzug der Kanonenkugel über ihren Köpfen spüren zu können, als das Projektil über sie hinweg schoss. Die gusseiserne Kugel schlug zielgenau nur wenig Schritt hinter der von Knochenteilen übersäten Beingrube auf und sprang dann mit voller Wucht auf den in dunkle mit Symbolen des Todes bestickten Roben gekleideten Priester des Todes und die weit aufgefächerten Reihen der Skelettbogenschützen zu. Der Priester des Todes wurde von der Kanonenkugel gänzlich zerschmettert und sein Leib viele Meter davon geschleudert, was dazu führte, dass die Armee der Gruftkönige ihren letzten Priester des Todes und damit Magiewirker verlor…


Gruftkönig Amenemhetum spürte wie die Bindungen, die seine Krieger in der Welt der Sterblichen banden, sich aufzulösen begannen. Ohne die Anrufungen der Priesterschaft des Totenkultes strebten die Seelen der nehekharanischen Krieger zurück in das Reich der Seelen, doch das würde der Geierfürst nicht zulassen. Mit kratzender Stimme, die wie ein Flüstern war, aber doch über das ganze Schlachtfeld zu vernehmen war, befahl der König von Zandri seiner Armee, seinem Willen zu gehorchen und ihm weiterhin zu dienen. Die Reihen der Goldenen Legion schlossen sich und machten sich bereit ihrem Herren bis in alle Ewigkeit zu dienen. Amenemhetum selbst trennte sich von seiner treuen Gruftwache und lief den Zerstörer der Ewigkeit schwingend auf die erneut gesammelten schweren Reiter der Nordmenschen zu. Die Handvoll Bogenschützen des Feindes direkt daneben wurden vom Geierfürsten als unwürdig für den Nahkampf links liegen gelassen und auch die Goldene Garde wandte sich in schmaler Schlachtreihe auf die anrückende Infanterie des Gegners und ihren auf einem klobigen Streitwagen positionierten General zu. Die Bogenschützen der Ualatp-Division rückten im Gleichschritt einige Meter zurück und die Grabjäger schlängelten sich geschickt vom Wachturm herab, um ihre ausgemachte Beute in Form des fliegenden Rosses und ihres Reiters zur Strecke bringen zu können. An ihrer Seite war leise die Stimme des Hüters der Lade der verdammten Seelen auf seinem Altar aus Knochen zu hören. Die geheimen Anrufungen intonierend öffnete sich die Lade und blendendes Licht und die gequälten Seelen aus ihrem Inneren wurden erneut freigesetzt. All die Gebete der Priester und Zauberer der Nordmenschen waren vergebens, kein Segen und kein gewirkter Schutzzauber konnten die zahllosen nach Erlösung von ihrer qualvollen Einkerkerung suchenden Seelen aufhalten. Die entfesselten Geister jagten kreischend auf den Pegasusreiter zu, während ein Nimbus wirbelnder Zauberenergien die Lade umspielte. Der in glänzende Rüstung gehüllte Reiter schlug verzweifelt mit seinem Schwert nach den ätherischen Geschöpfen, die wieder und wieder durch ihn hindurch fuhren. Er schrie vor unerträglichen Qualen und sein Reittier wieherte mit weit aufgerissenen Augen, als beiden stetig Lebenskraft entrissen wurde. Schließlich wurden die Seelen zurück in ihr mit mächtigen Bann-Inschriften versehenes Gefängnis gesogen und ließen Mann und Reittier am Rande des Todes zurück. Die Flügel des Pegasus hingen schlaf herab und verwelkte Federn lagen um es herum. Der Ritter hing gebeugt im Sattel und schien kaum noch die Kraft zu besitzen seinen Schild zu heben. Auf diesen Moment hatten die erbarmungslosen Grabjäger nur gewartet und ein unheiliges, furchtbares Glimmen war aus dem Inneren ihrer unmenschlichen Schädel wahrzunehmen. So geschwächt konnten Ross und Reiter ihren Blick nicht mehr schnell genug abwenden und wurden augenblicklich in Sandsäulen verwandelt. Einer Statue gleich verharrten sie kurz, bis ein kräftiger Windstoß sie erfasste, zerblies und die Sandkörner mit dem Wind davontrug. Kaum war der Wind wieder verstorben, ließen die Bogenschützen der Ualatp-Division einen Pfeilhagel auf die ausgesprochen nahe herangerückte Bogenschützenmiliz ihrer Widersacher niedergehen und nur einer von diesen überlebte und war vom Ableben seiner Kameraden scheinbar ungerührt. Die Pferde der in Eisen gehüllten Reiter stiegen schlagartig auf die Hinterbeine, als die schreckenerregende Gestalt Amenemhetums auf sie zu fuhr. Die verzauberte Klinge des Geierfürsten durchschlug Rüstung, Fleisch und Knochen des vordersten berittenen Nordmannes mühelos und riss ihn tödlich getroffen vom Pferd, während dieser noch verzweifelt versuchte einen Wirkungstreffer mit seinem Streitkolben zu setzen. Der Anführer der Ritter trieb sein Pferd mit einem gellenden Schrei auf den Gruftkönig zu und schwang sein blankes Schwert nach ihm, konnte die Verteidigung des Jahrtausende alten Herrschers jedoch nicht durchdringen…


Wolfram Kessler sah wie sich Erzlektor Hassenstein zu ihm umwandte und ihm mit einem Nicken anwies vorzurücken. Der Armeestandartenträger und Hauptmann des Imperiums gab dem Feldwaibel der Hellebardenträger den Befehl die Einheit schnell umzuformieren und in tief gestaffelter Formation weiter auf den Feind vorzudringen. Mit höchster Disziplin bildeten die Staatstruppen mehr Reihen und bildeten dabei eine schmalere Front, während sie sich noch immer stetig vorwärts bewegten und begannen zum Erzlektor Hassenstein und seinem heiligen Kriegsaltar aufzuschließen. Dieser hatte im Angesicht der zwar durch Kanonenbeschuss und Magie ausgedünnten, aber immer noch zahlreichen, Infanterie des Feindes etwas Distanz zum Gegner aufgenommen, um letztlich für die vorrückende Infanterie des Imperiums ausreichend Platz zum Aufmarschieren zu schaffen. Die Musketenschützen blieben zurück und die Pistolenreiter bewegten ihre Rosse im langsamen Trab durch die brodelnde Flut des vom Tauwetter rasant beschleunigten Gebirgsflusses. Kessler sah zudem wie sich der letzte verbliebene Bogenschütze aus der Miliz ihrer Abteilung todesmutig hinter den General der gegnerischen Armee schlich, der sich im Nahkampf mit den Überresten der Ordensritter-Einheit befand. Womöglich hatte der einsame Milizionär in der Nacht zuvor zu viel Rumgrog getrunken. Erneut entfesselte Erzlektor Hassenstein die heilige Macht des Goldenen Greifen durch seine machtvollen Gebete und äscherte beinahe ein halbes Dutzend der ihnen am nächsten stehenden Gegner in Form der bandagierten und goldgerüsteten Krieger mit reinigendem Feuer ein. Der dünne Kampfzauberer in den Reihen der Südlichen Torwache murmelte ebenso erneut einen Zauberspruch und ließ wiederholt Blitze reinen Lichtes aus seinen geöffneten Handflächen schießen, doch dieses Mal wurde seine Magie augenscheinlich gebannt, was eine gewisse Verwunderung im blasen Gesicht des Kampfzauberers erkennen ließ. Mit dem mittlerweile gewohnten Knall entlud die Großkanone ihre tödliche Fracht und die massive Kanonenkugel erwischte eines der grauenerregenden Monstrositäten nahe dem alten Wachturm, die kurz zuvor Hauptmann Heilwig in eine Sandsäule verwandelt hatten, und zerschmetterte es vollumfänglich. Die Ordensritter versuchten nach wie vor verzweifelt sich des schrecklichen Gruftkönigs vor ihnen zu entledigen, aber dieser schwang sein gewaltiges, verziertes Schwert und erschlug mit Leichtigkeit beide verbliebenen Ordensritter, bevor er sich zornerfüllt dem Bogenschützen hinter sich zuwandte. Schlachten werden ohnehin durch den Einsatz von disziplinierter Infanterie gewonnen, darin war sich Wolfram Kessler sicher, und nicht durch die waghalsigen Frontalangriffe heißsporniger Ritter…


Amenemhetum der Große war eigentlich zu keiner wirklichen Emotion mehr im Stande. Die Zeit, in der er als sterblicher Mensch auf Erden gewandelt war, war schon lange vorüber und alle Emotionen aus dieser Zeit längst verblast. Wenn er jedoch nach all den Jahrtausenden im Dasein eines unsterblichen Gruftkönigs zu einer Emotion im Stande war, dann war es Zorn. Und Zorn verspürte der Geierfürst, als er auf den zitternden Bogenschützen zustürmte, der es gewagt hatte, sich seiner glorreichen Präsenz in den Weg zu stellen. Seiner Gruftwache, der Goldenen Garde des Geierfürsten, gab Amnemehetum den stillen Befehl in Kampfformation weiter vorzurücken. Bereits viele Krieger dieser legendären Einheit lagen zu Asche verbrannt auf dem Schlachtfeld, unweigerlich von jedweder Wiedererweckung ausgeschlossen. In seinem Zorn erkannte Amenemhetum jedoch, dass das Erwecken der Gefallenen auf dem Schlachtfeld nun ohnehin ausgeschlossen war, da den Priestern des Totenkultes in des Geierfürsten Armee bereits ein ähnliches unwiederbringliches Schicksal widerfahren war. Die Grabjäger, vom verblichenen Hohenpriester des Ualatp in aufwendigen Ritualen eigenhändig belebte Konstrukte, schlängelten sich erneut mit überraschender Agilität auf den verlassenen Wachturm und die Ualatp-Division schwenkte weiter zurück, um ein besseres Schussfeld auf den unentwegt vorrückenden Gegner zu erlangen. Der Hüter der Lade der verdammten Seelen versuchte erneut seine aufwendigen Anrufungen zu intonieren und die gepeinigten Seelen zu entfesseln, wurde aber durch Bannformeln des Zauberers der Nordmenschen, der wie aus Hohn Zeichen der Göttin Asaph auf seinen Roben zu tragen schien, dabei gestört, so dass die Seelen der Verdammten augenblicklich zurück in die Lade gesogen wurden und die Seelen aller Verbündeten Krieger des Zauberers für den Moment durch seine Schutzmagie bewahrt wurden. Die Bogenschützen der Ualatp-Division ließen daraufhin einen ganzen Pfeilhagel auf den General des Imperiums aus dem Norden und seinen klobigen Streitwagen ab. Eine Vielzahl der von Asaph gesegneten Pfeile fanden ihr Ziel, waren jedoch nicht in der Lage das krude Konstrukt selbst zu beschädigen oder den Wagenlenker zu verwunden. Einige der Pfeile schienen gar am Umhang des Nordmannes, mit dem Amenemhetum nur Tage zuvor das Bündnis gegen die Grünhäute geschlossen hatte, zu zersplittern. Der Geierfürst packte den einsamen Bogenschützen am Hals und schleifte ihn meterweit mit sich mit, bevor er ihm für seine Anmaßung mehr beiläufig das dürre Genick brach und ihn im Staub liegen ließ. Das soll das Schicksal all jener sein, die sich dem Erwählten des Ualatp, dem unbesiegbaren König der Könige in den Weg stellen…


Mikael Hassenstein wusste, dass es nun an der Zeit war den entscheidenden Schlag gegen die blasphemischen Ausgeburten aus den Ländern der Toten zu führen. Mit zum Himmel erhobenem Kriegshammer rief er ein über das gesamte Schlachtfeld zu hörendes „Für Sigmar!“, und ließ den von furchtlosen Streitrossen gezogenen Kriegsaltar in die ausgedünnten Reihen der gegnerischen Infanterie steuern. Die Hellebardenträger an seiner Seite jubelten frenetisch und stürmten mit Sigmar-Rufen auf ihren Lippen ebenfalls in die sich für den Angriff bereit machende Einheit des Feindes. Begleitet wurden sie vom Armeestandartenträger und Hauptmann Wolfram Kessler, dessen Banner im Wind flatterte und vom Kampfzauberer des Lichtordens Volkwin Luitpoldus, der vom Eifer der Staatstruppen angesteckt seinen Stab wie eine Keule über dem Kopf hin und her schwang. Die Musketenschützen liefen ebenfalls weiter vor und stießen begeisterte Rufe in Richtung ihres Hauptregiments aus. Das runengesäumte Magieportal erstrahlte plötzlich in hellem Licht und erfüllte die Hellebardenträger mit seinem Glanz, als seien sie von Sigmar persönlich gesegnet. Der kolossale Streitwagen des Kriegsaltars preschte in die Phalanx der untoten Krieger, die keinen Schritt zur Seite wichen und den Angriff in stoischer Ruhe und mit gesenkter Glefe entgegennahmen. Der Aufprall zermalmte mehrere der untoten Krieger auf Anhieb, während Erzlektor Hassenstein von seinem Podest aus eine Herausforderung zum Zweikampf in die Reihen der Goldenen Garde ausrief. Der Hauptmann der Gruftwache nahm die ausgesprochene Herausforderung wortlos an und stellte sich dem mächtigen Kriegerpriester entgegen. Wolfram Kessler und die Hellebardenträger prallten indessen in vollem Lauf auf den Wall aus Glefen, doch die sie erfüllende Magie machte sie schnell wie das Licht, welches sie umhüllte wie ein Schimmer. Hassenstein sah, wie der Hauptmann und die von ihm angeführten Staatstruppen die Verteidigung des Gegners mit überraschender Leichtigkeit beiseite fegten und beinahe die gesamte feindliche Einheit im Sturm zurück in ihr stilles Grab schickten. Hassenstein schlug mit seinen gesegneten Kriegshämmern auf seinen Zweikampfgegner ein bevor dieser seine schwere Waffe einsetzen konnte und zertrümmerte mit rechtschaffenem Zorn den Brustkorb des goldgerüsteten Kriegers. Innerhalb von Sekunden war die gegnerische Einheit ausgelöscht und für einen Moment stand lediglich noch der Standartenträger der untoten Gruftwache, als bereits die ersten Hellebardenträger in ihrem frenetischen Eifer an ihm vorbeistürmten. In einem emotionslosen Aufbäumen streckte dieser noch einen der im Siegestaumel befindlichen Soldaten des Imperiums nieder, bevor er von der Masse der vorwärtsstürmenden Mannen umgerissen und zertrampelt wurde. Hassenstein ließ die Streitrosse seines noch immer in Bewegung befindlichen Streitwagens weiter vorpreschen und steuerte zielgerade auf die dahinter befindlichen Bogenschützen der Gruftkönige zu. Die Hellebardenträger brüllten Siegesrufe und versuchten ihrem Erzlektor nachzusetzen, konnten an dem heiligen Gefährt jedoch nicht vorbeikommen und blieben schließlich erschöpft stehen…


Der Geierfürst sah wie der massive Streitwagen des gegnerischen Generals auf die Ualatp-Division prallte, nachdem er überraschend mühelos durch die Überreste der Goldenen Garde gepflügt war. Seine Infanterie hinter sich lassend, hatte sich der General des Feindes weit vorgewagt. Amenemhetum würde ihn persönlich für diese Frechheit und diese Unüberlegtheit bestrafen. Mit der Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit des Wüstenwindes selbst stürmte der König von Zandri mit hoch erhobener Waffe auf seinen Widersacher zu. Von Instinkten getrieben verließen die Grabjäger den Wachturm in Richtung Hauptfeld der Schlacht. Die Versuche des Hüters der Lade der verdammten Seelen sie Geister aus dem inneren der Lade zu entfesseln, wurden erneut durch den Exorzismus des Kampfzauberers der Nordmenschen, der mittlerweile zum Greifen nahe an die Reihen der Goldenen Legion gerückt war, zunichte gemacht. Der Streitwagen des Erzlektors malmte in die Skelettbogenschützen und zertrümmerte mehrere der ihren unter seinen stahlbeschlagenen Rädern, als Amenemhetum seine exponierte Flanke erreichte. Der Anführer der sterblichen Menschen aus dem Norden sprang zum Rand der Kampfplattform seines Kriegsstreitwagens und schwang in jeder Hand einen silbernen Hammer mit erstaunlicher Präzision. Bevor Amenemhetum der Große seine mit mächtigen Anrufungen belegte Klinge auf den Feind niederfahren lassen konnte, trafen ihn bereits beide Kriegshämmer seines Gegners zeitgleich mit der Wucht niedersausender Kometen auf die Brust. Seine goldplattierte Rüstung aus Zwergenhand hielt den Schlägen des sterblichen Kriegerpriesters jedoch stand und Amenmhetum schwang sein gewaltiges, verziertes Schwert in weitem Bogen herum. Funken sprühten als der Zerstörer der Ewigkeiten auf die Struktur des massiven Streitwagens auftraf und an ihr entlang fuhr. Der Kriegerpriester erhob noch seine beiden Hämmer gekreuzt zur Parade vor die Brust, um den Schlag abzuwehren, aber gegen die schier unglaubliche Kraft des mumifizierten Gruftkönigs und die übernatürlich Schärfe der verzauberten Klinge war jede Verteidigung vergebens. Mit einem markerschütternden Knall und dem Kreischen von gepeinigtem Metall sowie einem kurzen grellen Aufblitzen flogen beide Kriegshämmer des Generals der Nordmenschen aus seinen Händen. Er selbst blieb jedoch überraschenderweise unversehrt und taumelte rückwärts über seine Kampfplattform. Durch den lauten Knall, die nahe Beingrube und das helle Licht verängstigt, gingen die nahezu furchtlosen Rosse des Kriegsaltars plötzlich durch. Möglicherweise wollten sie auch nur ihren scheinbar in Lebensgefahr befindlichen Herren in Sicherheit bringen. Jedenfalls wendete der Streitwagen mit vor Panik wiehernden Zugtieren auf der Stelle und versuchte davon zu preschen. Amenemhetum der Große jedoch fuhr herum und ließ den Zerstörer der Ewigkeiten erneut niedersausen. Das ihm am nahesten stehende Streitross wurde ausgeweidet bevor es die Wende überhaupt abschließen konnte und die obere Hälfte eines der vorderen Räder des mobilen Kriegsaltars wurde abgeschlagen, als die entsetzliche Klinge mühelos durch Holz und Metall fuhr. Die Bogenschützen der Ualatp-Division versuchten ebenfalls nachzusetzen, waren jedoch zu langsam, um den fliehenden Streitwagen zu erreichen. Durch das tote Ross behindert und durch das kaputte Rad in seinen Fahreigenschaften stark eingeschränkt, schaffte es der fahrende Kriegsaltar nur bis zum Rand der unwegsamen Beingrube und überschlug sich dort im unwegsamen Gelände der blutigen Kuhle. Der Erzlektor wurde dabei schlagartig von seinem nunmehr unkontrollierbaren Gefährt katapultiert und stürzte zwischen die steinernen Ikonen und verwesten Körperteile des Massengrabes…


Die Siegeshymnen der Hellebardenträger erstarben, als die Soldaten des Imperium bemerkten, wie sich das Schlachtenglück zu wenden schien, und ein Raunen ging plötzlich durch ihre Reihen, als sie ihren geliebten und hochverehrten Erzlektor vom geheiligten Kriegsaltar stürzen sahen. Der Feldwaibel der Hellebardenträger wollte sein Regiment sofort auf den entstellten Leichenkönig zustürmen lassen, der für diese Tragödie verantwortlich gewesen war, aber Wolfram Kessler stoppte ihn, bevor er den Angriffsbefehl geben konnte. Der Hauptmann des Imperiums deutete zur rechten Flanke und auf die von dort sich schlängelnd auf sie zu bewegenden Monstrositäten. Es waren grauenerregende Gestalten mit dem Körper einer Schlange und dem gewundenen Oberkörper eines Menschen, die ornamentierte Stangenwaffen trugen. Nach kurzer Diskussion ihrer Befehlshaber wandten sich die Hellebardenträger dieser neuen Bedrohung zu und senkten ihre Hellebarden in Vorbereitung auf einen Angriff. Die Musketenschützen schlossen weiter auf, in der Hoffnung ein sich bietendes Ziel für ihre Feuerwaffen zu finden. Die Pistolenreiter galoppierten mit gezogenen Pistolen an dem Magieportal vorbei, aus dessen Zentrum plötzlich nur für Magieanwender  erkennbare Magie strömte. Kampfzauberer Volkwin Luitpoldus bediente sich erneut an den flüchtigen Winden des Hysh und ließ helle Lichtstrahlen aus seinen ausgestreckten Handflächen auf die schlangeartigen Ungetüme vor sich schießen. Die Lichtblitze brannte ein geschwärztes Loch nur knapp unterhalb des unmenschlichen Schädels einer der Bestien. Kurz darauf entluden die jungen adligen Pistolenreiter ihre Handfeuerwaffen ebenfalls auf diese belebten Schlangenwesen und beschädigten mit ihren Bleigeschossen den steinernen Korpus des gleichen Wesens. Bernd Falkenstein schrie mittlerweile lauthals Befehle, was für den sonst ruhigen Meistertechnicus ungewöhnlich war. Er befahl den Mannschaften beider Kriegsmaschinen unter seinem Kommando die Läufe ihrer Geschütze auf den exponierten General des Feindes, der sich weit vor seine Truppen gewagt hatte, auszurichten. Die Höllenfeuer Salvenkanone löste zuerst aus und das mechanische Rattern und das helle Knallen des Schiesspulvers in den langen Läufen der Waffe klangen wie Orgelmusik in den Ohren Bernd Falkensteins. Die Erde um den in eine prunkvolle goldene Rüstung gekleideten Mumienherrscher wurde durch die schweren Projektile aufgerissen und Fontänen aus Erdreich deckten das Ziel ein, welches durch die vielen Steine und Ikonen der Beingrube für die Schützen nur schwer auszumachen war. Ein Querschläger zerfetzte einen der Skelettbogenschützen weiter hinten, aber der untote König schien soweit unversehrt. In diesem Moment löste die Großkanone einen präzisen Schuss aus. Der laute Knall klang für Bernd Falkenstein wie das finale Schlagen einer der Glocken in der Kathedrale des Sigmar in Altdorf. Das Gusseiserne Geschoss flog genau auf den an Ort und Stelle verharrenden Leichenkönig in seiner güldenen Rüstung und seinen flatternden Roben zu und traf ihn mit einem dumpfen Krachen direkt auf die Brust. Für jeden sterblichen Krieger wäre dieser Treffer unweigerlich tödlich gewesen und nicht einmal die verzauberte Rüstung des Königs konnte gegen diese brachiale Gewalt etwas ausrichten. Dennoch trotze der Gruftkönig diesem Angriff und strauchelte nur einige Meter rückwärts, während Knochensplitter und Fetzen von in Pech und Harz getränkten Bandagen zu Boden rieselten. Bernd Falkenstein konnte es nicht fassen und blickte sprachlos auf das noch immer stehende Ziel, während er unbewusst das Zeichen Sigmars auf seiner Brust machte…


Eigentlich war es nur der unbeugsame Wille des Geierfürtsen, der ihn noch aufrecht hielt. Beinahe die Hälfte seiner von trockner Haut überspannten Knochen schienen zerbrochen und einen weiteren Beschuss solcher Art würde er sicherlich nicht überstehen. Der rachsüchtige Herrscher der Toten wandte sich den feindlichen Truppen zu und gab dem Hüter der Lade einen letzten wortlosen Befehl. Die Magie des Todes in Form des amethystfarbenen Windes Shyish umwehte das Schlachtfeld mit Fulminanz, angezogen durch die vielen Verluste an Leben und Unleben auf beiden Seiten. Die leichte Kavallerie der Nordmenschen wurde von den Amethystwinden, die als Reaktion auch aus dem Magieportal gestoßen wurden, erfasst und der Wille der jungen Adligen auf ihren Rossen schien dadurch geschwächt zu werden. Der Hüter der Lade der verdammten Seelen intonierte seine mächtige Anrufung nun in einer Lautstärke, die durch den Wind des Todes verstärkt über das ganze Schlachtfeld zu vernehmen war und erst verklang, als sich zahllose entfesselte Seelen aus der Lade kreischend Bahn brachen. Auf der Suche nach Erlösung von ihrer qualvollen Einkerkerung, jagten die Geister auf dem Wind des Shyish über das Schlachtfeld und durch die Körper der überraschten Kriegsmaschinenbesatzung des Feindes. In unerträglichen Qualen starben diese bedauernswerten Opfer, als ihnen die Lebenskraft entrissen wurde. Als letztes sprangen die gequälten Geister von allen Seiten auf den Anführer der Geschützmannschaften und rissen seine Seele aus seinem noch immer mit weit aufgerissenen Augen dastehenden Körper. Dieser fiel schließlich in nur einem Wimpernschlag um Jahrzehnte gealtert zu Boden, bevor die Seelen der Verdammten zurück in die Lade gezogen wurden und eine Spur des Todes hinterließen. Die Bogenschützen und die Grabjäger hatten sich der leichten Kavallerie des Feindes zugewandt und erstere ließen den Himmel mit einem Pfeilhagel verdunkeln, der allen Reitern und Rossen das Leben kostete, bevor diese das schreckenerregende Antlitz der ihnen zugewandten Grabjäger überhaupt wahrnahmen…


Wolfram Kessler brüllte den Befehl zum Rückzug. Ohne ihren spirituellen und zugleich militärischen Anführer und ohne die Unterstützung durch ihre verlässliche Artillerie war die Lage in den Augen des Hauptmanns des Imperiums aussichtslos. Als nun hochrangigster Befehlshaber auf dem Feld befahl er schweren Herzens den geordneten Rückzug, denn auch wenn Infanterie Schlachten entscheidet, ist sie gegen einen solch übernatürlichen Feind auf sich alleine gestellt nahezu chancenlos. Der Kampfzauberer Volkwin Luitpoldus löste sich von der sich bereits rückwärts bewegenden Einheit Hellebardenträger und lief in die knochenübersäte Beingrube in unmittelbarer Nähe, um ihren gestürzten General und Erzlektor zu finden. Das einsame noch lebende Streitross des Kriegsaltars zog in nunmehr weiter Ferne den lädierten Streitwagen sowie den darauf befindlichen Altar und die Statue des Goldenen Greifen vom Schlachtfeld. Auch die Musketenschützen wandten sich um und überließen das Feld der Ehre und damit die Wehranlangen von Ekrund dem siegreichen Feind. Magister Luitpoldus fand schließlich den sich auf einen Stein aufstützenden Erzlektor Mikael Hassenstein, hakte ihn unter und schleifte ihn mit aller Kraft vom Schlachtfeld, während er die Kräfte der Magie des Lichts zur Heilung nutzte. Der überraschend aus einem in der nähe befindlichen verborgenen Zugang aufgetauchte Hexenjäger von Hertenstein führte die geschlagene Armee schnell zu einem Seitentor aus der Festung. Hertenstein selbst wirkte ebenfalls von einem unbekannten Kampf gezeichnet und grinste geheimnisvoll. Er schleppte einen Sack über der Schulter, der gefüllt schien mit allerlei klimpernden Gegenständen. Zudem hielt er in einer Hand einen von Dellen und Kerben übersäten Zwergenschild und mit der anderen Hand umklammerte er einen runenverzierten Anhänger. Auf diese Weise ließen die Überreste der Streitmacht des Imperiums den Berg Grimmzahn schließlich hinter sich und zogen geschlagen aber erhobenen Hauptes zurück in ihre Kernlande…


Amenemhetum der Große verharrte noch für einige Stunden am Rande der Beingrube inmitten des einstigen Schlachtfeldes. Seine Armee oder was davon übrig war stand bewegungslos hinter ihm und wartete auf seinen Befehl, während ein stetig werdender Wind sie umtoste. Die Schlacht war gewonnen, die Festung Ekrund sein, aber zu welchen Kosten war dieser Sieg erkauft worden, dachte der Jahrtausende alte Gruftkönig, als er sich umblickte und die Überreste seiner Goldenen Legion in Augenschein nahm. Die Bronzene Legion war durch die Grünhäute ausgelöscht worden, die Goldene Legion stark dezimiert und die Kupferne Legion damit beschäftigt die Grenzen des Reiches zu sichern. Der Geierfürst würde seine Rache jedoch bekommen, er würde all die Lande zurückerobern, die rechtmäßig sein eigen waren und alle sterblichen und unsterblichen Feinde auf dem Weg zum Sieg beiseite schmettern, so wahr er Amenemehtum der Große, der unbesiegbare König der Könige, war…

Die Tore Ekrunds - Hassenstein (Imperium) & Amenemhetum (Gruftkönige) & Gurrut (Ogerkönigreiche) vs. Gahrr XXX (Orcs&Goblins) & Zebeyana (Dunkelelfen)





Erzlektor Mikael Hassenstein marschierte geraden Schrittes die vor Jahrtausenden in unübertroffener zwergischer Handarbeit gefertigte Festungsmauer entlang. Der Anblick der disziplinierten Reihen  imperialer Hellebardenträger, die an den Zinnen der Mauer postiert waren, erfüllte ihn mit rechtschaffenem Stolz. Er sprach Worte des Mutes und der Aufopferung, als er ihre Reihen passierte, so dass er die nur kurz zurückliegende Unterredung mit dem mumifizierten Leichenkönig aus dem untergangenen Königreich Nehekhara beinahe schon wieder aus seinem Geist verdrängt hatte. Gegen die unzähligen Horden von wilden Grünhäuten, die sich unweit der Festungsanlagen versammelt hatten, konnte nur eine aus der Notwendigkeit geborene Koalition mit diesem Gruftkönig bestehen. Melistius hatte ihn bereits vor Monaten über das Vorhandensein dieser untoten Krieger aus den Wüsten der nördlichen Südlande in Kenntnis gesetzt und ihm geraten, sich diese als mögliche Option für Verbündete offen zu halten. Er hatte zwar auch Worte der Warnung gewählt, jedoch darauf hingewiesen, dass diese Untoten nicht jenen aus den Gefilden Sylvanias oder beschworen durch verderbte Totenbeschwörer gleichkommen, sondern ein vor Äonen durch den Großen Nekromanten verfluchtes Volk sei. Denselben Großen Nekromanten, den schließlich Sigmar selbst zu Lebzeiten erschlagen hatte. Genaugenommen soll es sich bei diesem Volk sogar um die Erzfeinde der Vampirbrut aus den Wäldern Sylvanias handeln. Dennoch hatte Hassenstein ein ungutes Gefühl in der Magengrube und auf dieses Gefühl hatte er sich in der Vergangenheit immer verlassen können. In der kurzen Unterredung mit dem mumifizierten König hatten sie sich darauf einigen können, dass die skelettartigen Krieger aus Nehekhara die Torsektion sowie die direkt umliegenden Bereiche halten würden und dass Hassenstein mit seinen Truppen die zentralen und weiter südlich befindlichen Areale der Burg verteidigen würde. Während Hassenstein Gebete an Sigmar anstimmte und sah wie sich die mutigen Krieger des Imperiums das Zeichen des Hammers des Sigmar über der Brust machten, beschloss er den untoten Wüstenkriegern dennoch nicht den Rücken zuzukehren und befahl Hexenjäger Heinrich von Hertenstein im geräumigen Burghof ein Auge auf die blasphemischen Konstrukte der wüstenbewohnenden Untoten zu behalten. Nichts desto trotz sorgten ihn der erschreckend schnelle Bau kruder Kriegsmaschinen der Grünhäute und deren wildes Getrommel jenseits der Festungsmauer derzeit weit mehr. Die schiere Zahl der Grünhäute schien zudem schlicht grenzenlos und zog sich vom Horizont im Norden zum Horizont im Süden hin. Auf der schräg gegenüber liegenden Mauer hörte Hassenstein die inbrünstigen Gebete von Kriegspriester Bertolf Unterbaumer herüberschallen und sah wie Hauptmann von Bock seine Mannen mit erfahrenem Blick in Position brachte. Auf der Spitze des innenliegenden Turms sah Hassenstein zudem wie Hauptmann Kessler das Armeebanner entrollte, so dass die Männer der Staatstruppen in kurzem Jubel ausbrachen. Dennoch war eine gewisse Anspannung zu spüren und Hassenstein konnte verfolgen wie Meistertechnicus Bernd Falkenstein das vorsichtige in Position bringen einer der Geschütze durch ihre Geschützmannschaften mit Argusaugen überwachte und Musketenschützen an den Schießscharten der Türme Stellung bezogen. Glaube, Blut, Stahl und Schwarzpulver würden am heutigen Tage den Sieg bringen, darin war sich Hassenstein sicher.

Erzlektor Mikael Hassenstein

Gruftkönig Amenemhetum stand in mitten seiner in Reih und Glied aufgestellten Gruftwache. Die goldverzierten Rüstungen dieser glorreichen Krieger funkelten, als die Sonne im Osten aufging und das Tal vor ihnen in helles Licht badete. Es wäre ein wunderschöner Sonnenaufgang gewesen, wenn das Tal nicht voll von buckligen, grünen Gestalten bevölkert gewesen wäre und Gruftkönig Amenemhetum noch ein Gespür für die Schönheit von Landschaften gehabt hätte. Die Welt der Lebenden erschien ihm nur noch grau, ohne Farbe und ohne das Gefühl von wärmer werdendem Frühlingswind oder den belebenden Strahlen der frühsommerlicher Sonne auf der Haut. Der Barbarenanführer aus dem Norden hatte in hastigen kurzen Worten seiner kruden Sprache auf ihn eingeredet und in Amenemhetum die Erinnerung an ein kleines Palastäffchen geweckt, welches vor Jahrtausenden durch seinen Thronsaal gehüpft war. Letztlich hatte er eine einfache Vereinbarung mit dem Nordmann geschlossen, die die gemeinsame Verteidigung der Festungsmauern gegen die Grünhäute sichern sollte. Denn rein zahlenmäßig war sowohl die Goldene Legion aus Zandri als auch die Streitmacht des Imperiums den Grünhäuten weit unterlegen. Die ruhmreiche Verteidigung der wichtigsten Position der Burg, der Torsektion, oblag den stolzen Kriegern der Goldenen Legion und der Geierfürst würde diese begleitet von seiner Goldenen Garde persönlich übernehmen. Der Barbar aus dem Norden hatte sich wieder abgewandt und auch Herakh, der Hohepriester von Ualatp, der die Unterredung in die kläffende Sprache der Nordmenschen übersetzt hatte, begab sich in seinen durch viele Hieroglyphen verzierten Turm. Die Hieroglyphen huldigten Ptra und Ualatp in besonderem Maße und neben der Ptra-Division, die dort Stellung bezogen hatte, befand sich dort auch Ekh, der weißberobte Priester des Ptra, in stiller Meditation. Amenemhetums loyaler Hohepriester Herakh hatte ganze Arbeit geleistet, denn auch das Tor direkt unter ihnen war mit magischen Hieroglyphen, die die Wut Sokths hervorrufen sollten, sobald sich ein Feind ihnen nähern würde, beschrieben. Hinter der Torsektion sah Amenemehtum die ehrerbietende Gestalt Chu-En-Was, der Faust Usirians, eines mächtigen Hierotitans, dessen Kopf sich etwa auf Höhe der Wehrmauer befand, bereit jeden Eindringling auf Befehl des Geierfürsten zu zerschmettern. Derweil ließ der Nekrotekt Senedjemib von Skelettkriegern immense bronzene Kübel mit glühend heißem Wüstensand in Position nahe den äußeren Zinnen bringen und krächzte dabei wüste Flüche vor sich hin...
 
Gruftkönig Amenemhetum der Große

Ork-Waaaghboss Gahrr XXX schlug gedankenverloren mit der stumpfen Seite seines Spaltas auf sein unangenehm knarrendes Schultergelenk. Der kürzlich erfolgte Sturz vom Burgturm seiner Festung im Osten der Düsterlande, hatte mehr Spuren hinterlassen, als sein orkiger Stolz es eingestehen wollte. Um den Waaaghboss herum waren Massen von wild gröllenden Orks aufgestellt. Alle bellten sie Herausforderungen zu den fernen Festungsmauern heraus und Gahrr XXX konnte sie nur noch geradeso vom blindwütigen Sturm auf selbige abhalten. Er selbst befand sich inmitten von kräftigen, Lendenschurz-tragenden Wildorks des Blaufratzenstammes, die mit Steinen beschwerte Lianen hin und her schwangen und begierig waren, mit ihrer Hilfe das obere Ende der Burgmauer vor ihnen zu erklimmen. Zu Gahrrs Rechten befanden sich die ihn wie einen Halbgott huldigenden Wildorks aus den fernen Südlanden, schmächtiger als ihre Verwandten vom Blaufratzenstamm, aber mindestens ebenso Laut in ihrem wilden Gebrüll. Es waren die legendären Da Gahhrs und sie waren bereits wieder ausgiebig damit beschäftigt, sich mit Dung einzureiben und mit Obsidianklingen obskure Muster in ihre Brust zu ritzen. Zwischen den unzähligen Wildorks befanden sich auch eine Handvoll grobschlächtige Trolle, denen die Goblins aus Gahrrs Horde im Schlaf spitze Metallhüte auf den Kopf genagelt hatten. Diese sollten helfen, die Festungsanlagen durch gezielte Kopfstöße gegen das Mauerwerk zum Zusammenbrechen zu bewegen; frei nach dem Motto: Der Klügere gibt nach. Genaugenommen sahen die Trolle dadurch aus wie übergroße Kamikazegoblins und es schien die irritierten Kreaturen noch verwirrter zu machen, als sie es ohnehin schon waren. Im krassen Kontrast zu den lauten Wildorks sah Gahrr, wie sich eine Vielzahl von Schwarzorks des Baufratzenstammes mit einem krude zusammengezimmerten Belagerungsturm von links her näherte und das hochaufragende Gebilde in Position schob. Noch weiter entfernt nahe dem Haupttor der Festung Ekrund selbst war noch zu erkennen, wie sich Dutzende von Goblins neben eine von buckligen Orks geschobene Ramme begaben und auf enthusiastische Art und Weise morsch anmutende Leitern in die Höhe reckten. Mehrere Goblin-Steinschleudas und Kamikazekatapulte wurden ebenfalls in Position gebracht, um sobald wie möglich den Beschuss auf die Festungsanlagen aufzunehmen. Die dürren Dunkelelfen, mit denen Mormett Hackpeltz ein Bündnis eingegangen war, konnten auch nicht mehr weit entfernt sein, dachte Gahrr, spuckte bei dem Gedanken jedoch verächtlich aus, da er die Vorstellung von Hilfe durch die dürren Dünnhäuter ohnehin nicht für nötig und vor allem nicht für wirklich orkig fand. Diesen Gedanken abschüttelnd, kniff Gahrr XXX eines seiner schwieligen Augen zu und wunderte sich plötzlich, dass die Mauern der Festung unbesetzt schienen. Lediglich die Ecktürme der Burg waren mit vereinzelten Geschützmannschaften der Menschen und ihren Kriegsmaschinen sowie weiter entfernt mit einigen der wandelnden Knochen aus den südlichen Wüsten besetzt. Der Ork-Waaghboss witterte eine Trickserei… 
 
Ork-Waaaghboss Gahrr XXX

Als sich der Ring der Grünhäute um die Festung zu schließen begann, erklangen plötzlich Trompeten und Fanfaren von innerhalb der Festungsanlangen und Jubel war auf den spärlich besetzten Burgtürmen zu vernehmen. Die Burgtore öffneten sich und mehrere Einheiten von Ordensrittern des Imperiums in glänzenden Rüstungen strömten aus der Festung. An der Spitze des Ausfalls ritt Großmeister Breithoff im Sattel stehend und begleitet von einer Einheit seiner Ritter der Reichsgarde. Viele der Ritter trugen in Pech getränkte Fackeln anstatt Lanzen oder Schwerter in ihren Händen und sie hielten direkt auf die hölzernen Belagerungsmaschinen der Grünhäute zu. Hinter ihnen strömten im starken Kontrast zu den schnaufenden Rössern und stählernen Brustharnischen die Streitwagen der Bronzenen Legion der Gruftkönige aus dem Tor. Flankiert wurden sie von leichteren Skelettreitern und ihre reich verzierten Banner flatterten im Wind. In ihrer Mitte stand Karitamen, der Todesskarabäus, und reckte seinen bronzenen Speer gen Himmel im stillen Gruß an den Sonnengott Ptra. Die Ordensritter und Ritter der Reichsgarde stießen als erstes in die Flut von Grünhäuten und ritten die ersten Reihen der Kreaturen nieder ohne auch nur ansatzweise an Geschwindigkeit zu verlieren. Großmeister Breithoff war in der Mitte der ihren und sein Kampfruf war unablässig zu hören. Immer wieder erschallte aus seiner Kehle ein „Für das Imperium!“ und spornte somit die Rittersleute des Imperiums um ihn herum zu neuem Eifer an. Es dauerte nicht lange und sowohl die Ramme als auch der Belagerungsturm der Orks waren in Brand gesteckt und brachen schließlich lichterloh brennend in sich zusammen. Die schwere Großkanone auf dem Mittelturm der Festung stimmte in das Gemetzel mit ein und versuchte die Kriegsmaschinen der Grünhäute auszuschalten, bevor diese ihre tödliche Fracht auf die Festung schleudern konnten. Tiefe Furchen wurden durch ihre massien Geschosse in das Erdreich um die Burg gepflügt, aber erst die Streitwagen-Einheiten der Gruftkönige waren in der Lage die Stellung eines der immensen Goblin-Katapulte zu überrennen und die Kriegsmaschine zu zerschmettern. Die Bogenschützen auf den Kampfplattformen und auf den Rücken der Skelettrösser konnten beim Vorbeireiten zudem eines der Kamikazekatapulte und deren enthusiastische Goblinbesatzung auf einem nahen Wachturm ausschalten. Als sich der Qualm gelegt hatte, war der Schaden bei den belagernden Grünhäuten immens, die Kavallerie des Imperiums und der Gruftkönige wurde jedoch schließlich durch die Unzahl der Grünhäute zersprengt, nachdem ihr Überraschungsmoment und ihr Angriffsimpuls verpufft gewesen war. Ritter wurden im dichten Gedränge von ihren Rössern gezerrt und Streitwägen durch die schiere Masse an Gegnern umgerissen oder schlicht zerschmettert. Sowohl Breithoff als auch Karitamen wurden zuletzt umringt von Grünhäuten kämpfend unweit der Mauer gesehen. Beide schienen sich nicht mehr freikämpfen zu können und ihre Gefolgsleute lagen zum Großteil erschlagen entlang der Festungsmauern. Das Schicksal der beiden Anführer war jedoch unbekannt…


Die verblieben Geschütze der Orks begannen als Antwort auf den Ausfall und das defensive Abwehrfeuer sogleich die Mauern der Burg unter Feuer zu nehmen und auch wenn die Festungsmauern einige Treffer einstecken mussten, konnte keine ernsthaft beschädigt oder gar durchbrochen werden und auch keine der in den Türmen positionierten Kriegsmaschinen des Imperiums ausgeschaltet werden. So begannen die Grünhäute schließlich wie wild auf die Festung Ekrund zuzuströmen...

 
Sie hatten in ihrem Sturm kaum begonnen da konnte das laute Knallen von Musketen aus den Türmen und das dumpfe Rattern von Höllenfeuer-Salvenkanonen vernommen werden. Eine Vielzahl von Wildorks und auch eine große Anzahl Schwarzorks, die schließlich die Überreste ihres Belagerungsturmes hinter sich gelassen hatten, wurden von Unzähligen Musketen- und Salvenkanonen-Kugeln zerfetzt. Auch die verbleibenden Kriegsmaschinen der Grünhäute wurden von vereinzelten Skelett-Bogenreitern beschossen und die eine oder andere Goblinbesatzung fiel mit einem präzise geschossenen Pfeil im Nacken zu Boden. Dies konnte die Grünhäute jedoch nicht ernsthaft aufhalten und so strömten sie weiter wild johlend auf die Wehranlangen der Festungsstadt Ekrund zu…
 

Ork-Waaaghboss Gahrr XXX höchst selbst führte den Angriff auf die Festungsanlagen begleitet von den wie irre kreischenden Wildork-Moschaz an. Unter schwerem Feuer der in dem Turm befindlichen Musketenschützen und den dadurch zugefügten horrenden Verlusten unter den Wildork-Moschaz, erreichten sie schließlich den Turm und begannen, ihre Stein beschwerten Lianen über die Zinnen zu werfen. Den Trollen an seiner Seite machte der Ork-Waaaghboss zuvor mit simplen Gesten und grunzenden Lauten ihre Aufgabe klar, so dass diese enthusiastisch vorwärts preschten und mit ihren langen Gliedmaßen noch vor den Wildorks an dem Wehrturm vor ihnen ankamen. Die Wildorks der Da Gahrrs und die Schwarzorks bewegten sich mit etwas mehr Vorsicht an die Mauer heran, bereit diese selbst beim Ausbleiben von Gegenwehr alsbald zu erklimmen. Die gemeinen Goblins nahe dem Haupttor schlichen ebenfalls voran, um die Sektion darüber mit ihren Leitern erklimmen zu können. Weit hinter ihnen konnte Gahrr XXX nun bereits die dunklen Banner der Dunkelelfenstreitmacht erkennen, die sich zielstrebig der Festung näherte und dabei versuchte, die verbliebenen Skelettreiter der Gruftkönige zu umgehen.
Das gutturale Kreischen der Wildorks in Gahrrs unmittelbarer Nähe wurde noch durch das mehrere Oktaven höher liegende Gekicher des Goblin-Schamanen übertönt, der sich zwischen den beinahe doppelt so hoch aufragenden Schwarzorks verbarg. Mit einem stark nach Verdauungstätigkeiten klingenden Geräusch und auf einer vor Waaaghmagie flimmernden Verpuffung schoss die kleine Grünhaut in die Höhe. Kaum war er auf Höhe der noch einige Meter weit entfernten Mauer der Festung, manifestierte er mit schrillem Heulen einen großen fahlen Mond mit einem grinsenden Goblingesicht und langen, hauerartigen Zähnen zwischen seinen runzligen Pranken. Mit einem gellenden Schrei und einer stoßenden Bewegung ließ der Schamane den ihn an Größe mehrfach überragenden Magiewirbel in Richtung Mauer und Turm und auf die dahinter sauber aufgereihten Hellebardenträger des Imperiums. In der Enge des Turms selbst wurden die Musketenschützen durch diese plötzlich manifestierte Grünhautmagie völlig überrascht und einige taumelten starren Blickes von der nahen Wehrmauer in den Tod, nachdem sie von ihrer teuflischen Wirkung erfasst worden waren. Den Hellebardenträgern erging es kaum besser. Sich hinter den meterdicken Mauer halbwegs in Sicherheit wähnend, wurden die Staatstruppen des Imperiums von diesem unerwarteten Angriff schlicht überrumpelt und waren ihm mehr oder minder schutzlos ausgeliefert. Mehr als zwei Dutzend Hellebardenträger gingen keuchend zu Boden oder fielen wie erstarrt um, als der Magiewirbel mitten durch ihre eng gestaffelten Reihen pflügte. Die Südliche Torwache hatte die stärksten Verluste zu ertragen und nur unter den keuchenden Kommandos ihres Hauptmanns Manfred von Bock, der sich noch Reste von erbrochenem aus dem Bart rieb, hielten sie stand und konnten davon abgehalten werden, in wilder Panik ins Festungsinnere zu fliehen. Als der irre kichernde Schamane auf seinen grünen Flatulenzen wieder herabsank, kam dafür ein weiterer wild kreischender Goblin in unmittelbare Sicht der Verteidiger. Dieser nutzte jedoch kleine, an einem Holzgestell befestigte Flügel, um flatternderweise in der Luft zu bleiben, und stürzte sich schließlich mit dem gepanzerten Kopf voran in den mittleren Eckturm der Verteidiger, so dass aus ihm mehrere Ziegel nebst verdutzten Musketenschützen in die Tiefe stürzten. Die gerade aufgetauchten Dunkelelfen begannen mit ihren Repetierarmbrüsten die ihnen den Weg versperrenden Skelettreiter aus dem Sattel zu schießen und hatten damit auch vereinzelt Erfolg. 
Als die Trolle mit ihren metallenen Rammspornen am Kopf den Eckturm erreicht hatten, droschen sie mit selbigen wiederholt gegen das Mauerwerk des Turmes, aber wenig mehr als vereinzelter Mörtel bröselte aus dem Jahrtausende alten Zwergen-Bauwerk. Die den Beschuss überlebenden Wildork-Moschaz nebst Schamanen und Gahrr XXX selbst begannen daraufhin an den Lianen, die mittlerweile an den Zinnen des Turmes verankert waren, hinauf zu klettern. Mit unerwartetem Geschick hangelten sich die Wildorks den Turm hinauf, während Gahrr XXX mit einem beherzten Sprung das obere Ende einer Liane erreichte und nach einem kurzen Schwung an die Zinnen des Turms selbst gelangte. Musketenschützen eilten unter dem Kommando eines Schlapphut-tragenden Hexenjägers herbei, um sich den Grünhäuten entgegen zu stellen und die Besatzung der dort befindlichen Höllenfeuer-Salvenkanone zu schützen. Der erste Wildork-Moscha, der die Zinnen erreichte, wurde von zwei präzisen Schüssen aus den Pistolen des Hexenjägers von der Mauer geholt. Die Musketenschützen um ihn herum wehrten sich verzweifelten gegen die herauf strömenden Grünhäute und schlugen mit Gewehrkolben und Kurschwertern auf die Angreifer. Einige der Grünhäute fielen tödlich Verwundet von der Mauer, bevor Gahrr XXX höchstselbst die Zinnen erreichte und mit einem Schwung seines Spaltas mehrere Musketenschützen entzweischlug. Die nachrückenden Wildork-Moschaz erschlugen ebenfalls eine beträchtliche Zahl Musketenschützen mit ihren steinernen Waffen, bevor es den imperialen Staatstruppen gelang die Lianen vom Turm los zu schneiden und den Grünhäuten somit der weitere Aufstieg zum Turm verwehrt wurde. Auch Gahrr XXX wurde schließlich als letzter vom Turm gedrängt, nachdem die resoluten Musketenschützen trotz vielfacher Verluste nicht nachgaben…


Der Kampf um die Festungsanlagen von Ekrund hatte nun endgültig begonnen. Erzlektor Hassenstein befahl den getreuen Staatstruppen, in deren Mitte er sich befand, die Mauern und den nahen Turm zu bemannen. Unter lauten Sigmar-Rufen stürzten die Hellebardenträger die steinernen Stufen zur Burgmauer hinauf, um sich ihrer Verteidigung gegen die anstürmenden Grünhäute zu widmen. Die angeschlagenen Musketenschützen und der Hexenjäger aus dem Eckturm, die unter schwersten Verlusten die erste Angriffswelle der Orks zurückgeworfen hatten, fielen mit Erleichterung, die auf ihren Gesichtern abzulesen war, zurück auf den Wehrgang der nahen Mauer. Einer Mauer, die weniger gefährdet gegenüber den wilden Angriffen der Orks schien und nur von den stark ausgedünnten Reihen der Schwarzorks bedroht wurde. Die Hellebardenträger unter Hassensteins eigenem Kommando übernahmen die Verteidigung des Turmes und der darin aufbewahrten Sigmar-Reliquie, während die Hellebardenträger unter dem Kommando von Hauptmann von Bock die Mauer links davon bemannten. Die Freischärler im Burghof begaben sich näher zum Burgtor und ließen misstrauische Blicke über die untoten Soldaten der Gruftkönige schweifen. Die Gruftwächter angeführt von Gruftkönig Amenemhetum und seinem Hofstaat begaben sich von dort im stillen Gelichschritt auf den Wehrgang der Festung vor ihnen, während eine Einheit Skelettkrieger vom Turm aus die Torsektion daneben bemannte, um sie gegen den drohenden Angriff durch die unzähligen Goblins davor zu verteidigen. Der in weißen Roben gekleidete Priester des Ptra begab sich aus den Reihen der Gruftwächter in den dazwischenliegenden Eckturm, der mit einer Vielzahl von Hieroglyphen bemalt war und bereits von der Ualatp-Division der Skelettkrieger gehalten wurde. Unmittelbar vor der Mauer, in die sich die Gruftwachen gerade begaben hatten, befand sich ein krudes, steinernes Abbild einer obskuren Ork-Gottheit, deren Augen zum Zeitpunkt des Angriffs begonnen hatten grünlich zu leuchten. Vollkommen unvermittelt schossen plötzlich grünliche Strahlen aus den steinernen Augenhöhlen und kosteten zwei Besatzungsmitgliedern der Großkanone sowie mehreren Musketenschützen im innenliegenden Eckturm das Leben, bevor diese überhaupt realisiert hatten, was passiert war. 
Die Winde der Magie begannen zudem aufzufrischen und Herakh, der Hohepriester des Ualatp, war der Erste, der sich dies zunutze machte. Erkennend, dass den verbündeten Nordmenschen auf der Mauer am Südende der Festung ein Angriff durch die Orks kurz bevor stand, intonierte er Nerus Beschwörung des Schutzes. Dem wurde jedoch der Goblinschamane in den ausgedünnten Reihen der Schwarzorks gewahr und so nutzte dieser magische Flatulenzen seinerseits, um diese komplizierte Beschwörung zunichte zu machen. Herakh hielt nur kurz inne und intonierte in Folge Usekhps Beschwörung des Verdorrens mit noch lauteren und machtvolleren Worten. Das Ziel waren die Wildorks vor den bedrohten Hellebardenträgern. Diesmal wurde die Magie von weitaus unerwarteter Seite gebannt, denn die Erzzauberin, die die Dunkelelfen augenscheinlich anführte und mit ihrer Streitmacht gerade auf das Schlachtfeld gelangt war, machte eine kure Geste uns ließ die Silben des Zauberspruchs von einem eisigen Wind davon tragen und somit wirkungslos werden. Ekh, der Priester des Ptra, nutze die kurze Pattsituation und beschwor eine strahlende Manifestation seines Gottes in seinem göttlichen Streitwagen nur wenige Meter über die Köpfe der Hellebardenträger des Imperiums auf der südlichen Mauer. Herakh begann nun ebenfalls erneut Beschwörungsformeln gerichtet an den mächtigsten Gott im Pantheon Nehekharas auszusprechen und belegte die Skelettkrieger der Ptra-Division mit dem Segen ihres Namenspatrons in Form der Inkantation des Niederschmetterns. 
Nur Sekunden später gossen die Skelettkrieger eben jener Division den Inhalt eines glühenden Kupferkessels, gefüllt mit brennendheißem Wüstensand, auf die Goblins vor dem Tor. Beinahe ein Dutzend Goblins vergingen augenblicklich unter schrecklichen Qualen und ihre Kammeraden zogen es vor, das Heil in der Flucht zu suchen, und so rannten sie so schnell vom Tor und den darüber befindlichen Verteidigern weg, wie es ihre kurzen, krummen Beine gestatteten. Die Hellebardenträger am anderen Ende der Festungsanlage gossen gleichermaßen einen erhitzten Kübel mit kochenden Öl über die Brüstung der Mauersektion auf der sie sich befanden und schalteten in Folge eine Handvoll der heranstürzenden Wildorks aus, was ihre Kameraden in ihrer Raserei jedoch nicht zu kümmern schien. Über den Verlust seiner beiden erfahrenen Kameraden hingegen zutiefst erschüttert, war der verbliebene Kanonier der Großkanone nicht in der Lage sein Geschütz abzufeuern und musste aufgrund eines Fehlers im Ladevorgang sogar damit beginnen alleinig die Kanone neu zu laden und auszurichten. Den Höllenfeuer-Salvenkanonen erging es kaum besser und, während das Geschütz auf dem Reliquienturm eine wirklich ernsthafte Fehlfunktion erlitt, war das Geschütz auf dem von den Skelettkriegern gehaltenen Turm schlicht nicht in der Lage den wenigen Wildorks im Schatten des Reliquienturmes ernsthaften Schaden zuzufügen. Die meisten Schüsse pflügten lediglich durch das Erdreich und ließen Dreck auf die Grünhäute niederregnen, was diese in keinster Weise zu kümmern schien. Der Hexenjäger wollte zeigen wie es besser geht, lehnte sich von der Mauer und schoss beide Pistolen auf den sich mit den Schwarzorks nähernden Armeestandartenträger der Grünhäute ab. Eines der Projektile traf den Schwarzork-Gargboss genau zwischen die Augen, so dass dieser einige Meter rückwärts taumelte. Dann fiel das verformte Projektil jedoch vom stählernen Helm des muskelbepackten und gänzlich unversehrten Schwarzorks zu Boden. Die Musketenschützen des Imperiums schossen ebenfalls weiter in die Reihen der nahenden Grünhäute und konnten dabei auch den einen oder anderen ausschalten, während die wenigen verbliebenen Skelettbogenreiter einige wenige Dunkelelfen-Kundschafter mit ihren überraschend präzisen Pfeilen zur Strecke bringen konnten…




Erzzauberin Zebeyana Kemsha schlurfte begleitet von den Khainiten treu ergebenen Dunkelschwertern vorwärts. Die Ketten, die ihre Fußfesseln bildeten, ließen ein einfaches Fortkommen unmöglich machen. Dem Anführer der Dunkelschwerter, der zudem die Kette hielt, die mit ihrer stählernen Halskrause verbunden war, würdigte sie eines abfälligen Blickes. Ein arkanes Wort aus dem Mund der Erzzauberin würde genügen, um die Haut des einfältigen Hauptmannes in Streifen zu schneiden, aber dann würden die unzähligen Dunkelschwerter hinter ihr sie in Sekunden niedermachen, so wie es die Todeshexen im Angesicht der Schlacht befohlen hatten. Nominell hatte Zebeyana das Kommando über die Armee, aber sie war letztlich dem Wohlwollen der khanitischen Todeshexe ausgeliefert, die die Armee begleitete. Die Erzzauberin ließ ihren Blick über die Festungsanlagen sowie über die Belagerer und Belagerten schweifen. Der Angriff war im vollen Gange. Die Kräfte der Grünhäute schon arg in Mitleidenschaft gezogen und die Wehranlagen noch komplett in Takt. Ihrer Befürchtung nach würde der Hauptteil ihrer Streitmacht die Festungsmauern nicht rechtzeitig erreichen können, um ernsthaft Einfluss auf die Belagerung nehmen zu können. Aber für den Moment würde sie das Spiel mitspielen und sei es nur, um die primitiven Orks und die blutrünstigen Khanintiten bei Laune zu halten. Nahe der Burg blitzte plötzlich ein steinerner Obelisk in Form eines langgezogenen Orkkopfes auf und ein plötzlich in grünen Flammen stehender Mensch fiel mit einem gequälten Schrei zusammen mit den brennenden Überresten seiner Kriegsmaschine vom innenliegenden Turm in den Burghof. Einem Kanonier aus dem den Dunkelelfen zugewandten Turm, der die Torsektion flankierte, erging es nicht besser und auch zwei der mumifizierten Krieger in der Mauersektion dazwischen wurden durch die grünlichen Blitze eingeäschert. Zebeyana fragte sich, ob Orks tatsächlich in der Lage und gerissen genug gewesenen waren, diesen überaus effektiven, wenn auch augenscheinlich ungerichteten Wächter aus Stein so nahe der Mauer zu platzieren. Es schien, dass ihre primitiven Verbündeten für so eine oder andere  Überraschung gut waren. Am entfernten Ende der Wehranlage stürmten schwergepanzerte Orks und im starken Kontrast halbnackte Orks in Kriegsbemalung die Wehranlagen, während die menschlichen Verteidiger Steine hinab warfen und mit ihren Schwarzpulverwaffen aus Schießscharten und von hinter den Zinnen auf die Grünhäute schossen. Dies konnte die blutrünstigen Orks jedoch nicht aufhalten und Zebeyana sah wie eine Handvoll Schwarzorks auf unförmig zusammengezimmerten, jedoch scheinbar recht stabilen, Sturmleitern die Mauern erklommen. Einer von ihnen trug ein großes Banner auf dem ein stilisiertes, blaues Orkgesicht prangte. Zebeyana ließ ihre Streitmacht weiter vormarschieren soweit es das Gelände und vor allem die beiden Gebirgsflüsse es erlaubten. Die Schatten und einige der Hexenkriegerinnen stürzten sich indessen mit gezogenen Schwertern auf die verbliebenen Skelett-Reiter und die Schwarzen Reiter galoppierten zielstrebig an selbigen vorbei weiter in Richtung Festungsanlage. Dort konnte Zebeyana sehen, wie sich die fliehenden Goblins im Angesicht der aufmarschierenden Dunkelelfen wieder sammelten und scheinbar Mut durch die Menge der anrückenden verbündeten Truppen schöpften. Weiter entfernt von der Position der aufmarschierenden Dunkelelfen am Südende der Festungsanlagen schienen große Trolle, deren Pranken beinahe die Zinnen der Mauer selbst erreichen konnten, mit ihren gepanzerten Köpfen gegen das massive Mauerwerk zu schlagen. Mit Unglauben konnte die Erzzauberin schließlich erkennen, dass die Mauer in Teilen plötzlich nachgab und mit einem ohrenbetäubenden Donnern mittig zusammensackte. Die scheinbar wenig überraschten Wildorks unmittelbar davor nutzten die plötzlich entstandene Bresche in der Mauer und stürzten sich sogleich auf die gänzlich überrumpelten Verteidiger. Der Turm, der direkt an die durchbrochene Mauersektion anschloss, wurde ebenfalls von massigen, in der Zahl aber weit weniger, Wildorks bestürmt, die an ihren bereits erprobten Lianen emporkletterten. 
Einer unter ihnen schien ein Schamane zu sein, der, kaum hatte er den Turm erklommen, anfing wild zu tanzen und wie von Sinnen von Zinne zu Zinne zu hüpfen. Die Hellebardenträger vor sich augenscheinlich ignorierend fokussierte er eine beträchtliche Menge mentale Gewalt, die seinen kahlen Kopf wie eine funkelnde Krone zu umspielen schien. Diese Welle flog mit einem Mal über den Turm und die angeschlossene Mauer direkt auf den innen liegenden Turm der Festung zu und fegte schließlich einen schwer gepanzerten Menschen um, der auf dem besagten Turm ein imposantes Armeebanner empor hielt. Ein kurzes Stöhnen ging durch die Reihen der menschlichen Verteidiger auf den gesamten Wehranlagen, aber schließlich berappelte sich der dunkel gepanzerte Krieger wieder auf wackligen Beinen und reckte das imposante Banner erneut in die Höhe. Der kleine Goblin-Schamane, der entlang der Schwarzorks ebenfalls das obere der Mauer erreicht hatte, deutete daraufhin mit einem knochigen Finger auf die bereits zusehends malträtierten Musketenschützen unmittelbar vor sich und verfluchte sie im Namen seiner primitiven Gottheit. Die Magieanwender innerhalb der Festung machten hierbei keine Anstalten etwas gegen die magischen Angriffe zu tun. Zebeyana wollte die Möglichkeit nutzen und die störenden Skelettreiter aus dem Weg räumen, bevor diese die Formation ihrer Streitmacht und damit ihren Vormarsch gänzlich zum Erliegen bringen würden. Ein knisternder Blitz des Verderbend schoss aus ihrer ausgestreckten Handfläche, so dass die Dunkelschwerter um sie herum instinktiv einen Schritt zur Seite wichen. Der düstere Kugelblitz schlug jedoch gegen eine eiligst hervorgerufene Wand aus Wüstensand, die sich vom Boden her empor regte. Im Hintergrund konnte Zebeyana die skelettierte Silhouette eines der Priester des Todes auf dem ihr am nächsten stehenden Turm erkennen, der mit ruckartigen Gesten diesen Gegenzauber hervorgerufen hatte. Die Erzzauberin zögerte keine Sekunde und ließ einen wirbelnden Sturm aus schwarzen Klingen vor sich manifestieren und schleuderte diesen ebenfalls auf die Skelettreiter, aber auch hier vollzog der Hierophant der Gruftkönige einen Gegenzauber und die soeben kollabierte Wand aus Sand wurde zu einem Wirbelwind, der die magisch hervorgerufenen Klingen wirkungslos zerstreute. Zähneknirschen musste Zebeyana mit ansehen wie ihre Magie auf Schritt und Tritt durch den untoten Priester zu Nichte gemacht wurde, als plötzlich ein fliegender Goblin nur wenige Schritt neben diesem einschlug und einige der ihn flankierenden Skelettkrieger zu Knochenmehl verarbeitete. 
Das Handgemenge wenige Meter vor Zebeyana war in wenigen Wimperschlägen vorbei und die Krieger der Dunkelelfen hatten die eine Einheit der störenden Skelettreiter ausgeschaltet. Auf den Wehranlagen der Festung schien der Nahkampf deutlich ausgeglichener und es wurde erbittert um jeden Fußbreit gekämpft. Die schiere Kraft der anstürmenden Orks schlug Breschen in die Reihen der disziplinierten Menschen, während die eng gestaffelten Reihen der Hellebardenträger ihre Stangenwaffen im trainierten Einklang auf die Grünhäute niedergehen ließen. Aus den Überresten der durchgebrochenen Mauer, die von der Position der Dunkelelfen am weitesten entfernt war, wurden die Menschen schließlich vertrieben, als die Wildorks mit lautem Geschrei die von ihnen verteidigte Stellung stürmten. Einige wurden zwar noch von geworfenen Steinen getroffen oder von dem Wall aus Hellebarden aufgespießt, aber die schiere Wucht, mit der der Angriff geführt wurde, fegte schließlich beinahe ein Dutzend imperialer Staatstruppen beiseite, als würde es sich dabei lediglich um Strohpuppen handeln. Zuletzt verließ der bärtige Hauptmann, der mit wilden Schwüngen seines Beidhänders links und rechts Orkköpfe abschlug, seine Stellung und auch erst, als der letzte seiner Männer hinter der verteidigten Stellung in Sicherheit gelangt war. Diese Zurschaustellung von Opferbereitschaft ließ Zebeyana amüsiert schmunzeln und sie war sich sicher, dass keiner ihrer Hauptleute auch nur den Bruchteil einer Sekunde über solch eine törichte Tat nachdenken würde. Es lag schlicht nicht in der Natur der Druchii sich für andere aufzuopfern. Andernfalls würde sie einem solchen Individuum auch persönlich das Herz aus der Brust schneiden, darin war sich die Erzzauberin sicher. Die anderen Sturmangriffe liefen für die Verteidiger erfolgreicher. An der ihnen zugewandten Mauer sah Zebeyana, wie der Hexenjäger, der ihre kürzlich erfolgte Geiselbefreiung beinahe zunichte gemacht und von dessen Tod sie ausgegangen war, den Schwarzork mit dem Armeebanner der Grünhäute mit seinem Säbel durchbohrte und mit einem Kopfschuss aus seiner Steinschlosspistole schmucklos von den Zinnen in die Tiefe beförderte. Dort lag bereits der bei seinem Aufstieg von einem Stein erschlagene Anführer der Schwarzorks und schließlich wurde auch der bizarre Goblinschamane von den Zinnen gefegt. Überall vor der Mauer lagen erschlagene Schwarzorks. Keiner der ihren hatte diesen verzweifelten Sturmangriff überlebt und ihr Armeebanner lag im aufgewühlten Dreck nebst den herabgestoßenen Sturmleitern der gescheiterten Angreifer. Der Eckturm zwischen den beiden hartumkämpften Mauersektionen wurde ebenfalls bestürmt. Der tänzelnde Wildork-Schamane wurde nach seiner eindrucksvollen Zurschaustellung durch den beherzten Schwung der beiden magischen Kriegshämmer des Erzlektors und Generals der Menschen auf den buchstäblichen Boden der Tatsachen am Fuße des Turmes zurückgebracht und von mehreren Hellebardenklingen durchbohrt ins Große Grün geschickt. Während der Erzlektor lauthals Litaneien des Hasses gegenüber den Grünhäuten predigte, wurden auch die übrigen Wildork-Angreifer von den disziplinierten Helebardenträgern von der Mauer und somit in den sicheren Tod gestoßen, bevor diese in den Reihen der resoluten Verteidiger ernsthafte Schäden ausrichten konnten. Zuletzt stand nur noch der Ork-Waaghboss namens Gahrr XXX höchstselbst auf den Zinnen des Turmes und schwang seinen übergroßen Spalta. Von allen Seiten bedrängt konnte jedoch auch er nichts weiter ausrichten und wurde schließlich von der Verteidigungsanlage getrieben, nachdem mehrere Hellebarden auf ihn einstachen und ihn zu durchbohren drohten. Der Ork-Waaaghboss schwang sich von der letzten noch verankerten Liane hinab und landete etwas unsanft auf den ausgeweideten Leichen der ausgelöschten Wildork-Moschaz des Blaufratzenstammes…

 
 
 
 
 
 
 

Gruftkönig Amnemhetum der Große blickte über die Zinnen der Festungsmauer, deren Bau er vor Jahrtausenden noch miterlebt hatte, und sah wie sich die Kampftruppen der Dunkelelfen von Westen her näherten, während Welle für Welle von Grünhäuten an die südliche Mauer brandete. Nach einem kurzen Moment der Kontemplation wandte er sich dem südlichen Teil der Festung zu in der Gewissheit, dass sicherlich baldige Verstärkung durch die Oger aus dem Norden zu erwarten war und die Menschen des Nordens unter dem Druck der angreifenden Grünhäute bereits aus dem Südteil der Wehranlagen getrieben worden waren. Die krude Statue zu den Füßen der Mauer, auf der sich Amenemhetum befand, begann erneut grüne Blitze zu schleudern und verbrannte auf diese Weise wiederholt einige der an den Schießscharten des innenliegenden Eckturmes befindlichen Schützen der Nordmenschen. Es schien beinahe, als hätte diese vor Orkmagie pulsierende Statue es auf den Turm und seine Insassen abgesehen und so muteten die sterblichen Gesichter der uniformierten Menschen geradezu erleichtert an, als sich der Gruftkönig mit seinen Gruftwachen anschickte, ihre Position innerhalb des für sie verfluchten Turmes zu übernehmen. Unter dem ehrfürchtigen Blick des Nekrotekten Senedjemib schickte sich währenddessen der Hierotitan Chu-En-Wa an, näher an die Innenseite des Burgtores zu rücken, um dort etwaigen Durchbrüchen begegnen zu können. Noch von der Mauer aus sah Amenemhetum mit an wie die Hellebardenträger des Imperiums einen beherzten Angriff gegen die von ihnen kurz zuvor aufgegebenen Verteidigungsanlagen in Form der durchbrochenen Mauer führten. Für einen Moment hielten sie noch inne und es schien beinahe, als würden sie zögern die wie von Sinnen kreischenden Wildorks auf den Trümmern der Mauer anzugehen, aber dann stießen sie mit ihrem Hauptmann an der Spitze und mit gesenkten Hellebarden vor. Ihre Disziplin beim Angriff gegen einen solch wilden Feind war bemerkenswert und Amenemhetum dachte, dass diese beinahe an den Drill seiner eigenen Garde zu Lebzeiten heran kam. 
Ihre Kampfschreie halten weit über die Festungsanlagen, und wurden schließlich durch das schreckliche Jaulen gepeinigter Seelen unterbrochen, als der Hüter der Totenlade von Zandri im hinteren Bereich des Festungsinnenhofes durch seine Anrufungen die Lade öffnete und sich blendendes Licht über das Schlachtfeld ergoss. Die gequälten Seelen schossen im hohen Bogen aus dem arkanen Behältnis, dass ihr Gefängnis darstellte, und zahllose Seelne brachen sich kreischend Bahn über die Mauern und schnellten schließlich im Sturzflug auf den vereinsamten Ork-General zu, der ihnen vor lauter Trotz und aufgestauter Frustration entgegenbrüllte. Letztlich waren es jedoch die magischen Künste der Dunkelelfen-Erzzauberin in der Mitte der Dunkelelfen-Streitmacht, die versuchte die Seelen für ihre eigenen morbiden Zwecke einzufangen. Schließlich konnten sie sich jedoch den Bindungen ihres ewigen Gefängnisses nicht weidersetzen und wurden zurück in das Innere der Lade gezogen. Während die gepeinigten Seelen über die Wehranlagen der Festung schossen, konnte Amenemhetum beobachten, wie der Kriegspriester in den Reihen der angreifenden Hellebardenträger voller Inbrunst ein Stoßgebet an seinen primitiven Krieger-Gott richtete. Er wurde jedoch augenscheinlich nicht erhört und so war es an den Segnungen Ekhs, des Priesters des Todes, die Mächte eines weit älteren Gottes anzurufen. Helles Licht umspielte den Priester des Sonnengottes Ptra und erneut erschien die gleißende Gestalt der Gottheit oberhalb der einen verzweifelten Angriff führenden Nordmenschen. Damit waren die Anrufungen Ekhs jedoch noch nicht abgeschlossen. Die volle Macht seines Patrons anrufend, begann der Priester in schier unvorstellbarerer Helligkeit zu leuchten. Knisternde Energien entluden sich und ließen von nahe stehenden Skelettkriegern nicht einmal Asche zurück. Angreifer wie Verteidiger scheinen kurz inne zu halten, als diese Zurschaustellung göttlicher Magie andauerte und sogar die Zeit selbst auszubremsen schien. Ekh senkte langsam seine zum Himmel erhobenen Handflächen und die ganze aufgestaute Magie schoss plötzlich in einem Strahl reinsten, puren Lichtes aus ihnen heraus geradewegs auf den verdutzt drein schauenden Ork-Kriegsherren am anderen Ende der Wehranlage zu. Der lichtmagische Strahl traf den Ork in die Brust und umhüllte ihn innerhalb von Sekundenbruchteilen. Mit bloßem Auge war nichts zu erkennen und für einen Moment schien es beinahe so, als könne der einsame Ork diesen horrenden Energien, die auf ihn einströmten, widerstehen. Unumstößlich stand er da, während die knisternde Magie an seinem Brustpanzer und seiner schieren Orkheit aufprallte und Funken in alle Richtungen abgelenkt wurden. Es schien als wären die Gottheiten der Orks selbst bemüht ihren Handlanger zu beschützen, doch dann mit einem finalen Aufblitzen wurde die qualmende Gestalt des massigen Kriegsherren mehrere Dutzend Meter zurück katapultiert und blieb regungslos liegen. Erst das metallische Knallen der rotierenden Höllenmaschine der Nordmenschen auf dem äußeren Westturm brachte so etwas wie irdische Normalität auf das Schlachtfeld zurück und radierte eine der sich zu weit vorgerückten Einheiten leichter Kavallerie der Dunkelelfen aus. 
Die schlagenden Geräusche von Stahl auf Stein kündeten schließlich vom entfachten Nahkampf zwischen Hellebardenträgern und Wildorks um den Geröllhaufen der einst eine stolze Mauer zwergischer Bauart im südlichen Bereich der Festung gewesen war. Es war ein ausgesprochen blutiger Kampf der starke Verluste auf beiden Seiten kostete. Schließlich hatten beide Seiten über die Hälfte ihrer Krieger verloren, aber die Menschen waren in der Lage gewesen ihre Verteidigungsposition zurückzuerobern und trieben die Grünhäute nun von dem improvisierten Verteidigungswall. Als die Grünhäute dann noch erkannten wie ihr abgöttisch verehrter Anführer augenscheinlich durch gegnerische Zauberei das zeitlich segnete und vorzeitig ins Große Grün eintrat, brach Panik bei ihnen aus, so dass sie von der Festung weg flohen, um schnellstmöglich die Überreste ihres geliebten Führers einsammeln zu können…

 

Als Ork-Waaaghboss Gahrr XXX seine schwieligen Augen öffnete, sah er seine nackten verkohlten Beine wie sie durch den Schlamm von der Festung rücklings wegschleift wurden. Zwei aufgeregt plappernde Wildorks schleppten ihn an den Armen haltend in die vom Kampf weggewandte Richtung und ließen ihn schließlich im Schutz der kargen Bäume außerhalb der Reichweite der Geschütze der Menschen auf der Burg fallen. Die Augenhöhlen des steinernen Orkschädels vor einer der Mauern blitzten erneut auf und ließen einen aus der Geschützmannschaft des weiter entfernten Eckturmes tödlich getroffen in die Tiefe stürzen. Gahrr spürte ein Kribbeln am ganzen Körper, so wie er es früher normalerweise nur in seinem Zeh gespürt hatte. Als sein Sehvermögen wieder etwas besser wurde und nur noch eine Handvoll wie Snotlinge aussehende Flecken in seinem Gesichtsfeld umhertanzten, sah der Waaaghboss, dass seine komplette Kleidung verbrannt war und zudem ein Großteil seiner Haut. Vom Farbton her sah er plötzlich eher aus wie ein Schwarzork und Gahrr hoffte, dass es sich darauf beschränkte und er nicht auch plötzlich die Intelligenz eines Schwarzorks hatte. Das einzige, das diesen Lichtblitz überstanden hatte, war seine qualmende Rüstung sowie der Spalta, den er nach wie vor fest umklammert in seiner ebenso qualmenden Pranke hielt. Von seiner einst riesigen Horde, die um die Burg versammelt gewesen war, war auch nicht vielmehr übrig als eine kleine Handvoll desorientierter Trolle und ein überschaubarer Haufen der verrückten und sich gerade wieder sammelnden Wildorks, die ihn aus der Gefahrenzone befördert hatten und ihn stets als personifizierten Mork ansahen.
Sehr viel weiter entfernt stürmten die Goblins noch mit überraschendem Enthusiasmus und mit einer Vielzahl Leitern ausgestattet auf die Torsektion zu. Möglicherweise war an ihnen die Situation der Gesamtlage vorbei gegangen oder sie fühlten sich durch die verbündeten Dunkelelfen, die näher rückten, angespornt oder aber verängstigt. Letzteres schien für Gahrr irgendwie wahrscheinlicher. Die wandelnden Knochen auf der Festungsmauer, so konnte Gahrr gerade noch erkennen, schmissen Steine in der Größe von Orkfäusten auf die wie Ameisen die Leitern hochkrabbelnden Goblinkrieger, doch diese hatten einen ausgeprägten Überlebensinstinkt und, während Orks sich auf die Dicke ihrer Schädel verlassen hätten, hielten äußerst geschickt ihre Schilde beim Klettern über die Köpfe. Dadurch prallten alle Steine relativ gefahrlos ab, währende die ersten Goblins die Zinnen erreichten. Einige von ihnen sprangen urplötzlich aus der Deckung der Schilde hervor und schwangen in jeder schwieligen Hand eine gefährlich gezackte Klinge, mit der sie sogleich einige Köpfe der Skelettkrieger abschlugen. Aber auch einige wenige der ihren wurden von den Waffen der untoten Verteidiger durchbohrt und rückwärts von der Mauer geschleudert. Schließlich gelang es den skelettierten Kriegern die meisten der Leitern von der Mauer wegzudrücken, so dass die Goblins wild durcheinander zu Boden purzelten oder schnellstmöglich von den Leitern krabbelten, rutschten und sprangen. Der Angriff war abgewehrt und die Skelette schlossen kurze Zeit später ihre Reihen an den Stellen an denen sie Verluste erlitten hatten. Die Dunkelelfen nahmen währenddessen die letzten Skelettreiter auseinander und rückten schließlich weiter auf die Burg zu, die für sie inun n greifbarer Nähe schien. Gahrr XXX stand auf, klopfte sich die daumendick aufliegende Asche von seiner verbrannten Haut und brüllte seine ganze aufgestaute Wut hinaus. Doch die Wut blieb und der Ork-Waaaghboss erkannte, dass dies und sein Überleben nur bedeuten konnte, dass Mork selbst in ihn gefahren war. Er war nicht länger nur der Sendbote des Mork, er war die Inkarnation des Mork und er war rasend vor Zorn…

 
 

Tyrann Gurrut Eisfelsen stürmte an der Spitze seiner Ogerhorde aus kurz zuvor frei gesprengten Öffnungen in der Bergflanke, die direkt mit den Festungsanlagen von Ekrund verbunden war. Beinahe gleichzeitig brach an mehreren Stellen der Boden auf, woraufhin unter anderem das letzte verbliebene Kamikazekatapult der Grünhäute mitsamt der kreischenden Goblinmannschaft in einem Erdloch versank. Gurrut fand sich direkt in der Flanke der anrückenden Dunkelelfen wieder, die sichtlich überrascht über die im Pulverdampf und Geröllstaub aufgetauchten Oger schienen. Der Oger-Tyrann feuerte blindlings seine Ogerpistolen in den ihn umgebenden Qualm und hätte dabei wohl auch einen Steinyak-Bullen aus drei Ogerschritt Entfernung verfehlt. 
Als die Explosionen und die Steinschläge verklangen, konnte von innerhalb der Festung erneut das quälende Geschrei der eingekerkerten Seelen aus der Lade der verdammten Seelen vernommen werden. Dieses Mal stürzten sich die dem Wahnsinn anheimgefallenen Geister auf die orientierungslos wirkenden Trolle, die nach dem Verlust ihres Ork-Anführers jedwede Zielführung verloren hatten und sich wahlweise am Kopf kratzten oder in ihren Riechkolben herumbohrten. Die entfesselten Seelen schienen gegen die einfältigen Trolle nicht viel ausrichten zu können, einer der Trolle versuchte jedoch derart energisch die kreischenden Seelen aus der Luft zu schlagen und zu fressen, dass er dem Troll neben sich mit der Pranke durch das überrascht dreinblickende Gesicht fuhr, so dass dieser vor Schmerzen aufschrie. 
Nur Augenblicke später schoss die Salvenkanone der Imperialen eine Ladung Blei in den krummen Rücken des unglücklichen Trolls, so dass dieser arg gebeutelt umhertaumelte. Zuallerletzt lehnte sich noch Hexenjäger von Hertenstein weit über die Burgmauer und erschoss einen der sich vor der Mauer wieder zusammenrottenden Wildorks mit einem präzisen Schuss aus einer seiner Pistolen. Dies alles nahm Gurrut von seiner Position aus gerade einmal beiläufig wahr, aber auch in seiner unmittelbaren Nähe flogen Geschosse unterschiedlichsten Kalibers umher. Die zweite rotierende Kanone bemühte sich, zwei der schnell reitenden Dunkelelfen aus dem Sattel zu schießen und wühlte zudem den Boden um die agilen Reiter herum auf. Das laute Krachen des Eisenspeier-Geschützes halte von links herüber, als eine Salve von Kanonenkugeln durch die spärlich bekleideten Elfenfrauen pflügte und mindestens ein halbes Dutzend von ihnen ihrem blutigen Gott überantwortete. Zuletzt schleuderte noch der Steinyak-Reiter zu Gurruts Rechten sein Kettenfangeisen auf die eine unbegleitet umhersolzierende Zauberin. Im allerletzten Moment erkannte die Elfin in welcher Gefahr sie war und warf ihren Kopf zur Seite, so dass sich der metallene Kiefer des Fangeisens stattdessen in ihre exponierte Schulter grub. Ein vor Schmerzen gellender Schrei erklang, als das krude Wurfgeschoss zurückgezogen wurde und sich Blut den Arm der Zauberin herunter wand. Gurrut Eisfelsen grinste verschmitzt und dachte, dass diese Elfin ein vortreffliches Appetithäppchen abgeben würde, doch zunächst müsste er sich durch eine Vielzahl weiterer Elfen kämpfen müssen…
  
 

Noch bevor Erzzauberin Zebeyana ihrer Armee Befehle geben konnte, auf die in ihrer Flanke aufgetauchten Oger zu reagieren, wandten sich die rasenden Hexenkriegrinnen in Begleitung der Todeshexe auf der Brücke bereits der neuen Bedrohung zu. Ihre Wache aus Düsterschwertern wandte sich auf der anderen Flussuferseite angelangt ebenfalls den Ogern und dem haarigen Ungetüm an ihrer Seite zu. Die Schatten sprinteten weiter voran und die vordersten unter ihnen waren bereits bei den Goblins angelangt, die erneut die Torsektion der Festung bestürmten und dabei ein weiteres Mal ihre wackligen Leitern ansetzten. Die verbliebenen Schwarzen Reiter scherten vor den aufgetauchten Yhetis aus, als ihre Rosse durch deren Geruch in Irritation versetzt wurden. Von Zebeyanas Perspektive aus nur knapp dahinter fiel auch das letzte Besatzungsmitglied der Schnellfeuerkanone der Imperialen den grünen Blitzen aus den Augenhöhlen der kruden Orkstatue zum Opfer. Noch weiter entfernt führten die letzten verbliebenen Wildorks ihren verzweifelten Sturm auf die durchbrochene Mauersektion ganz am Südende der Festungsanlage. Nach dem sich der Pulverdampf der zur Abwehr des Angriffs verzweifelt abgefeuerten Musketen gelegt hatte, lagen alle Grünhäute von Steinen oder Musketenkugeln getroffen am Boden. Der letzte wirre Stammeskrieger wurde nur wenige Schritt vor Erreichen des losen Mauerwerks von der Pistole des Zebeyana nur allzu bekannten Hexenjägers erschossen. 
All das quittierte die Erzzauberin nur mit einem gelangweilten Achselzucken und so wollte sie sich gerade ihre schwarze Magie zu nutze machen, als der widerliche Zauberanwender der Oger die Winde der Magie durch ein arkanes Artefakt, welches er hastig verschlang, derart zu beeinflussen schien, dass Zebeyana und ihre Zofe, eine niedere Zauberin, die Kontrolle über ihre Kräfte verloren. Die folgende magische Rückkoppelung ließ die Zofe nur wenige Meter von Zebeyana entfernt in schwarze Flammen aufgehen, als die dunkle Magie sie übermannte. Mit einem gellenden Kreischen verbrannte sie zu einem Haufen Asche, der nur kurze Zeit später im Wind zerstieb. Zebeyana hatte kaum mehr Glück, aber sie war einige Jahrzehnte erfahrener im Umgang mit schwarzer Magie und so konnte sie die aufgestaute dunkle Zauberkraft im letzten Moment ungezielt aus sich rausleiten. Bei der folgenden katastrophalen Explosion verloren jedoch mehrere bedeutungslose Düsterschwerter ihr Leben und auch Zebeyana überlebte nur knapp und schwer gezeichnet nach Luft ringend, während sie sich erschöpft auf ihren Stab stützte. Mit verschwommenem Blick konnte sie gerade noch sehen wie die Goblins ihre Sturmleitern herauf strömten. Einige stürzten mit gequälten Schreien auf den Lippen von Steinen getroffen in die Tiefe, welche die Skelettkrieger auf der Mauer ihnen unablässig entgegen warfen. Nach einem kurzen Nahkampf mit Verlusten auf beiden Seiten, wurden die kleinen Grünhäute wieder von der Mauer zurückgedrängt und ihre Leitern hinabgestoßen. Und so machten sich Zebeyana und ihre Dunkelelfen bereit dem unmittelbar bevorstehenden Angriff der Oger in ihrer Flanke entgegenzutreten…


Das Imperium hatte dem Ansturm der wilden Grünhäute standgehalten und sie von den Wehranlagen vertrieben. Lediglich die ziellos umherirrenden Trolle und ihr Gegrunze konnte Erzlektor Hassenstein von der zertrümmerten Mauer aus noch wahrnehmen, deren Verteidigung er soeben mit einer Einheit Hellebardenträgern der Südlichen Torwache von der schwer angeschlagenen Schwestereinheit übernommen hatte. Die wenigen überlebenden Staatstruppen der Schwestereinheit, die sich um ihren Anführer Manfred von Bock gescharrt hatten, liefen mit letzter Kraft in den sicheren Innenhof. An Hassensteins Seite stand der grimmige Hexenjäger von Hertenstein, der misstrauische Blicke in Richtung der untoten Gruftwachen und ihres mumifizierten Anführers warf, welche sich bis auf die wenige Meter enfernte Mauer genähert hatten. Über dem Eckturm zwischen ihnen wehte das imperiale Armeebanner, welches der augenscheinlich verwundete Wolfram Kessler unter Schmerzen gen Himmel reckte. Direkt neben ihm versuchte sich währenddessen die Höllenfeuer-Salvenkanone unter den Rufen des Meistertechnicusses Bernd Falkenstein auf eine neues Ziel auszurichten und auch die Musketenschützen waren geschäftig dabei ihre Waffen nachzuladen. Weit jenseits der durch die stillen Krieger des Gruftkönigs bemannten Mauer sah Hassenstein mit zufriedener Miene wie die verbündeten Oger, die mit viel Getöse auf dem Schlachtfeld erschienen waren, nun auf die Verstärkungen der Angreifer in Form der Dunkelelfen prallten. Die langgliederigen Yhetis sprangen am schnellsten voran und versuchten sich auf die leichte Reiterei der Dunkelelfen zu stürzen; diese suchten jedoch ihr Heil in der Flucht und ihre Rosse waren selbst für die agilen pelzigen Ungetüme zu schnell. Hinter den Reitern befand sich eine recht weit vorgerückte Einheit schattenhafter Kundschafter der Dunkelelfen und ohne auch nur einen Augenblick zu zögern stürzten die erstaunlich reaktionsschnellen Yhetis nun auf diese zu und rissen sie mühelos in Stücke, als diese ebenfalls versuchten zu fliehen, jedoch nicht mit der Geschwindigkeit ihrer berittenen Kameraden mithalten konnten. Die größte Einheit Oger, die sowohl ihren tyrannischen General beinhaltete als auch ihr primitives Stammesbanner zierte, trampelte ungebremst in die schlanken Elfenkriegerinnen auf der Brücke über den Gebirgsbach. 
Ebenfalls in den Reihen der schwere Zweihandwaffen schwingenden Oger befand sich einer ihrer vulgären Köche und gleichzeitig Magiewirker. Dieser verschlang in schneller Abfolge fleischige und steinerne Brocken, um damit die Körperkraft und Widerstandskraft seiner Krieger zu stärken, schien sich zumindest bei letzteren jedoch verschluckt zu haben, so dass sich nicht seine ganze groteske Magie entfalten konnte. Das haarige Ungetüm jenseits des Flusses hatte sich dem Angriff überraschenderweise nicht angeschlossen, so dass sein Reiter dafür mit seinem Fangeisen einen Dunkelelfen ergriff und durch den Fluss und in den sicheren Tod zerrte. Die krude Kanone der Oger auf dem noch kruderen Gefährt zerbarst mit dem Kreischen von besrtendem Metall der Länge nach, als der Oger, der sie bediente, versuchte sie auf die Dunkelelfen abzufeuern. Das wäre einer Kanone aus gutem imperialem Stahl sicher nicht passiert, dachte Erzlektor Hassenstein und nickte dem nahen Meistertechnicus Falkenstein respektvoll zu. Dieser hatte gerade das Feuer auf die vor den Mauern noch immer herumlungernden Trolle befohlen und so wurden eine Vielzahl Musketen und schließlich auch die Höllenfeuer-Salvenkanone auf die führungslosen Geschöpfe abgefeuert. Als sich der Pulverdampf verzogen hatte, lagen alle Trolle von einer Unzahl Projektilen durchbohrt und Mausetot vor den Festungsmauern. 
Geschrei und Kampfeslärm zog nun von Nordwesten herüber. Hassenstein sah wie im krassen Kontrast die grobschlächtigen und dickbäuchigen Oger auf die grazilen und extrem leicht bekleideten Dunkelelfinnen prallten. Unzählige der wild kreischenden Dunkelelfenkriegerinnen wurden von den Ogern schlichtweg umgerannt und von der Brücke katapultiert. Selbst ihre Anführerin wurde zu Boden geschmettert als sie mit einem gellenden Schrei den ihr an Masse etwa zehnfach überlegenen Anführer der Oger herausforderte. Der quittierte dies nur mit einem inbrünstigen Lachen, welches wie Donnergrollen klang und machte dabei eine äußerst obszöne Geste. Die Todeshexe sprang daraufhin dem ihr am nächsten stehenden Oger in einer Zurschaustellung von Agilität und Brutalität ins speckige Gesicht und riss ihm in einer Fontäne aus Blut den kapitalen Kehlkopf aus seinem fleischigen Hals. In Folge dessen hob der blutiges Handwerk eigentlich gewohnte Fleischer eine speckige Augenbraue und schlug die anmaßende Elfe ohne großen Zinnober mit seinem Fleischklopfer schmucklos zu Brei. Der Träger des Stammesbanners watete währenddessen durch die überschaubare Handvoll noch lebender Hexenkriegrinnen und schlug alle Verbliebenen mit seiner Ogerkeule kurzerhand tot. Der Bewegungsimpuls der Ogerwalze brachte die Eisenwänste schließlich bis zum Ende der Brücke ohne dabei in irgendeiner Form oder zu irgendeinem Zeitpunkt etwas an Wucht oder Geschwindigkeit verloren zu haben…

 

Zebeyana schäumte vor Wut. Das Bündnis mit den Grünhäuten zerbrach langsam, als die nutzlosen Orks von den Verteidigern bis auf den letzten Krieger ausgemerzt wurden und lediglich vereinzelte Goblins noch verzweifelt versuchten die Mauern zu erklimmen. Der steinerne Wächter schleuderte noch immer grünliche Blitze auf die ihm am nahesten stehenden Verteidiger und eine Handvoll Skelette wurden schlicht pulverisiert. Ohne dass es Zebeyanas Befehl bedurfte, stürzten sich die zwei verbliebenen Einheiten Hexenkriegerinnen Huldigungen an Khaine schreiend auf die in die Flanke der Armee geschmetterten Oger. Die Schatten näher an der Festung stürzten sich ebenfalls auf den nahen Gegner in Form der Yhetis, die gerade ihre Kameraden ausgelöscht hatten, und die Goblins dahinter stürmten erneut die Leitern zur Torsektion hinauf, während ihnen unentwegt Steine entgegen geworfen wurden. 
Etwas Gutes hatte der gewaltsame Angriff der Oger natürlich gehabt, dachte Zebeyana mit einem kaum erkennbaren Schmunzeln auf ihren kalten Lippen, während sie erste Silben eines tödlichen Zauberspruches formulierte: Die verfluchte Todeshexe und letztlich Zebeyanas Geiselnehmerin hatte ein aus ihrer Sicht wohlverdientes Ende durch die Hand der grobschlächtigen Oger gefunden. Ein Blitz aus purer Dunkelheit schoss plötzlich aus der Handfläche der Erzzauberin und prallte frontal auf den wütend schnaufenden Steinyak, der noch immer die Überreste eines aufgespießten Gruftschreckens an einem seiner kapitalen Hörner mit sich herumtrug. Die schwarze Magie beeindruckte das titanische Geschöpf jedoch nicht im geringsten und so begann Zebeyana, weitere destruktive Magie vor sich zu manifestieren. Ein kurzer mehr ausgespuckter Fluch in Form eines Wort der Schmerzen wurde von dem vermaledeiten Priester des Todes auf dem Turm der Festung gebannt und als Zebeyana sich anschickte, eine schwarze Wolke zu erschaffen aus der bereits dämonische Tentakel zuckten, las der untote Priester von einer uralten Papyrusrolle Worte der Auflösung, so dass auch dieser Zauber schließlich wirkungslos verpuffte. Als sich die letzten magischen Entladungen auflösten, waren es die Geräusche von blutigem Nahkampf in unmittelbarer Nähe, die die Aufmerksamkeit der Erzzauberin erlangten. 
Die Hexenkriegrinnen sprangen wie von Sinnen auf die beleibten Oger am Rande der Brücke und schalteten in ihrer Raserei mehrere von ihnen mit ihren vor Gift triefenden Dolchen aus. Selbst der kolossale Tyrann in ihren Reihen brach unter dem Einfluss der vielen vergifteten Klingen, die auf ihn niederschnellten, schließlich zusammen, seiner immensen Körperkraft scheinbar vollends beraubt. Die verbliebenen Oger wüteten mit ihren übergroßen Waffen dennoch derart unter den dünnhäutigen Hexenkriegerinnen, dass in kürzester Zeit auch ein Dutzend der ihren in Stücke gehackt auf dem Schlachtfeld lag. Die überlebenden Hexenkriegerinnen dachten zwar nicht an Flucht, aber ihre wilde Raserei war ihnen erst einmal auf die harte Tour ausgetrieben worden. Die Schatten näher an der Festungsanlage konnten mit ihren schlanken Zweihandschwertern zwei der in spürbar eisige Auren gehüllte Yhetis durch präzise ausgeführten Schläge auf die Achillessehnen der monströsen Wesen zu Fall bringen und gekonnt ausschalten, bevor einer der ihren von dem letzten sich ihnen zuwendenden Kreaturen niedergetrampelt wurde. Die Goblins stürmten erneut ihre wackligen Holzleitern die Mauer der Torsektion empor. Es schien Zebeyana als seien diese kleinen Grünhäute schlicht zu dumm, um zu erkennen wie aussichtslos ihre Lage war. Kopfschüttelnd sah die Erzzauberin mit an wie mehrere der Goblins kreischend in die Tiefe stürzten, auch wenn einige von ihnen den einen oder anderen Skelettkrieger mit in den Abgrund rissen…

 


Amenemhetum der Große sah in stiller Zufriedenheit, wie die Ualatp-Division einen weiteren Sturmangriff der kleineren Grünhäute abwehrte, die unentwegt die Torsektion mit ihren Leitern angingen. Plötzlich war ein leichtes Zittern des Erdbodens zu vernehmen und schließlich erkannte der Gruftkönig am anderen Ende der Festungsanlagen nahe dem Tor wie die hochaufragende Silhouette der Faust Usirians, des mächtigen Hierotitanen, mit mächtigen Schritten, die die Erde erbeben ließen, durch das Tor auf die überraschten Goblinoiden zu stürmte. Herakh, der Hohepriester des Ualatp intonierte daraufhin Ptras mächtige Anrufung des Niederschmetterns, doch war es diesmal die sich nähernde Erzzauberin der Dunkelelfen, die der geheiligten Magie des Totenkultes einen jähen Abbruch bescherte. Ekh, der Priester des Ptra, der nur einige Meter von Herakh entfernt auf dem Turm stand, stimmte sogleich in die Anrufungen mit ein und versuchte die Macht Ptras in den Hierotitanen fließen zu lassen, um ihn auf diese Wesie vom Fluss der Zeit zu lösen und seine Handlungen zu beschleunigen, doch endete diese mächtige Anrufung und die Hervorrufung so viel göttlicher Macht in einer katastrophalen Explosion, welche eine Handvoll zerschmetterter Skelettkrieger der Ptra-Division aus dem Turm schleuderte. Nur kurz nach dieser lauten Detonation röhrte die Kriegsmaschine der Imperialen im nahen Eckturm zu Amenemhetums linken und schaltete die fliehenden Reiter der Dunkelelfen bis auf den letzten Kavalleristen aus. Die Musketenschützen an den Schießscharten des gleichen Turmes entledigten sich noch eines herumirrenden Kurbelwagens, der von winzigen Grünhäuten gelenkt wurde. 
Die Faust Usirians schmetterte in die überraschten Goblins, die sich zumeist vor Angst zu Boden warfen. Zunächst entgingen viele der kleinen Grünhäute der kolossalen Macht des Hierotitanen, aber schließlich walzte das riesige belebte Konstrukt durch die Goblins und zerquetschte unzählige der ihren unter seinen steinernen Füßen. Jene wenige, die zu fliehen versuchten, wurden ebenfalls ohne große Mühe vom Hierotitanen zerquetscht, auch wenn einige Speerspitzen der götterhaften Statue leichtere Beschädigungen zufügen konnten. Unweit vor dem Hierotitanen Chu-en-wa wurde schließlich der letzte der monströsen Yhetis von den Kundschaftern der Dunkelelfen niedergerungen und auch die gepanzerten Eisenwänste der Ogerkönigreiche wurden allesamt von den schlanken Elfenfrauen erschlagen, so dass nur noch der muskelbepackte Brecher mit seinem Armeebanner sowie der blutverschmierte Fleischer übrig waren und in alle Richtungen Elfenleiber davon schleuderten, während sie den leblosen Körper ihres Tyrannen zwischen sich trugen…


Rasend vor Wut wirbelte Gahrr XXX seinen Spalta über dem Kopf hin und her, bevor er zornerfüllt der Festung seinen Rücken kehrte und auf seinen fachmännisch eingeparkten Streitwagen sprang. Für heute war genug gekämpft, aber die Menschen, tot oder lebendig, sollten ihn noch kennenlernen und seine ganze Wut zu spüren bekommen, so wahr er Gahrr hieße, fluchte der Ork-Waaaghboss, bevor er den Berg Grimmzahn in Richtung Osten verließ…

Erzzauberin Zebeyana wusste, dass es keine Chance mehr auf den Sieg geben würde. Die Grünhäute waren komplett aufgerieben worden und der Plan, in ihrem Windschatten die Burg ohne größeren Aufwand an sich reißen zu können, war dahin. Die khanitische Todeshexe war ihrem Schöpfer entgegengetreten, so dass Zebeyana aufgrund dieser glücklichen Fügung auch ihrem ungeliebten Einfluss entronnen war. Der Anführer der Düsterschwerter gehorchte sofort der natürlichen Autorität der Erzzauberin, jetzt da seine Auftraggeberin vom Kult des Kahine so plötzlich dahingeschieden war und es nur noch um das Retten der eigenen Haut ging. Um letzteres würde sich Zebeyana nach der Schlacht ausgiebig kümmern und ein Exempel statuieren, dass die Loyalität des Regiments ihr gegenüber für lange Zeit sichern würde. Mit dem Schwenk einer ihrer fein manikürten Hände entledigte Zebeyana sich ihrer eisernen Ketten und beschwor dichten Nebel hervor, so dass die Reste ihrer Armee darin verschwinden und gefahrlos von der Festung abrücken konnte…

Langsam lichteten sich die Reihen der kreischenden Elfenfrauen und es schien fast als hätten selbst diese religiösen Fanatikerinnen die Nase voll vom vielen Blutvergießen. Der Brecher und der Fleischer der Oger trugen noch immer den kraftlosen Körper ihres Tyrannen zwischen sich her, währenddessen sie sich der restlichen Elfenkriegerinnen erwehrten. Langsam rückten sie auf der leichenübersähten Brücke zurück und die kreischenden Elfen ließen endlich von ihnen ab, während sie im plötzlich aufziehenden Nebel verschwanden...


Erzlektor Hassenstein war zufrieden. Die Grünhauthorden waren am rechtschaffenen Stahl der Männer des Imperiums und den beinahe unverwüstlichen Mauern aus Zwergenhand abgeprallt. Mit Genugtuung sah Hassenstien zudem, dass auch die feigen Elfenplünderer abzogen, als sie erkannt hatten, dass keine leichte Beute zu machen war. Die Festungsanlage, so war sich der Erzlektor sicher, war im Besitz des Imperiums und seiner tapferen Männer. Ekrund würde einen vortrefflichen Brückenkopf gegen die Dunkelelfen und die Vampirfürsten aus den Sümpfen abgeben. Darüber hinaus war ihnen der Dank der Zwerge, allen voran König Logan Trotzberg, über die Eroberung des überirdischen Zuganges ihrer alten Heimat sicher. Als Erzlektor Hassenstein beim Gang vom Verteidigungswall seine erschöpften Männer passierte, sparte er nicht mit ermunternden Worten und Lob für die in den letzten Stunden erbrachte Tapferkeit und den Einsatz im Namen Sigmars. Im Innenhof angekommen hörte der Erzlektor jedoch auch bereits das Stöhnen und das Geschrei der vielen Verwundeten und sah wie Feldbarbiere und die wenigen mit ihnen gereisten Schwestern der Shallya bereits ihr bestes gaben, um aufkeimenden Wundbrand und Fieber zu kurieren. Hassenstein sah sogar wie der scheinbar unverwüstliche aber schwer vom Kampf gezeichnete Manfred von Bock unter lautem Protest von Bertolf Unterbaumer gestützt in Richtung Feldlazarett humpelte. Seine Stirn in Falten werfend blickte der Erzlektor die westwärts gewandte Mauer zu seiner Linken an und sah wie die Garde des untoten Geierfürsten mit dem Gruftkönig selbst an der Spitze selbige im Gleichschritt verließ. Von ihnen waren keine Schmerzensschreie, kein Jubelgeschrei und auch sonst kein Ton außer dem ihrer im Takt marschierenden Sandalen zu hören.
„Seid ihr sicher, dass diese blasphemischen Ausgeburten die Festung einfach ohne Forderung verlassen werden, Sire?“, sprach Hexenjäger von Hertenstein, der in seiner unsäglichen Art ohne ein Geräusch zu machen plötzlich wie aus dem Nichts neben Hassenstein aufgetaucht war. Der Erzlektor ließ sich seine Überraschung nicht anmerken, während er seinen Blick auf den Truppen des Gruftkönigs beließ. „Welche Forderungen sollten diese von der Zeit längst vergessenen Schatten machen? Welche weltlichen Güter sollten für diese Untoten noch Bedeutung haben? Die toten Krieger toter Götter, die nicht begreifen, dass die Welt sie vergessen hat und sie lieber unter dem Wüstensand begraben bleiben sollten.“, sprach Hassenstein mehr zu sich selbst. Das Klacken des Lademechanismus der Pistolen des Hexenjägers rissen Hassenstein aus seiner Kontemplation und er blickte von Hertenstein in die dunkel umrandeten Augen, die so kalt waren, wie die Grüfte aus denen die Untoten entstiegen waren. Dieser zuckte nur mit den Schultern, während er eine seiner lanläufigen Pistolen musterte.. „Wer sagt, dass es ihnen um weltliche Güter geht? Den meisten Ketzern geht es nur um Macht um der Macht willen und um Einfluss und darum diesen auf andere auszuüben.“ Ohne ein weiteres Wort zu sagen schritt der Erzlektor weiter in Richtung Feldlager und ließ den Hexenjäger im Schatten der nahen Mauer zurück…

Gruftkönig Amenemhetum hielt den Zerstörer der Ewigkeiten noch immer fest umklammert, als er den Wehrgang begleitet von seiner Goldenen Garde verließ. Die Feinde waren geschlagen oder abgerückt, die eigenen Verluste unbedeutend. Schon sah der Gruftkönig wie die Priester des Todes Herakh und Ekh nahe am Tor im Schatten des Hierotitanen Chu-en-wa die gefallenen Krieger der Ptra- und Ualatp-Division zurück in ihren ewigen Dienst beschworen. Nur wenige Krieger aus der Division, die die Ehre hatte den Namen des Sonnengottes zu tragen, waren so stark beschädigt, dass eine Wiedererweckung unmöglich war. Die Division, die dem geierköpfigen Gott der Aasfresser, dem Patron von Zandri selbst, gewidmet war, war dafür stärker in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Menschen aus dem Norden, aus dem Land, welches von ihnen selbst das Imperium genannt wird, hatten hingegen schwerwiegendere Verluste erlitten. Verluste, die nicht so einfach wiederhergestellt werden konnten. Aber wo sie herkamen, konnten immer wieder weitere herkommen, während die Zahl der Krieger des Geierfürsten endlich war und letztlich irgendwann versiegen würde. Diese Menschen aus dem Norden hatten die Hauptlast des Grünhautangriffs abbekommen und sie würden insbesondere nach diesem verlustreichen Kampf nicht einfach sang- und klanglos  abziehen, das hatten Jahrtausende von Krieg und Politik Amenemhetum gelehrt. Früher oder später würde es zwischen ihnen und den Truppen des Geierfürsten zum Schlagabtausch kommen, aber diesen Abend galt es dem Sieg über die Mächte der Zerstörung widmen und das gemeinsame Bündnis in Ehren zu halten…