Gornod (Ogerkönigreiche) vs. Vigo (Vampirfürsten)


Gornod (Ogerkönigreiche) vs. Vigo (Vampirfürsten) [Unerwartetes Aufeinandertreffen - E6]



Oger-Tyrann Gornod brüllte seine Horde wiederholt lauthals an und schwang seinen klobigen Hammer dabei bedrohlich über dem eigenen kahlen Haupt. Während sein Bruder und der Fleischermeister Pein sich um die Grünhautplage im Osten kümmerten, zog er weiter gen Westen in das Zentrum der Düsterlande. So düster fand Gornod die Düsterlande jedoch gar nicht, als ihm die abendliche Sonne von Westen her in sein eines verbliebenes Auge schien. Sein Magen knurrte. Es gab hier soweit das Auge blickte nichts Brauchbares zu fressen, bis auf die nervigen Fledermäuse vielleicht, die schon seit Tagen unablässig über Gornods Streitmacht kreisten. Aber diese waren trotz ihrer Vielzahl dürr und klein und darüber hinaus schwer zu erlegen, obwohl einige Gnoblars aus Gornods Streitmacht dennoch entschieden hatten, sie unentwegt, aber erfolglos, mit Schrott zu bewerfen. Der mumifizierte Skelett-König und seine nach Süden ziehende und aus blanken Knochen bestehende Streitmacht, die Gornod mit seiner Horde kürzlich passiert hatte, hätten auch nicht zu mehr als Zahnstochern dienen können. Zudem hatte sein bärtiger Bruder mit ihnen und den Menschen im Norden eine Art Allianz geschlossen, da sie sowieso nur schwer im Magen liegen würden und keinen echten Hunger stillen konnten. Es war schlicht kein Fetzen Fleisch mehr an ihnen dran, so dass Gornod sicher war, dass selbst Fleischermeister Pein kein Rezept für ihre Zubereitung parat gehabt hätte. Der Oger-Tyrann dachte, er würde sich vor Hunger schon Dinge einbilden, aber im Zwielicht der untergehenden Sonne war nun eine schwankende Horde halbverwester Gestalten zu erkennen, die sich auf ihn und seine Streitmacht zu bewegte. Besser als nichts, dachte Gornod und brüllte lauthals „Das Büfett ist eröffnet“, während er mit einem seiner wurstigen Finger in Richtung der sich nähernden und augenscheinlich feindlichen Armee deutete…
 
Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen


Die verhüllte Gestalt blickte unter ihrer Kutte hervor und beschwor in harten Silben und mit dem Schwenk einer von bleicher Haut umspannten Hand mehr und mehr Untote aus ihren Gräbern. Nach dem endgültigen Tod von Gashnag war es an ihr die Überreste der ungeschlagenen Armee des verblichenen Vampirfürsten anzuführen. Die Anweisung seines Meisters, des Vampirfürsten Frantisec Fariac, war eindeutig: Die Oger müssten in ihre Schranken gewiesen werden und ihr Eindringen abgewehrt werden. Frantisec Fariac selbst hatte die gesamte von ihm befehligte Armee verloren, nachdem er im letzten Monat im Kampf gegen die Gruftkönige kurzzeitig in das Reich des Chaos gestürzt war und die Reste seiner Horde in der Schlacht bis auf den letzten Leichnam ausgelöscht worden waren. Nun brütete er in seiner Festung in den Sümpfen des Vergessens, darum bemüht eine neue Streitmacht zu beschwören und Sorge zu tragen, dass die vielen Eindringlinge in sein Reich abgewehrt werden würden. Die Gruftkönige waren erneut im Westen in die Sümpfe eingedrungen und so gern Fariac sich auch an ihnen und ihrem Anführer gerächt hätte, war er doch zuversichtlich, dass selbst die untoten Legionen der Gruftkönige nicht in der Lage sein würden, in den Ghoul-verseuchten Sümpfen langfristig Fuß fassen zu können. Der Vampirfürst war fest davon überzeugt, dass die Armee der Gruftkönige schließlich unverrichteter Dinge würde abziehen müssen, ohne dass sie überhaupt in einer offenen Schlacht gestellt und besiegt werden müsste. Somit hatte er sich schließlich entschieden, dass vielmehr die anmaßenden Oger direkt angegangen werden sollten. Nicht nur, dass diese so dreist gewesen waren, einfach in sein Territorium einzudringen, sie hatten augenscheinlich vorher auch den schwer zu kontrollierenden Ghoul-König Urzen dazu gebracht, die Grünhäute anzugreifen, mit dessen minderbemittelten Anführer Fariac vor nur wenigen Monaten mühevoll eine Art Bündnis geschlossen hatte. In gestaltveränderter Form hatte der Vampirfürst die unübersehbare Streitmacht der Oger bereits ausgiebig ausgekundschaftet, so dass er und damit auch sein in dunkle Kutten gehüllter General, der von ihm entsandten Armee, ein genaues Bild über die Beschaffenheit der eindringenden Oger-Horde hatte…

Vampirfürst Vigo Fariac


Vampirfürst Vigo Fariac, Frantisec Fariacs jüngster Bruder im Blute, warf seine dunkle Kutte über die Schultern und hob sein bleiches, kahlköpfiges Haupt. Die Ogerhorde konnte er bereits seit Stunden wittern und er bleckte seine spitzen Fangzähne in freudiger Erwartung, ihr kräftiges Blut kosten zu können. Vigo war kein Feinschmecker und manch einer behauptete er wäre einem Vampir der Necrach ähnlicher, als derer aus der Linie von Carstein. Das kümmerte ihn jedoch kaum und er war noch immer freudig erregt, um der Tatsache, dass Frantisec ihm das Kommando über die Armee des verblichenen Schwächlings Gashnag übertragen hatte. Er hatte ihm zwar einen Wachhund in Form eines unerfahrenen und Frantisec überaus loyalen Vampirs mitgegeben, der noch immer die bretonische Rüstung und das verzauberte, einen Gral abbildende Schild seines früheren, sterblichen Lebens trug, aber dieser war nur ein minderer Lakai und weit entfernt von der Macht eines Fariac. Vigo kannte die genaue Position der Ogerhorde zu jedem Zeitpunkt und so nutzte er die Chance zu Beginn der Abenddämmerung, als die Oger sich in unmittelbarer Nähe zu dem Spukhaus befanden, welches durch die nekromantischen Künste der Vampirfürsten geschaffen worden war, um sie unerwartet attackieren zu können. Ghoule und Gruftschrecken stießen vorwärts in der raubtierhaften Gewissheit, bald Ogerfleisch kosten zu können…
 


Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen rieb sich die speckige Glatze, als er mehr und mehr bucklige Kreaturen aus dem Nebel näher kommen sah. Er zögerte nicht lange und gab seiner hungrigen Horde schließlich den Befehl, direkt auf die unvermittelt aufgetauchten Gegner zuzuhalten und sich Opfer nach Wahl zu suchen. Die Fallensteller der Gnoblars rannten in vollem Enthusiasmus vorwärts, um sich den für sie größten Gegnern in Form der Gruftschrecken todesmutig entgegenzustellen. Der Oger am Eisenspeier leitete den Rhinox seitlich an dem merkwürdig anmutenden Gebäude entlang, um ein freies Schussfeld auf den riesigen geflügelten Schatten dort hinter zu bekommen, während die Vielfraße ihre Pistolen zückten und eben jenes merkwürdige Gebäude kurzum betraten. Die Trauerfang-Kavallerie trabte mehr oder minder zielgerichtet Richtung eigene linke Flanke, während der Säbelzahn, der noch ein Geschäft zu verrichten gehabt hatte, hinter dem Eisenspeier erschien. Gornod und seine Eisenwänste machten sich schließlich kampfbereit und betrachteten ein wenig irritiert die Gnoblars, die ihnen so zielstrebig vor die Füße gelaufen waren. Der ungeduldige Feuerbauch hinter Gornod stieß daraufhin eine Faust in Richtung der Kreaturen, die etwa die Körpergröße der Eisenwänste hatten und steten Schrittes aus dem Nebel auf sie zu rückten, und schoss einen magisch hervorgerufenen Ball aus Feuer auf sie zu. Ein raues Flüstern im Nebel reichte jedoch aus, um den Feuerball im Nebel erlöschen zu lassen. Im Angesicht des näherkommenden Nebels und der sie begleitenden Geschöpfe, ließ der Feuerbauch noch ein Schild aus flackernden Flammen um die Einheit Eisenwänste entstehen. Dies hatte den erfreulichen Nebeneffekt, die Oger aufzuwärmen, denn die Temperatur war mit aufziehendem Nebel merklich gesunken. Die Vielfraße schlugen faustgroße Löcher in das marode Gebälk des Spukhauses und feuerten ihre langen Pistolen zielgenau auf den nun erkennbaren Vampirfürsten, der die massierten Ghoule anführte. Mit einem ohrenbetäubenden Knall übertönte schließlich jedoch der feuernde Eisenspeier noch das Knallen der Ogerpistolen sowie das unirdische Geheule der geisterhaften Erscheinungen aus dem Spukhaus, die über jeden in seiner Nähe und seinem Inneren herfielen…
 


Mehrere der durch die Pistolen abgefeuerten Projektile trafen Vigoüberraschend zielgerichtet in die Brust und für einen Moment lächelte der Vampirfürst unbeeindruckt ob dieses Versuches. Sein Lächeln verzog sich jedoch zu einer schmerzverzerrten Fratze, als er ein Brennen verspürte, welches über die Verbrennungen irdischen Feuers hinausging. Die Projektile waren zweifellos aus Silber. Der Vampirfürst konnte jedoch gerade so eben am Unleben festhalten, ohne dabei zu Staub zu zerfallen. Zu seinem Glück waren zudem mehrere Projektile an seiner Rüstung abgeprallt und hatten sein kaltes, für Silber verwundbares Fleisch nicht durchschlagen können. Ein markerschütterndes Kreischen ertönte zu Vigos Linken, als eine Salve aus Kanonenkugeln die verfaulten Schwingen der nahen Flederbestie durchschlugen. Noch im Kreischen erhob sich die Flederbestie getragen von ihren löchrigen Flügeln und stieß am Spukhaus vorbei im Sturzflug direkt auf den verursachenden Eisenspeier zu und landete direkt vor dem erstaunt blickenden Rhinox, der die massive Konstruktion zog. Zornerfüllt und seine Brust noch immer umklammernd befahl Vigo die ihn begleitenden Ghoule vorwärts, um die anmaßenden Oger im Spukhaus zu attackieren und in Stücke zu reißen, während er erste nekromantische Silben formulierte, um sich sowie die Flederbestie mit neuem Unleben zu erfüllen. Der niedere Vampir weiter zur Linken erblickte mit raubtierhaftem Kalkül die exponierte Flanke der winzigen Gnoblars vor sich, die wie von Wahnsinn getrieben übermütig in Richtung der Gruftschrecken gesprintet waren. Ihren Fehler bemerkten die Gnoblars sehr schnell, als nicht etwa die Gruftschrecken in ihre wohlplatzierten Fallen liefen, sondern sich mordlüsternde Ghoule ihnen von der Seite her näherten. Ihr einziges Heil in der Flucht suchend, liefen die Gnoblars, so schnell ihre kurzen Beine sie tragen wollten davon und durch die Beine der belustigten Eisenwänste. Die Ghoule hielten inne, als sie die weitaus größeren und schwerer bewaffneten Oger hinter den fliehenden Gnoblars zu Gesicht bekamen und feige wie sie waren, hielten sie sich frustriert zischend auf Abstand. Die Flederbestie kreischte und hieb mit ihren verwesten Klauen nach dem Rhinox und dem Eisenspeier, war jedoch nicht in der Lage das Konstrukt umzustoßen oder das zähe Zugtier zu verwunden. Das Rhinox war ebenfalls nicht in der Lage die Flederbestie zu verletzen oder zu vertreiben und das Gleiche galt für die überraschte Gnoblar- und Oger-Besatzung. Ghoule stürmten währenddessen kreischend das Spukhaus, dessen Geister rund um das merkwürdige Gebäude nach allem und jeden mit ihren insubstanziellen Waffen schlugen. Die Vielfraße waren genau darauf vorbereitet und erschossen und erschlugen über ein Dutzend der Angreifer, bevor diese in Überzahl einen der Vielfraße aus dem Gebäude schleifen und in einer Zurschaustellung blutiger Rachsucht bei lebendigem Leibe verspeisen konnten…
 


„Töte die Blutsauger und der Sieg ist Dein!“, hatte ihm der mumifizierte Skelett-König in kryptischen Worten geraten und zumindest soviel hatte Gornod sich merken können. Angesichts dessen führte der Oger-Tyrann seine Eisenwanst-Walze nicht etwas in die schwergewichtigen Gruftschrecken direkt vor sich, sondern in die zögerlichen Ghoule und ihren überraschten Vampir-Anführer sowie die nahen Sumpfzombies zu ihrer linken Flanke. Die Ogerwalze krachte mit voller Wucht in die Reihen der Untoten, so dass die Leichen nur so umher flogen. Die Trauerfang-Kavallerie setzte indes ihre Flankenbewegung fort und auch der einsame Säbelzahn suchte nach einem geeigneten Ziel, während nur noch einer der Vielfraße das Spukhaus lebend wieder in die Richtung verließ, aus der er ursprünglich gekommen war. Im Schatten des Spukhauses schmetterte die Flederbestie erneut ihre knochigen Klauen in den Eisenspeier und konnte ihn leicht beschädigen, während das mittlerweile schäumende Rhinox sein Horn in den untoten Leib der Flederbestie trieb. Die Eisenwänste begleitet von Gornod sowie dem Brecher mit dem Armeebanner und dem Feuerbauch richteten schließlich ein wahres Gemetzel unter den Ghoulen und Zombies an. Zwei der Eisenwänste fielen zwar den vergifteten Klauen der Ghoule zum Opfer, bevor sie ihre schweren Waffen im Handgemenge einsetzen konnten, aber Gornod und seine Begleiter hielten dennoch eine ausgesprochen blutige Ernte. Selbst der einsame Vampir war von der Wucht dieses Angriffes derart überrascht und überwältigt, dass er keinen der gewalttätigen Oger erwischen konnte und nur höchst selbst schmucklos in den Staub getrampelt und von Zentner schweren Leibern zerquetscht wurde. Die wenigen verbliebenen Zombies fielen leblos in sich zusammen und nur einige vereinzelte Ghoule flohen in den Nebel, bevor sich die Oger wild grölend den nur unweit entfernten Gruftschrecken zuwandten…
 


Das hatte sich Vigo Fariac eigentlich anders vorgestellt. Dass dieser aufmüpfige Jungvampir sein Ende gefunden hatte, geschah diesem in Vigos Augen zwar nur recht, aber dass dabei auch die halbe Horde der Untoten vernichtet worden war, passte Vigo weniger in den Kram. Endlich kamen die Vargheists hinter den kargen Tannenwäldern hervorgeflogen und richteten ihre hasserfüllten Augen auf das naheste Ziel in Form der Eisenwänste. Mit einem krächzenden „Tötet sie alle!“, und einem knochigen auf die Eisenwänste gerichteten Finger, befahl Vigo sie und die Gruftschrecken in den Kampf, während er selbst das nunmehr vakante Spukhaus betrat. Der Vampirfürst lief quer durch das baufällige Spukhaus und am anderen Ende angekommen, schoss er aus seinen Augen und durch eines der zerstörten Fenster einen kohärenten Strahl dunkler Magie auf den letzten verbliebenen Vielfraß, so dass blanke Knochen bei dem ernsthaft verletzten Oger zum Vorschein kamen. Er würde seine Rache noch bekommen, dachte Vigo Fariac, während sich seine eigenen Wunden langsam schlossen und sich zuvor erschlagene Ghoule um ihn herum erneut erhoben. Die Gruftschrecken sprangen auf Befehl ihres Meisters vorwärts und stießen inmitten der sich just neuformierten Eisenwänste. Die Pistolen des Oger-Tyrannen knallten und Projektile schlugen in fauliges Fleisch nur Momente, bevor die Gruftschrecken mit ihren vor dunkler Flüssigkeit triefenden Klauen nach den Eisenwänsten schlugen. Das vom Feuerbauch erneut manifestierte Feuerschild leuchtete flackernd auf, und einer der Gruftschrecken verging im reinigenden Feuer, während sich beide Seiten in einem engen und hartumkämpften Nahkampf wiederfanden. Die Flederbestie im Schatten des Spukhauses hob ihr skelettiertes Haupt und beehrte den Eisenspeier vor sich mit einem trommelfellzerreißenden Kreischen, so dass das Rhinox und der führende Oger betäubt zusammenbrachen und der einsame Gnoblar-Schrotter das Weite suchte. Mit einem achtlosen Stoß hob die Flederbestie das nun verlassene Gefährt um und begann mit einem gezielten Biss dem Rhinox das Blut auszusaugen. Die Reihen um Vampirfürst Vigo schwanden ebenfalls nach und nach, da die spektralen Klauen der Geister innerhalb des Spukhauses auch vor ihm und seinen Ghoulen keinen Halt machten. Einige der untoten Aasfresser fanden somit ein jähes und unerwartetes Ende. Der Brecher mit der Armeestandarte innerhalb der Eisenwänste pflanzte nun selbige in den Boden und hob mit seiner Keule einen der Gruftschrecken prunklos zu Boden, so dass der Feuerbauch eben diesen Gruftschrecken mit seinem langen Hammer zerschmettern konnte. Viele der deformierten Kreaturen konnten ihre anderweitig erlittenen Wunden aufgrund der düsteren sie am Unleben haltenden Nekromantie jedoch sofort regenerieren. Zwei weitere Eisenwänste fielen wiederum den scharfen Klauen und dem Gift der untoten Geschöpfe zum Opfer, so dass dieser hart umkämpfte Nahkampf zunächst ohne eindeutigen Sieger blieb…
 


Die Gnoblars flohen weiterhin wild kreischend vom Schlachtfeld, während der schwerverletzte Vielfraß Abstand zum Spukhaus zu erreichen versuchte. Die Trauerfang-Kavallerie schwang nunmehr herum und griff die von Vigo angeführten Ghoule innerhalb des Spukhauses an, währenddessen der Säbelzahn an dem Gebäude herum pirschte. Der Feuerbauch inmitten des wilden Nahkampfes mit den Gruftschrecken manifestierte erneut sein Flammenschild und widmete sich dann dem direkten Handgemenge der sich lichtenden Reihen. Die abgesessenen Trauerfang-Kavalleristen stoben geradewegs in das Spukhaus, als die ihn bewohnenden Geister aufgrund der sich nun ballenden nekromantischen Magie, ausgelöst durch den Vampirfürsten Vigo Fariac, Amok liefen. Der verletzte Vielfraß konnte nicht schnell genug laufen und wurde durch die spektralen Gestalten eingeholt und getötet, ebenso wie die sich gerade am Blut des Rhinox labende Flederbestie. Inmitten der marodierenden Geisterschwärme tobten gleichzeitig die von ihren loyalen Trauerfängen getrennten Oger durch das Gebäude und töteten eine Vielzahl der sich ihnen entgegenstellenden Ghoule. Erst als Vigo Faraic von seinem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Fenster abließ und einen der auf ihn siegesgewiss zustürmenden Oger in der Mitte durchteilte, brach der andere seinen Angriff ab und schwang sich aus dem Gebäude und zurück auf sein Reittier. Der Oger-Tyrann Gornod schlug mit den nunmehr blutverschmierten Griffen seiner mittlerweile leer geschossenen Pistolen währenddessen auf die überaus widerstandsfähigen und sich beständig regenerierenden Gruftschrecken ein und der Brecher an seiner Seite tat selbiges, während er Schlag um Schlag der Gruftschrecken mit seiner blutverschmierten Eisenfaust zu parieren versuchte. Die unablässigen Schläge der Gruftschrecken verwundeten den Brecher und töteten den Eisenbart als letzten seiner Einheit, derweil der Feuerbauch die Gruftschrecken mit seinem flammenden Atem und seinem schwingenden Hammer auf Distanz hielt, ohne dabei jedoch ernsthaften Schaden zu verursachen. Das Flammenschild hatte hingegen erneut seinen Soll erfüllt und einen der angreifenden Gruftschrecken endgültig verzehrt und in einen Haufen Asche verwandelt und auch die unablässigen Hiebe der verbliebenen Oger kosteten einer Kreatur das untote Dasein…
 


Gornod Eisfelsen erblickte plötzlich unvermittelt zu seiner Linken, wie weitere in seinen Augen stark missgebildete Gestalten in der Größe von Ogern auf ledrigen Flügeln angeflogen kamen und sich mit fletschenden Zähnen auf ihn stürzten. Hinter den mit Klauen nach ihm schlagenden Gruftschrecken konnte er zudem noch erkennen, wie der Vampiranführer und seine Ghoule aus dem maroden Spukhaus schlichen und ebenfalls auf ihn und den Rest seiner Einheit zuhielten. Die einzige Verstärkung auf die Gornod hoffen konnte, war der vereinzelte Trauerfang-Kavallerist, denn die feigen Gnoblars flohen unverändert in Richtung Heimatland. Das magische Feuerschild des Feuerbauches flackerte auf, als sich die vampirischen Vargheists von der Flanke her auf Gornod stürzten, so dass einer der ihren in einem hellen Flammenschein kreischend verging, bevor seine klauenbewährten Füße überhaupt den Boden berührt hatten. Auch das faulige Gewebe der Gruftschrecken verbrannte vielerorts durch das magische Feuer und der Geruch von Moder gemischt mit verbranntem Fleisch erfüllte die Luft um die Kämpfenden. Gornod Eisfelsen schlug einen verletzten Gruftschrecken mit einer zur Keule umfunktionierten Ogerpistole zu Boden. Die Pistole des Oger-Tyrannen zerbrach dabei ebenso wie der massive Schädelknochen des untoten Aasfressers. Kurze Zeit später bearbeiteten auch schon die beiden verbliebenen Vargheists Gornod mit ihren rasiermesserscharfen Klauen und schnitten dabei problemlos durch seine schwere Kettenrüstung und seine verbeulte Wanstplatte. Zu allem Überfluss stürzte sich dann auch noch erneut ein Gruftschrecken frontal auf Gornod und dieser konnte das vor Geifer triefende Geschöpf in Folge nur mit größter Mühe von sich abschütteln. Schwer verletzt und keuchend sah Gornod, wie es seinen Mitstreitern kaum besser erging. Der Feuerbauch konnte die deformierten Kreaturen mit weiten Schwingen seines brennenden Hammers zwar einigermaßen auf Distanz halten, da diese sein Feuer zu fürchten schienen, aber der Brecher, der das Armeebanner des Eisfelsen-Stamms hielt, wurde bei der Verteidigung dieser Standarte hart angegangen und konnte sich nur mit Mühe der vielen zähen Angreifer erwehren…
 


Mit Hilfe seiner mächtigen Nekromantie rief Vigo Fariac mehr und mehr Ghoule an seine Seite und senkte seinen morlüstigen Blick auf die letzten verbliebenen Oger, die verzweifelt versuchten sich ihrer etwa gleichgroßen Widersacher zu erwehren. Der Oger-Tyrann stand zwar mittlerweile auf einem kleinen Hügel ausgeweideter Leichen beider Seiten und war umgeben von einem Schild magischen Feuers, aber Vigo konnte erkennen, dass er, trotz seiner fulminanten Körperkraft und Widerstandsfähigkeit, dennoch eine sterbliche Kreatur aus Fleisch und Blut war und langsam begann, unter den unablässigen Schlägen der untoten Monstrositäten vor und neben sich zu ermüden. Vigo steuerte weiter auf diesen nunmehr schon äußerst langandauernden Nahkampf zu und sah schließlich, wie der Oger-Tyrann mittlerweile entwaffnet noch einem der Vargheists mit brachialer Gewalt ein Flügel aus dem Gelenk riss, bevor er unter einer Menge von Leibern und Klauen zu Boden gerissen wurde und sein fulminantes Kampfesgebrüll letztlich verstummte. Dieser Umstand rief jedoch die letzten Kräfte des an seiner Seite stehenden Brechers und Feuerbauches auf den Plan und so vertrieben diese die verbliebenen Gruftschrecken und Vargheists mit Feuer und Ogerkeule. Vigo betrachtete diesen Umstand mit erhobener Augenbraue. Eine derartige Wendung der Dinge hatte er nicht erwartet. Das Feuer des barfüßigen Oger-Magiers hatte sich als erschreckend wirksam gegen die Geschöpfe des Vampirfürsten erwiesen und Vigo erkannte, dass es nun an ihm und seinen verbliebenen Ghoulen war, die Oger ein für alle Mal auszulöschen…
 


Die wild kreischenden Gnoblars hatten sich am Rand des Schlachtfeldes mittlerweile gesammelt. Möglicherweise hatte das verstummte Gebrüll ihres Tyrannen sie zur Räson bringen lassen. Der vereinzelte Trauerfang-Kavallerist nahe dem Spukhaus ritt langsam an dem unheimlichen Gebäude vorbei, während er versuchte, mit wirkungslosen Schwüngen seiner Waffe sich der ihm unentwegt nähernden Geister zu erwehren. Der einzelne Säbelzahn auf der anderen Seite des Spukhauses schnappte ähnlich erfolglos nach den ätherischen Geistwesen. Vigo Fariac und seine Ghoule stürzten sich schließlich fauchend und die Zähne fletschend auf den Brecher und den Feuerbauch. Diese ignorierten zunächst die vielen Ghoule, die nach ihnen griffen und rissen, und versuchten sich den Vampirfürsten zu schnappen und zu zerschmettern. Schließlich hatte dies zu Beginn der Schlacht mit dem niederen Vampir erstaunlich gut funktioniert. Doch Vigo Fariac war aus einem anderen Holz geschnitzt und kein Frischling wie der unerfahrene Lakai von Frantisec. Mit blitzschnellen Bewegungen, denen kaum ein Auge folgen konnte, wich er den plumpen Versuchen der beiden Oger aus und schwang sein Zweihänder in hohem Bogen gegen die erfolglosen Angreifer. Schwer verletzt taumelten der Brecher und der Feuerbauch zurück, bedrängt von einem rasenden Vampir und umringt von hungrigen und geifernden Ghoulen. Dennoch hielten sie wacker stand, um ihren gefallenen Tyrannen nicht dieser hungrigen Meute wilder Aasfresser zu überlassen…
 


Froh aus dem Wirkungsbereich des Spukhauses gekommen zu sein, preschte der Trauerfang-Kavallerist in die Flanke der Ghoule, die sich im Nahkampf mit dem Brecher und dem Feuerbauch befanden. Der Säbelzahn kam ebenfalls angewetzt und sprang dem hintersten Ghoul direkt in den Rücken, so dass er diesen problemlos mit einem gezielten Nackenbiss töten konnte, bevor seine Brüder über den Säbelzahn herfielen und ihn genüsslich ausweideten. Der Trauerfang pflügte von der Seite her durch die vordersten Ghoule und erlegte mehrere von ihnen mit gezielten Hieben seiner Stoßzähne, während der ihn reitende Oger seine Ogerkeule von einer Seite zur anderen schwang. Die Versuche des Brechers den Leib seines Tyrannen sowie das Armeebanner und sein eigenes Leben zu schützen, fanden schließlich ein jähes Ende, als er von Ghoulen überrannt und in blutige Stücke gerissen wurde, nachdem er von der Klinge Vigo Fariacs bereits durchbohrt worden war. Dem Feuerbauch erging es kaum besser und das Feuer in seinen Augen erlosch mehr und mehr, während Ghoule ihn von allen Seiten mit ihren vor Gift triefenden Klauen bearbeiteten. Zwar konnte er und auch der verblichene Brecher vor ihm noch eine Mehrzahl der Ghoule um sie herum zerschmettern, aber aufgrund der düsteren Anrufungen des Vampirfürsten in ihren Reihen wurden viele der erschlagenen Ghoule kurzum wieder zu neuem Unleben erweckt…



Schließlich erlag auch der Feuerbauch den steten Angriffen der immer wieder erneut beschworenen Ghoule und Vigo Fariac wandte sich dem um sich schlagenden Trauerfang-Kavalleristen zu, der ihm schon innerhalb des Spukhauses nachgestellt hatte. Dieser verkaufte sein Leben als letzter Oger auf dem Schlachtfeld teuer und erschlug alle verbliebenen Ghoule um den Vampirfürsten herum, die nicht vorher von den Tatzen und Zähnen seines treuen Trauerfanges zerfetzt worden waren, um dann zielgerichtet auf den einsamen Vampirfürsten zuzuspringen. Vigo Fariac sah den monströsen Trauerfang und seinen Ogerreiter wie in Zeitlupe auf sich zufliegen. Diese ganze brachiale, lebendige, zentnerschwere Gewalt stieß auf ihn zu und Vigo Fariac stand einfach bewegungslos da und starrte der Kreatur in die Augen. Ein beiläufiger Schritt zur Seite, ein Schwung seines Großschwertes und das wieder in die Scheide einführen des Schwertes in einer einzigen fluiden Bewegung, die nicht mehr als das Zehntel einer Sekunde gekostet hatte, und Trauerfang sowie Ogerreiter fielen noch in der Luft befindlich in je zwei Teile gespalten dumpf auf den Boden auf. Der Vampirfürst lächelte grimmig und leckte sich über die Fangzähne, während er seine Kutte wieder enger schnürte und die Kapuze über seinen kahlen Kopf warf...


Der Mond war bereits hell erleuchtet am Firmament zu erkennen und außer Vigo Fariac waren nur noch wie irrsinnig kreischende Gnoblars auf dem Schlachtfeld zu sehen. Doch so sollte es nicht bleiben. Der Sieg gehörte den Vampirfürsten und Vigo Fariac begann, mit tief intonierter Stimme Worte der Beschwörung zu formulieren. Überall um sich herum regten sich die Gebeine der Gefallenen von beiden Seiten. Eine Vielzahl der Gruftschrecken war jedoch stark verbrannt und daher auf nekromantischem Wege schlicht nicht wieder zu erwecken. Mit seinen obsidianfarbenen Augen, in denen sich das grelle Mondlicht gelblich spiegelte, erblickte Vigo Fariac jedoch die vielen muskulösen Gliedmaßen der erschlagenen Oger und eine morbide Idee entwickelte sich in seinem untoten Gehirn, während er sich am tiefroten und hitzigen Blut des erschlagenen Feuerbauchs labte. Er würde neue, bessere und viel schnellere Grutschrecken aus Teilen der Überreste der Oger kreieren… 

Oger-Tyrann Gornod Eisfelsen keuchte, als er den Rand vom nahen Nadelwald erreicht hatte. Sich von dem Berg toter Leiber, Oger wie untoter Abschaum, zu befreien, hatte Gornod die letzten seiner immensen Kräfte gekostet. Er hatte den Großteil eines erschlagenen Gruftschreckens verspeisen müssen, um überhaupt freikommen zu können. Er schwor sich, in Zukunft nie wieder Aas zu fressen und nur noch lebendiges Fleisch zu verzehren, denn alleine der Geruch von Aas erzeugte nunmehr heftige Übelkeit in ihm. Und so ließ er das schwache Glimmen um das Spukhaus und die düstere beschwörungshafte Stimme in ihrer Nähe hinter sich und stampfte zurück in Richtung des weit entfernten Hauptlagers der Oger im Nordosten, während er die weiter entfernten Gnoblars wie von Sinnen lachten hören konnte…

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